Ducati Diavel 14 Test

Ducati Diavel 2014 im Test. Jetzt mit neuem Testastretta 11 Grad Motor. Betörende Ausfahrt in Monaco.
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Ducati Diavel 2014 Test

Noch mehr Spirit geht kaum. Mit der neuen Ducati Diavel vor dem Casino in Monte Carlo. Dann entlang der berüchtigten Formel 1 Strecke durch Monaco und hoch in die Berge auf den Spuren der Rallye Monte Carlo. Mit dabei bei der Ausfahrt: Jacky Ickx...

 

Die Diavel brauchte einige Zeit um sich einen festen Platz in der Motorradszene zu schaffen. Zu Beginn liefen die Verkäufe schleppend, steigerten sich aber anders als bei "normalen" Bikes von Jahr zu Jahr. Trotzdem fand es Ducati an der Zeit, den roten Teufel aus Bologna zu modernisieren. Insgesamt fällt positiv auf, dass Ducati hier einer Linie treu geblieben ist. Das wird den neuen Kunden gefallen, aber auch treuen Kunden der alten Diavel nicht sauer aufstoßen. Die "Alte" sieht auch neben der "Neuen" nicht alt aus, die "Neue" wirkt aber trotzdem frischer und moderner. Ein toller Mittelweg zwischen Kontinuität und Innovation, den Ducati ja auch bei der Monster immer schon gut hinbekommen hat.

Mit dem "Cruiser" auf der Rallye Monte-Carlo?

Die Diavel Fangemeinde liebt die brutale Optik, die irre Beschleunigung, das Customfeeling gepaart mit Fahrspaß. Hand angelegt hat Ducati aber exakt dort, wo es nötig war - bei der Laufkultur vom rassigen V2 Aggregat. Hier beim  Test in und um Monaco hat es sich Ducati nicht leicht gemacht. Man hätte auch irgendwo anders eine glattgebügelte "easy-to-use" Strecke nehmen können. Wir starteten hier aber im engen Gassengewirr bei Stop-and-Go und fuhren dann endlose Serpentinen hoch in die Berge. Dort wo sonst die Rallye Asse bei der Rallye Monte Carlo drifteten, zoomten wir uns von Kehre zu Kehre. Ganz nebenbei war der Asphalt oftmals übel, dann wieder griffig. Insgesamt also durchaus ambitionierte Testbedingungen für einen "Cruiser".


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Es gibt immer einen Stärkeren - Pech für die Bentley Fahrer

Der Start hätte glamouröser nicht sein können. Unsere Truppe fuhr spät abends ins Restaurant de Paris direkt am Platz vor dem Casino Monte Carlo. Die Blicke der Millionäre, der teuren Frauen und der neugierigen Touristen wendeten sich sofort ab von den Bentleys, Porsches und Ferraris und folgten unserer imposanten Horde von Diavels. Viele Handys wurden gezückt, viele Videos wurden gedreht und nur die älteren Damen hielten sich die Ohren etwas verängstigt zu. Der Rest lächelte, die Bentley-Fahrer etwas weniger als ihre Mädels und genoss wie wir den Auftritt der diabolischen Meute.

Diavel ganz brav?

Schon auf den ersten Metern war klar, dass Ducati nicht zu viel versprochen hatte. Der neue 11 Grad Testastretta Motor mit zwei Zündkerzen im Zylinderkopf arbeitet deutlich kultivierter als zuvor. Beim Stop-and-Go Verkehr gab sich der Motor keine Blöße, sauber dosierbar zuckelten wir zwischen Pelzmänteln und Porsche Stoßstangen zu unserem Parkplatz. Aus der Sicht von klassischen Cruiser-Piloten, also solche, die Harley-Davidson gewohnt sind, ist die Fahrbarkeit im unteren Drehzahlbereich aber natürlich immer noch nicht auf dem gleichen Niveau. Der rassige Sportmotor braucht natürlich insgesamt ein höheres Drehzahllevel wie ein V2 aus einer V-Rod, dreht dann aber natürlich auch deutlich herzhafter nach oben. Die Kupplung präsentierte sich beim rangieren und bugsieren als treuer, präziser aber auch etwas schwerfälliger Partner des Motors.


Bildergalerie Ducati Diavel Action (45 Bilder) - hier klicken!

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Flink durch die Wechselkurven

Bei der Tour hinauf in die Berge überraschte die Diavel nicht in den Spitzkehren. Ich wusste schon, dass die Ducati trotz des 240mm breiten Hinterreifen von Pirelli angenehm in den Radius kippte. Ich kannte auch schon das verlässliche und präzise Fahrverhalten in den langen Radien. Überrascht war ich dann aber doch, dass die Diavel auch in den Wechselkurven  spielend leicht von einer Flanke auf die andere kippte. Ganz klar: Kein anderes Motorrad das man irgendwie mit der Gattung "Cruiser" in Verbindung bringt, bietet ein derart agiles Fahrverhalten.

Nach den ersten lockeren Aufwärmübungen wechselte ich dann vom "Urban" Mode mit 100PS in den "Sport" Mode mit den vollen 162PS und kerniger Traktionskontrolle. Die Geraden zwischen den Spitzkehren wurden so zu Wheely Alleen und in der Bremszone hatte das ABS allerhand zu tun. Im Vergleich zu einem Naked Bike ist die Diavel beim Einlenken auf der Bremse natürlich etwas sperriger und bietet auch etwas weniger Schräglagenfreiheit, aber unter uns: Von den 40 Journalisten hier haben keine Hand voll die Rasten angekratzt. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass man mit diesem imposanten Poser-Bike ganz locker mit jeder Nakedbike- oder Sportlertruppe mithalten kann.


Bildergalerie Ducati Diavel 2014 Test

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162 Pferde, Komfort, Speed - kann sie alles?

Am Ende landet man dann doch wieder bei der goldenen Mitte und wechselt in den "TOURING" Mode. Hier stehen immer noch 162 PS an, aber die Traktionskontrolle (DTC) regelt früher und der Motor hängt etwas zahmer am Gas. So erfordert die Diavel weniger Aufmerksamkeit und man kann sich ganz dem Genuss der Landschaft hingeben. Beim Genießen kommt dann aber ein konzeptbedingter Nachteil zum Vorschein. Die vorhin erwähnte Präzision und der hohe Speed erfordern natürlich ein straffes Fahrwerk, was nun beim Cruisen über den miesen Asphalt natürlich nicht jenen Komfort bietet wie ein fahrendes Wohnzimmer. Trotzdem ist die Diavel eine beeindruckende Schnittmenge von Performance und Komfort wie es nur ganz wenige Reiseenduros auch noch hinkriegen - aber mit großem Coolness Vorteil für die Diavel.

Apropos Coolness: Einige Änderungen an der Diavel wurden ja vor allem fürs Posieren und Flanieren durchgezogen. Die Full-LED Frontlampe zum Beispiel kann nun deutlich aggressiver gestaltet werden und am anderen Ende des Fahrzeuges schmiegt sich ein Kunstwerk von Auspuff harmonisch in die Linienführung des imposanten Reifens. Kleinigkeiten wurden auch noch bei den Kühlerspoilern und bei der Scheinwerfer Abdeckung geändert. Hier verwendet Ducati ganz normal gebürstetes Alu. Der Sitz bietet nun mehr Komfort und der High-Tech Cruiser wartet nun auch mit einer exakten Angabe von der Restreichweite mittels neuem Füllstandssensor im Tank auf.


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Diavel Carbon: Ganz arge Felgen

Richtig teuflisch ist jedoch der Plan der Ducati Verkäufer bei der Preisgestaltung. Man lockt mit der nicht ganz so schlimmen "DIAVEL" die Kunden in den Schauraum. Dort wird man vermutlich aber über die "DIAVEL Carbon" stolpern und wohl oder übel sämtliche Hemmungen beim Geldausgeben über Bord werfen. Die "Carbon" bietet herrliche Carbon-Applikationen, teilweise auch sehr großflächige wie die Tankabdeckung. Besonders dramatisch wirken aber auch die geschmiedeten und gefrästen Marchesini Felgen. Insgesamt ist die Diavel damit 5 kg leichter (205 anstelle von 210 Kilo). Wer dann als Sahnehäubchen noch den Keramik-Auspuff von Termignoni montiert, wird am Ducati Stammtisch zum unbesiegbaren Parkplatz-Poser.


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Bei all den Emotionen wollen wir aber nicht auf so pragmatische Dinge wie die Service-Intervalle vergessen. Nach 30.000 km muss man das Ventilspiel prüfen, alle 15.000 km steht ein Ölwechsel an. Schön, dass sich hier die diabolische Diva als sparsame Hausfrau präsentiert.

Keine Gegner

Insgesamt hält die Ducati Diavel exakt das, was sie optisch verspricht und überrascht mit einfacher Fahrbarkeit und flinkem Speed auf herzhaften Motorradstrecken. Echte Alternativen gibt es nicht. V-Max, V-Rod und Rocket III beschleunigen zwar ebenso imposant, teilweise sogar noch schneller, wedeln aber nicht so flink durch die Kehren. Optik und Verarbeitung zeugen von echter Passion für das Thema Motorrad. Und wie es sich für ein teuflisches Motorrad gehört, lässt die Diavel am Stammtisch niemanden kalt.


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Text: nastynils
Fotos:
Ducati

Bericht vom 09.04.2014 | 31.008 Aufrufe

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