Honda CBR 1000 RR-R Fireblade im Vergleich

Fireblade gegen BMW, Yamaha, Ducati und Co

Der Test der neuen CBR 1000 RR-R Fireblade steht kurz bevor. Eine guter Zeitpunkt um die technischen Daten und die Ausstattung der Fireblade mit den anderen Vertretern der Klasse zu vergleichen.

Die neue Honda CBR 1000 RR-R Fireblade 2020 und natürlich die neue SP noch viel mehr sollen laut Honda deutlich radikaler werden als das Vorgängermodell. Honda möchte die umgängliche Maschine also zu einem imageträchtigen Rennstrecken-Racer machen. In dieser Story vergleichen wir die Daten und Fakten der neuen Blade. Somit können wir auch schon ein wenig abschätzen, wie die CBR im Vergleich mit den anderen Superbikes 2020 positioniert ist.

Der kurzhubige Motor der Fireblade 2020 im Vergleich

Als Basis kommt bei der Fireblade ein 4-Zylinder Reihenmotor zum Einsatz. Der Motor ist deutlich kurzhubiger als beim Vorgänger. Nun 48,5mm - bisher waren es 55,1 mm. Vergleichbar radikal ist da nur die Ducati Panigale V4-R mit gleichem Hub. Die aktuelle S 1000 RR von BMW hat zum Beispiel 49,7 mm Hub und eine 1 mm größere Bohrung pro Zylinder. Relativ langhubig ist immer noch die GSX-R mit 55,1 mm Hub und die Ninja mit 55 mm Hub.

Glaubenskrieg am Stammtisch: V-Motor oder Reihenmotor?

Große Unterschiede gibt es im Moment bei den Zylinderkonfigurationen. Einerseits bieten Ducati und Aprilia V-Motoren an. Ob aus Imagegründen und weil diese bessere Rundenzeiten hinlegen ist Diskussionsgegenstand von endlosen Stammtischgesprächen. Fakt ist: Die V-Motoren sind teurer in der Herstellung, haben geringere rotierende Massen beim Kurbeltrieb und Fakt ist sicher auch, dass ihr Imagefaktor im Moment etwas höher ist als der von den 4-Zylinder Reihenmotoren.

Doch die Anordnung der Zylinder ist nicht das einzig große Unterscheidungsmerkmal der Motoren. Von außen nicht sichtbar, aber deutlich hörbar sind asymmetrische Zündfolgen. Die V-Motoren von Ducati und Aprilia bieten unregelmäßige Zündabstände und damit einen charismatischen Sound. Yamaha erzielt dieses Sounderlebnis durch eine Kurbelwelle mit Hubzapfenversatz. Sehr ähnlich ist die Konfiguration der restlichen 4-Zylinder. BMW, Honda, Kawasaki und Suzuki zünden alle 180 Grad Kurbelwellendrehung einen Zylinder.

Titanpleuel bei der Honda

Ein dickes Plus am Stammtisch aber bestimmt auch für das Tuningpotential sind die serienmäßigen Titanpleuel der Honda. Dieses Feature bieten im Moment noch die Ducati Panigale V4 R sowie die Kawasaki Ninja ZX-10RR und die R1M. Die Aprilia, die BMW, die Panigale V4 S und die GSX-R sind im Moment nur mit Stahlpleuel ausgestattet.

Drehmoment Vergleich - Superbikes 2020

Recht logisch sind die Unterschiede beim Drehmoment. Jene Motoren welche mit mehr Hubraum ausgestattet sind, bieten mehr Drehmoment als die Honda. Die Fireblade liefert laut den Unterlagen 113 Nm bei 12.500 U/min ab. Die Aprilia RSV4 1100 Factory kommt mit 1078 Kubikzentimetern an Hubraum auf 122 Nm. Der Shiftcam Motor der BMW S 1000 RR liefert ebenfalls 113 Nm Drehmoment ab. Die variable Ventilsteuerung der BMW hat ja keinen Einfluss auf Spitzenleistung und maximales Drehmoment, sondern bietet Potential für einen breiter nutzbaren Drehmomentverlauf. Ebenfalls kräftiger drückt die Panigale V4 S mit 124 Nm bei 10.000 U/min an. Doch auch sie benötigt dafür mehr Hubraum: 1102 Kubikzentimeter!

Die radikale V4 R von Ducati liegt mit 112 Nm bei 11.500 U/Min 1Nm unter der Honda. Die Ninja von Kawasaki drückt 3 Nm mehr auf den Asphalt: 116 Nm bei 11.500 U/min. Die Yamaha R1M bietet 1Nm weniger als die Honda - 112Nm bei 11.500 U/Min. Drehmomentkaiser bei den 1000ern ist jedoch die Suzuki mit 118Nm bei 10.800 U/min.

Spitzenleistung im Vergleich in der 200PS Liga

Durchaus vergleichbar sind die Spitzenleistungswerte der 1100er mit den 1000er Motoren. Honda gibt für die neue Fireblade radikale 217PS an. Damit erreicht sie sogar die 217 PS der 1100er Aprilia und liegt über den 214 PS der V4S Panigale. BMW bietet mit der neuen S1000RR 207 PS bei 13.500 U/Min. Die Spitzenleistung der Honda liegt bei 14.500 U/Min an.

Schlüssel zu mehr Leistung: Hohe Drehzahlen!

Möglich gemacht wurde dieses hohe Drehzahlniveau bei Honda durch die Verwendung der Titanpleuel und natürlich durch die neue Schlepphebelsteuerung. Bei dieser Technik werden Tassenstössel durch leichtere Schlepphebel ersetzt. Diesen Weg gehen mittlerweile BMW, Kawasaki, Yamaha und Suzuki. Aprilia setzt auf schwerere Tassenstössel, Ducati auf die desmodromische Steuerung mit Kipphebeln.

Alu Brückenrahmen ist Standard in der 1000er Liga

Eher langweilig sind die Vergleiche der Rahmenkonzepte der einzelnen Hersteller. Mittlerweile hat sich der Aluminum-Brückenrahmen durchgesetzt. Einzig Ducati bietet mit dem mittragenden Motor samt kompakten Frontrahmen eine andere Konfiguration als sämtliche andere Hersteller.

Fahrwerksausstattung 1000er Superbikes 2020

Interessant sind die Unterschiede beim Fahrwerk. Aprilia, Ducati, Honda und Yamaha bieten in ihren Superbikes elektronische Fahrwerkssysteme von Öhlins an. Diese sind aktuell in der neuesten Version 2.0 am Markt. Alle Hersteller haben hier eine vergleichbare Hardware. Einzig die Integration der Software, das Setup und die Bedienbarkeit unterscheiden sich. Die GSX-R 1000 R kommt mit einem konventionellen Fahrwerk aus. Die Kawasaki ZX-10RR setzt auf das elektronische Fahrwerkssystem von Showa. BMW hat als Fahrwerksausrüster Marzocchi ausgewählt - ebenfalls in einer elektronischen Variante erhältlich.

Kleine Unterschiede gibt es auch bei den Bremsanlagen.

  • Aprilia RSV4 1100 Factory: 330 mm Scheiben vorne, Brembo Monobloc M50
  • BMW S 1000 RR: 320 mm Scheiben vorne, BMW Bremssättel, Hersteller Hayes
  • Ducati Panigale V4 S: 330 mm Scheiben vorne, Brembo Monobloc M50
  • Honda Fireblade: 330 mm Scheiben vorne, Brembo Monobloc M50
  • Kawasaki ZX-10RR: 330 mm Scheiben vorne,Brembo Monobloc M50
  • Suzuki GSX-R 1000 R: 320 mm Scheiben vorne, Brembo
  • Yamaha R1M: 320 mm Scheiben vorne, Nissin

Felgen und Reifen im Vergleich

Identisch ist die Auswahl der Felgendimension der Superbikes. Alle setzen auf 3,5“ Zoll Felgen vorne und 6,0 Zoll breiten Felgen hinten. Unterschiede gibt es jedoch bei den gewählten Pneus: Die Japaner sowie BMW und Aprilia setzen auf eine 55er Höhe hinten. Die Ducatis verwenden einen etwas höheren 60er Pneu. Bis auf Suzuki und Kawasaki hat sich serienmäßig die 200er Dimension hinten durchgesetzt. Suzuki und Kawasaki vertrauen auf 190er Pneus.

Elektronikpaket im Vergleich

Wie das Elektronikpaket der neuen Honda Fireblade in der Praxis funktioniert wird sich zeigen. Doch mittlerweile bieten hier die Hersteller ein unvorstellbar hohes Niveau an. Bei sämtlichen Superbikes greifen ABS und Traktionskontrolle auf eine Gyrosensorbox zu. Am Papier wirkt das Honda Paket topmodern. Das 6-Achsen-Gyroskop dient als Sensorbasis für sämtliche Systeme. 5 Powermodi stehen zur Verfügung, die Motorbremse ist 3 fach einstellbar. Die Traktionskontrolle ist 9-fach regelbar - getrennt von der Wheelycontrol. All diese Werte sind mindestens identisch mit den derzeit besten Systemen von Ducati, Yamaha und BMW.

Auch das Display ist mehr als konkurrenzfähig. Geboten wird bei der Honda ein 5“ TFT Display. In die Jahre gekommen wirkt dagegen das System von Kawasaki und auch jenes an der Suzuki. Die anderen Hersteller bieten ebenfalls hochauflösende TFT Displays an.

Gewichtsvergleich aktuelle Superbikes

Honda verspricht für die Fireblade 2020 201kg vollgetankt. BMW gibt bei der neuen S 1000 RR 197kg an, die Kawasaki ZX-10RR kommt auf 206kg die SE mit dem elektronischen Fahrwerk auf 208 kg. Die Suzuki GSX-R 1000 R liegt bei 203 kg und die Yamaha R1M mit elektronischem Fahrwerk bei 202 kg. Die Ducati V4-S gibt 195 kg an. Unterboten wird das nur von den Angaben von BMW für die S1000RR inklusive M Paket. Mit den Carbonfelgen kommt die BMW auf 193,5kg.

Preisvergleich Superbikes 2020

Als Geschäftemacherei darf man die Quickshifter Ausstattung der Honda Fireblade 2020 bezeichnen. In der RR-R Version ist dieser Aufpreispflichtig, in der SP Version natürlich inklusive. Die SP Version kostet in Österreich 30.490 Euro. Die Ducati Panigale V4-S liegt zum Vergleich bei 33.995 Euro. Die In Deutschland wird der Preis der Fireblade bei ca. 25.600 Euro liegen.

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Am Papier präsentiert sich die neue Fireblade in sämtlichen Bereichen konkurrenzfähig - in einigen sogar führend. Der Test der Maschine findet am 29. Januar 2020 statt. Der Test wird am 30. Januar im 1000PS e-Mail Newsletter verfügbar sein. Danach auch hier online auf 1000PS.

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Bericht vom 27.01.2020 | 17.333 Aufrufe

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