Born in the USA!

Kawa KVF 700 im Hardcore Test durch den ATV Herold, da wird Otto Normal Verbraucher zu John Wayne

Kawasaki Prairie 700 v-twin ( aus dem Amerikanischen)

gebaut für die amerikanische und kanadische Wildnis.

Zielgruppe: Farmer, Holzfäller, Jäger,  Fischer, Abenteurer und die Leute, die zum  fräsen und andrücken ( flottes bewegen eines KFZ) nicht unbedingt noch ein Sportquad extra ordern möchten. 
Text und Test Arno Herold www.atv-fun.at
Fotos:
der Haliklik www.haliklik.at
 

zu deutsch:

Kawasaki KVF 700

umgebaut und kastriert, teilweise mit schiachen Lichtern und Blinkern optisch degeneriert für den europäischen Markt .Zielgruppe: sportlich orientierte hardcore-offroader, aber auch solche die mit Pkw-Reifen 15.000 Straßenkilometer im Jahr ordentlich motorisiert abspulen möchten. Im Jahr 00 als noch niemand wusste, dass die Kawasakileute mit einem V2 herumexperimentierten, wurden die Kawafahrer von den damaligen, wenigen Insidern gelangweilt belächelt. Die Qualität sei nicht so schlecht, eilig sollte man es nicht haben. Mit dem Erscheinen der 650er,V2 2001 war dann am ATV-Gebrauchtmarkt plötzlich Bewegung zu beobachten. Viele der ehemaligen Topgeräte anderer Hersteller wechselten in die Hände von Neueinsteigern.

 

Zum Gerät:( wurde in nicht Straßenzugelassener Version getestet) Helm auf, Aufsitzen, vergewissern dass weder vorn noch hinten jemand steht. Zündung ein. Variomaticschalthebel auf N, Joker nach links, Startknopf drücken.

Dumpfes, angenehmes Grollen lässt einem den Helm wieder abnehmen, Sound erinnert irgendwie an Psycho-killer der Talking-Heads. Helm auf, aktivieren 2WD mittels Kippschalter, Schalthebel auf H, verhaltenes gasgeben folgt, joke zurück, warmfahren. Die Vergrößerung des Hubraumes von 663 auf 697 ccm ( von der 650er auf 700er)brachte im unteren und mittleren Drehzahlbereich eine erhebliche Leistungssteigerung. Der Schotter naht. Beruhigt bei dem Gedanken eine starre Achse über Winkeltrieb ohne Differential hinterm Hintern zu haben, schmeiße ich meine 88 kg bereits kurz vor der Kurve nach innen um die 700er vernünftig für den Fotografen im Drift anzustellen.Die verbesserten Beschleunigungswerte begeistern zwar ungemein, bei Übermut liegt man jedoch schneller auf der Pfeife als man ahnt.

Der tiefe Schwerpunkt, das ausgewogene Fahrwerk, vorne MacPhersons, hinten das verstellbare single-shock Federbein sowie die sensationellen Bremsen ( hinten Mehrscheibenbremsen im Ölbad, vorne 2 Scheiben) lassen am Schotter echtes ,,rally-feeling aufkommen.0,8 bar in den Reifen ermöglicht geübten Fahrern langes fahren auf zwei Rädern (seitlich aufgestellt).Hat man einen lästigen Fotografen zufrieden zu stellen, der meint : ,,das abgehobene Vorderrad sollte sich bitteschön auch drehen, sonst schaut`s am Foto komisch aus ! , wird die Übung schon schwieriger. Gottseidank haben wir eine vordere 100% Diffsperre, die zwar normalerweise nur im absoluten Hardcorgelände, im bodenlosen Gatsch oder tiefen Schnee benötigt wird. Das besondere bei der 700er: man zieht den kleinen gelben Hebel mit dem Mittel- und Zeigefinger der linken Hand, und lässt ihn nach der challenge wieder los und öffnet somit wieder das Diff. Allrad rein, in der Kurve auf zwei Räder, während des Fahrens ziehen der Sperre, vor dem runterkommen lösen der Sperre, endlich ist auch der Edelfotograf der sonst für den legendären Reitwagen knipst, zufrieden.Von solchen Spielereien ist jedoch abzuraten, dabei hätte es mich beinahe fotogen aber sicher schmerzhaft in den Strassengraben gehaut. Wichtig für den sportlich ambitionierten ATV-Fahrer, der ja mit Sportquads so gut es geht mithalten möchte, ist das wheelisieren. Variator, Riemen, 295 kg Trockengewicht, geht wenn überhaupt nur stehend mit hochgerissenem Lenker!? Mitnichten, ordentlich wheelis funktionieren auch auf fest gepresstem Schotter, noch besser in der City am Asphalt. Normale Sprünge über Felskanten, Lagerrampen und ähnliche Hindernisse, steckt das Fahrwerk so locker weg, dass der Fahrer der normale Arbeits-ATV gewohnt ist längere Zeit aud dem Staunen nicht rauskommt. Steht die KVF mit laufendem Motor neben ihren Kollegen, scheint sie zu sagen: ,,go home, you loose.

 

Technik:

Motor: flüssigkeitsgekühlt, V-2 Zylinder, 8 Ventile, 4 Takt, 697 ccm, 45 PS

Vergaser:2 CVKR-D32 Keihin, Luftfilter auswaschbar, unter Lenker angeordnet

Starter: elektrisch plus Seilzug

Antrieb: CVT:H,L,N,R; 2WD/ 4WD, 100% Differentialsperre vorne mit Seilzug, hinten Starrachse,über Winkeltrieb, ohne Differential

Fahrwerk: MacPhersons vorne, Monofederbein auf Schwinge hinten verstellbar

Reifen: vorne 25x8-12, hinten 25x10-12

Bremsen: vorne 2 Scheiben, hinten Mehrscheibenbremse im Ölbad

Gewicht: trocken 295 kg

Tank: 18 Liter, seitlich unter Sitzbank angeordnet

Anhängelast: ca 600 kg

 

Bei der KVF 700 handelt es sich derzeit um die brachialste Vertreterin der ATV Monsterklasse . Dieses ATV wurde nicht für Spritsparweltmeister entwickelt und gebaut. Darum wurde auch übliche spießbürgerliche Messwerte und Daten bei diesem Test verzichtet.In Kürze wird auch in Europa die neueste Kawasaki Brute-Force mit 750 ccmerhältlich sein.Deren Vorzüge liegen neben der brachialen Kraft, im felsigen Gelände sowie im Teifstschlamm aufgrund der Einzelradaufhängung hinten und damit erhöhter Bodenfreiheit. Mit Sicherheit wird die Brute-Force nicht so sportlich im Hochgeschwindigkeitsbereich zu bewegen sein wie die KVF 700.

Autor
DerAbgelederte

DERABGELEDERTE

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Bericht vom 30.08.2004 | 7.571 Aufrufe

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