Vier Jungs und ein Jubilar, der Vater wird

Casey Stoner, Valentino Rossi, Dani Pedrosa und Toni Elias stellten sich in Jerez den Journalistenfragen gemeinsam mit Loris Capirossi, der viel zu feiern hat.

Vier Jungs und ein Jubilar, der Vater wird

Nachdem beim Saisonauftakt in Katar alles einen Tag früher stattgefunden hatte, war es in Jerez wieder der traditionelle Donnerstag, an dem sich fünf Piloten den Fragen der Journalisten stellten. Diesmal waren zwei Spanier, zwei Italiener und ein Australier angetreten, um noch einen Blick auf das kommende Wochenende zu richten.

Da er aufgrund seiner Nationalität massiv in der Unterzahl war und außerdem noch der Sieger des Auftaktrennens ist, durfte Casey Stoner als erstes loslegen. Und dabei stapelte er gleich einmal tief: "Es ist eine lange Saison, also müssen wir die Form von Katar beibehalten. Ich weiß nicht, wie lange ich noch an der Spitze der Meisterschaft sein werde, also ist es vielleicht am besten, das zu genießen und jetzt die Fotos zu machen." Die Worte waren anscheinend wohl gewählt, denn nach der guten Leistung in Katar, wo Stoner vor allem die Performance der Ducati gefreut hatte, geht es in Jerez auf etwas anderes Terrain. "Wir kommen hier an eine andere Strecke, wo die Tests nicht so gut gelaufen sind wie in Losail", bemerkte Stoner.

Einer, für den die Tests ausgezeichnet gelaufen sind, kam nach dem Australier zu Wort. Valentino Rossi, der nach fünf sieglosen Rennen endlich wieder gewinnen will und seine Siegstatistik in Jerez damit auf sieben ausbauen würde, kommt mit einem besonderen Gefühl nach Südspanien. "Jerez ist ein spezieller Ort für mich. Ich erinnere mich noch an die Tage bei Aprilia, als ich hier viel getestet habe und ich bin hier schon viele Rennen gefahren", sagte er. Was für ihn noch zu Jerez gehört, sind die Fans und das volle Fahrerlager, was er als "normalen GP in Europa" bezeichnete.

Was Rossi in keinem Fall beunruhigt, ist das Rennen in Katar. "Ich denke, es gab einen riesigen Kraftunterschied zwischen uns und Ducati in Katar, aber ich glaube, das wird in Ordnung sein, wenn wir das Test-Setup vom Vormonat hier verwenden", sagte er. Doch ein kleines Fragezeichen hatte auch Rossi nach den guten Tests noch. "Ich war wegen meiner Rennsimulation etwas besorgt, weil sie nicht so schnell war, wie ich das erwartet hätte. Aber wir werden sehen."

Toni Elias ist auch bei seinem Heimrennen wieder ein Außenseiter-Tipp und deswegen wird er sich weniger mit den Fans als mit seiner Arbeit beschäftigen. "Es ist hier eine großartige Atmosphäre, aber es ist für mich wie jeder andere Grand Prix, wenn es darum geht, was ich tun muss", meinte er. Obwohl ihn die neuen Reifenregeln nicht wirklich stören, hat er aufgrund der Reifen dennoch ein Problem, wo es für ihn in jedem Fall etwas zu tun gibt. "Die neuen Reifenregeln ändern nicht viel für mich, aber das Problem, das wir jetzt haben ist, das richtige Setup zu finden, weil wir aufgrund des Wechsels zu Bridgestone in der Preseason eine Verzögerung hatten."

Keine Verbindung zur Wintersaison mehr sieht Dani Pedrosa. "Der Grand Prix wird anders als das Testen", meinte er. Damit übte auch er sich in Zurückhaltung, war er doch bei den Testfahrten in Jerez bei den Schnellsten dabei. Wie die anderen sah auch er den Leistungsvorteil von Ducati diesmal nicht so ausschlaggebend. Sehr bedeutend scheint für ihn dafür der Wechsel zu 800cc-Motorrädern gewesen zu sein. "Ich denke, bereits nach einem Rennen habe ich mit der 800er mehr Spaß als mit der 990er." Und auch das Wochenende verspricht für ihn aufgrund der zahlreichen Fans viel Spaß, auch wenn der manchmal etwas zu weit geht. "Dieses Rennen hat eine völlig andere Atmosphäre, aber das stört mich nur, wenn ich auf die Toilette muss oder durch das Paddock gehe, nicht wenn ich auf der Strecke bin."

Neben den vier noch recht jungen Fahrern - Rossi wirkt einfach so - saß auch ein Routinier mit am Tisch, der in Jerez ein kleines Jubiläum zu feiern hat. "Ich werde dieses Wochenende meinen 250. Grand Prix fahren, aber ich genieße das Fahren immer noch so wie bei meinem ersten Rennen", sagte Loris Capirossi. Und vor allem an Jerez hat er gute Erinnerungen, da er im Vorjahr hier gewinnen konnte. "Ich bin bereit, morgen wieder durchzustarten, nachdem Casey so eine gute Leistung gezeigt hat. Ich bin hier zuversichtlich, auch wenn ich nicht so einen guten Test gehabt habe", meinte er. Doch für Capirossi gibt es an diesem Wochenende noch etwas viel Wichtigeres als Jubiläen oder den Rennsieg. "Dieses Wochenende wird für mich sehr speziell, da ich die Geburt meines Sohnes erwarte. Ich habe meiner Frau gesagt, sie soll versuchen, bis Sonntagabend durchzuhalten."

©adrivo Sportpresse GmbH
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Foto: ©Ducati

Bericht vom 22.03.2007 | 1.844 Aufrufe

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