GSX-R Challenge Brünn

Warm-Up für das MotoGP Wochenende in Brünn. Rotter, Schmid und Tisch siegen.

Der Dominator der GSX-R Challenge Klasse -600, Jochen Rotter, verbucht einen weiteren Sieg.

 

GSX-R Challenge Brünn

Die Wahl gleicher Waffen stellt einen harten und fairen Kampf sicher. Bei der GSX-R Challenge sucht man Ausreden vergeblich.
 
Nachdem die Gixxer-Gemeinde beim letzten Termin in Mugello unter der 38° heissen Sonne Italiens regelrecht gegrillt wurde, folgte in Brünn das verspätete Löschkommando, das die Qualifyings am Samstag krätig einwässerte. Ein sinnvolles Starten war nur mit Regenreifen möglich. Die Strecke trocknete erst am Sonntag Vormittag auf, dafür herrschten während der Rennen bei leicht bewölkten 20° perfekte Bedingungen.

Die ersten Aufbauarbeiten für das MotoGP Wochenende von 13. bis 14. August und die Anwesenheit einiger unendlich teuren Racingtrucks von Ducati motivierten das ganze Starterfeld zusätzlich. Auch ich war mit einer geborgten GSX-R 750 natürlich erst am Sonntag angereist und bestritt in gewohnt erfolgloser Manier kein Rennen, weil der große Andrang keine weiteren Teilnehmer mehr zuließ.

Alle Klassen waren zu 100% ausgebucht, und ich war bei Gott nicht der einzige, der um einen Startplatz bettelte. Bei der derzeitigen Buchungslage, mit der manche Ringveranstalter zu kämpfen haben aber kein Grund zur Trauer, sondern zur Freude. Schließlich konnte ich beim freien Fahren die Qualitäten der schwarzen GSX-R750 unter maximaler Belastung prüfen. (Zum Glück kann sie das nicht kommentieren, weil sie eine Maschine ist, sonst würde sie anmerken, dass das mit maximaler Belastung nicht das Geringste zu tun hatte.) Die Gixxer schaffte es trotz meiner völlig unterirdischen Fahrweise und Rundenzeiten, die eher im Bereich der Kulinarik (Erdäpfel kochen, Teig rasten lassen, 5 Kilo Fleisch auftauen) zu finden sein dürften, mir ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

Sich einmal wie ein Profi fühlen : Erste MotoGP Vorboten.


Rundenzeiten im Bereich des Erdäpfelkochens.


Man verhungert mit 150 PS auf den langen Geraden und Bergaufpassagen nicht wie mit einer 600er, zirkelt aber wenn's eng wird die 200 Kilo mit einer Leichtigkeit, die jeder 1000er überlegen ist, um die scharfen Ecken. Seit 25 Jahren der goldene Schnitt. Sogar als Straßenlaterne mit Taferl eine echte Gefahr für jeden abgeräumten und Nachbau verkleideten Rennbock. Sind die Spiegel erst mal ab, wird der Blick wütend im reinen Rausch des Rennsportfiebers. Wenn jeder, der von der 750er als dem idealen Ringgerät spricht, auch eine hätte, wäre das Starterfeld 5 Mal so groß. Ein anderes Goldstück war ebenfalls schwer im Einsatz, nämlich eine unfassbar gepflegte Suzuki RG500 Gamma in blau-weiss, die meine Konzentration so durcheinander brachte, als hätten 10 freilaufende (Playboy) Bunnies ohne Fell die Strecke gekreuzt. Eine mutiger Mann, zumal er sein Schmuckstück nicht im Promenadentempo über den Parcours pilotierte.

Ich versuchte ebenfalls ein flottes Tempo zu fahren, gleichzeitig aber keinen Kratzer am Kühler zu riskieren, das wird bei einem Straßenbock empfindlich teuer. Das war dann auch der Grund, warum ich nicht in zweiter Instanz versuchte, mir doch noch eine Startberechtigung zu erkämpfen. So konnte ich diesmal nicht bei der Entscheidung um den Sieg in der Dreiviertelliter-Klasse mitmischen. Nicht, dass ich das schon jemals hätte tun können, aber man soll nie aufhören, an Wunder zu glauben. So konnte ich mich entspannt zurücklehnen und den echten Racern bei der Arbeit zusehen. Dass dabei jeder mit dem gleichen Arbeitsgerät zu Werke geht, macht die Sache entsprechend spannend und auch von der Zuschauertribüne aus betrachtet zum Erlebnis.

Zuerst ausladen, dann zum Chiropraktiker
und dann raus auf die Strecke.


GSX-R750. Im reinen Rausch des Rennsportfiebers.


Auch als Monstranz beim jährlichen Fronleichnam-Umzug in Verwendung.

Bei den Supersportlern mit den Hubraumklassen -600 und -750 Kubik ließ Hermann Schmid von Anfang an nichts anbrennen. Er erwischte von der Pole weg den besten Start und konnte seine Führung bis ins Ziel souverän behaupten. Pro Runde konnte er gut 1 Sekunde auf den Zweitplatzierten Peter Gruber gut machen und fuhr eine Rundenzeit von 2:12.853. Dritter im Rennen wurde Jochen Rotter von der Bike City Wien, der mit seiner GSX-R 600 die 600er Klasse in zweifelsfreier Manier dominiert.

Das ist umso höher zu bewerten, da bei den 600ern eine hohe Leistungsdichte herrscht. Die Bestzeiten der ersten drei lagen alle im Bereich von 2:15, am Ende fehlten Gerhard Bammacher nur 3,8 Sekunden auf den Sieg und Jirka Solbrig gerade mal 2 Sekunden auf die Silberne. Die drei Pokale bei den 750ern gingen somit an Sieger Hermann Schmid, Peter Gruber und Franz Winkler. Seriensieger Jochen Rotter stand bei den 600ern wieder ganz oben am Stockerl, vor Gerhard Bammacher, der die Rolle des Verfolgers vom Verletzten James Auer übernommen hat.

In der GP Klasse konnte sich Ernst Tisch nach einer Nullnummer in Mugello über einen Sieg freuen. Er fixierte mit 2:07.563 die beste Rundenzeit dieses Rennens. Er hatte zwar schwer mit Stefan Klabacher zu kämpfen - die beiden trennten im Ziel nicht einmal 5 Hunderstel - doch dieser wird nicht in der Suzuki Challenge gewertet. Zweiter bei den Gixxern wurde Alex Schult mit einem Rückstand von 12,5 Sekunden. Als Dritter überquerte Freddie Habjanic nur 1,2 Sekunden hinter Schult die Ziellinie.

Hermann Schmid fuhr ein souveränes Rennen.
Am Ende 8 Sekunden auf Peter Gruber.
Der Mann für's Große. 1000er-Sieger Ernst Tisch.
   
Ergebnis Klasse -600/-750 Ergebnis Klasse -1000
 
Am 17. August 2010 steigt der nächste Suzuki-Event. Die Suzuki Racing Days am Pannoniaring bieten für nur € 79.- für Suzuki-Fahrer (€ 89.- Fremdmarken-Fahrer, Preise gelten nur für Vorauszahlung bis 14 Tage vor Veranstaltung. Die Tagespreise vor Ort belaufen sich auf € 110.- bzw. € 120.-) einen ganzen Tag freies Fahren auf der Rennstrecke. Die GSX-R Motoren werden schreien, die Erde wird beben.


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Text: kot
Fotos: kot, A.Hlavac, Suzuki

Bericht vom 11.08.2010 | 4.847 Aufrufe

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