KTM EXC 2012

KTM präsentiert eine neue Ära in der EXC Geschichte und legt die Messlatte auf eine neue Stufe. <>

KTM EXC MY 2012:

 
Eine KTM Präsentation in Italien ist ja an sich schon eine feine Sache. Tolle Strecken, super Essen, hübsche Damen und jede Menge Motorräder zur Auswahl. Als ich dann die Ausschreibung erhielt und die Mutter aller Endurostrecken "ill Ciocco" am Plan stand, wusste ich, diesmal war ich auf der Butterseite gelandet. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen konnte, es sollte noch viel dicker kommen!

Die Anreise per Flugzeug und Mietwagen (Kollege Clemens brachte auf den letzten Serpentinen mein Magengleichgewicht fast aus dem Lot, speziell als wir eine der Spitzkehren einfach nicht mehr derritten) in die Toskana ist ja schon nett. Wer noch nicht das Vergnügen hatte auf der wohl bekanntesten KTM Adventure Tour zu Gast zu sein nur kurz beschrieben: Ein riesiger Hotelkomplex in den Berg hineingebaut mit eigenem Hubschrauber, Pool, Fußballplatz usw., und das beste für unsere Interessen, die ganze Bergkette dahinter gehört noch zum Hotel.

Am ersten Präsentationstag war in der Früh noch kurz eine Pressekonferenz um auf die Neuerungen hinzuweisen. Für mich war klar, dass die neue heiß erwartete 350 EXC-F im Mittelpunkt steht, der Rest wird wohl Modellpflege sein. Irrtum! Die gesamte Modellpalette wurde völlig überarbeitet und auf den Kopf gestellt. Speziell bei den 4 Takter wird mit dem Modelljahr 2012 eine neue Ära eingeläutet. Eines vorweg, für die Konkurrenz wird es verdammt schwer.
 
 

Revolution statt Evolution – generelle Änderungen an allen Bikes



Bodywork:
Alle EXC Modelle erhielten den neuen Bodystyle der SX Palette. Ergonomisch perfekt geformt und schlanker stehen sie da. Persönlich gefallen mit die echt praktikablen Griffmulden am Heck, danke! Genauso genial war wie schon bisher der werkzeuglose Luftfilterwechsel, der nochmals überarbeitet wurde. Noch leichter zugänglich und ein verdrehtes Aufsetzten ist nun nicht mehr möglich.
Alle Bikes besitzen einen 9 lt. Tank und können mit einem 13 lt. Fass nachgerüstet werden. Ab Werk werden neue stabile Handguards verbaut.
 

Rahmen/Fahrwerk:
Der Rahmen ist dem der SX sehr ähnlich. Der hintere Bereich ist vom Hauptrahmen getrennt. Das bringt mehr Ruhe in die Geometrie, und wirkt sich auch positiv auf die Schwinge aus. Apropos Schwinge, die wurde um 300g abgespeckt.
Dem PDS ist man bei der EXC Palette treu geblieben. Die Gründe liegen auf der Hand. Mittlerweile ist man mit dem PDS der Umlenkung im Endurobetrieb von der Performance her um nichts nach. Hat aber die Vorteile einer leichteren Bauweise, keine Teile unterhalb der Schwinge, die beschädigt werden können und ein Ausbau dauert keine Minute. Das Federbein ist um 7mm länger und besitzt ein preload adjustment (schnelle Einstellung des negativen Federweges). Die Gabel ist „made in Austira“, das heißt, die Qualität stimmt! Neue Gleitringe mit weniger Reibung sorgen für ein noch feinfühligeres Ansprechverhalten.

Räder/Bremsen: Die neuen silbernen Excel Felgen wurden wieder etwas leichter. Die Auspuffanlagen bei den 4 Takter bekamen mehr Volumen und sind damit leiser geworden.
Über die Brembo Bremsen braucht man nichts mehr schreiben, das sind die besten die in Serie verbaut werden.
 


Einspritzung auf allen 4 Taktern!


Motor 4 Takt: Wo soll man da am besten anfangen? Alleine die Änderungen würden einen ganzen Bericht füllen. Die Motoren haben mit den bisherigen nichts mehr gemeinsam. Die Kühlsysteme erhielten neuen Innereien für mehr Durchfluss, 450 und 500 haben serienmäßig Ventilatoren verbaut. Alle 4T Modelle sind nun mit Kehin Einspritzung ausgestattet!
Die Starter wurden in Sachen Gewicht und Leistung optimiert, eine stärkere Zündung verbaut (196W statt bisher 130W), komplett neue Kolben und Kurbelwellen, Pleuel von Pankl Racing.
Ein Riesen Wurf ist mit der Gewichtsreduzierung gelungen. Der neue 350er Motor hat die Größe des bisherigen 250er Motors.
Die größte Revolution passierte bei der 450er und 500er. Hier wurde der Motor um 2,5kg reduziert!
Die 450er besitzt um 15% weniger bewegte Masse, die 500er um 20% weniger. Eines vorweg, dies wirkt sich enorm auf die Spitzigkeit, Ansprechverhalten und Motorbremswirkung aus. Erzielt wurde diese Gewichtseinsparung durch die Anwendung des Aluspritzgussverfahrens, dies ist zwar weit teurer, spart aber bei den großen Motoren ganze 1,8kg. Die Motoren haben nun wieder einen Ölkreislauf.
Bei der Entwicklung wurde die Fahrbarkeit in den Vordergrund gestellt. Die Leistung der 450er von 53PS und 48NM und die 58PS und 52NM der 500er sollte für alle Lagen ausreichend sein.
Da die Motoren etwas kleiner geworden sind, konnte man sie auch weiter hinten im Rahmen platzieren, das unterstützt die Massenzentrierung.
Der 350er Motor leistet 46PS und dreht bis 12.000 U/min. Das perfekte Leistungsband liegt zwischen 6.ooo und 9.000 U/min. Alle 4 Takter werden mit E-und Kickstarter ausgeliefert.

Kupplung:
Auch hier wurde ein gänzlich neues System entwickelt. Ein Stahlkorb mit Gummidämpfungen und Stahlringen erlaubt eine schlankere Bauweise.

Motor 2 Takt: Hier wurde Detailarbeit geleistet. Die Bedüsung der neuen besseren Airbox angepasst. Neue leichtere Kickstarter verbaut. Der 200er wurde einwenig an Spitzenleistung genommen und eine breitere Mitte verpasst. 250er und 300er bekamen neue Membrane. Die 300er erhielt einen neuen Zylinder für noch mehr Power im unteren Bereich.
 

KTM 125 EXC „das Mountainbike mit Turbinenmotor“


Die kleinste im Bunde zeigt naturgemäß im downhill und im Wald ihre Stärke. Das kleinste, nein, besser das leichteste Motorrad der EXC Palette fährt sich so unglaublich leicht wie kein anderes Bike. Doch je anspruchsvoller die Strecke, desto weniger Fehler sollte man machen, um nicht den oberen Drehzahlbereich verlassen zu müssen. Denn ist sie erst mal im Keller, geht wertvolle Zeit in der Sonderprüfung verloren. Für jeden Fahrer zu empfehlen der seinen Kurvenspeed verbessern möchte.

Preis (inkl. Nova und MwSt.): 6.998€


KTM 200 EXC „das unauffällige Spaßgerät“


Die 200er besitzt das Handling einer 125er, nur mit mehr Leistung. Klingt genial, ist es auch! Zwar passt die 200er in kein FIM Reglement, doch Leute die einfach nur den Spaß am Fahren suchen sind hier genau richtig. Beim neuen Modell wurde die Spitzenleistung etwas gekappt, um nicht zu aggressiv zu werden. Super handlich, leicht, überfordert nie den Fahrer und bietet dennoch genug Reserven um auch mal einen Hang hinauf zu nudeln.

Preis (inkl. Nova und MwSt.): 7.198€


KTM 250 EXC "das allround Talent"


Der Klassiker unter den 2 Takter ist noch immer die goldene Mitte. Genug Hubraum um schwere Steckenabschnitte hoch zu nudeln. Genug Saft um auf der Sonderprüfung mit allen anderen Bikes mitzuhalten. Eben von überall die goldene Mitte. Mit der 250er ist man die ganze Saison überall mit dabei. Mit dem neuen Body ist der Klassiker aktueller denn je.

Preis (inkl. Nova und MwSt.): 8.198€


KTM 300 EXC "das Traktionswunder"


Keine andere Kubatur hat sich die letzten Jahre in der Extremenduro Szene dermaßen durchgesetzt wie die 300er. Der Grund dafür liegt in erster Linie an der Leistung und Drehmoment vom Standgas weg. Wenn man im Steilhang steht, der Untergrund rutschig ist, gibt es kein Motorrad, dass dermaßen die Leistung so auf den Boden bringt wie die 300er. Fast so easy zu fahren wie eine 4 Takter nur rund 6kg leichter und sehr wartungsfreundlich. Die KTM Ingenieure haben es geschafft, im unteren Drehzahlbereich noch mehr Leistung zu finden. Doch ab Halbgas ist Vorsicht geboten! Unterschätzte niemals die Leistung einer 300er! Dazu empfiehlt sich der neue Powerparts Zündkurveneinstellhebel am Lenker. Für alle Hobbyfahrer: die sanfteste Einstellung wählen und ihr erspart euch eine Menge Schweißaufbrüche.

Preis (inkl. Nova und MwSt.): 8.598€
 


KTM 250 EXC-F  "Vollgasbike für alle"


Die neue 250F hat am allermeisten von der neuen EFI profitiert. Das Problem der kleinen 4 Takter war immer das verschlucken des Motors beim raschen Öffnen des Gashahnes. Die Vergaser waren relativ groß dimensioniert, um genügend Leistung aus dem Motor zu holen, doch öffnete man den Gasgriff zu schnell, kam es gelegentlich zum ausploppen des Motors. Das ist nun mit der Einspritzung definitiv Geschichte! Ein weiteres Highlight ist die sehr geringe Motorbremswirkung. Dadurch läuft sie flott und geschmeidig bergab. Die 250er konnte leistungsmäßig im gesamten Drehzahlband zulegen. Besonders gut gefallen hat die 250er mit Akrapovicauspuff. Dadurch wurde sie noch spritziger und war unglaublich gutmütig zu fahren. Leistung definitiv genug. Sie überfordert den Fahrer nur selten und schont die Kondition.

Preis (inkl. Nova und MwSt.): 8.898€
 


KTM 350 EXC-F "1 für alle, alle für 1"


Die so ersehnte 350er ist nun Wirklichkeit! Die neue Kubatur hat ja der MX Welt schon seinen Stempel aufgedrückt und für viele Überraschungen gesorgt. Und ich bin mir jetzt schon sehr sicher, im Endurosport wird es nicht anders werden. Ich würde sogar darauf tippen, dass die 350 ccm die Volkskubatur werden wird. Aber alleine die ccm machen die KTM nicht zu einem Gewinnerbike. Vielmehr ist es das Gesamtpaket aus einem sehr leichten, schlanken Motor, einer toll abgestimmten EFI, einem Gesamtgewicht von nur knapp über 110kg und einem Handling, dass bisher nicht mal von einer 250er 4 Takt erreicht wurde. Die 350er ist definitiv handlicher als eine 2011er 250 4T KTM und dennoch sehr stabil. Das Fahrwerk trägt ihr übriges zu dem Handling und Fahrspaß bei. Der 350er Motor baut einen linearen Druck auf, fordert etwas mehr Drehzahl als eine 450er, wird aber dennoch nie aggressiv. Das Motorrad lässt sich unglaublich leicht bewegen und der Motor dreht sehr frei. Gibt man beim Fahren kleine Gasschübe, werden diese nie ruckartig ans Hinterrad weitergegeben, sondern immer sehr sanft.

Preis (inkl. Nova und MwSt.): 9.298€
 


KTM 450 EXC "die leichteste 450er am Markt"


Am meisten beeindruckt hat mich, neben der 350er, die 450er EXC. Die neuen Motoren wie schon eingangs beschrieben, sind der Konkurrenz um mindestens einer Generation voraus. Nicht nur die sehr gut abgestimmte Einspritzung, vor allem der leichte Motor und die reduzierte Motorbremswirkung überzeugen. Die Leistung ist vor allem "brauchbar", nicht aggressiv und besitzt dennoch richtig Saft. Dadurch, dass der Motor nun weiter hinten positioniert wurde, ist das Motorrad auch viel ausbalancierter und liegt neutral. Das Handling war bislang in der 450er Klasse unbekannt. Noch nie war eine 450er leichter zu fahren als die 2012er KTM.

Preis (inkl. Nova und MwSt.): 9.498€
 


KTM 500 EXC "Leistung kann durch nichts ersetzt werden"


Die 500er besitzt den gleichen Rahmen wie die 350er und 450er. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass die 500er ebenfalls wieselflink zu fahren ist. Wenn man sich an die ersten 520er vor 10 Jahren zurückerinnert wie störrisch und aggressiv die zu fahren waren. Da wirken die damaligen Geräte wie Dinosaurier gegen die neue Generation. Doch darf man sich nicht die Leichtigkeit einer 350er vorstellen. Es rotieren immerhin 150ccm mehr im Motor, die sich vor allem in Kurven und Anliegern bemerkbar machen. Die rotierenden Massen bewegen sich nun mal und erzeugen Kräfte, die dann auf das Fahrverhalten wirken. Doch wer mit ordentlich Dampf den Steilhang raufkrachen will, kann mit der 500er sicher einiges an Fahrtechnik mit purer Leistung wettmachen. Und auch hier wurde das Ziel der Fahrbarkeit voll und ganz umgesetzt. Und die Bezeichnung "500er" ist alleine schon historisch gesehen eine Macht!
Was fährst Du für eine? "A fünfhundata" Damit hat man schon mal den Respekt und Anerkennung auf seiner Seite. Herrlich, wie in alten Zeiten!

Preis (inkl. Nova und MwSt.): 9.798€
 


KTM EXC SIX DAYS (zum Vergrössern aufs Bild klicken)



Seit dem Modelljahr 2009 bereits fixer Bestandteil der EXC Palette, sind die edlen Six Days Geräte. Aufgepeppt mit allerlei Herrlichkeiten aus dem Powerparts Katalog, machen die SixDays Modelle im Fahrerlager einiges her. Natürlich darf die Sonder Edition auch im MJ 2012 nicht fehlen.
Sonderausstattung Six Days Modelle:
  • Orange pulverbeschichteter Rahmen
  • gefräste Gabelbrücke
  • Orange eloxierter Lenker
  • Stealth Kettenrad
  • ungelochte hintere Bremsscheibe
  • "Camel" Sitzbank
 
  • Motorschutz
  • Kühler Lüfter bei allen 4 Taktern
  • Mapping Switch für 250/300 EXC
  • Carbonschutz für alle Zweitakter
  • Schalldämpfer mit Titan Beschichtung
  • schwarze GIANT Felgen mit schwarzen Speichen
  • Bremssattel hinten mit Schnellwechseleinrichtung
  • exklusives SixDays Graphic

 


Fazit:

Die besten KTM aller Zeiten? Ja. Vor allem die 4 Takter haben eine echte Revolution erfahren, nicht nur mit dem neuen 350er Volksbike. Im Trubel der 350er drohen die Fortschritte der andern Bikes fast unterzugehen. Die 2 Takter sind moderner denn je und die beiden Konzepte rücken immer enger zusammen. Neue Rahmen, neue Bodywork, Einspritzung (4T), neue Motoren und die sensationelle Gewichtsreduktion trotz neuer Einspritzung setzten definitiv neue Maßstäbe am Endurosektor.

Nachteil? Solche Fortschritte kosten Geld. Und das wiederum schlägt sich am Kaufpreis nieder. Vor allem für die 4 Takter werden ein paar grüne Scheine mehr über die Budel wandern müssen.
Große Defizite konnten wir beim ersten Rollout keine orten, dazu werden wir einzelne Modelle noch genauer unter die Lupe nehmen, um vielleicht doch noch ein paar Kritikpunkte zu finden.
 
 

   
Interessante Links:

 

Text: edi-e
Bilder: KTM
 

 

Autor

Bericht vom 11.05.2011 | 139.039 Aufrufe

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