News: Schmitt Sportfreund MK2 50 vs. 50 PLUS vs. 60: Welcher Simson-Zylinder passt zu deinem Motor?

Schmitt Sportfreund MK2 50 vs. 50 PLUS vs. 60: Welcher Simson-Zylinder passt zu deinem Motor?

Drei Sportfreund-MK2-Zylinder, zwei Bohrungen und ein entscheidender Unterschied beim Motoraufbau: Mit dem Sportfreund MK2 50, dem MK2 50 PLUS und dem MK2 60 hat Schmitt seine Zylinderfamilie für Simson-M500-Motoren neu aufgestellt. Wer nur auf die Hubraumangabe schaut, übersieht dabei den wichtigsten Punkt: Die drei Varianten verfolgen unterschiedliche technische Konzepte und sind nicht für denselben Motoraufbau gedacht.

Besonders deutlich wird das beim 50 PLUS. Obwohl auch er mit 50 ccm und 38 mm Bohrung geführt wird, ist er für eine Kurbelwelle mit 46 mm Hub und 85 mm Pleuel konstruiert. Der normale MK2 50 dagegen ist für eine Kurbelwelle im Originalmaß vorgesehen. Der MK2 60 geht mit 41 mm Bohrung einen anderen Weg und richtet sich an Fahrer, die mehr Hubraum mit einem früh einsetzenden, breit nutzbaren Drehmomentband verbinden wollen.

Sportfreund MK2 ist nicht einfach der alte Sportfreund mit neuem Namen

Wer sich bereits länger mit Schmitt-Zylindern beschäftigt, sollte beim Namen Sportfreund genau hinsehen. Frühere Sportfreund-Versionen, etwa die Vertex- oder Almot-Editionen, wurden mit anderen technischen Merkmalen angeboten. Auch ältere Vergleiche auf 1000PS beziehen sich teilweise noch auf diese Generation.

Die aktuelle Sportfreund-MK2-Familie sollte deshalb technisch als eigene Produktgeneration betrachtet werden. Daten wie Kanalzahl, Beschichtung, Kolben oder Leistungsangaben älterer Sportfreund-Zylinder dürfen nicht automatisch auf den MK2 übertragen werden.

Für Käufer ist diese Abgrenzung entscheidend. Statt mit theoretischen Spitzenwerten wirbt die aktuelle MK2-Generation stärker über Motorcharakter, Material, Fertigungsqualität und die Abstimmung des gesamten Setups.

Die drei Sportfreund-MK2-Zylinder im direkten Vergleich

Merkmal Sportfreund MK2 50 Sportfreund MK2 50 PLUS Sportfreund MK2 60
Hubraumklasse 50 ccm 50 ccm 60 ccm
Bohrung 38 mm 38 mm 41 mm
Motorbasis Simson M500 Simson M500, entsprechend aufgebaut Simson M500
Kurbelwelle Originalmaß 46 mm Hub Auf M500-Basis ausgelegt
Pleuel Seriennaher Aufbau 85 mm Je nach Gesamtsetup
Grundidee Hochwertiger 50-ccm-Aufbau ohne Langhub-Konzept 50-ccm-Konzept für 46-mm-Hub-Motor Mehr Hubraum und frühes Drehmoment
Für wen interessant? Neuaufbau oder Upgrade eines M500 mit seriennaher Kurbelwellengeometrie Gezielter Motorneuaufbau mit 46-mm-Kurbelwelle Fahrer mit Fokus auf Drehmoment und breites nutzbares Band

Sportfreund MK2 50: Der geradlinige 50-ccm-Aufbau

Der Schmitt Sportfreund MK2 50 kombiniert 50 ccm Hubraum mit 38 mm Bohrung und richtet sich an Simson-M500-Motoren mit Kurbelwelle im Originalmaß.

Damit ist er innerhalb der MK2-Familie die naheliegende Variante für Fahrer, die bewusst in der 50-ccm-Klasse bleiben und keinen speziellen Langhub-Unterbau aufbauen möchten.

Der entscheidende Vorteil liegt weniger in einer einzelnen spektakulären Kennzahl als im Gesamtkonzept. Zum Kit gehören neben dem Zylinder auch der passende Zylinderkopf, Kolben und Kolbenbolzen, zwei Kolbenringe, Sicherungsclips, Zündkerze, Dichtungen sowie Montagematerial.

Das ist relevant, weil ein Zylinderwechsel in der Praxis selten nur aus dem Zylinder selbst besteht. Entscheidend ist, dass die geometrisch und thermisch zusammenarbeitenden Komponenten zueinander passen.

Für wen ist der MK2 50 interessant?

  • für einen Neuaufbau eines Simson-M500-Motors in der 50-ccm-Klasse
  • für Fahrer, die keine 46-mm-Hub-Kurbelwelle einsetzen wollen
  • für einen hochwertigen, seriennah orientierten Motoraufbau
  • für Fahrer, denen Fahrbarkeit und Haltbarkeit wichtiger sind als maximale Papierleistung

Sportfreund MK2 50 PLUS: Der entscheidende Unterschied steckt im Hub

Der MK2 50 PLUS sieht auf den ersten Blick fast wie eine zweite Version des normalen 50ers aus. Beide werden mit 50 ccm und 38 mm Bohrung geführt. Technisch ist der PLUS aber für einen anderen Unterbau gedacht.

Der Sportfreund MK2 PLUS ist für eine Kurbelwelle mit 46 mm Hub und einem 85-mm-Pleuel konstruiert. Genau diese Information sollte vor dem Kauf geklärt werden.

Der PLUS ist also nicht einfach die vermeintlich „bessere“ oder stärkere Version, die man anstelle des normalen MK2 50 bestellt. Er setzt einen entsprechend aufgebauten Motor voraus.

Das macht ihn vor allem für Fahrer interessant, die ihren M500 ohnehin vollständig neu aufbauen und gezielt mit einer anderen Kurbelwellengeometrie arbeiten.

MK2 50 oder MK2 50 PLUS?

Die Kaufentscheidung lässt sich stark vereinfachen:

  • Kurbelwelle im Originalmaß: MK2 50
  • 46 mm Hub und 85 mm Pleuel: MK2 50 PLUS

Damit beantwortet nicht die Frage „Welcher Zylinder ist stärker?“ die Auswahl, sondern zunächst die Frage: Welche Kurbelwelle steckt im Motor beziehungsweise welche soll verbaut werden?

Sportfreund MK2 60: 41 mm Bohrung und Fokus auf nutzbares Drehmoment

Der Sportfreund MK2 60 erweitert das Konzept auf 60 ccm und 41 mm Bohrung. Schmitt positioniert diese Variante bewusst nicht als reinen Hochdrehzahl-Zylinder. Ziel ist ein früher einsetzendes Drehmoment und ein breites, alltagstauglich nutzbares Leistungsband.

Interessant wird der 60er vor allem bei den Fertigungsdetails. Die Kanalfenster der Laufbuchse werden laut Schmitt serienmäßig CNC-gefräst und mit einer Positionstoleranz von ±0,03 mm gefertigt. Zylinder und Kolben werden temperiert vermessen und mit 0,03 mm Einbauspiel aufeinander gepaart.

Der Zylinderkörper und der Zylinderkopf werden beim MK2 60 aus AlSi12 gefertigt und T6-wärmebehandelt. Dazu kommt eine Grauguss-Laufbahn und ein Schmitt-2-Ring-Kolben aus AlSi18.

Auch beim Einlass wurde Reservespielraum vorgesehen. Die Außenkontur bleibt seriennah, während konstruktiv ein Einlassquerschnitt von bis zu 26 mm möglich ist.

Warum diese Details wichtiger sein können als eine PS-Zahl

Bei Tuningzylindern wird häufig zuerst nach Spitzenleistung gefragt. Für einen Straßen- oder Alltagsmotor ist die maximale Zahl auf einem Prüfstandsdiagramm aber nur ein Teil der Wahrheit.

Mindestens genauso relevant sind:

  • wie früh das nutzbare Drehmoment anliegt
  • wie breit das nutzbare Drehzahlband ist
  • wie sauber Zylinder und Kolben zueinander passen
  • wie reproduzierbar Kanalfenster und Dichtflächen gefertigt sind
  • wie gut der Zylinder mit Vergaser, Zündung und Auspuff harmoniert

Genau hier setzt der MK2 60 an. Das Konzept ist weniger „möglichst viel Spitzenleistung um jeden Preis“ und stärker auf einen komplett abgestimmten Motor ausgerichtet.

50 oder 60 ccm: Was verändert sich im realen Motoraufbau?

Mehr Hubraum allein löst keine Setup-Probleme. Wer vom 50er auf einen 60-ccm-Zylinder wechselt, verändert auch die Anforderungen an Gemischaufbereitung, thermische Belastung und Abstimmung.

Beim Sportfreund MK2 gilt deshalb dieselbe Grundregel wie bei jedem sinnvoll aufgebauten Zweitaktmotor: Zylinder, Vergaser, Zündung und Abgasanlage müssen als System betrachtet werden.

Schmitt weist beim MK2 ausdrücklich darauf hin, diese Komponenten auf den jeweiligen Motoraufbau abzustimmen. Vor der Inbetriebnahme sollten außerdem Dichtflächen, Kolbenspiel, Ringstoß, Quetschkante und die Freigängigkeit der bewegten Bauteile kontrolliert werden.

Wer tiefer in die Gesamtplanung eines Simson-Performance-Motors einsteigen möchte, findet dazu auf 1000PS auch den Beitrag „Vom Original zur Performance-Simson: So baust du ein stimmiges Schmitt Setup auf“.

Achtung bei älteren Sportfreund-Vergleichen

Auf 1000PS wurde bereits über Sportfreund-Zylinder berichtet, unter anderem im Vergleich verschiedener 60-ccm-Konzepte. Diese Beiträge beziehen sich teilweise auf die vorherige Sportfreund-Vertex-Generation.

Das ist für die Recherche wichtig: Sportfreund Vertex beziehungsweise Sportfreund Almot und Sportfreund MK2 sind nicht dasselbe Produkt.

Wer beispielsweise ältere Angaben zu Kanalzahl, Beschichtung oder Prüfstandsleistung findet, sollte diese nicht ungeprüft auf die MK2-Generation übertragen. Genau deshalb lohnt es sich, bei Produktname und Generation genau hinzusehen.

Der ältere 1000PS-Beitrag „60 ccm für Alltag und Landstraße“ bleibt als Einordnung unterschiedlicher Zylinderkonzepte interessant, beschreibt beim Sportfreund aber noch die damalige Vertex Edition.

Welcher Sportfreund MK2 passt zu welchem Fahrer?

MK2 50 wählen, wenn...

  • du in der 50-ccm-Klasse bleiben möchtest,
  • dein M500 mit Kurbelwellengeometrie im Originalmaß aufgebaut wird,
  • du ein komplettes und hochwertiges Zylinderkit suchst,
  • du keinen speziellen Langhub-Unterbau planst.

MK2 50 PLUS wählen, wenn...

  • dein Motor gezielt mit 46 mm Hub aufgebaut wird,
  • ein 85-mm-Pleuel vorgesehen ist,
  • der Motor ohnehin komplett geplant oder regeneriert wird,
  • du bewusst die PLUS-Geometrie fahren willst.

MK2 60 wählen, wenn...

  • du bewusst auf 60 ccm gehen möchtest,
  • frühes Drehmoment und ein breites Leistungsband wichtiger sind als extreme Drehzahlen,
  • du Vergaser, Zündung und Auspuff passend zum Setup abstimmen kannst,
  • du Wert auf nachvollziehbare Fertigungs- und Messtechnik legst.

Fazit: Erst den Motoraufbau festlegen, dann den MK2 auswählen

Die drei Schmitt-Sportfreund-MK2-Zylinder beantworten unterschiedliche Anforderungen. Der MK2 50 ist die klare Variante für einen 50-ccm-Aufbau mit Kurbelwelle im Originalmaß. Der MK2 50 PLUS richtet sich dagegen an einen gezielt aufgebauten Motor mit 46 mm Hub und 85 mm Pleuel. Der MK2 60 erhöht die Bohrung auf 41 mm und verschiebt den Schwerpunkt in Richtung mehr Hubraum, frühes Drehmoment und breit nutzbare Leistungsentfaltung.

Damit ist die wichtigste Frage vor dem Kauf nicht: „Welcher MK2 ist der stärkste?“

Die bessere Frage lautet: „Welchen Motor möchte ich eigentlich bauen?“

Wer diese Frage zuerst beantwortet, kann zwischen 50, 50 PLUS und 60 ccm deutlich sauberer entscheiden und vermeidet, einen technisch guten Zylinder auf einen unpassenden Unterbau zu setzen.

Weitere Informationen:
Schmitt Sportfreund MK2 50 ansehen
Schmitt-Zylinder und Sportfreund-MK2-Familie
Schmitt Sportfreund MK2 60 ansehen

Hinweis: Änderungen an Hubraum, Motorleistung oder weiteren für die Betriebserlaubnis relevanten Komponenten können die Zulässigkeit des Fahrzeugs im öffentlichen Straßenverkehr beeinflussen. Vor Umbau und Inbetriebnahme die für das konkrete Fahrzeug geltenden Vorschriften und erforderlichen Abnahmen prüfen.

Eingetragen am: 04.09.2026

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