Granit Beisser Light

Auftakt zum österreichischen Enduro Jahr 2010. Beim Granit Beisser Light in Schrems.

Granit Beisser Light Schrems

Sandkiste für große Jungs.
Ja der Winter war lang, zu lange für meinen Geschmack, wer wie ich nicht zu den harten Hunden gehört, die sich bei Minusgraden im Schnee mit ihrer Enduro frieren, der konnte das erste Enduro Rennen des Jahres wohl kaum erwarten. Und so war es schließlich auch, trotz schlechter Wettervorhersage pilgerten insgesamt über 320 Fahrer zum Granit Beisser Light (GBL) nach Schrems. Nur ums mal kurz anzumerken, bereits im letzten Jahr dachte man mit rund 240 Starten den Zenith am Enduro Gipfel erreicht zu haben, dass dieses Jahr gut 80 Fahrer mehr dem Veranstalter EC Granitbeisser die Ehre erweisen, wagte wohl niemand zu träumen. So hoch wie die Fahreranzahl, war auch die Dichte an den Top Fahrern beim GBL. Neben den Althasen Joe Lechner und Erich Brandauer gaben sich eine beachtliche Reihe an Topfahrern wie Rudi Pöschl, Herbert Lindtner, Mario Hirschmugl, Rudi Rameis, Edi Ederer, um nur einige zu nennen, die Klinke in die Hand.
 

Insgesamt starteten beim GBL fünf verschiedene Klassen,

  • Klasse 1 bis 20 Jahre
  • Klasse 2 bis 30 Jahre
  • Klasse 3 bis 40 Jahre
  • Klasse 4 älter als 40 Jahre
  • Klasse 5 Damen
Aufgrund der hohen Starterzahl musste das Rennen auf zwei Läufe aufgeteilt werden, Klasse 1 und 2 starteten am Vormittag, die Klassen 3, 4 und 5 mussten sich bis zum Nachmittag gedulden.
Trotz der schlechten Wetterprognosen wechselten sich während des ganzen Tages Sonnenschein und leichte Wolken ab, sprich optimale Vorraussetzungen für ein gepflegtes Enduro Rennen.

Trotz der hohen Starterzahl gab es keine gröberen Ungereimtheiten Seitens des Veranstalters. Weder bei der Nennung noch während des Rennverlaufes gab es gröbere Schnitzer. Und das obwohl die Streckenposten ganz schön gefordert wurden, denn die hohe Teilnehmerzahl hinterließ ihre Spuren auch an der Strecke, so mussten teilweise Streckenabschnitte herausgenommen werden, das geschah aber ohne den Rennverlauf zu hindern.

Klasse 1: In der Klasse der Youngsters ging es heiß her, Christian Stöbich holte sich den dritten Platz vor Lukas Wagner (GS-Power) und dem Tiroler Bernhard Schöpf (Motorrad Wolf).

Klasse 2: In dieser Klasse zeigte der Crosser Mario Hirschmugl wo der Bartl den Most holt, und verwies Matthias Wibmer und Markus Auer auf die Plätze zwei und drei.

Klasse 3: Die Gruppe mit dem größten Anteil an Topfahrern wurde vom Tiroler Rudi Pöschl dominiert. Rudi ließ nichts anbrennen und fuhr als erster durchs Ziel, erst 5 Minuten später erblickte Erich Brandauer die schwarz weiß karierte Flagge. Herbert Lindtner erblickte als dritter der Klasse 3 die Zielflagge.

Klasse 4: Bei den Old Boys zeigte Otto Reitberger, dass er noch nicht zum Alteisen gehört. Kurz danach trudelte Gerhard "Hacki" Lechner (Gs-Power) ins Ziel. Dritter wurde Heinz Hadrich.

Klasse 5: Mittlerweile hat sich auch die Damenklasse gemausert -  im Vergleich zu 2009 verdoppelte sich die Starterzahl, und so stellten sich 12 wagemutige Damen dem Granitbeisser. Nach zwei Stunden gewann Christine Wiesner vor Veronika Dallhammer und Patricia Kafka.

Mittendrin statt nur ein Ei - Arlo live dabei


Neben Edi-E, der für uns Couch Potatoes bei nahezu jedem Enduro Event die 1000PS Flagge hochhält
, wagte sich auch Arlo, der normalerweise nur eine Bier- und- Schnapsfahne hochhält, zum diesjährigen Enduro Auftakt nach Schrems. Während in den vergangenen Jahren stetig die letzte Seite der Ergebnisliste meine Heimat war, bereitete ich mich auf die Saison 2010 sehr hart vor. Stundenlanges Trockentraining mit Hilfe von Enduro Videos auf Youtube, kräfteraubendes Bierkisten Schleppen für meinen Hausbau Trupp auf der Baustelle und natürlich Einhaltung der selbst auferlegten Zigaretten Grenze von maximal 20 Tschik pro Tag. All diese drastischen Maßnahmen trugen in Schrems ihre Früchte. Platz 46 von 139 in der Klasse 2. 
 
Unerschrocken und furchtlos steht sie da, die EXC 200, dahinter der blade Arlo.
 
Bei nüchterner Betrachtungsweise hat aber wahrscheinlich die Wahl der Einsatzwaffe den größeren Teil zu der annehmbaren Platzierung beigetragen. Während in den letzten Jahren stets die Hubraumstärkste Waffe für den Kampf in den österreichischen Enduro Szenen gewählt wurde, griff ich dieses Jahr zur 200 EXC von KTM. Obwohl ich mit über 90 Kilo (nackert ohne Gwand!!!) besser auf die leistungsstärkere 300er passen würde, kam ich mit den 100ccm weniger sehr gut klar. Die Vorteile der 200er liegen klar auf der Hand, da viele Enduro oder Cross Country Läufe in Österreich aus technisch leicht bis mittel anspruchsvollen Strecken bestehen und endlose Bergauffahrten a la Erzberg "Wasserleitung" und "Badewanne" eher selten gesehen sind, reicht die Kraft der 200er vollkommen aus. Das Leistungsdefizit birgt im Vergleich zu den stärkeren Modellen für Hobbyschwuchteln wie mich eher Vorteile, da man auch bei längeren Fahrten keine langen Arme bekommt. Während ich in den letzten Jahren ständig mit steifen Händen durch die Gegend fuhr, und nach einer Rennstunde schon große Sehnsucht nach meiner Mutter bekam, hätte ich nach den zwei Stunden GBL mit der 200 noch locker ein paar Runden drehen können.
 
 

Ein weiterer Vorteil der 200er ist das geringe Gewicht, zwar bringt die 300er mit E-Starter nur etwa 6 Kilo mehr auf die Waage, trotzdem fühlt sie sich in Sachen Handling deutlich träger an als ihre kleine Schwester. Grund dafür sind die rotierenden Massen, die in der 200er noch kleiner und geringer sind als in der 300er. Auch ein Vorteil des kleineren Hubraums ist der geringere Verbrauch, während mein Bruder mit der 300 EXC schon nach 7 Runden auf Reserve schalten musste ereilte mich dieses Schicksal erst zwei Runden später.

Wie sich die 200er übers Jahr schlägt könnt Ihr in der nächsten Zeit hier auf 1000PS nachlesen, als unser Dauertester wird sie uns durch viele Rennen und Tests begleiten.

 
Interessante Links:

Text: edi-e, arlo
Fotos: edi-e, arlo

Bericht vom 31.03.2010 | 8.108 Aufrufe

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