Indian Challenger 2020 - Ein Reise(t)raumschiff mit Power V2

Wird das eine Challenge für den Spartenprimus aus Milwaukee?

Challenger ist in den USA ein geschichtsträchtiger Name für Fortbewegungsmittel, nach Automobilbau und Raumfahrt, gibt es nun auch im Motorradbau ein Modell Namens Challenger und zwar aus dem Hause Indian. Bis ins Weltall kommt man damit zwar nicht, aber weite Strecken sind dennoch die Domäne des Baggers mit Halbschale. Angetrieben wird die Challenger von einem eigens entwickelten, überaus potenten V2 Aggregat. Kann dieses Bike im hart umkämpften Segment der Powercruiser bestehen?

Ein einsamer Highway irgendwo in den Vereinigten Staaten, der Wind streift durchs Haar und man hört den blubbernden Sound eines massiven V2. Diese Vorstellung spukte den Designern wohl im Hinterkopf herum als sie dieses Schlachtschiff entwarfen.

Herzstück V2 Powerplus

Neben viel Chrom und je nach Variante mattem oder glänzendem Lack, ist der leistungsstarke V2 sicher das Highlight der neuen Challenger. Beeindruckende Leistungsdaten, wie 178 Nm Drehmoment bei 3.800 U/Min und 121,6 PS, stehen einem Powercruiser gut zu Gesicht. Die Motorkonstruktion mit obenliegenden Nockenwelle und vier Ventilen pro Zylinder ist bereits aus der Indian Scout bekannt, reift aber erst in diesem Aggregat zu wahrer Größe. Reid Wilson, seines Zeichens Vice President bei Indian erklärt dazu: „Unser Ziel war es Fahrer anzusprechen, die verstehen, dass kleine Details manchmal einen großen Unterschied machen können. Wir haben keinen Stein auf dem anderen gelassen um ein neues Level an Power, Handling, Komfort und Technologie zu erreichen.“

Style und Technik der Indian Challenger

Der Bagger kommt in einer breiten Farbpalette daher, diese gliedert sich wie folgt:

  • Titan in der Grundversion
  • Mattschwarz, -weiß, oder -sandfärbig in der Dark Horse Variante
  • Schwarz, Rot, oder Blau glänzend als Limited

Die auffällige Halbschale zieren LED-Tagfahrlichter, die den runden Hauptscheinwerfer umrahmen. Vaulis Meinung: „Könnte auch die Motorhaube eines AIXAM Cabrios sein.“ Und tatsächlich: das ist schon ein massiver Auftritt für ein einspuriges Fahrzeug. Verglichen mit der Front wirkt sogar das Heck mit den jeweils 35 Liter fassenden Taschen zierlich. Das aufgesetzte Windschild lässt sich 8 cm in der Höhe verstellen.

Genauso beeindruckend, wenn nicht noch beeindruckender, ist das Innenleben der Halbschale. Ins Auge springt einem insbesondere der 7 Zoll Touchscreen direkt unter den Instrumenten. Das Smartphone lässt sich wahlweise via USB-Kabel oder Bluetooth mit dem System verbinden. Ein 100 Watt Soundsystem sorgt für die richtigen Vibes, sollte man diese nicht schon durch den, unter einem bollernden, V2 erhalten haben. Wer so aufgeheizt nach Abkühlung lechzt, wird bei den verstellbaren Luftdüsen fündig.

Tourentaugliche Features

Das Navigationsgerät, welches bei den Modellen Dark Horse und Limited serienmäßig verbaut ist, bietet neben Turn-by-Turn Navigationsbefehlen zwei Besonderheiten: Auf Wunsch kann man sich zum einen die aktuelle Verkehrsinformation und zum anderen die Wetterlage graphisch auf der geplanten Route einblenden lassen. Nimm das, Google Maps!

Als Gustostückerl für lange Touren, hat Indian der Challenger neben dem über 22 Liter fassenden Tank einen echten Overdrive im Sechsganggetriebe spendiert. Dieser reduziert die Drehzahl bei Überlandetappen und hilft so Sprit zu sparen. Ein wartungsarmer Riemenantrieb macht sich da ebenfalls positiv bemerkbar.

Elektronik- rohe Gewalt oder Rundum-sorglos- Paket

Alle Varianten bieten drei Fahrmodi: Rain, Road und Street. Hinsichtlich der Fahrhilfen unterscheiden sich die Modelle Dark Horse und Limited von der Standard Challenger. Während man außer Tempomat, Keyless Go und ABS in der Grundvariante keine modernen Helferlein vorfindet, spielen die beiden Top-Versionen mit Kurven-ABS, schräglagenabhängiger Traktionskontrolle und einer sogenannten „Drag Torque Control“, die einen den nächsten Ampelstart herbeisehnen lässt, alle Stückeln.

Dieses von Indian als „Smart Lean Technology“ bezeichnete System, lässt sich wörtlich mit schlauem Lehnen übersetzen und ist sicher eine feine Sache. Dennoch 178 Nm ohne Traktionskontrolle- das ist was für ganz harte Hunde und wir finden es beachtlich, dass man so etwas 2020 noch neu käuflich erwerben kann.

Gewicht: ausreichend – Sitzhöhe: niedrig

Trotz Alurahmen ist die Challenger mit einem Trockengewicht von 361 bzw. 365 Kilo kein Leichtgewicht im engeren Sinn. Durch eine Sitzhöhe von nur 672 mm lässt sich die Maschine aber auch im niedrigen Geschwindigkeitsbereich und beim Rangieren sicher bewegen.

Immens wichtig für die große Tour: Fahrwerk und Bremsen

Für flottere Geschwindigkeiten ist der Powercruiser aber natürlich auch gerüstet. Denn das Fahrwerk mit einer 43mm USD Gabel vorne (130mm Federweg) und einem hydraulisch einstellbaren hinteren Federbein, ist die Challenger absolut touring-tauglich. Ist man dann einmal etwas zu schnell dran, hilft eine feine Bremsanlage aus dem Hause Brembo beim sicheren Verzögern. 320mm Doppelscheiben mit radial montierten 4-Kolben Bremssätteln vorne und eine 298mm Einzelscheibe mit 2-Kolben Sätteln hinten, sind ein solides Rüstzeug.

Räder und Zubehör

Segmenttypisch rollt die Challenger auf 16 Zöllern hinten in den Dimensionen 180/60 und 19 Zöllern vorne in den Dimensionen 130/60. Erstausstatter ist Metzeler mit dem Cruisetec. Über 70 Zubehörteile, von Fußrasten über Lenker bis hin zu einer noch leistungsfähigeren Soundanlage gibt es Vieles was das Herz begehrt bereits zum Modellstart für die Indian Challenger. Wer sich inspirieren lassen möchte, kann bei den Rogue und Tour genannten vorgefertigten Collections Maß nehmen.

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Bericht vom 29.10.2019 | 18.770 Aufrufe

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