Ducati Multistrada V4 / S / Sport 2021 – die ärgste Reiseenduro!

Mit dem Superbike-Motor der Panigale und Radar auf Tour

Wer meint, dass doch eigentlich 50 bis 70 PS auf dem Motorrad für flottes Vorankommen reichen, wird die Hände über dem Kopf zusammenschlagen - wer braucht denn sowas! Wir hingegen feiern die neue Ducati Mulitstrada V4 mit abartigen 170 PS aus dem neuen Granturismo-Triebwerk. Denn sie definiert sich nicht nur über schiere Leistung sondern auch über ein bisher nicht da gewesenes Elektronik-Package samt radargesteuertem Abstandshalter und Totwinkel-Erkennung. Und mit 92 dB Standgeräusch ohne schlechtes Gewissen auch in Tirol fahrbar!

Ducati warf uns bereits zwei Häppchen zur neuen Multistrada V4 hin: Den Granturismo-Motor und die Tatsache, dass sie mindestens ein radargestütztes Assistenzsystem haben wird. Nun ist die Katze aus dem Sack und ich verstehe, warum Ducati schon im Vorfeld einiges verraten hat: Die neue Multistrada V4 ist vollgestopft mit Technologie, dass man schon sehr strukturiert alles aufschlüsseln muss, um nichts zu vergessen!

Sinnvolle Features in den drei neuen Ducati Multistrada V4, V4 S und V4 S Sport

Mit von der Partie sind also Kurven-ABS, DWC (Ducati Wheelie Control), Fahrmodi, DTC (Ducati Traktionskontrolle) in der Version Kurvenfahrt und bei der Multistrada V4 S auch das Kurvenlicht DCL. Das war aber noch lange nicht alles, ein weiteres serienmäßiges Merkmal der Multistrada V4 S (es gibt auch eine Einstiegs-Multistrada V4 und eine Multistrada V4 S Sport mit Akrapovic-Auspuff) ist VHC (Vehicle Hold Control) und das semi-aktive Skyhook Suspension (DSS) System von Sachs. Letzteres kann neuerdings nicht nur die Fahrbedingungen analysieren und die Hydraulik von Gabel und Stoßdämpfer anpassen, sondern integriert auch die Autoleveling-Funktion, mit der die Beladung des Motorrads erkannt wird und selbstständig eingerichtet wird - das kennen wir bereits von BMW.

Angenehme Größe beim Display der neuen Mulit V4 S – 6,5 Zoll Farb-TFT

Ganz dem Trend zu größeren Bildschirmen folgend, blickt man bei der Ducati Mulitsrada V4 S nun auf ein 6,5 Zoll großes Farb-TFT (Multi V4 mit 5 Zoll Farb-TFT) mit verbesserter Benutzeroberfläche und besser ablesbaren Grafiken, über das Ducatis Connect-System über Bluetooth und Wi-Fi die "Spiegelung" der Handy-App auf dem Armaturenbrett und die Steuerung über den Joystick ermöglicht. Das Telefon- und Musikmanagement soll intuitiv erfolgen, während man mit der Sygic-Navigations-App die Karte des Navigationssystems direkt auf dem Dashboard visualisieren kann. Schließlich wurde im oberen Bereich des Tanks ein über eine kleine Deckelöffnung zugängliches Fach geschaffen, in dem das Smartphone aufbewahrt und über einen USB-Anschluss aufgeladen werden kann.

Was ist denn nun so revolutionär neu an dieser Ducati Multistrada V4?

Um es wieder mal im Teleshopping-Stil zu formulieren: Das war immer noch nicht alles! Denn die neue Multistrada V4 besitzt ein revolutionäres Radarsystem an der Front, das den Einsatz der adaptiven Geschwindigkeitsregelung (Adaptive Cruise Control ACC) ermöglicht. Und falls nun jemand (der brav unsere 1000PS-Neuheitenberichte verfolgt) aufschreit und sagt, dass BMW bei der neuen R 1250 RT ebenfalls ein Radar-System verbaut, der bekommt nun seine wahre Revolution: Bei Ducatis neuer Totwinkelerkennung (Blind Spot Detection - BSD) ist das Radar nach hinten gerichtet und unterstützt den Fahrer beim sicheren Umspuren oder Überholen.

Das neue Design der Ducati Multistrada V4 – gar nicht so neu…

Selten, aber doch bringen es Marketing-Texte ganz gut auf den Punkt, beim Design spricht Ducati nämlich von: Neu, anders und doch unverwechselbar. Während die neue V4 sofort als Multistrada erkennbar ist, markiert sie auch einen Richtungswechsel - und trifft damit voll ins Schwarze! Denn man muss schon zweimal hinsehen, um die neue V4-Multi von der Vorgängerin unterscheiden zu können, sofern die beiden nicht nebeneinander stehen. Am auffälligsten ist wohl das größere 19 Zoll-Vorderrad, mit dem sich alle Mulitstrada V4-Versionen vom reinen 17 Zoll-Straßen-Layout verabschieden und in Richtung goldene Mitte zwischen 17 und 21 Zoll wandern. Damit kommt sie wohl nicht ganz ungewollt ins Fadenkreuz der BMW R 1250 GS und der KTM 1290 Super Adventure S.

Die Multistrada V4 ist die stärkste Reiseenduro, die es zu kaufen gibt!

Trotz all der Fülle an Features will ich natürlich das Herz der neuen Multi V4 nicht vergessen, immerhin schafft es Ducati erstmals wieder seit der Multistrada 1200 von 2010 als Alleinherrscherin auf das oberste Treppchen des Podests - keine andere Reiseenduro ist derzeit stärker! Und bei atemberaubenden 170 PS bei 10.500 sowie schlagkräftigen 125 Newtonmeter Drehmoment bei 8750 Touren machen die vielen Elektronik-Helferlein ja auch wirklich Sinn. Allerdings sollten wir, nur weil er vom Triebwerk der Panigale V4 abgeleitet ist, ohnehin keinen rabiaten und unzähmbaren Motor erwarten. Vielmehr legten die Ducati-Techniker größten Wert auf gute Fahrbarkeit und eine möglichst schöne Drehmomententfaltung. Im Übrigen kann die Multi V4 mit einem Standgeräusch von nur 92 dB auch in Tirol ohne schlechtes Gewissen gefahren werden.

Zwei Zylinder mehr als bei der Multistrada 1260 und trotzdem leichter

Möglich wurde dies durch eine Vielzahl an Änderungen, im Vergleich zum Desmosedici Stradale-Triebwerk aus den Modellen Panigale V4 und Streetfighter V4 verfügt der Granturismo-Motor über ein neues Einspritzsystem, Drosselklappengehäuse mit kleinerem Durchmesser und längere Ansaugkanäle. Auch der Hubraum wurde auf 1158 Kubik vergrößert, was ebenfalls für ein noch besseres Drehmoment des Motors spricht. Damit wird das Triebwerk zwar im Vergleich zum Superbike-Motor schwerer, wiegt aber mit 66,7 Kilo sogar weniger als der V2-Testastretta-Motor der Vorgängerin Multistrada 1260. Schließlich baut der Motor sogar noch kompakter als der V2, ist 85 mm kürzer, 95 mm niedriger und nur 20 mm breiter - wodurch er im neuen Chassis noch niedriger platziert werden konnte, insgesamt den Schwerpunkt der neuen Ducati Multistrada V4 verbessert und somit ein optimales Handling ermöglicht.

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Lange Wartungsintervalle – wie es sich für eine Reiseenduro gehört

Ungeachtet dessen legten die Ingenieure aber auch Wert auf lange Wartungsintervalle - was bei einem Reisemotorrad natürlich auch verlangt werden darf. Der Wartungsplan des V4 Granturismo-Motors sieht jedenfalls den Austausch des Öls, die Kontrolle des Luftfilters (alle 30.000 km) und des Motorfilters alle 15.000 km (oder 2 Jahre) vor. Die Überprüfung und eventuelle Einstellung des Ventilspiels und der Austausch der Zündkerzen sind erst alle 60.000 km vorgesehen.

Unzählige Möglichkeiten zur Individualisierung seiner Multistrada V4

Schließlich bietet Ducati für die drei neuen Multistrada V4-Modelle eine Vielzahl an Ausstattungsvarianten und Zubehörpaketen an. Bei der Multi V4 kann die Ausstattung Essential gegen Aufpreis mit den Paketen Enduro, Touring, Urban, Performance und Functionality aufgerüstet werden, bei der Multi V4 S die Ausstattungen Essential, Travel, Travel & Radar, Performance und Full mit den Zubehörpaketen Enduro, Touring, Urban und Performance erweitert werden und zwischen Leichtmetall- und Speichenrädern gewählt werden. Und die Multi V4 S Sport kann in den Ausstattungen Performance und Full mit den Paketen Enduro, Touring und Urban veredelt werden, auch bei ihr kann man zwischen Leichtmetall- und Speichenrädern wählen.

Die Preise und Auslieferungsdaten werden so bald wie möglich bekannt gegeben.

Die Hauptmerkmale der Ducati Multistrada V4:

  • Ducati V4 Granturismo 1158 ccm Motor mit Ventilspielprüfung in Abständen von 60.000 km
  • Aluminium-Monocoque-Rahmen, Gitterrohr-Hilfsrahmen und Aluminium-Zweiarmschwinge
  • Mechanische Marzocchi-Federung mit einstellbarer Gabel mit Standrohren von 50 mm Durchmesser und einstellbarem Monoshock mit freitragender Anordnung. 170 mm Federweg vorne und 180 mm hinten
  • Pirelli Scorpion Trail II, 120/70-19-Zoll-Reifen vorne und 170/60-17-Zoll-Reifen hinten
  • Bosch-Brembo 10.3ME ABS-System für Kurvenfahrten
  • 320 mm Bremsscheiben vorne, Brembo M4.32 4-Kolben-Radialsättel
  • Voll-LED-Scheinwerfer mit DRL-System
  • Dashboard mit hochauflösendem 5-Zoll-TFT-Farbbildschirm
  • Ducati Multimedia-System (DMS)
  • Trägheitsmesseinheit (IMU) Bosch
  • Riding Modes
  • Ducati Wheelie Control (DWC)
  • Ducati Traction Control (DTC) EVO
  • Farbe: Ducati Red mit schwarzen Rädern

Die Hauptmerkmale der Ducati Multistrada V4 S (zusätzlich zu V4):

  • Elektronisches semi-aktives Marzocchi Ducati Skyhook Suspension (DSS) Evolution-Federungssystem mit Autoleveling-Funktion. 170 mm Federung vorne und 180 mm hinten
  • Auch mit Leichtmetall- oder Speichenrädern erhältlich
  • 330 mm Bremsscheiben vorne mit Brembo Stilema 4-Kolben-Radialsätteln
  • Voll-LED-Scheinwerfer mit DRL-System und Ducati-Kurvenlicht (DCL)
  • Freihändige-Zündung
  • Dashboard mit 6,5"-Vollfarb-TFT-Bildschirm
  • Ducati Connect mit Smartphone, Musik und Navigations-App
  • Ducati Quick Shift (DQS) Up&Down
  • Adaptive Cruise Control (ACC)
  • Vehicle Hold Control (VHC)
  • Farben: Ducati Red, Aviator Grey jeweils mit glänzend schwarzen Rädern und rotem Emblem

Die Hauptmerkmale der Ducati Multistrada V4 S Sport (zusätzlich zu V4 S):

  • Akrapovič homologierter Schalldämpfer aus Kohlefaser und Titan
  • Vorderer Kotflügel aus Kohlefaser
  • Farbe: Sport Livery mit glänzend schwarzen Rädern mit rotem Emblem

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Bericht vom 04.11.2020 | 27.990 Aufrufe

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