Yamaha XSR700 XTribute vs XSR900 Vergleich 2022

Welche Sport Heritage darf es sein?

Mit entweder 700 oder 900 Kubik bietet Yamaha zwei spannende Retro-Bikes an, durch deren Adern purer Sport fließt. Doch die Unterschiede hören hier nicht auf! Wir klären: XSR700 XTribute vs XSR900 - muss es immer die Große sein?

Coole Customizing-Lösungen auf beiden Yamahas

Bevor wir die Frage klären, die uns allen unter den Fingernägeln brennt "Muss es immer die Große sein?", will ich kurz das Customizing schätzen, das Yamaha auf beiden Bikes umgesetzt hat. Mit kurzem Heck und edlen Rizoma-Parts wurde der XSR700 XTribute ein cooler Scrambler-Look spendiert, während die XSR900 mit Akrapovic-Komplettanlage und winzigen Kellermann-Blinkern pures 80er-Jahre Racing ausstrahlt. In der Galerie findet ihr die Bilder und noch mehr optische Eindrücke bald im YouTube-Video!

XTribute - die XSR700 erinnert an vergangene Zeiten

Die XSR700 mit ihrem herzhaften CP2-Zweizylinder ist beinahe schon ein Klassiker im Yamaha-Programm, der nur mehr schwer wegzudenken ist. Wir haben sie bereits getestet: Yamaha auf Retro! Yamaha XSR 700 Test 2022. Die XTribute zeigt bereits im Namen, worauf sie abzielt - sie ist eine Hommage an die legendäre XT500 Silbertank. Nicht nur die Lackierung wurde entsprechend gewählt, zusätzlich profitiert sie von einem höheren und breiteren Offroad-Lenker, grob profilierten Fußrasten, flacher Sitzbank, Gabelmanschetten und Pirelli MT60 RS Bereifung.

Abgesehen davon finden wir eine Standard-XSR700 unter dem hübschen Kleid, was sich durchaus sehen lässt. Der begehrte CP2-Reihenzweizylinder produziert 73,4 PS bei 8.750 U/min und 67 Nm Drehmoment bei 6.500 - unter Kennern ein altbekannter Wheeliemotor. Leider muss die 193 Kilogramm schwere Maschine abgesehen von ABS ohne jeglicher Elektronik oder Fahrmodi auskommen, was zwar erfrischend wirkt, beim Blick aber auf die besser ausgestattete Konkurrenz auffällt.

Modern meets 80s - die XSR900

Alles andere als wenig Ausstattung bringt die neue Yamaha XSR900 mit. Unter ihrem auffälligen 80s Racing Styling versteckt sich ein topmodernes Naked Bike, das seine Technik von der MT-09 Schwester übernimmt. Wir sprechen hier von 6-Achsen-IMU, schräglagenabhängigen Assistenzsystemen, Slide Control, Lift Control System und TFT-Display. Kombiniert mit sportlichem und verstellbarem Fahrwerk, sowie dem kraftvollen CP3-Dreizylinder mit 119 PS und 93 Nm Drehmoment kann der Retro-Faktor tatsächlich nur im Design gesehen werden. Wenn man es anders sehen möchte, könnte man von einer MT-09 im klassischen Kleid sprechen.

Auch die neue XSR900 hatten wir bereits mehrfach im Test: Yamaha XSR900 Testberichte auf 1000PS.

Die XSR700 XTribute zeigt sich noch wendiger als gedacht

Was Ergonomie alles ausmachen kann! Wie bereits erwähnt spendiert Yamaha der XTribute einen sogenannten Offroad-Lenker, der höher und breiter baut. Doch es werden sich nicht nur Freunde von leichter Schotterpassagen darüber freuen, auch am Asphalt bringt er einen wahren Benefit. Wie mit einem regelrechten Hebel lässt sich das Naked Bike in den Radius drücken, was auch flotte Fahrten sehr entspannt macht. Unsere Tour führte uns durch den Kanton Solothurn und auch über die Balmbergstraße, die sich durch ihre Neigung von bis zu 25 Prozent auszeichnet. Wendigkeit und einfaches Handling machen die 700er hier zu sicheren Wahl. Erst als die Radien anschließend weiter wurden und die Kurvengeschwindigkeit stieg, brachte das weiche Fahrwerk und die Pirelli Mixbereifung ein Ende an den Kurvenspaß.

High-Speed-Stabilität als Stärke der XSR900

Fast schon gegensätzlich präsentiert sich die XSR900. Die längere Tankform und der niedrigere Lenker spannen den Fahrer spürbar über das Motorrad. Dadurch sinkt der Komfort, der aufgrund des steinharten Sitzes sowieso schon gering ausfällt. Die Sitzposition bedeutet auch, dass es im engen Winkelwerk mehr körperlichen Einsatz braucht, um das Naked Bike in den Radius zu drücken. Auch der um 9 cm längere Radstand von 1.495 mm macht sich bemerkbar. Positiv fällt er in langen und schnellen Kurven auf, wo die 900er im Vergleich wie ein Brett auf der Straße liegt. Der perfekt funktionierende Quickshifter spielt ihr ebenso in die Karten, wenn auch bei Schräglage beinahe ohne Schubunterbrechung geschalten werden kann. Tatsächlich funkioniert die Yamaha XSR900 besser, je schneller es wird.

Muss es immer die Große sein?

Nach einem wunderschönen Tag in der Schweiz stellte ich mir also wieder die Frage: Braucht es wirklich die Stärkere? Für die Yamaha XSR900 sprechen definitiv der herrliche Dreizylinder, die umfangreiche Ausstattung und die in meinen Augen gelungene 80s Optik. Doch es war die XSR700 XTribute, auf die ich lieber aufstieg. Das lag nicht nur an dem herrlichen Umbau, den Yamaha Schweiz durchgeführt hat, sondern auch an den Eigenschaften, die die XTribute mit sich bringt. Hätten wir eine Standard XSR700 im Vergleich gehabt, würde die Geschichte vielleicht anders ändern, doch die feinen Änderungen an der XT-Hommage machen dieses Bike zu meinem Gewinner. Also nein, es muss nicht immer die Große sein.

Yamaha XSR700 und XSR900 im Preisvergleich

Je nach Markt liegt der Preisunterschied zwischen XSR700 und XSR900 bei rund 2.000 bis 2.500 EUR/CHF. Beide Modelle gab es jedoch schon in einer vorhergegangen Generation, wodurch sich einiges an Geld sparen lässt. Hier eine Preisübersicht: Yamaha XSR700 und XSR900 kaufen.

Fazit: Yamaha XSR900 2022

Die XSR900 will in keinster Weise verstecken, dass sie die MT-09 als Basis verwendet. Mit vollem Elektronikpaket, kräftigem Dreizylinder und sportlichen Fahrwerkskomponenten kann man mit diesem Retro Bike unglaublich sportlich unterwegs sein. Hoffentlich findet man nur bald im Zubehör eine bequemere Sitzbank - denn auf dem serienmäßigen Sitz wird es viele Zwischenstopps brauchen.


  • kräftiger Motor
  • serienmäßiger Quickshifter
  • gute Bremsen
  • Elektronikpaket
  • sportliche, aber alltagstaugliche Ergonomie
  • Preis-Leistungs-Verhältnis
  • viel Zubehör ab Werk erhältlich
  • brettharter Sitz
  • geringer Lenkeinschlag

Fazit: Yamaha XSR700 XTribute 2022

Die Yamaha XSR700 ist bereits in ihrer Standard-Version ein cooles Bike, die XTribute geht noch einen Schritt weiter. Mit der klassischen Lackierung und hübschen Details, die ihr einen Scrambler-Auftritt geben, sticht sie aus der Masse hervor und erweckt echten Besitzerstolz. Dank des hohen Lenkers wirkt sie sogar noch agiler - ein echter Geheimtipp!


  • kraftvoller Motor
  • bequeme Sitzposition
  • agiles Handling
  • coole Optik
  • tolles Bike für den Einstieg und viele Jahre danach
  • weiches Fahrwerk
  • wenig Elektronik

Bericht vom 11.09.2022 | 14.316 Aufrufe

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