Metzeler Interact Onboard Testdrive by 1000ps

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Online seit: 08.06.2011

Testbericht

Metzeler Interact

Metzeler Interact

Showdown mit den Metzeler Pneus. Voller Angriff am Handlingparcours. Der Reifen spricht zu uns.


Showdown mit den Metzeler Pneus. Voller Angriff am Handlingparcours. Der
Reifen spricht zu uns.









































































































































Metzeler Interact




Auf die richtige Wickeltechnik kommt es an.






Vorne die Waffen für die Hetzhasen, hinten die feine Auswahl für die Jäger.




Kurvenwetzen in Fahrsicherheitszentren hat einen besonderen Reiz. Der Asphalt
ist meist herkömmlicher Straßenasphalt, der Kurs ist eng und die Kurven wechseln
häufig. Eine Umgebung in der man sicher das echte Leben auf der Landstraße
simulieren kann. Und das Leben für uns Journalisten kann manchmal richtig hart
sein. Metzeler lädt ein zum Testtag ins LuK Driving Center am Baden Airpark und diesmal gibt es verschiedene Reifen aus
dem Metzeler-Sortiment auf einem breit gefächerten Angebot an Motorrädern. Damit
wir beim Testen den echten Bedingungen auf der Straße möglichst nahe kommen,
wurden uns auch ein paar normale Motorradfahrer zum Fraß vorgeworfen.




Von der Plauderecke in die blinde Ecke







"Warm fahren" hat hier durchaus eine
doppelte Bedeutung.




Der besondere Reiz dabei ist, die Lenker zuerst in der Plauderecke und dann
an der Rennstrecke zu beobachten. Einfach himmlisch! Da macht das Überholen
gleich noch mehr Spaß. Als ideales Vollstrecker-Gerät wurde von mir die Super
Duke auserkoren. Ich hatte sie in der Standard Variante auf dem aktuellen
Metzeler Sportec M5 und in der "R" Version mit dem Racetec K3 zur Auswahl. Die
Reifen harmonierten sehr gut zu den Bikes. In der zivileren Variante, soweit man
bei einer Super Duke überhaupt von zivil sprechen kann, bietet der M5 das etwas
harmonischere Handling. Man kippt dann nicht von alleine in den Radius und kann
die Linie aber stressfreier wählen. Die "R" wirkt insgesamt natürlich schon
etwas knackiger und der sportliche Racetec in der "3er-Mischung" passt da gut
ins Bild. Das Motorrad kippt schon durch sanfte Impulse in den Radius, die Wahl
der Linie erfordert jedoch mehr Konzentration kann aber noch schneller variiert
werden. Inmitten des Rudels an anderen Piloten sind flinke Manöver aber oftmals
nicht zu vermeiden.



Die Super Duke liebe ich nicht nur wegen ihrem Druck aus dem
Drehzahlkeller, dem flotten Handling und dem hochwertigen Chassis. Sie ist auch
eines der wenigen Motorräder bei denen mir ein Bremsdrift zumindest ansatzweise
gelingt. Klarerweise sind die Super Duke und ich meilenweit davon entfernt durch
dieses Fahrmanöver schnell zu werden. Doch die durch das nennen wir es mal
"Driftchen" hervorgerufene Geräuschkulisse reicht aus, um Platz in der Bremszone
zu schaffen. Die Hupe ist das Instrument im Straßenverkehr, der quietschende
Reifen der Platzmacher auf der Strecke.






Metzeler sucht im Moment noch nach
einen Namen für den Metzeler Elefanten. Ein Gewinnspiel läuft auf der
Facebook Fansite von Metzeler. Bitte keine weiteren Vorschläge mit
ordinärem Hintergrund und Rüsselbezug einsenden - da sind schon genug
Vorschläge vorhanden.




Rennreifen? Strassenreifen? Irres Niveau.







Leider muss ich gestehen, dass ich in Sachen Grip nicht wirklich die großen
Unterschiede bei den Reifen vernehmen konnte. Laut Prospekt verspricht der
Racetec K3 mehr Grip als der Sportec M5. Hier auf der Strecke im Airpark
Baden-Baden fährt man aber wie erwähnt auf normalem Asphalt, was die Reifen
nicht ganz so heiß werden lässt. Sommerliche Temperaturen, Kurven ohne Ende und
eigentlich stundenlang keine Pause können beiden Reifen aber nicht wirklich
etwas anhaben. Auf echten Rennstrecken mit griffigeren Asphalt ist es so, dass
man mit dem Sportec M5 zwar auch lange Spaß hat aber vor allem am Nachmittag
beim heißen Asphalt nach 20-30 Minuten Turns auch mal etwas vorsichtiger am
Kurvenausgang sein muss. Mit dem Racetec kann man natürlich mit Druck auf der
Vorderbremse noch harte Linien fahren, der Sportec M5 liebt eher den runderen
Fahrstil. Also durchaus auch hohe Kurvengeschwindigkeiten aber eben nicht die
harten Manöver mit den Belastungsspitzen in der Bremszone.



Die Bilder machen übrigens auch klar, warum
Motorradredakteure normalerweise dunkle Visiere benutzen wo nichts mehr
von der Visage zu erkennen ist. Für den neuen Helm von Nexx müssen wir
da dringend ein solches Teil ordern, damit die nächsten Kawasaki
Testberichte nicht versaut werden.










Tolles Ambiente in der Heimatbasis vom
Metzeler-Partner "Team Motobike". Ein alter Flugzeughangar wurde fein
ausgebaut und dient als Eventzentrum, draußen vor der Türe feiner
Asphalt und endlos Kurven.




Interact - Der Reifen spricht zu uns





Großes Thema im Metzeler-Prospekt aber auch in der Plauderecke war die "Interact"
Technologie vom deutschen Reifenhersteller. Interact möchte in uns vermutlich
Gedanken an Begriffe wie Interaktion, Feedback, Rückmeldung,
Dialog oder
ähnliches hervorrufen. Um Vertrauen zu fassen, den Gasgriff ordentlich melken zu
können, muss man auch ständig spüren können was der Reifen gerade denkt und
fühlt. Damit der Reifen selbst diese Informationen überhaupt weitergeben kann,
braucht er selbst eine optimale Verbindung mit der Fahrbahn. Metzeler ist der
Meinung, dass man diese optimale Verbindung nicht alleine durch verschiedene
Mischungen erzielt, sondern auch einen besonderen Aufbau der Karkasse erfordert.
Zur Sicherheit noch mal für Reifenlaien: Ein Reifen besteht nicht nur aus Gummi
sondern hat in dieser Klasse auch jede Menge Metall in sich. Die Metallkarkasse
ist quasi das tragende Element des Reifens, gibt Stabilität hat aber auch
Dämpfungsaufgaben gemeinsam mit dem Gummi zu übernehmen. Die Anforderungen an
die Karkasse sind aber je nach Motorradtype aber auch je nach Schräglage
verschieden. Mit der Interact Technologie ist es Metzeler möglich, die Spannung
des Stahlgürtels zu variieren. Der Gürtel besteht aus feinen Drähten welche
ineinander verflochten sind. Die Spannung mit der die feinen Drähte ineinander
verflochten definiert dann auch die Spannung des Gürtels. Und diese
Spannung der feinen Drähte wird beim Wickeln über die Reifenkontur variiert.




Der Interact Überblick über Spannung und Wicklung:







 



Metzeler Sportec M5:



Beim Universaltalent aus der Metzeler-Range gibt
es gleich fünf verschiedene Spannungszonen. In der Mitte sind die Drähte sehr
hart gespannt womit der Reifen beim Geradeausfahren besonders viel Stabilität
bietet. Ganz nebenbei erreicht man so aber auch eine höhere Laufleistung.



In den
Seitenflanken des Reifens ist die Spannung etwas niedriger. Und zwar in jenem
Bereich, in dem man im täglichen Leben so unterwegs ist. Also nicht die ganz
harten Schräglagen. Dort ist der Reifen besonders flexibel und der Gummi kann
sich optimal in den Asphalt krallen. Fährt man auf der letzten Rille bietet der
Reifen wieder etwas mehr Seitengrip durch eine höhere Spannung in der Karkasse.








 



Beim Metzeler Roadtec Z8, dem Kilometerfresser von Metzeler, gibt es 3 verschiedene
Zonen. In der Mitte ist der Stahlgürtel besonders streng gewickelt. Damit wird
die Stabilität der Aufstandsfläche erhöht, was den Verschleiß minimiert. An den
Reifenflanken dann wieder eine flexiblere Stahlwicklung. Dadurch absorbiert der
Reifen mehr Energie, erwärmt sich schneller an den Flanken und passt sich auch
besser an den Asphalt an.



Die ganzen irren Schräglagen muss dieser Reifen
ohnehin nicht ertragen.










 


Metzeler Racetec K3:



Besonders lecker beim Racetec ist nicht nur das
Innenleben sondern auch die Profiloptik. Sie macht klar, dass der Lenker ein
besonders ehrgeiziger Gasgriffdreher sein möchte. Bei der
Reifenwicklungsspannung ist es genau umgekehrt wie beim Roadtec Z8. In der Mitte
weich, die Laufleistung spielt hier nicht eine solch große Rolle. Für die
extremen Schräglagen jedoch ist der Reifen an den Flanken durchgehend steif
gewickelt was auch bei hohen Kurvengeschwindigkeiten eine präzise Linienwahl
ermöglicht.



Der Racetec K3 ist eigentlich eine zusätzliche Straßenvariante vom
Rennreifen "Racetec" welcher von den Profis auf der Strecke in den Mischungen
K0, K1 und K2 gefahren wird. Er ist aber auch ein Geheimtipp für
Langstreckenrennen bei kühlen Bedingungen wie bei den 1000 km von Hockenheim im
April.


 




Das obige Diagramm zeigt quasi den
Spannensverlauf über den
Reifenquerschnitt der 3 beschriebenen Pneus. Insgesamt 120 Drähte
liegen nebeneinander, jede einzelne Wicklung kann anders vorgespannt
werden. Schön zu sehen wie unterschiedlich die Anforderungen der Reifen
sind und wie man mit der Metzeler-Produktionstechnik darauf Rücksicht
nehmen kann. Alle hier vorgestellten Reifen von Metzeler sind übrigens
"Made in Germany".






Das Metzeler Prospekt im
Kurzüberblick. Bei meinem persönlichen Check würde ich dem Sportec M5
Interact im vergleich zum Interact bei Nässe ein Pünktchen weniger
geben, dafür dem Interact K3 durchaus ein Pünktchen mehr beim Komfort.
Vor allem im Vergleich mit sportlichen Pneus anderer Marken ist der
Racetec K3 ein überaus komfortabler Supersportreifen aber auch im
hausinternen Vergleich braucht er sich mit seinen Allround-Talenten
nicht verstecken.


 


Onboard Video - Mit der Super Duke im LuK Driving
Center




 

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