KTM EXC 200 2013

Die kleine 200er mauserte sich in den letzten Jahren zum Geheimtipp. Vollwertige Enduro um relativ wenig Geld und mit gerade ausreichend viel Leistung. Das Bike für Kenner!

Präzise Wheelys über Hindernisse lassen sich auch von untalentierten Piloten im Sattel der 200er nicht vermeiden.


KTM 200 EXC 2013 Test

Etwas Dankbarkeit macht sich breit im Sattel. Ich danke den Entscheidern bei KTM, dass sie nach wie vor auf Zweitakter setzen und diese beständig weiter entwickeln. Diese beständige Weiterentwicklung ist am Beispiel der 200er EXC am schönsten zu spüren.


Sie hat mittlerweile das Leistungsniveau welches früher mal 250er hatten aber das Handling von Motorrädern welches früher mal 125ern vorbehalten war. Die gesamte 2T-Motorenpalette von KTM ist mittlerweile richtig gut abgestimmt und das kleine Aggregat hängt ausgesprochen willig am Gas.

Auf der felsigen Bergabpassage fühlt man sich im Sattel wie ein frischgebackener Weltmeister. Große Felsen werden einfach wegradiert, steile Steps verkommen zu Gehsteigkanten. Bergab gab es während der beiden Testtage ganz klar kein besseres Gerät als diese 200er. KTM spricht im Prospekt von 99,5 Kilo ohne Sprit und das fühlt sich im Sattel auch tatsächlich so leicht an. Ein Zweitakter lebt ja nicht bloß von den nackten Zahlen im Prospekt, sondern auch von den physikalischen Tatsachen im Motorraum. Der einfacher aufgebaute Zweitakter hat geringere oszillierende Massen als ein Viertakter was sich beim Handling bemerkbar macht. Ihr könnt euch möglicherweise noch an den anschaulichen Versuch aus dem Physikunterricht erinnern wo man ein drehendes Rad in die Hände bekam und mit diesem allerlei Turnübungen absolvieren musste.

Bei der 200er dient die 125er als Basis was natürlich im Gelände viel Freude macht. Der Motor jedoch ist deutlich einfacher zu fahren als das Asketen Aggregat der 125er. Der eine oder andere Fehler bei der Wahl des richtigen Ganges wirkt sich nicht so schlimm aus und im unteren Drehzahlbereich ist durchaus genug Leistung vorhanden um über überraschende Hindernisse zu tuckern. Wobei es durchaus schwierig ist mit dem falschen Gang unterwegs zu sein. Das makellose Getriebe erlaubt Gangwechsel in absolut jeder Lebenslage bei größtmöglicher Präzision. Kaum vorstellbar, dass man eine bessere Schalteinheit bzw. Getriebeeinheit für eine Enduro bauen kann als das was hier verbaut ist.

Je länger die Runde dauert umso weniger kann man im Sattel verhinden, dass man richtig schnell wird. Das Motorrad will ordentlich geritten werden. Es hängt überaus willig und ehrgeizig am Gas und drängt zu noch mehr Speed. Für eine ruhige Endurowanderung gibt es bestimmt gemütlichere Geräte, fürs Rennen aber kaum ein schnelleres. Die 200er EXC bereitet uns Männer auf das vor, was dann mit den viel zu jungen Freundinnen während der Midlife-Crises auf uns zukommt. Sie wollen die harten Nummern von denen wir früher immer geträumt haben, nun hätten wir aber lieber die eine oder andere Kuschelnummer. Die wilde Kleine 200er spendet Endurofreuden ohne Ende. Das positive Feeling nach einer ausgiebigen Testrunde ist zum Teil aber auch dem gut funktionierenden Elektrostarter zu danken. Das kleine Aggregat stirbt zwar fast nie ab, doch bei jeder Ausfahrt kann ein E-Starter Leiden in einer unglücklichen Situation lindern. Früher mal war das hilfreiche Teil ja den 250ern und 300ern vorbehalten, nun hat es auch Einzug in die 200er Klasse erhalten. Was mit einem Viertakter aber natürlich immer noch einfacher gelingt, ist das Getuckere im Teillastbereich während der Verbindungsetappen sowie der geschmeidigere Übergang vom Drehzahlkeller hinauf in den Leistungszenit.

Ich persönlich bin früher mal 250er und 300er gefahren, doch würde ich mittlerweile eher die 200er bevorzugen. Eine tolle Enduro die in den nächsten Jahren möglicherweise nur noch von einer 150er getoppt werden kann.
 


Bildergalerie: KTM EXC 2013 >>

 

Technische Daten: KTM 200 EXC 2013 >>
 


Die KTM 200er EXC auf einer gemütlichen und typischen Endurorunde für 2-Takter.

Das Chassis dient als Rückgrat für die gesamte Enduropalette. Ins Auge stechen die unverwüstlich wirkende Schwinge, das PDS Federbein von WP
und der mit vielen kleinen Feinschliff-Details zur Perfektion gereifte Rahmen.

Onboard Lap KTM EXC 2013

 

Eine Vollgasrunde onboad auf der Endurosonderprüfung mit Thomas Traversini. Der KTM Testpilot zeigt was zum Beispiel die 500er EXC im Modelljahr 2013 drauf hat.



Preise KTM EXC und SX 2013:
 

Für unsere Leser aus Österreich: KTM Offroad Listenpreise 2013 Österreich

Für unsere Leser aus Deutschland: KTM Offroad Listenpreise 2013 Deutschland

 


Interessante Links:

Text: nastynils
Fotos: KTM

Fazit: KTM 200 EXC

Je länger die Runde dauert umso weniger kann man im Sattel verhinden, dass man richtig schnell wird. Das Motorrad will ordentlich geritten werden. Es hängt überaus willig und ehrgeizig am Gas und drängt zu noch mehr Speed. Eine tolle Enduro die in den nächsten Jahren möglicherweise nur noch von einer 150er getoppt werden kann.


  • Geringes Gewicht
  • makelloses Getriebe
  • Gangwechsel mit größtmöglicher Präzision
  • gut funktionierender Elektrostarter.
  • Zu wild für gemütliche Endurowanderungen.

Bericht vom 23.05.2012 | 12.743 Aufrufe

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