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Honda für Anfänger
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Abenteuer: Fahren ohne Führerschein
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Erstmal reinschnuppern. Ist das was für mich? Einen leichten Einstieg
in die Faszination Motorrad' ermöglicht Honda Interessenten beim
'Fahren ohne Führerschein'. Neugier siegt: Sinje Welte (22) ist dabei
Am liebsten hätte ich ja direkt den Motorradführerschein zusammen mit
dem fürs Auto gemacht. Aber erstmal fehlte das Geld und mit dem
Autofahrenlernen hatte ich zunächst genug zu tun. Die sind ja sowieso
alle ziemlich wahnsinnig unterwegs auf den öffentlichen Straßen, hab ich
gleich gemerkt. Schon beim Rollerfahren, was mir als Teenie jede Menge
Spaß machte und mir das Maß an Freiheit bescherte, was ich damals
bereits unbedingt benötigte. Zum Reiten fahren, zu den Freundinnen und
zur nächsten Party, ohne die Oldies immer deswegen anbetteln zu müssen.
Und je schneller und schräger umso lieber war mir das Rollerfahren.
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Mit dem Auto geht es nur von A nach B, ohne diesen tollen Drive, das
direkte und ungefilterte Fahr-Feeling beim Kurvenfahren, die
Beschleunigung. Mit mehr Power müsste das Zweiradfahren noch mehr Fun
bringen. Wenn das nur nicht alles so teuer wäre, der Schein und dann
noch das Moped dazu. Und könnte ich so ein Teil überhaupt beherrschen?
Da sitzt du ja ganz anders drauf als auf einem Scooter...
Super, dass die von Honda so ein 'Anschnuppern' ermöglichen, ohne mich
gleich in fette Kosten stürzen zu müssen. Anmelden easy online bei
Honda.de, ich bin dabei, in Solingen Anfang Mai, bei Honda Fischer und
Böhm. Das Wetter ist durchwachsen, egal, wenn ich dran denke, wie ich
damals fast eine ganze Stunde im strömenden Regen fahren musste, bis ich
die Roller-Prüfung endlich bestanden hatte.
Im Motorradshop von Fischer und Böhm melde ich mich an, werde mit meinem
Namensschild und Kaffee bestens versorgt. Die komplette Montur darf ich
mir aus dem Lkw von den Hondaleuten aussuchen, meinen alten Rollerhelm
hab ich dabei. Auf gehts mit bestimmt zwölf anderen Teilnehmern, rüber
zum Parkplatz einer Supermarktkette. An diesem Sonntag haben wir dort
freie Fahrt. |
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Echt schattig ist es. Herr Böhm wünscht uns dennoch jede Menge Spaß mit
den so super bereit gestellten Mopeds. Das Neueste vom Neuen: schnittige
125er Mopeds, eine etwas breitere CBF 600 und dazu die brandneuen Honda
NC700-Modelle. Da beginnt es im Bauch heftig zu kribbeln.
Drei Helfer stehen uns zur Verfügung. Im dicken Wollpulli hält
Fahrlehrer Wolf aus Solingen eine kurze Ansprache, die Gruppen werden
eingeteilt, ich halte mich erstmal an den Roten. Der Nieselregen
tropft mir vom Visier, die anderen drängeln sich vor. Endlich komme ich
auch dran! Aufbocken auf dem Hauptständer der kleinen 125er, das kenne
ich doch schon vom Rollerfahren. Die anderen drehen schon ihre ersten
Runden und sehen aus, als wenn sie nie was anderes gemacht hätten. Frust
kommt auf, ich will endlich faaaaahren! Die Angaben vom Roten gehen
bei mir etwas unter in der Aufregung. Wie geht das mit dem Starten und
wo? Kupplung, Gas, Bremse, Hand und Fuß, wie jetzt nochmal? Und in
welcher Reihenfolge? Erster Gang unten, und dann? Leerlauf? Wie rollt
das Ding an? Hab irgendwie Angst, mit dem Fuß zwischen Schalt- und
Fußraster hängen zu bleiben. Lass die Füße erstmal mitschleifen, die
Kupplung soll aber schleifen und dann langsam Gas geben und kommen
lassen. Der Rote hängt an mir dran, rennt erstmal ein Stückchen
sichernd mit, bis er mir die Freiheit gibt. Aber so richtig weiß ich
noch nicht Bescheid: was muss ich jetzt in der Kurve machen? Ich mach'
das erstmal wie beim Rollerfahren, aber das ist schon länger her … Die
ersten Runden geht es eher langsam und bedächtig im ersten Gang über den
Platz. Aber jetzt soll ich anhalten. Wie geht das? Füße runter, geht ja
einfach bei der Kleinen 125er, muss ich die Kupplung ziehen? Bremse,
welche, beide, oder nur eine?
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Der Spruch des Tages: Wenn irgendwas komisch ist, bremsen und dabei
immer Kupplung ziehen!
Immer beide Bremsen nehmen, sagt der Beige. Von dem bekomme ich
jetzt die NC700. Die macht schon mehr her, fühlt sich bei meiner Größe
von 174 Zentimetern auch schon passender an, nicht ganz so spillerig.
Der Mann in beige erklärt nochmal in Ruhe, wie das mit dem Anfahren und
dem Kupplung-Kommen-Lassen und Gasgeben geht. Das klappt mit der
schwarzen NC auch schon viel besser, geht geschmeidiger. Dann fordert er
mich auf, mich mehr zu trauen: Du kannst jetzt hier ruhig schon mal
probieren, zwischen den roten Hütchen Slalom zu fahren. Ich wünsche mir
einen 'Knopf im Ohr', wie damals in der Fahrschule. Mit direkter
Anleitung und Hilfestellung. Nach dem Slalom kommt die Kurve und ein
anderer mir in den Weg.
Ich halte lieber an und fühle mich etwas
hilflos. Wie jetzt einlenken in so eine enge Kurve? Ein Bekannter kommt
mir zu Hilfe, die drei Instruktoren sind mit den anderen in der relativ
großen Gruppe beschäftigt. Zwei sind schon im Nassen gestürzt, aber
harmlos. Und schocken kann mich das nicht, hab mit mir selber genug zu
schaffen. Nach einer Spezialerklärung vom Bekannten nur für mich komme
ich wieder in Schwung. Dann gerate ich an den Fahrlehrer. Der erklärt
mir, wie ich ohne Ruckeln die Kurve langsam durchfahren kann, wie ich
dann hochschalten kann in den Zweiten, erklärt nochmal genau, wo der
Leerlauf ist, wo ich das an der Anzeige sehe - und wie ich dann am
besten und sicher anhalten kann. Herz fassen, eine kleine Mutprobe und
ich schaffe es in den zweiten Gang. Jetzt flutscht es besser! Da geht
was!
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Erleichtert geht mir erheiternd der Song von Deichkind durch den
Kopf: Leider geil! Wenn ich jetzt nur mal noch schneller fahren könnte
aber dafür ist der Platz jetzt zu klein, zu viele von den anderen
unterwegs. Und da kommt schon die Ansage zur letzten Runde. Zwei Stunden
sind schon rum? Nochmal her mit der kleinen 125er! Die ist es aber jetzt
nicht mehr, mehr Leistung muss auf jeden Fall her! Mit den Größeren
lässt es sich viel leichter händeln, das Zusammenspiel von Gas, Kupplung
und Bremse. Bin der Sache nun viel näher gekommen. Der Wunsch, den
Schein zu machen, ist nun noch größer. Fahrlehrer Wolf muss mich zum
Schluss wieder etwas runter holen: Mit mindestens 1500 Euro müsstet ihr
wohl schon rechnen. Das trifft tief, denn der Preis ist heiß und
müsste erst mal hart erarbeitet werden. Aber die Sehnsucht nach dem
richtigen Motorradfahren ist noch mehr auf Touren gekommen. Mein Fazit:
Super ist das sorgenfreie Ausprobieren-können! Mich hat sie gepackt, die
'Faszination Motorradfahren'. Ich wäre dabei, weil: Leider geil!
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Text/Fotos: Sabine Welte |