Africa Eco Race 2026 Etappe 2: Kampf gegen Elemente & Navigation

Dünen-Highlight und Navi-Drama: Kärntner Rallye-Fahrer gefordert

Die zweite Etappe bringt den sportlichen Start ins Africa Eco Race. Luca Seppele erlebt eine gekürzte Sonderprüfung mit Dünen in Merzouga, schnellen Passagen und einem technischen Rückschlag: Sein ICO fällt aus, die Navigation wird zum Abenteuer.

Nach dem wetterbedingten Chaos zum Auftakt steht beim Africa Eco Race nun erstmals echter Rallye-Sport im Mittelpunkt. Die zweite Etappe markiert den Beginn der Sonderprüfungen und bringt für die Fahrer die erste echte Standortbestimmung. Geplant waren über 380 Kilometer Prüfung, doch auch diesmal zwingt das Wetter der vergangenen Wochen die Organisation zu Anpassungen. Die Sonderprüfung wird auf 218 Kilometer verkürzt, weil es in der kurzen Zeit nicht möglich ist, das Roadbook sicher an die veränderten Bedingungen anzupassen. Für die Teilnehmer bedeutet das dennoch: Endlich geht es in den Wettkampfmodus, Navigation und Tempo rücken in den Vordergrund, und die Rallye beginnt sich sportlich zu sortieren.

Wechselhafte Stage zwischen schnellen Pisten und Merzouga-Dünen

Die Etappe zeigt bereits all das, was den Reiz dieser Rallye ausmacht. Der mitfahrende Österreicher Luca Seppele beschreibt eine extrem abwechslungsreiche Sonderprüfung, in der wirklich alles dabei ist: schnelle, steinige Abschnitte, flache Sandpisten, auf denen Geschwindigkeiten von 140 bis 145 km/h möglich sind, und schließlich die berühmten Dünenlandschaften rund um Merzouga. Gerade dieser Abschnitt wird zum emotionalen Highlight des Tages, denn die Dünen bieten nicht nur spektakuläre Bilder, sondern verlangen auch fahrerisch und mental höchste Präzision.

Mit Schnee und Kälte in der marokkanischen Wüste haben nur wenige Teilnehmer gerechnet.
Mit Schnee und Kälte in der marokkanischen Wüste haben nur wenige Teilnehmer gerechnet.

Luca Seppele: guter Start, dann Roadbook-Fehler und Technikproblem

Für Luca aus Kärnten beginnt die Etappe zunächst vielversprechend. Mit Startnummer 19 geht er relativ weit vorne ins Rennen und hat damit einige Topfahrer direkt vor sich. Schon bei Kilometer drei passieren anderen Teilnehmern die ersten Navigationsfehler, ein Fauxpas im Roadbook sorgt früh für Unruhe im Feld. Luca selbst findet zunächst gut in die Prüfung, doch bei Kilometer 55 kommt es zu einer irritierenden Situation: Er überholt Autos der historischen Klasse, was sich für ihn nicht richtig anfühlt. Er entscheidet sich zurückzufahren - und macht dabei selbst die ersten Fehler im Roadbook. Später, bei Kilometer 110 bis 115, taucht die Strecke in die Dünen von Merzouga ein. Luca erlebt diesen Abschnitt als echtes Highlight, zumal er die Region zuvor noch nie in dieser Form erfahren hat. Ein besonderer Moment bleibt ihm dabei im Gedächtnis: Kevin Gallas auf der Yamaha Ténéré 700 überholt ihn in den Dünen. Der Sound des Akrapovic-Auspuffs sorgt für einen dieser typischen Rallye-Augenblicke, die man nicht vergisst.

Kevin Gallas zieht mit laut bollerndem Akrapovic auf seiner Tenere an Luca vorbei - persönliches Tageshighlight des Kärntners.
Kevin Gallas zieht mit laut bollerndem Akrapovic auf seiner Tenere an Luca vorbei - persönliches Tageshighlight des Kärntners.

Doch die Etappe hält auch einen technischen Rückschlag bereit. Rund 30 Kilometer nach Merzouga fällt Lucas ICO aus - ein entscheidendes Instrument im Navigationsturm, um nach einem Verfahrer den Kilometerstand korrekt anzupassen. Zwar läuft die Papierrolle des Roadbooks weiter, und auch die grundlegende Navigation bleibt möglich, doch ohne funktionierendes ICO wird jede Unsicherheit zum Problem. Luca muss sich teilweise an Staubwolken orientieren oder auf andere Fahrer warten, um wieder die richtige Spur zu finden. Trotz dieses improvisierten Navigierens bringt er die Sonderprüfung ins Ziel und erreicht in einer guten Zeit das Biwak, wo nach dem Essen bereits die Vorbereitungen für den nächsten Tag beginnen.

Africa Eco Race 2026 Etappe 2 Ergebnisse Motorradklasse

Sportlich wird Etappe 2 von den großen Rallye-Namen geprägt. Alessandro Botturi gewinnt auf der Yamaha Ténéré 700 die Sonderprüfung und setzt damit ein frühes Ausrufezeichen. Hinter ihm folgen Jean-Loup Lepan auf KTM sowie Kevin Gallas, der ebenfalls mit der Ténéré ganz vorne mitmischt. Insgesamt zeigt sich bereits, wie stark die großen Zweizylinder-Bikes in dieser frühen Phase auftreten. Sie fahren zwar eigentlich in ihrer eigenen Klasse, so wie die einzylindrigen 450er Bikes, wo auch Luca mitmischt. Über alle Motorradklassen hinweg gerechnet erreicht er das Ende der Special Stage als 28. Mit einer Zeit von 3:06:55 liegt er rund 42 Minuten hinter der Spitze - wobei der ICO-Ausfall und die daraus resultierenden Navigationsprobleme eine entscheidende Rolle spielen dürften.

Beim Africa Eco Race fahren nicht nur leichte Einzylinder-Enduros, sondern auch mehrzylindrige Bikes mit. Und letztere fuhren sogar die schnellste Zeit in den Sand.
Beim Africa Eco Race fahren nicht nur leichte Einzylinder-Enduros, sondern auch mehrzylindrige Bikes mit. Und letztere fuhren sogar die schnellste Zeit in den Sand.

In der hart umkämpften 450er-Klasse führt Jean-Loup Lepan auf KTM vor Thomas Marini aus Husqvarna und KTM-Piloten Noa Sainct. Luca verpasst nur um 04:28 min die Top 10. Doch gerade bei einer Rallye wie dem Africa Eco Race zählt nicht nur die absolute Tagesplatzierung, sondern vor allem Konstanz und das sichere Durchkommen über die gesamte Distanz bis Dakar. Lucas Tempo scheint zu stimmen. Die Spitze der Rangliste ist noch greifbar. Sofern sich technische Probleme und Wetterkapriolen nicht wiederholen, ist bei dieser Ausgabe des Africa Eco Race noch alles drin. Gib Gas, Luca!

Africa Eco Race 2026 Ranking Etappe 2 - Alle Motorradklassen

RangStartnummerFahrerMotorradKlasseZeitRückstand
12Alessandro BotturiYamaha Tenere 700+6502:24:04
2176Jean-Loup LepanKTM 450 Rally4502:26:14+2:10
3171Kevin GallasYamaha Tenere 700+6502:26:21+2:17
41Jacopo CeruttiAprilia Tuareg 660+6502:26:40+2:36
530Thomas MariniHusqvarna 450 Rally4502:29:10+5:06
621Gautier PaulinYamaha Tenere 700+6502:31:13+7:09
7191Mike WiedemannYamaha Tenere 700+6502:35:48+11:44
8184Noa SainctKTM 450 EXCF4502:37:06+13:02
9110Francesco MontanariAprilia Tuareg 660+6502:40:53+16:49
10109Antonio MaioYamaha Tenere 700+6502:41:01+16:57
11106Bertrand GavardYamaha Tenere 700+6502:45:33+21:29
1299Van PeltHusqvarna 450 RR+3002:46:20+22:16
1395Amaury BaratinKTM 450 Rally4502:46:44+22:40
1417Matteo BottinoKove 800X Rally LS+6502:49:03+24:59
1594Valentin SertilhangesKTM 450 Rally4502:49:32+25:28
16150Matthew GirdHusqvarna 450 FR4502:50:38+26:34
17121Sebastiano AntonelloKove 450 Rally4502:51:44+27:40
186Marco MenichiniAprilia Tuareg 660+6502:54:28+30:24
1950Hans DovlandKTM 450 RFR4502:55:11+31:07
20124Nicolas CharlierYamaha Tenere 700+6502:56:52+32:48
2140Stefano DogliottiKove 450 Rally4503:00:53+36:49
2228Boris WoltersHusqvarna 450 Rally4503:02:27+38:23
2396Lejon FokkemaHusqvarna 450 RR4503:02:55+38:51
2492Stephan SavelkoulsHusqvarna 450 RR4503:03:59+39:55
25123Fabio LotteroKTM 500 EXC-F+4503:04:08+40:04
2688Cédric JacquesHusqvarna 450 Rally4503:05:49+41:45
2789Thierry TraccanHonda CRF 450 Rally4503:06:42+42:38
2819Luca SeppeleKove 450 EX+4503:06:55+42:51

Ausblick: Rallye-Alltag beginnt erst richtig

Mit Etappe 2 ist das Africa Eco Race nun endgültig im sportlichen Rhythmus angekommen. Die ersten Zeiten stehen, die ersten Geschichten sind geschrieben - und für Luca Seppele ist klar: Das Abenteuer hat gerade erst begonnen. Nach Dünen, Highspeed-Pisten und den ersten Schwierigkeiten wartet bereits die nächste Herausforderung, die 514 km lange Special Stage von Tagounite nach Assa. In diesem entlegenen Gebiet entlang der Grenze zu Algerien erwartet die Teilnehmer gleich zu Beginn ein verwirrendes Meer an Dünen, gefolgt von kargen Ebenen und materialfordernder Steinwüste.

Etappe 2 war erst der Anfang, zehn weitere Special Stages warten noch. Wir bleiben für euch dran!
Etappe 2 war erst der Anfang, zehn weitere Special Stages warten noch. Wir bleiben für euch dran!

Wir berichten morgen wieder über die Freuden, Herausforderungen und Dramen des Africa Eco Race 2026. Wer die Rallye auch in Bild und Ton mitverfolgen möchte, folgt uns am besten auf Instagram unter 1000ps_official, wo sich Luca mit täglichen Updates meldet. Direkt nach der Zieleinfahrt in Dakar kommt der Kärtner auch zu uns ins Studio und erzählt am 09.02. in einer Live-Show auf unserem Youtube-Kanal von seinem Abenteuer.

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Bericht vom 28.01.2026 | 469 Aufrufe