Kawasaki ER-6f

Die gesamte Wirtschaft geht den Bach hinunter, und arlo mit ihr. Im Bericht zeigt er den Ausweg aus der Krise.

Kawasaki ER-6F

Kawa gegen Krise

 
Ich sehe mich selbst ja eigentlich als typischen Mitläufer.  Früher, als alle meine Hawara die hippen pinken und violetten Batik T-Shirts trugen, dauerte es nicht lange bis mein Kleiderschrank rammelvoll mit der größten Modesünde seit Erfindung der Leggings für Männer war. Und natürlich hatte ich vor kurzem, so wie mein gesamter Freundeskreis, mein Geld in die äußerst gewinnbringenden Madoff Fonds investiert. Umso leichter fällt es mir nun als Bauernsohn beim Wirt'n zu sitzen und in trauter Gemeinsamkeit über Wirtschaft und ihre Krise zu lamentieren. Ist eigentlich ganz einfach das mit dem Raunzen und Lamentieren. Wenn sich das Gegenüber darüber beschwert, wie teuer denn die Lebenserhaltungskosten derzeit seien, unterstützt man ihn einfach mit dem Einwurf kurzer Denk- und Lösungsansätze wie Penny, Hofer und KIK. Oder man stimmt mit weinerlicher Stimme auf den Leidgesang ein, dass man sich nun in der Krise nichts mehr leisten kann und in allen Bereichen zurückstecken muss.
Mit der ER-6F der Krise geschmeidig entweichen.
 
Als Mann der Tat sehe ich mich nun natürlich auch verpflichtet, meine Worte in die Tat umzusetzen. Die teure Dachterrassenwohnung im Ersten wird durch eine Kellerwohnung in Unterstinkenbrunn ersetzt, und der Lotus Exige muss einer günstigeren, am besten einspurigen, Mobilität weichen. Doch die Ansprüche an die neue Fortbewegung sind groß. Um bei den Mädels nicht gleich vorneweg (sondern erst nach Absetzen des Helmes) unten durch zu sein, muss die Optik einen g'scheiten Race Look vermitteln. Daran knüpft sich auch der Sound, um nicht mit rotzigen Mopedburschen verwechselt zu werden, ist ein kerniger Sound vom Bike unabdingbar. Und natürlich darf das Ganze nicht unmenschlich teuer sein, da sonst mein Geplappere beim Wirt'n keine Absicherung hat.
72 PS reißen zwar keine Bäume aus, für einen Wheely reichen sie aber allemal.


Die Entscheidung fällt unter Betracht der oben genannten Kriterien auf die ER 6F von Kawasaki.

Sie bietet für knapp 7.800 € ausreichend Feature,s um vorm Eissalon nicht ignoriert zu werden und geht trotzdem als bodenständiges Motorrad durch. Ihre Optik wurde im Modelljahr 09 nochmals überarbeitet, damit wirkt sie deutlich sportlicher als ihre Vorgängerin.

Bei Kawasaki spricht man sogar von Ninja-Optik, was in Betracht der neu gestalteten Front und der Seitenverkleidung nicht so abwegig erscheint. Der Eye Catcher und Erkennungsmerkmal der ER-6 Familie, das dezentral montierte Monofederbein, ziert auch die Seite der  ER-6F. Etwas hochwertiger wirkt nun die Schwinge der ER, die nun einen D-förmigen Querschnitt aufweist.

 
Seit der ersten Generation gleich geblieben ist der Underfloor Enddämpfer der ER-6F. Der Endtopf unter dem Motor schindet nicht nur mächtig Eindruck, sondern liefert für die knapp 650 Kubik auch einen Mörder kernigen Sound an die Eis schleckenden Mädels ab. Apropos Mädels (und etwas kürzer geratene Leute): mit 790mm hat die ER bereits eine relativ niedrige Sitzhöhe, wer aber kaum größer als ein normales Saustalltürl ist, hat die Möglichkeit, die originale Sitzbank durch eine um 25mm niedrigere und 10mm schmälere Sitzbank zu ersetzten.

Bei einer Körpergröße von 180cm trägt die niedrige Sitzposition in Verbindung mit der Gesamtgeometrie von Lenker, Fußrasten und Tank, zu einem sehr sicheren Fahrgefühl bei. Die ER ist somit eine Empfehlung für Fahranfänger und Wiedereinsteiger. Das sichere Fahrgefühl begleitet einen speziell im engen Winkelwerk, dort ist die ER zu Hause. Während sich große 1000er Rennhobel mit Schrittgeschwindigkeit durch jede enge Kurve plagen, flitzt die ER-6F flink wie ein Wiesel an ihnen vorbei.

   


Nach einigen Fahrtagen auf der ER-6F outet sich der Kawa als Alleskönner.
Ganz egal ob man mit ihr den öden Weg zur Arbeit bestreitet, oder ausgedehnte Touren antritt, die angenehme Sitzposition, der ruhige vibrationsarme Reihenzweizylinder sowie die Agilität im Winkelwerk bringen in jeder Situation Freude am Fahren.
Die ER-6F ist die Eier legende Wollmilchsau - ein Motorrad, das für jeden was hat, schnelle Optik, kernigen Sound, agiles Fahrverhalten und Langstrecken Tauglichkeit. Ein Motorrad nicht nur für Raunzer!
 

 
ER-6N Test von kot
 

Kawasaki ER-6F Technische Daten

Motortyp Flüssigkeitsgekühlter 4-Takt Reihenzweizylinder
Hubraum 649 cm³
Bohrung x Hub 83 x 60 mm
Verdichtungsverhältnis 11.3:1
Ventil-/Einlasssystem DOHC, 8 Ventile
Maximale Leistung 53 kW (72,1 PS) bei 8.500/min
Maximales Drehmoment 66 Nm (6,7 mkp) bei 7.000/min
Kraftstoffzufuhr/Vergaser Kraftstoffeinspritzung: Ø 38 mm x 2 (Keihin) mit Sekundär-Drosselklappen
Zündung Digital
Starter Elektrisch
Schmiersystem Halb-Trockensumpf
Getriebe Sechsganggetriebe
Endantrieb Dichtringkette
Kupplung Mehrscheibenkupplung im Ölbad, mechanisch betätigt
Rahmentyp Diamond-Rahmen aus hochfestem Stahl
Lenkkopfwinkel/Nachlauf 25˚ / 106 mm
Radaufhängung, vorn 41-mm-Teleskopgabel
Radaufhängung, hinten rechtsseitig montiertes Monofederbein, mit stufenlos einstellbarer Federbasis
Radfederweg, vorn 120 mm
Radfederweg, hinten 125 mm
Reifen, vorn 120/70ZR17M/C (58W)
Reifen, hinten 160/60ZR17M/C (69W)
Bremse, vorn Doppelscheibenbremse, Ø 300 mm,semischwimmend, Petal-Design, Doppelkolben-Schwimmsättel
Bremse, hinten Scheibe, Ø 220 mm, Petal-Design, Einkolben-Schwimmsattel
Lenkwinkel, links / rechts 32˚ / 32˚
Abmessungen (L x B x H) 2.100 mm x 760 mm x 1.100 mm
Radstand 1,405 mm
Bodenfreiheit 140 mm
Sitzhöhe 790 mm
Tankinhalt 15.5 l
Gewicht fahrfertig 204 kg / 208 kg (ABS)
 
 

Text: arlo
Bilder: kot

Bericht vom 02.06.2009 | 83.247 Aufrufe

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