BMW Bikermeeting 2006

Der Abgelderte wurde mit der BMW F 800 S auf die lange Reise zum Bikermeeting Garmisch Patenkirchen geschickt. Klarerweise hat er sich der bayrischen Lebensweise schnell angepasst und viele Maß und einige Haxn vernichtet.

 BMW BIKERMEETING IN GARMISCH-PARTENKIRCHEN 


Gerstensaft statt Blasentee: 

Ich bin definitiv kein Freund von Motorradtreffen, zu viele Menschen, zuviel Chaos und zu später Stunde Menschen die nicht mehr Herr ihrer Sinne sind und mittels Faustwatschn kommunizieren. Doch es gibt eine Ausnahme, das BMW Bikermeeting in GAP. Viele werden sich jetzt denken: "Na klar, dem Abgelederten gefällt das Apothekertreffen mit sanftem Blasentee am Besten" Weit gefehlt Freunde, das Bikermeeting ist weder fad noch wird zu knapp gefeiert. 2004 durfte ich schon einmal nach Garmisch Patenkirchen fahren und war begeistert aufgrund der tollen Stimmung. 

Neben der üblichen Bierzeltorgie gab es tagsüber sinnvolle Tätigkeiten zum Thema BMW Motorräder. Außerdem wurde die neue R 1200 R der Öffentlichkeit vorgestellt. Ich durfte damit leider keine Runde drehen obwohl ich so lieb bitte gesagt habe. Einer Besucher des Bikermeetings durfte mit der R nach Hause fahren, er hatte das Glück beim Gewinnspiel die richtige Losnummer zu ziehen.

 

Auszüge aus dem reichhaltigen Programm: 

Offroad Trainings im Enduropark: 
Sind nicht ohne und selbst ein Laie hat Spaß und infiziert sich eventuell mit dem Offroad Virus. Sensationell, was mit einer 12er GS alles möglich ist, wenn man die Basics erklärt bekommt.

Geführte Touren:
Die Umgebung von Garmisch ist ein Motorradparadies, als Teilnehmer des Treffens konnte man gratis von einem Guide durch die Gegend geführt werden.

Probefahrten mit allen aktuellen BMW Modellen: 
Selbstverständlich auch gratis. Der Stand war ständig vollbesetzt und die Damen und Herren kamen mit dem Ausfüllen der Probefahrtzettel nicht nach.

Offroad und Freestyle Show:
Die beiden Offroad Profis Simo Kirssi und Chris Pfeiffer haben die Menge staunen lassen. Auf dem engen Parcours haben die beiden Feuer gegeben, dass die Reifen geraucht haben. Wie immer bei solchen Vorführungen dachte ich daran, dass ich eigentlich ein sehr schlechter Motorradfahrer bin. Bei der Streetbike Freestyle Show von Chris Pfeiffer war der Ofen endgültig aus bei mir und ich musste mein angeschlagenes Selbstbewusstsein mit einem Maß Bier aufrichten.

Die Organisation war perfekt, überall waren Infostände und jeder Teilnehmer hat ein Programmheft bekommen mit allen Uhrzeiten, Notfalladressen und einem Lageplan. Besonders auffallend war die hohe Dichte an Italienern, ich konnte auch dieses mal nicht herausfinden wieso bzw. was für die Italiener den hohen Reiz des Treffens ausmacht. Aber auch sonst war die halbe Welt zu Gast, Amerikaner, Neuseeländer, Russen und sogar Japaner waren mit ihren eigenen Bikes vor Ort.

Customisierung auf bayrisch, 2 von unzähligen Umbauten auf dem BMW Bikermeeting
Spielzeug für Motorradfreaks, rechts die Einsatzfahrzeuge des Herrn Pfeiffer und links ein Original Motorrad aus dem BMW Powercup. 

 

Highlight Bierblosn:
Wie jedes Jahr ist die Band "Bierblosn" aufgetreten. Mit derben Schmähs und Gassenhauern a la "Der Gockola ist da" haben die Jungs in den Lederhosen die Halle zum Kochen gebracht. Schön war auch die Textzeile "Mir kriagn von BMW was ma wollen und müssn nix dafür zoin" Es darf geraten werden, worum es sich handelt. Korrekt! Viele 1 Liter Biergebinde auf Kosten des Gastgebers. Auch schön: "Uns zieht keiner die Lederkombi aus, shalala". Wunderbar!

   

Die "Messehallen" waren gut besucht, man konnte sich alle Informationen zu BWM Motorrädern und Zubehör holen. Das Personal hat sich redlich gemüht die vielen Anfragen zu beantworten.

Die englischen Fans sind noch immer die Besten, egal ob beim Fußball oder bei Motorradevents. Die Herren rechts auf dem Foto haben 3 Tage durchgefeiert ohne zu Jammern.  Meine Abstinenz am letzten Abend vor der Heimfahrt wurde nur belächelt. "You are such a Sissy", frei übersetzt "Du bist ein arger Warmduscher"
 

Ich bestelle nie wieder große Bier in Bayern:

Ein großes Bier in Bayern ist ein Liter Bier, also in österreichischen Gebinden 2 große Bier. Es trinkt sich bedauerlicherweise auch recht leicht - wenig Kohlensäure, die Hitze des Festzelt. Es waren definitiv mehr als zwei die meine Kehle runtergeronnen sind aber sei es drum. Was das wirklich nette am BMW Bikermeeting ist, man lernt jedes mal sympathische Menschen aus aller Welt kennen.

Offensichtlich sind BMW Fahrer geselliger und tauschen ihre Erfahrungen gerne mit anderen Menschen aus. Ich zum Beispiel habe gelernt, dass die Unterfranken (Bayrisches Teilvolk) wesentlich fleißiger sind als der Rest der Welt und dass aus Augsburg nicht nur die Puppenkiste kommt. Außerdem weiß ich jetzt warum die Bayern keine ganzen Socken zur Lederhosen tragen, es ist nämlich so, dass die früher so arm waren, dass die Socken zerrissen sind und übrig geblieben ist nur das bekannte Wollband am Unterschenkel. Gut, ist vielleicht nicht wirklich die weltbewegende Information, es soll nur zeigen, wie gesellig es  auf dem Bikermeeting zugeht. 

Alkoholische Totalausfälle oder Schlägereien hat es meines Wissens auch nicht gegeben. Motorradfahrer aus aller Welt kommen zusammen und frönen ihren Hobbies. Einen Punkt, der zu kritisieren ist, gibt es doch. Die Band Lonely Planet hat sich zwar bemüht, aber mit der Stimme der Sängerin lässt sich eine Kurbelwelle ohne Probleme hohnen (Copyright: Peter S. Starjournalist).

 
Göttliche HP2 Supermoto, Gott sei Dank stand kein Preiszettel drauf, sonst wäre ich wahrscheinlich kollabiert.
Besucher aus aller Herren Länder. Meine persönlichen Favoriten waren die Vereinigten Arabischen Emirate und Japan. Um den Preis der weitesten Anreise zu gewinnen muss man von sehr weit hergekommen sein.
 

Reisebegleitung F 800 S:

Die "kleine" 800er mit ihrem Paralelltwin war eine sympathische Reisebegleiterin. 85 PS reichen für eine flotte Fahrt völlig aus und in Punkto Ergonomie und Sicherheit kommt kaum ein Hersteller an BMW heran. Besonders positiv aufgefallen ist das ABS, war es bei BMW oft hart an der Entmündigungsgrenze setzt das ABS bei der F 800 S erst im letzten Moment ein. Die Koffer der F 800 S verdienen höchstes Lob. Ohne viel Gepäck extra schlank, aber wenn notwendig kann der Koffer wie eine Ziehharmonika auseinander gezogen werden. Kritikpunkte: relativ lautes Getriebe und ab 4000 Um/min wirkt der Motor äußerst rau. Eine Autobahntortour von 500 km lässt sich mit der F 800 S leicht absolvieren und auch auf den Strasse rund um Garmisch hat sie eine gute Figur gemacht.

 

Fazit:                                                                
Ausgelassene Stimmung, perfekte Organisation und alles rund um das Thema BMW Motorrad. Kann jedem BMW Fan einen Besuch in Garmisch empfehlen, obwohl ich das zweite Mal dort war, ist mir auch dieses mal nicht langweilig geworden. Einzig der immer wieder kehrende Regen war störend, aber der gehört auch irgendwie dazu.

 

Interessante Links:

Text: DerAbgelederte
Fotos: auch

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Bericht vom 11.07.2006 | 2.573 Aufrufe

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