Schottertour: KTM 1050 Adventure Test  2016

Schottertour: KTM 1050 Adventure Test 2016

Die 1000PS-Redaktion mit Power-Alex, K.OT und Vauli Offroad

Die KTM 1050 Adventure ist zwar neben ihren größeren Schwestern "nur" das Einstiegsmodell, manchmal ist aber bereits die Basis so gut, dass es gar nicht viel mehr sein muss! MIt all den Tugenden, die ein KTM Adventure-Modell gut macht, kann die kleinste Reise-KTM sowohl auf Asphalt als auch Offroad überzeugen.

KTM kann nicht nur Super sondern auch Basis - nachdem die brandneue 1290 Super Adventure vor Elektronik-Highlights nur so strotzt, reiht sich am anderen Ende der Nahrungskette still und heimlich das Einsteigermodell der KTM Adventure-Reihe, die 1050 Adventure ein. Weniger Kubik, weinger Leistung, weniger Drehmoment, weniger Elektronik - aber auch weniger Geld machen die 1050er zum heimlichen Liebling im KTM-Programm.

Vaulis Meinung zur KTM 1050 Adventure:

Müsste ich mir ein einziges Motorrad zulegen, wäre es bestimmt ein Universaltalent aus der Riege der Reise-Enduros - kann alles, macht alles. Und da ein Modell, das ausreichend Kraft hat, aber noch wendig genug ist und vor allem mein minimales Budget nicht übersteigt (nicht vergessen, ich arbeite bei 1000PS...) Besonders gut in dieses Beuteschema passt die KTM 1050 Adventure, erfüllt sie doch diese Anforderungen nahezu perfekt. Bis kanpp 6000 Touren benimmt sich der leicht auf 1050 Kubik gestutzte Motor mit 95 PS ganz ähnlich den Geschwistern mit 150 und sogar 160 PS, erst darüber geht der 1050er früher die Luft aus. Auch beim Handling muss sich die "Kleine" nicht verstecken, KTM-typisch lässt sie sich herrlich leicht in die und um die Ecken werfen und macht auf allen Untergründen enorm viel Spaß.

Also auch im Gelände, wo man so richtig merkt, dass der Ursprung jeder KTM Adventure im Offroad-Bereich liegt. Allerdings ist das Fahrwerk als Kompromiss zwischen Sport und Komfort im Straßenbetrieb ausgelegt und daher nicht so straff, wie man es für ganz harten Geländeeinsatz bräuchte. Da müßte man dann noch ein paar Euro für härtere Federn in die Hand nehmen. Alle anderen Komponenten an der KTM 1050 Adventure funktionieren aber auch im Gelände ausgezeichnet. Vor allem die Traktionskontrolle lässt so viel Schlupf zu, wie es nötig ist, um nicht dauernd mit dem erhobenen Zeigefinger den Vortrieb zu kappen. Dass kein Kurven-ABS wie auf den größeren Schwestern verbaut wird, ist im Gleände ohnehin egal.

Selbst beim Design muss man keine Abstriche machen, die KTM 1050 Adventure hat die gleiche Verkleidung wie die teureren Schwestern, lediglich der ohnehin gelungene 1050-Schriftzug entlarvt das Einstiegsmodell. Also ganz egal, ob man das Design der Adventure-KTMs mag oder nicht, die kleinste sieht nicht entscheidend anders aus, als die größeren Schwestern.

Wo nächtigt man als Motorrad-Reisender? Natürlich im Moho (Motorradhotel)!

Wer mit dem Motorrad auf Reisen geht oder eine Tour unternimmt weiß natürlich, worauf er sich einlässt: Es kann regnen, es kann kalt werden und es kann somit während der Fahrt etwas ungemütlich werden. Umso wichtiger ist es, nach jeder Tagesetappe ein möglichst schönes, gemütliches und erholsames Ambiente zu finden, um wieder Kraft für den nächsten Tag zu tanken - bei einem Moho (Motorradhotel) ist man da in den besten Händen! Vor allem im Moho "Drei Hacken", wo uns der Wirt Andi Starkmann - selbst begeisterter Motorradfahrer - äußerst gastfreundlich in Empfang nahm und uns dann auch noch seine coolsten Routen gezeigt hat. Mehr Informationen über Moho-gibt´s hier.

K.OTs Meinung zur KTM 1050 Adventure:

Da ich gerne und oft darüber nachdenke, wie man leben kann und soll, stelle ich mir auch immer wieder die Frage: Wie wenig braucht der Mensch zum (glücklichen) Leben? Dies gilt nicht nur für unbedingt lebensnotwendige Regelmäßigkeiten wie Essen und Liebe, sondern für jedwede Lustbarkeit, die sich der Mensch zu gönnen imstande ist. Eines dieser wohl entbehrlichen, aber unverzichtbaren Dinge ist das Motorrad. Der technologische Fortschritt hat zwar Sportlichkeit, Fahrbarkeit, Nutzbarkeit und Sicherheit – also quasi alles, außer der Haltbarkeit – der Fahrzeuge verbessert, aber uns gleichzeitig vergessen lassen, worum es beim Motorrad und Motorradfahren eigentlich geht. 95 PS Leistung waren Anfang der Nullerjahre noch das Maximum in der Bigenduro-Klasse, heute sind sie das Minimum. Wer aber nur am Datenblatt die Wahrheit sucht, der wird sie nicht finden, denn 95 PS werden immer 95 PS bleiben. Wer verschiedene Modelle der selben Gattung direkt miteinander vergleicht, der wird erkennen, wie selten sich ein Leistungsvorteil von bis zu 65 PS wirklich ausspielen lässt, sofern man sich nicht auf der Rennstrecke bewegt.

Im Normalfall sind die Geraden im Gebirge zu kurz, um einen deutlichen Vorsprung herauszufahren und im Gelände kommt ohnehin nur ein Bruchteil der Leistung zum Einsatz. Mit der 1050er bietet KTM nicht nur jenen die günstigste Adventure, die sich nicht mehr leisten können, sondern auch jenen, die sich nicht mehr leisten wollen und auf Spielereien wie 23-stufige Traktionskontrollen verzichten können. Da bei KTM Fahrspaß und Fahrerkontrolle (die sich gegenseitig bedingen) im Vordergrund stehen, braucht man nicht immer die technisch mögliche Vollausstattung. Das Gefühl für Vorder- und Hinterrad, die Agilität beim Einlenken und Richtungswechsel, die spontanen Kurskorrekturen…all das geht mit einer Kanten leichter von der Hand, was besonders im Gelände von Vorteil ist. Für die Straße wäre allerdings ein härteres Fahrwerk wünschenswert. Es bleibt zu hoffen, dass die Mattighofener auch weiterhin solche Modelle anbietet.

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Fazit: KTM 1050 Adventure

Die KTM 1050 Adventure knüpft meiner Meinung nach dort an, wo die 990er-Adventures vor einigen Jahren aufgehört haben: Rund 100 PS Leistung, ein spielerisches Handling und so viel bzw. wenig Elektronik wie gerade State-of-the-Art ist. Der Motor ist nämlich alles andere als schwachbrüstig, ABS und Traktionskontrolle regeln sicher und unauffällig und das Fahrverhalten ist unter anderem wegen der relativ schmalen Bereifung extrem spaßorientiert. Und das alles zu einem Preis, der in der Liga der großen Reiseenduros nur von wenigen Konkurrenten unterboten wird. So traurig es nämlich auch ist, die beiden 1190er-Adventures und vor allem das Flaggschiff 1290 Super Adventure sind beim Preis in empfindlich hohe Sphären entschwebt. Und genau deshalb ist die KTM 1050 Adventure vielleicht sogar das stimmigste der vier Adventure-Modelle.

1
Vorteile
  • kräftiger, kultivierter Motor
  • abschaltbares ABS
  • einstellbare Traktionskontrolle
  • agiles Handling
  • verstellbare Ergonomie
  • prestigeträchtige, den großen Schwestern ähnelnde Optik
  • höhenverstellbares Windschild
  • niedriges Gewicht
  • vergleichsweise günstiger Preis
1
Nachteile
  • Drehzahlbegrenzer schreitet bereits bei 8500 Touren ein
  • für Geländeeinsatz etwas zu weiches Fahrwerk

Bericht vom 06.07.2016 | 35.381 Aufrufe

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