Husqvarna SM 610

Nagelneu! Husqvarnas ziviles Supermoto Eisen für den ernsten Auftritt im Winkelwerk ist da. Erste Ausfahrt mit der Husky SM 610 Modell 2006.

Schön wenn Geld Gutes bewirken kann. Durch den Einstieg des malayischen Proton Konzerns in die MV-Agusta Gruppe, zu welcher auch die Marke Husqvarna gehört, geht es wieder bergauf mit der ehemalig schwedischen Motorradschmiede. Mit Enduros und vor allem mit Supermotos hatte man sich in den letzten Jahren wieder einen guten Namen gemacht, ehe der Aufwärtstrend vom fehlenden Mammon gestoppt wurde. Sorgen um Ersatzteilversorgung und Fortbestand der Marke sollten durch Knete aus Asien nun jedoch endgültig der Vergangenheit angehören. Erster Beweis dafür: Die neue Strassen-Supermoto aus dem Hause Husqvarna: SM 610!

   

Anders als SM 450 und SM 510 ist die SM 610 kein Racingeisen, sondern eben eine vollwertige Strassen-Supermoto. Der bekannte Motor aus der SM 570 wurde aufgewertet und verrichtet nun in der 610er seinen Dienst. Im 08/15 Strassenbetrieb gibt der Hersteller Serviceintervalle von 6.000 km an. Legt man den Gasgriff gerne auf der Kartstrecke um, so muss man dem Motor klarerweise öfters frisches Öl spendieren. Auch Sitzposition, Vibrations-Niveau und Fahrwerk der neuen Husky passen gut ins Bild der Strassen Supermoto. Eine schöne Sonntagsrunde ist mit der 610er eine echte Freude. Als Reisebike würde ich die Husky aber trotzdem nicht beschreiben. Für eine Südtirol-Tour gibt es bessere Motorräder. Es sei denn, man reist mit dem Anhänger an - dann passt die Husky perfekt ins Winkelwerk der Berge. Der Motor der Husky leistet laut Husqvarna 53 PS bei 7750 U/min und 52,5Nm bei 6500 U/min. Durch Geschick, Geniestreich oder Bestechung haben es die Italiener auch geschafft das Bike mit dieser offenen Leistung zu typisieren. Mein Gehör vermutet eher letzteres.

   

Bei der ersten Ausfahrt bestätigte der Motor auch die Angaben am geduldigen Papier. Mit der originalen Übersetzung kommt die Power des Kraftwerks aber nicht voll zur Geltung. Ist wie mit gutem Wein. Wird er von Banausen am Zeltfest im Plastikbecher serviert, schmeckt auch ein feiner Tropfen nach Billa-Tetrapak-Gesöff. Auch der Motor braucht die passende Übersetzung um sein volles Aroma so richtig entfalten zu können. Ich empfehle zukünftigen Husky-Usern spätestens beim 1000er Service zu einem passenden Ritzel zu greifen.

Von der Stange weg perfekt funktioniert jedoch das Fahrwerk der grauen Supermoto. Die neue Husky ist nicht bloß eine Enduro mit 17" Rädern und anständigen Bremsen sondern ein Motorrad mit eigenständiger Geometrie. Dadurch fühlt sich die SM 610 nicht kippelig, aber trotzdem sehr wendig an. Bei Husqvarna ging man bei der 610er den umgekehrten weg. Die 610er wurde als Supermoto entwickelt, und mit anderen Fahrwerkskomponenten und Rädern wurde dann daraus auch noch eine TE610 Enduro.

Das Gefühl beim Einlenken mit der SM 610 ist extrem linear, man entwickelt sofort großes Vertrauen. Langsam aber sicher kann man sich so seine gewünschte Schräglage stufenlos einstellen. Macht viel Spaß im Winkelwerk.

Die bekannte und hochwertige Gabel von Marzocchi verrichtet ihren Dienst erwartungsgemäß sehr unspektakulär und exakt. Das mir bisher unbekannte Federbein von Sachs machte beim ersten Eindruck ebenfalls eine gute Figur. Das Fahrwerk ist für den Hobbypiloten auch für den einen oder anderen Einsatz auf der Kartbahn geeignet.


Die Pflichtübung für eine Supermoto gelingt mit der SM 610 klarerweise anstandslos.

 


Der Drehzahlmesser zeigt gerade 4500 U/min an. Zusätzlich wird die Umdrehungszahl von der Balkenreihe im LCD Feld links und oben visualisiert.

Die graue 610er sieht aus wie ein echtes Outlaw Bike. Bin schon gespann,t ob Vin Diesel im nächsten Prügelstreifen damit Feuer gibt.

Sehr hochwertige Komponenten bei Bremserei und Federgabel. Brembo bremst und Marzocchi sorgt für Strassenlage.

Da kommt bei den Gegnern kein Zweifel auf. Das Rohr gehört einer Husky!
   

Feuchte Träume auf 2 Rädern
   

Auch bei den Details hat man bei Husqvarna diesmal nicht gespart. Der elektronische Tacho ist zwar klein und deshalb auch leicht, bietet aber alle notwendigen Infos, welche man im täglichen Einsatz so braucht. Es wurde sogar ein putziger Drehzahlmesser integriert. Einzig beim hakeligen Zündschloss ist den Husky-Designern scheinbar die Knete ausgegangen. Ansonsten wurde bei sämtlichen Bedienelementen, Plastics und Anbauteilen nur gute Ware verbaut.

Die hohe Qualität der Teile schlägt sich natürlich auch in den Kosten nieder. Der Preis von 8.995 Euro lässt Einzylinder-Fans wieder einmal nachdenklich werden. Wie bei anderen Einzylinder-Bikes auch, fragt man sich beim Studieren der Preislisten, wie es japanische Hersteller schaffen, ein hochwertiges 4-Zylinder Bike wie die Hornet 600 um ganze 2.000 Euro weniger anzubieten. Günstiges Einsteiger Bike ist die Husky also auf keinen Fall. Einzylinder Freunde, welche Power, großartiges Fahrwerk und zivile Serviceintervalle suchen, sind bei der Husky jedoch an der richtigen Adresse. Ein gutes Eisen!


Übermut tut selten gut! Mit genügend Schwung und ohne Furcht vor Gertmotors, dem wir das Eisen zu verdanken haben, wäre es sich ausgegangen. Vielleicht...
 
Allgemeines
  • Sitzhöhe: 910 mm
  • Bodenfreiheit: 245 mm
  • Gewicht trocken: 142 kg
  • Tankinhalt: 12,5 Liter

Motor

  • Einzylinder Viertakt Motor, Wassergekühlt
  • 574 ccm Hubraum
  • Elektrostarter
  • Keihin MX 41 Vergaser
  • 53 PS bei 7750 U/min und 52,5Nm bei 6500 U/min
  • Auch als Leichtmotorrad mit 30PS zu haben

Fahrwerk

  • Marzocchi USD 45, Federweg 250 mm
  • Sachs Federbein, Federweg 290 mm

Bremsen

  • Brembo Doppelkolben vorne mit 320mm Scheibe
  • Brembo Einkolben hinten mit 220mm Scheibe

Bereifung

  • 120/70-17" vorne
  • 160/60-17" hinten

Preis inkl. MwSt. und NOVA: 8995 Euro

 
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Bericht vom 22.09.2005 | 86.309 Aufrufe

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