Pannen gekonnt meistern
Infos zu Zubehör und Sicherheit
Eine Panne ist immer ärgerlich. Insbesondere dann, wenn es sich womöglich nur um eine Kleinigkeit handelt, aber das Werkzeug zum Ausbessern fehlt. Welches Zubehör unterwegs nicht fehlen sollte, um sich im Ernstfall selbst helfen zu können, nachfolgend thematisiert. Zudem Tipps für die persönliche Sicherheit.
Probleme mit der Kette
Der klassische Kettenantrieb ist bei vielen Motorrädern gängig. Im Vergleich zu Zahnriemen und Kardanwelle ist die Kette zwar günstiger, aber auch wartungsintensiver. Wird die Pflege vernachlässigt, kann sich die Kette lockern, abspringen oder gar reißen und zu heftigen Stürzen führen. Um vorzubeugen, wird die Kette auch während langer Touren gesäubert und geschmiert. Ist es trocken, sollte die Reinigung und Pflege mit einem Schmiermittel spätestens nach 1.000 Kilometern erfolgen. Bei Nässe häufiger. Allerdings beeinflusst auch die Art des Kettensprays die Häufigkeit. Wie es richtig geht, verrät das Tutorial von Auto- und Motorradwerkstatt Maximilian Lorenz: https://www.youtube.com/embed/w282yi5EjWw
Um sich das Putzen und Fetten der Kette unterwegs zu erleichtern, wird das Hinterrad mit einem mobilen Wagenheber angehoben. Ein praktisches Produkt ist dahingehend der sogenannte Liftstick des Motorradteile-Händlers Louis. Dank dieses Zubehörs, das in etwa so handlich wie eine Luftpumpe ist, lässt sich das Motorrad mit wenigen Handgriffen hinten leicht erhöht platzieren, um das Rad mühelos zu drehen. Das Bike steht dann auf Liftstick, Seitenständer und Vorderrad. Die Handbremse wird fixiert, damit das Motorrad nicht wegrollt.
Stellt sich heraus, dass die Kette nicht nur gepflegt, sondern auch gespannt werden muss, sollte diese Wartungsarbeit schnellstmöglich erledigt werden. Welche Wagenheber (auch für Motorräder) für welche Einsatzzwecke empfehlenswert sind und welche Modelle sowie Marken dahingehend überzeugen, hat ein unabhängiges Beratungsportal zusammengefasst. Im Wagenheber-Ratgeber wurden solide Markenprodukte detailliert beschrieben.
Reifenreparatur ohne Reifenwechsel
Eine Reifenpanne gehört zu den besonders unangenehmen Zwischenfällen, die für viele Touren das Aus bedeutet. Diejenigen, die hingegen schlauchlose Reifen fahren und gut ausgerüstet sind, können das Problem ohne fremde Hilfe lösen. Wie das geht, hier im Überblick:
- Zange: Hat sich ein Nagel oder Ähnliches in den Reifen gebohrt und ein Loch verursacht, muss der Fremdkörper zunächst entfernt werden. Lässt er sich noch greifen, ist eine Kneifzange ein nützlicher Helfer. Diese gibt es in kompakter Größe auch für unterwegs. Steckt der Fremdkörper zu tief zum Entfernen, wird er zur Not in den Reifen gedrückt. Entscheidend für die Reparatur ist, dass das Loch im Gummi frei wird.
- Reparatur-Set: Ein Reifen-Pannenset ist für rund 20 Euro erhältlich und darf bei keiner Fahrt fehlen. Diese Sets haben ein geringes Packmaß und passen in jedes Helmfach oder lassen sich im Rucksack mitführen. Sie umfassen in der Regel eine Reibahle zur Säuberung des Lochs, damit die ebenfalls im Set enthaltenen Gummistreifen zum Flicken optimal platziert werden können. Überschüssiger Gummi wird mit dem Cutter-Messer des Sets entfernt.
- Kartuschen: Um nach der Reifenreparatur ein Mindestmaß an Druck im Reifen aufzubauen und mit geringem Tempo weiterfahren zu können, gehören in Reparatursets CO2-Kartuschen. Ein Adapter ermöglicht die Verbindung zwischen Ventil und Kartusche. Anschließend wird der Reifen schnellstmöglich an der nächsten Tankstelle aufgepumpt.
Eine Alternative zu Kartuschen ist die Verwendung kleiner Kompressoren zum Aufpumpen. Diese Mini-Kompressoren sind derart klein, dass sie gut in Transportboxen beziehungsweise Biker-Taschen verstaut werden können.
Tipp: Geschwindigkeit und Fahrtstrecke sind bei einem selbst geflickten Reifen begrenzt. Es handelt sich um eine Notlösung der Austausch des Reifens muss zeitnah erfolgen. Über die Vorgaben und Empfehlungen informiert die Anleitung des Reparatur-Sets. Das Tempo kann auf maximal 60 km/h und die Distanz auf maximal 400 Kilometer beschränkt sein.
Für Reifen mit Schlauch präsentiert der Handel Pannensprays inklusiv Verdichtungsmittel. Das Spray schließt das Loch und sorgt gleichzeitig für Reifendruck. Auch hier ist keine Demontage des Reifens erforderlich.
Wichtiges Bordwerkzeug
Grundsätzliche sollte bei Motorradtouren und Reisen folgende Grundausstattung mitgeführt werden, um auf typische Pannen vorbereitet zu sein:
- Reifenreparatur-Set / Pannenspray
- Zange
- einige Kabelbinder in verschiedenen Größen (z.B. zum provisorischen Fixieren von defekten Kleinteilen)
- Textilklebeband
- Draht
Auf Fernreisen sind unter anderem Ventilausdreher, Ersatzschlauch, Schlauchschellen, Schrauben, Muttern, Kettenglieder, Kettentrenner und Montierhebel zusätzliche Begleiter für technische Probleme.
Sicherung der Pannenstelle
Wer mit dem Motorrad liegenbleibt, sollte sich zunächst um seine eigene Sicherheit kümmern. Dabei ist der Straßenverkehr im Blick zu behalten und das Motorrad sicher abzustellen. Zudem gilt:
- Warnblinkanlage (falls vorhanden) einschalten!
- Motor abstellen!
- Warnweste anziehen!
Obwohl motorisierte Zweiradfahrer kein Warndreieck mitführen müssen, ist es für die optimale Absicherung der Pannenstelle ratsam vorzusorgen. Praktisch sind alternative Überzieher für den Motorradhelm. Diese textilen Hauben sind extrem platzsparend und somit problemlos unterzubringen. Sie werden im Ernstfall einfach über den Helm gestülpt und dieser dann in ausreichend Abstand zum Motorrad auf der Straße abgelegt. Ein reflektierendes Warndreieck auf dem Stoff warnt andere Verkehrsteilnehmer und erhöht so die Sicherheit für alle Beteiligten. Weitere Informationen zum Thema Warndreieck für Motorradfahrer hat das Institut für Zweiradsicherheit online arrangiert.
Bild: Skica911 / H_Waii via pixabay.com
Bericht vom 22.08.2020 | 5.823 Aufrufe