Triumph StreetTriple R

Unmöglich die Street Triple R noch besser zu machen? Denkste! Die 2013er Street Triple ist schlicht und ergreifend GRANDIOS und noch besser als die Vorgängerin!
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Triumph Street Triple R - frisch verliebt!

Triumph macht es goldrichtig bei seinen Naked Bikes: Was herrlich war, bleibt herrlich, was traumhaft war, bleibt traumhaft und was gut war, wird noch besser. Die ungebrochene Liebe zur Street Triple R hebt sich auf ein neues Level…

   

Die Marketing-Leute bei Triumph haben es eigentlich ziemlich leicht – zumindest mit ihren sportlichen Naked Bikes. Neben der ausgewachsenen Streetfighter-Ikone Speed Triple gibt es seit 5 Jahren eine kleine Schwester namens Street Triple. Und für deren Vermarktung brauchten sich die Engländer bisher nicht wirklich anstrengen, die ging von Beginn an weg wie die warmen Semmeln. Mit bisher rund 50.000 verkauften Exemplaren war sie auch gleich die bestverkaufte Triumph der letzten Jahre. Nicht einmal Journalisten mussten bestochen werden, etwas Nettes über die kleine Dreizylinder-Drehorgel zu schreiben – es passierte von selbst, weil die Street Triple einfach gut war.

Nun, auch ich bin ein großer Fan der kleinen Engländerin, die es seit knapp vier Jahren auch in einer angeschärften R-Version mit voll verstellbarem Fahrwerk gibt. Und die erinnert mich stärker als jedes andere Motorrad an das Idealbild, das ich von einer Frau habe: Sieht phantastisch aus, kann alles, macht alles mit und zickt nicht herum. Das sollte sich auch bei der Neuauflage der Street Triple R nicht ändern, wie ich mich im spanischen Almeria in des Oktobers letzten Atemzügen überzeugen konnte. Rein optisch sind die Unterschiede an der Front nur schwer auszumachen, die Scheinwerfer sind, dem aggressiven G´schau entgegen kommend, ein wenig nach unten versetzt, die Form der Leuchten bleibt aber gleich. Völlig neu ist hingegen das Heck, das nun nicht mehr von den beiden hoch verlegten Endtöpfen dominiert wird, sondern herrlich schlank daher kommt, während der Auspuff an die rechte Seite des Motors wandert und stark an jenen der Honda CB1000R erinnert – und damit als durchaus gelungen bezeichnet werden darf.

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Street Triple R Details
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Gleiche Leistung - 6 Kilo Gewicht = noch bessere Performance
Auch gewichtstechnisch hat der neue Auspuff eine positive Wirkung, spart er doch gleich 3,6 Kilo ein. Insgesamt wurden zusammen mit dem leichteren Heckrahmen, abgespeckten Felgen und der filigraneren Schwinge ganze 6 Kilo eingespart. Und das an Stellen, die sich weit weg vom Schwerpunkt befinden – die Gewichtseinsparung kommt also auch der besseren Massenzentralisierung zugute und 183 Kilo fahrfertig versprechen schon am Papier ein extrem leichtfüßiges Handling. Besonders interessant ist an der Street Triple R, dass bei ihr nicht etwa ein einziges Merkmal besonders positiv heraus sticht, nein, da passt eigentlich alles bestens zusammen und ergibt ein noch besseres Ganzes. Da wäre zum einen der Motor, der aus 675 Kubik brave 106 PS bei 11.850 Touren schöpft und ein maximales Drehmoment von 68 Newtonmeter bei 9750 Umdrehungen an das Hinterrad schickt. Brav deshalb, weil diese Werte heutzutage niemanden mehr vom Hocker reißen, aber gerade das macht sie so leicht und spielerisch zu bewegen, der quirlige Dreizylinder überfordert nämlich nicht, man darf getrost den Gasgriff ordentlich melken, ohne gleich mit einem Abflug über das Hinterrad rechnen zu müssen.

Allerdings ist man damit keineswegs langsam, bereits ab 3000 Touren dreht der sonor bellende Dreier souverän hoch, das Drehmoment bildet ab da bis fast zum Begrenzer ein Plateau, das auf der Grafik nahezu einer horizontalen Geraden gleicht – besser geht es eigentlich nicht. Auch das Ende der Fahnenstange ist mit rund 12.500 Touren recht weit oben angesiedelt, da kann man wahrlich nicht meckern – nur als verwöhnter Journalist muss ich natürlich das Haar in der Suppe suchen und so kritisiere ich, dass der Street Triple R ein bisschen mehr Schmalz ganz oben gut stehen würde. Allerdings vergleiche ich da schon wieder Äpfel mit Birnen, nur viel kräftigere und auch großvolumigere Naked Bikes können das entscheidend besser, in ihrem Segment ist die kleine Streety eine ganz harte Nuss für die Konkurrentinnen.

Die Street Triple R „erschnüffelt“ die Kurven
Außerdem bietet sie durch den kleineren und damit leichteren Motor gegenüber den großen Naked Bikes einen entscheidenden Vorteil: Die Street Triple R erschnüffelt Kurven und legt wie von Geisterhand selbst um. Ich weiß ja auch nicht, wie sie das macht, die Erklärung könnten aber solch paranormale Phänomene wie etwa beim „Tischerlrücken“ sein. Da gibt man dem Tischerl ja unterbewusst einen kleinen Deuter in die richtige Richtung und - schwups - schreibt das Tischerl schon genau das, was man denkt. Und so macht das wohl auch die Street Triple R: Es reicht der kleinste Impuls und die kleine Engländerin biegt genau so ab, wie man es sich gewünscht hat. Auch diese Wendigkeit sucht ihresgleichen in der Klasse der mittleren Naked Bikes.

Hinzu kommt noch das überaus sensible Fahrwerk der Street Triple R, das mit einer voll verstellbaren 41-Millimeter-USD-Gabel von Kayaba und einem ebenfalls voll verstellbaren Monofederbein im Heck glänzt. Es schluckt grobe Stöße ausreichend gut und sorgt vor allem in schnellen Kurven für eine Stabilität, mit der man bei einer so auf Wendigkeit ausgelegten Geometrie nicht gerechnet hätte. Ganz neu ist in diesem Zusammenhang nun auch der Rahmen, der nun aus nur 8 statt 11 Teilen besteht und durch die Änderungen im Lenkkopfbereich den Lenkeinschlag um ein paar Grad verbessert – ein wichtiger Faktor für das Durchschlängeln im Stadtbetrieb.


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Extrem auf Sport getrimmt
Nicht besser aber gewiss nicht schlechter als auf den Konkurrentinnen ist die Sitzposition auf der kleinen Triple R. Man sitzt angenehm aufrecht, hat einen guten Kniewinkel und der Sattel erlaubt auch weitere Touren. Zugegeben, natürlich gibt es in dieser Klasse noch bequemere Maschinen, allerdings ist die scharfe Britin so stark auf Sport getrimmt, dass so viel Alltagstauglichkeit fast schon überrascht. Das tun auch die Armaturen, viel mehr Informationen kann man kaum in ein Naked Bike-Cockpit einpflanzen: Drehzahl analog, Geschwindigkeit digital, Ganganzeige, zwei Tageskilometerzähler, Uhr, programmierbare Schaltblitzdioden, Laptimer, Tankuhr und optional wird auch noch die ABS-Funktion sowie der Reifendruck angezeigt.

Sogar der Windschutz geht einigermaßen in Ordnung, allerdings hatte meine Testmaschine das optionale Fly Screen montiert, das die Armaturen abdeckt und den Fahrtwind erstaunlich gut ableitet. Bis zum erlaubten Höchsttempo auf österreichischen Autobahnen laut Tacho ist man gut geschützt, faltet man sich dann noch ein wenig mehr zusammen, ist bis knapp 150 km/h Ruhe vor dem Orkan. Darüber zerrt es dann schon an der Nackenmuskulatur und es beginnt die Sinnesfrage von Höchstgeschwindigkeiten jenseits der 200 km/h auf Naked Bikes. Allerdings hat das Fly Screen nicht nur eine praktische Daseinsberechtigung, sondern vielmehr eine ästhetische. Das Gehäuse der Armaturen passt mit der Hässlichkeit eines Stromzähler-Kasterls nämlich so gar nicht zum schönen Rest der Maschine – so ein Zufal! Wenigstens kostet das unverzichtbare Fly Screen mit knapp 220 Euro nicht die Welt und sollte damit eigentlich bereits ab Werk mit dabei sein.


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ABS kostet nur 200 Euro Aufpreis!
Fix dabei sind hingegen bei der Street Triple R zwei schöne schwarze Gummis, die ebenfalls zur herausragenden Performance beitragen. Die Pirelli Diablo Rosso Corsa passen bestens zur sportlichen Auslegung des quirligen Naked Bikes, vor allem im Kurvengemetzel kann man sich ohne Kompromisse auf sie verlassen. Dass besonders guter Grip in der Regel mit weniger Kilometerleistung bezahlt wird, ist bei der Street Triple R allerdings voll in Ordnung. Ein Motorrad, das so sportlich bewegt werden kann, hätte es nicht verdient, als Kilometerfresser und Reisedampfer missbraucht zu werden.

In diesem Sinne melden sich auch gleich die Bremsen zu Wort, die vordere Anlage mit zwei 310-Millimeter-Scheiben und radial montierten Nissin-Vierkolbensätteln ist nicht unbedingt etwas für Ungeübte oder Gänseblümchenpflücker. Die Dosierbarkeit geht voll in Ordnung und der Druckpunkt ist leicht gefunden, was sich dann aber abspielt, würde gewiss auch auf so manchem Supersportler eine gute Figur abgeben. Die Stopper packen jedenfalls zu wie ein hungriges Krokodaxl und stellen unverhohlen klar, dass der Zusatzbuchstabe R wohl eher für „Racing“ als für „Reise“ steht. Zwar konnte ich mich aus produktionstechnischen Gründen vorerst nur vom tadellosen Werken der Bremsanlage ohne ABS überzeugen, bei der Stotterbremse warten die Engländer aber mit einer kleinen Sensation auf: Das ABS wird nicht nur abschaltbar sein, es wird gegenüber der jeweiligen Version ohne ABS nur 200 Euro Aufpreis kosten! Wer da noch überlegen muss, ob er das Sicherheitsplus auf nassen oder rutschigen Fahrbahnen brauchen könnte, kommt aus einer anderen Zeit.


Das Zubehör entspricht ganz der sportlichen Natur der Streety
Das restliche Zubehör ist ebenfalls gut gewählt und entspricht voll und ganz der sportlichen Ader der Street Triple R: Es wird einen gut aussehenden Arrow-Endtopf mit Karbon-Endkappe geben, der den Sound des Dreizylinders noch energischer in die Welt hinaus posaunt ohne unangenehm laut zu werden – jedenfalls mit eingebautem dB-Killer. Wird dieser ausgebaut erlischt die Legalität und jeden einigermaßen gut geschulte Polizist würde es aus dem Dienstwagen beuteln. Auch einen Schaltautomat bekommt man auf Wunsch, und dieser zahlt sich trotz des gut schaltbaren Getriebes aus. Beim schnellen Anrauchen (wie man es auf der Street Triple R nun mal gerne macht) zerrt das sportliche Gimmick den Dauergrinser unter dem Helm nämlich noch einige Millimeter weiter nach oben. Dass es die Engländer vollmundig „Intellishift“ nennen, liegt daran, dass durch Sensoren die Reaktionszeit des Automaten je nach Geschwindigkeit und eingelegtem Gang variiert wird und somit erfolgreich die störenden Rucker bei niedrigem Tempo unterdrückt werden – der Name passt also durchaus. Weiters gibt es einen farblich abgestimmten Motorspoiler, eine Sozius-Sitzbankabdeckung, wunderschöne, einstellbare Brems- und Kupplungshebel, CNC-gefräste Alu-Bremsflüssigkeitsbehälter, ein Reifendruck-Kontrollsystem, Motorschutzbügel, Rahmen- und Motorprotektoren, Hinterradabdeckung, coole, an den Lenkerenden montierte Spiegel, LED-Blinker, Klarglasrücklicht, Komfortsitzbank und nicht einmal Heizgriffe fehlen im Zubehörprogramm – was die neue Street Triple R zu einem mehr als kompletten und ernst zu nehmenden Spaßgerät werden lässt.

Ach ja, passend für die neue Gesetzesregelung ab Jänner 2013 wird es auch eine Variante der Street Triple und Street Triple R mit nur 95 PS Leistung geben, die sich dann sehr leicht auf die vorgeschrieben 48 PS reduzieren lässt.


Technische Daten Triumph Street Triple R
Motor & Kraftübertragung
Bauart Flüssigkeitsgekühlter dohc-Reihendreizylinder, 4 Ventile
Hubraum 675ccm
Bohrung x Hub 74,0 x 52,3mm
Gemischaufbereitung Sequentielle Multipoint-Einspritzung mit SLS
Endantrieb O-Ring-Kette
Kupplung Mehrscheiben im Ölbad
Getriebe 6-Gang
Motorölvolumen 3,4 Liter
Fahrwerk
Rahmentyp Leichtmetall-Brückenrahmen
Schwinge Zweiarm-Leichtmetallschwinge
Räder Vorne: Leichtmetallguss, 5-Speichen, 17 x 3,5 Zoll
Hinten: Leichtmetallguss, 5-Speichen, 17 x 5,5 Zoll
Reifen Vorne: 120/70 ZR17
Hinten: 180/55 ZR17
Radaufhängung Vorne: Kayaba 41mm Upside-Down-Gabel, 110mm Federweg
Hinten: Kayaba Monoshock, 125mm Federweg
Abmessungen und Füllmengen  
Länge 2055mm
Breite (Lenker) 740mm
Höhe (ohne Spiegel) 1060mm
Sitzhöhe 800mm
Radstand 1410mm
Lenkkopfwinkel/Nachlauf 24.1° / 99,6mm
Tankinhalt 17,4 Liter
Leergewicht vollgetankt 183kg
Motorleistung  
Nennleistung EG 78kw / 106PS
Maximales Drehmoment 68Nm bei 9750rpm
street triple

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Text: vauli
Fotos:
Triumph

Bericht vom 12.11.2012 | 70.020 Aufrufe

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