Bilder: KTM 890 Duke vs. KTM 390 Duke 2021

Eine der schwierigsten Fragen des frühen Motorrad-Lebens: Kaufe ich mir als A2-Pilot ein A2-Motorrad mit max. 48 PS, oder investiere ich lieber in ein größeres Bike mit Drossel? Die KTM Duke Modellreihe bietet sowohl, als auch. Was ist also die bessere Wahl? Die vollständige Antwort auf diese Frage findet ihr im Bericht.

KTM 890 Duke 2021
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Aber Moment! Die 890 Duke als A2-Bike? Mit 115 PS Spitzenleistung ist sie legal doch gar nicht auf 48 PS drosselbar, oder? Das ist zu 100 % korrekt, doch es gibt ja noch die 890 Duke L. Gleich vorweg sei jedoch gesagt, wir sind die L-Version (noch) nicht gefahren. Was soll dann dieser Vergleich? Naja, zwei Dinge sprechen doch dafür: Erstens sind die Duke und die Duke L bis auf die Spitzenleistung komplett ident. Ausstattung, Fahrwerk, Bremsen, Ergonomie alles 1:1 gleich. Zweitens bin ich schon mehrere gedrosselte Versionen von eigentlich zu starken Motorrädern gefahren (790 Duke L, Kawasaki Z900 70kW, Triumph Street Triple S A2) und weiß aus Erfahrung, dass man vom normalen Modell sehr viele Parallelen ziehen kann. Dennoch sei gesagt, dass es 100-prozentige Sicherheit zur 890 Duke L wohl erst beim Test mit ihr geben kann. So, und jetzt genug BlaBla und her mit den Argumenten, warum man sich die 390 Duke, oder gleich die 890 Duke (L) holen sollte.


KTM 390 Duke 2021
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In puncto Ausstattung kann die 390 Duke logischerweise nicht mithalten. Nicht weil sie schlecht bestückt ist (Im Gegenteil, für die A2-Klasse ist sie mit ihrem TFT-Display und Supermoto-Modus sogar sehr gut ausgestattet), sondern weil die 890 Duke aus einer höheren Klasse kommt und entsprechend ausstattungsmäßig in einer anderen Liga spielt.


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Vier Fahrmodi, schräglagenabhängige Traktionskontrolle und Kurven-ABS sind einfach Features, die so nicht bei A2-Motorrädern zu finden sind. Es gibt aber auch einige Parallelen zwischen 390 und 890 Duke. So setzen zum Beispiel beide auf eine 43 mm WP APEX Upside-Down-Gabel vorne und ein WP APEX Federbein hinten und bei beiden ist die Gabel nicht einstellbar. Das ist nicht gerade ein Pluspunkt für die 890 Duke, aber die werksseitige Abstimmung ist auf der großen Herzogin deutlich stimmiger und präziser gelungen, als auf der 390er.


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Diese hat das Fahrwerk und die Bremsen eher von der 125 Duke übernommen, ist mit ihren 44 PS und 150 kg (trocken) aber etwas zu stark und zu schwer für das Setup. So geht sie beim Herausbeschleunigen leicht in die Knie und hält auch die Linie bei Bodenunebenheiten nicht so schön.


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Die 890 Duke nennt sich zurecht Skalpell und legt sich mit messerscharfem Handling in die Radien.


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Natürlich hat hier die 390 Duke auch kein Leiberl gegen die 890er, aber Leistung ist immer ein zweischneidiges Schwert. Mit mehr Power kommen höhere Geschwindigkeiten und damit wiederum erhöhen sich die Gefahren für Leib, Leben und Portemonnaie. Für Leute, welche sich fast ausschließlich auf verwinkelten Landstraßen und mit legalem Speed bewegen wollen, für die reichen ziemlich sicher die 44 PS der 390 Duke. Aufgrund des geringen Gewichts beschleunigt auch sie flotter als viele Sportwagen, erst über 100 km/h geht ihr langsam die Luft aus. Als Kurvenfresserin oder auch Zweitmotorrad für kurze Wochenendausfahrten genau richtig.


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Die 890 Duke L hat außerdem noch ein Problem mit der Leistung: Sie hat entdrosselt 20 PS weniger Pferdchen, als die normale 890 Duke. Hat man ein felsenfestes Ego, sollte das kein Problem sein. Für die sportliche Landstraßenfahrt sind eigentlich auch 95 PS ausreichend. Allerdings zählt in unserer leistungsversessenen Welt die Meinung der Anderen und das Gerede am Stammtisch schon auch etwas. Wer möchte sich von seinen Freunden schon sagen lassen müssen, dass er keine echte 890 Duke fährt. Das schmerzt, vor allem wenn man dafür auch noch die gleiche Summe auf den Tisch legen muss. Dabei ist das finanzielle Argument weniger eindeutig, als man das anfangs glauben würde.


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Die KTM 890 Duke (L) kostet neu in Deutschland 10.895 €. Die 390 Duke kostet mit 5.850 € nur etwas mehr als die Hälfte davon. Ein klarer Punkt also für die 390er? Nicht ganz!


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So finanzielle Berechnungen sind, wenn man sie realistisch und unter Berücksichtigung aller Faktoren durchführen will, furchtbar kompliziert. Deshalb vereinfache ich die Sache und konzentriere mich rein auf den Zeitraum vom Erhalt des A2-Führerscheins bis zum großen A-Schein zwei Jahre später.


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Ich bin also gerade 18 Jahre alt geworden, bin massiver Duke-Fan und habe den A2-Schein gemacht. Jetzt überlege ich, wie ich finanziell am besten zur großen Duke komme. Option 1: Ich kaufe mir die KTM 390 Duke für 5.850 € in D. Nach zwei Jahren munterer Fahrerei verkaufe ich sie wieder, um mir endlich meinen Traum vom großen Bike zu erfüllen. Über die zwei Jahre hat die 390er an Wert verloren, ich erhalte 4.000 € für sie (Beispielswert). Jetzt fehlen mir noch gut 6.000 € für die 890 Duke. Das letzte Ersparte wird zusammengekratzt und schon marschiere ich zum Händler. Insgesamt in den zwei Jahren aufgewendetes Geld: Preis der 890 Duke + Wertverlust der 390 Duke beim Wiederverkauf.


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Option 2: Ich habe genug gespart, um mir gleich die 890 Duke zu kaufen. Also lege ich 10.850 € in D auf die Theke und bin schon glücklicher Besitzer der 890 Duke L. Zwei Jahre später kostet es mich nur ein paar Hunderter und einen Werkstattbesuch und schon habe ich ein offenes Motorrad. Insgesamte Kosten: Kaufpreis 890 Duke L + Kosten für die Entdrosselung.


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Was ist also die bessere Variante? Kommt auf den Zeitraum an! Option 1 kostet in diesen ersten zwei Jahren etwas mehr, dafür hat man aber danach die vollen 115 PS der 890 Duke zur Verfügung und auch der Wertverlust hinten raus wird geringer ausfallen, da die große 890 Duke neuer ist. Option 2 kostet weniger in den ersten zwei Jahren, allerdings verliert auch die 890 Duke L natürlich konstant an Wert, was sich bei einem späteren Verkauf bemerkbar machen wird.


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KTM 390 Duke 2021

Mein Rat: Ist man sich noch nicht sicher, auf was man in zwei Jahren nach Erhalt des großen A-Scheins steigen möchte, dann sollte man zur 390 Duke greifen. Sie ist ein grundsolides, sehr spaßiges Motorrad, welches ideal für enge Winkelwerke ist. Einziger Wermutstropfen ist das leicht schwammige Fahrwerk und die etwas unpräzisen Bremsen. Nach zwei Jahren hat man die volle Entscheidungsfreiheit und auch die volle Leistung, egal für welches Modell man sich entscheidet.


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Sollte man sich aber sicher sein, dass die 890 Duke DAS Motorrad für die nächsten Jahre sein soll, dann lohnt sich der Griff zur 890 Duke L. So kann man schon ab 18 ein vollwertiges, großes Motorrad mit hochwertigen Komponenten und üppiger Ausstattung fahren. Beim geringen Gewicht der Duke (169 kg trocken) sollte sie auch im gedrosselten Zustand mit nur 48 PS gut gehen und für mächtig Fahrspaß sorgen. Mit den vielen technischen Assistenzsystemen ist man außerdem auch sicherer unterwegs. Der größte Nachteil bei dieser Variante bleibt allerdings, dass man nie auf die vollen 115 PS der 890 Duke kommt. Da muss man dann einfach erhobenen Hauptes darüberstehen.


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Galerie von: 1000PS Internet GmbH
hochgeladen am 14.03.2021

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