Nordschleife

Nordschleife

Das erste Mal tat nicht weh

Erstmal auf der berühmten Nordschleife! Für NastyNils war es das intensivste Motorrad-Erlebnis aller Zeiten.

"Willkommen auf der schönsten und gefährlichsten Rennstrecke der Welt!" So und nicht anders wurden die Teilnehmer beim "Ring pur" Training vom MOTORRAD Action Team begrüsst. Seit fast 15 Jahren schon mache ich den 1000PS Job, aber es gibt zwei Locations welche ich bisher immer gemieden habe: Isle of Man und Nordschleife. Irgendwie fühlte ich mich noch nicht reif für diese Locations. Ich war zu unruhig, zu getrieben und ständig unter Druck wegen dieser verdammten Rundenzeiten. Doch nun im reifen Alter von 37 Jahre war die Zeit gekommen um DEN Ring zu geniessen. Ich fahr ihn nur für mich!

Du fährst den Ring nur für Dich

Im MOTORRAD Fahrerlager herrschte ein cooler aber trotzdem sehr respektvoller Ton. Am ersten Tag war das Wetter morgens mies und ich griff die GSX-R 750 erstmal nicht an. Auf einer normalen Rennstrecke muss man sich in so einer Situation erstmal blöde Sprüche anhören. Hier auf der Nordschleife ist es den anderen Jungs und Mädels komplett egal ob Du bei Regen fährst oder nicht. Alle hier wissen, dass der Ring ein eigenes Universum ist. Hier gelten andere Gesetze und hier gibt es keine Luschis, Warmduscher oder Schönwetterfahrer. Hier ist jeder für sich ein Held. Egal wann und wie er oder sie fährt!

Jeder ist ein Held

Die Eifel ist bekannt für mieses Wetter, aber sie ist auch bekannt für einen schnellen Wetterumschwung. Plötzlich besserte sich das Wetter und der Ring präsentierte sich rau und ehrlich. Halbnass und halbtrocken! Es war an der Zeit die passenden Pneus auf die Siebeneinhalber Suzuki zu montieren: Metzeler Sportec M7 RR. Dieser Pneu ist keine Schicki-Micki Pelle aus dem sterilen Labor. Er wurde AUF und genau FÜR solche Strecken entwickelt. Der Geburtshelfer Helmut Dähne war hier bei dem Event auf der Nordschleife mit dabei. Dähne war es, der als Entwicklungsfahrer damals die ersten sportlichen Strassenreifen bei Metzeler auf Schiene gebracht hat. Beim 1000PS Video-Interview am Nürburgring vermeldete er auch ein irres Jubiläum. Im Jahr 2015 feiert er sein 50. Jahr auf der Nordschleife. Unpackbar!

Es gibt keine Geraden

Die Strecke selbst ist für Aussenstehende schwer zu beschreiben. Sie ist keine Rennstrecke aber auch keine Landstrasse mit Leitplanken. Erstmal gibt es auf der Nordschleife keine Geraden. OK - zumindest nix was "normale" Rennstreckenfahrer als Gerade bezeichnen würden. Selbst jene Passagen die ein wenig gerade sind, gehen entweder steil bergauf oder bergab. Jenes Segment welches man als "Start / Zielgerade" identifizieren könnte, wird nicht mit vollem Speed durchfahren. Hier ist die Zufahrt und Abfahrt untergebracht und in jeder Runde verlässt man kurz die Strecke um danach wieder frisch zu starten. Bei den sogenannten Publikumsfahrten bezahlt man rund 25 Euro für eine Runde und kann dann gemeinsam mit Sportwägen, Sonntagsfahrern und Bussen um den Ring heizen. Vor allem zu Stosszeiten ein sehr eingeschränktes Vergnügen. Termine an denen die Strecke exklusiv für Motorräder zur Verfügung steht, kann man auf einer Hand abzählen. Die MOTORRAD Action Teams Trainings sind da bestimmt die Highlights im Kalender.

Kurven als Zeitbomben

Zusätzlich zu den Geraden vermisst man auch normale Kurven. Also solche Passagen wo man einfach einen Punkt anvisiert, umlegt und rausfeuert um danach kurz durchzuatmen und die nächste Kurve anvisiert. Hier auf der Nordschleife ist die Strecke ein grosses Ganzes. Die einzelnen Kurven verschmelzen zu Sektionen welche sich Dir erst nach vielen Runden vollends erschliessen. Fahrfehler sind hier insofern dramatisch, als dass sie wie Zeitbomben ticken. Denn eine falsch anvisierte Kurve offenbart sich erst Kurven später als Missgeschick. Für mich wäre es undenkbar hier die ersten Runden ohne Instruktor zu fahren. Klar könnte man gemütlich um die Ecke rollen und versuchen die Strecke zu lernen. Doch mit einem Kenner vor Dir geht das schneller und deutlich sicherer.

Mit 200 über die Kuppe - trotzdem immer sehr harmonisch

Mit 200 geht es dann über blinde Kuppen und auch hinein in blinde Ecken. Diese harmonische, schier endlose Achterbahn durch die grüne Hölle ist einfach purer Motorradgenuss. Klar ist die Strecke auch gefährlich, doch nur dann wenn man ohne Hirn unterwegs ist. Denn betrachtet man nach den ersten Runden die Reifen erkennt man, dass man eigentlich sehr unspektakulär unterwegs ist. Breite Angsstreifen verzieren die Reifen und das Reifenbild ist deutlich sanfter als bei aggressiven Rennstrecken. Solange man nicht auf Bestzeitenjagd unterwegs ist, gleitet man ohne dramatische Bremsmanöver oder harte Schräglagen über die Strecke. Frei von Stress ist es ein sehr schnelles, aber sehr lockeres Motorradfahren. Die aktuellen Sportmotorräder in Kombination mit den hervorragenden Reifen stecken die Herausforderung von 2 Trainingstagen hier ganz locker weg.

Nach zwei Tagen war klar. Viel zu lange habe ich mir Zeit gelassen um dieses faszinierende Stück Asphalt zu erkunden. Die Nordschleife wird fix in meinem Kalender mit aufgenommen. 2016 wird die 1000PS Crew in voller Stärke anrücken um den Adrenalinschub zu geniessen. Kommt doch mit! Infos zu den Terminen gibt es immer hier.

Nordschleifen Besuch 2015 - Die Storys

Bericht vom 28.07.2015 | 9.404 Aufrufe

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