Honda Konzeptvergleich: Forza 750 vs. NC750X DCT vs. X-ADV!

Roller, Motorrad oder Crossover - was passt am besten zu Dir?

Gleicher Motor, gleiches Chassis und doch so unterschiedlich! Honda schafft es, den drei Modellen Forza 750, NC750X DCT und X-ADV trotz vieler gleicher Teile völlig unterschiedliche Charaktere einzuhauchen. Wir klären, für welchen Typ Fahrer sich welches Bike am besten eignet!

Zeiten ändern sich, jahrzehntelang war Honda dafür bekannt, jedes Modell völlig unabhängig von anderen Modellen zu entwickeln, Synergie-Effekte schienen den Japanern völlig fremd. Doch plötzlich wandelte sich Hondas Denkweise um 180 Grad, die gleiche Plattform wurde plötzlich für mehrere Modelle verwendet, die sich vermeintlich kaum unterschieden, in Sachen Optik und Einsatzbereich aber doch völlig anders waren. Eine ganz wichtige, weil richtig gute Baureihe ist die NC-Linie. Falls es jemanden interessiert, stehen die beiden Buchstaben für New Concept und auch wenn dieses System mittlerweile gar nicht mehr so new ist, hat es durch die jahrelange Ausgereiftheit und die sukzessiven Verbesserungen gerade heute mehr Berechtigung als jemals zuvor.

Hondas DCT-Getriebe ist immer noch eine geniale Erfindung!

Die Kombination aus durchzugsstarkem, unkomplizierten Motor (mit mittlerweile 59 PS Leistung), bravem Fahrwerk und vor allem dem genialen Doppelkupplungsgetriebe DCT (Dual Clutch Transmission) ist einzigartig und funktioniert auch noch ausgezeichnet. Vor allem das DCT ist unfassbar universell, immerhin kann man durchaus sportlich ambitioniert manuell die Gänge schalten, man kann aber auch ganz entspannt und trotzdem nicht träge oder unsportlich von der Elektronik schalten lassen. Insgesamt macht das System auf allen drei Modellen genau das, was für viele Motorrad- oder Rollerfahrer tatsächlich das Wichtigste ist: Mit möglichst wenig Aufwand einfach nur die geile Fahrerei genießen!

Vaulis Meinung zum Honda Forza 750:

Die Vorteile des, in allen drei Modellen verbauten DCT-Doppelkupplungsgetriebes habe ich zuvor ja schon ausgiebig gelobt, im Forza 750 hat das System eigentlich nur ein Problem: Es könnte dem einen oder anderen zu sportlich sein. Der große Forza muss sich vom Konzept her nämlich mit anderen namhaften Luxus-Rollern messen, die in der Regel sanfter schaltende Automaten verbauen. Doch gerade diese spürbaren Schaltvorgänge und die Möglichkeit, den Forza 750 manuell schalten zu können, machen ihn so einzigartig und schieben ihn für einen großen Roller am nähesten an ein Motorrad heran. Das Fahrwerk ist ebenfalls eher Motorrad als gemütlicher Roller, daher sehr stabil, aber nicht ganz so komfortabel und sänftenartig wie andere Großroller. Problematisch sehe ich lediglich das ziemlich kleine Fach unter dem Sattel, viel mehr als ein Integralhelm passt da nicht hinein. Konzeptbedingt geht da aber eben nicht mehr, das muss man akzeptieren. Im direkten Schlagabtausch mit den beiden anderen Hondas in diesem Vergleich trifft der Forza tatsächlich am ehesten den Geschmack von klassischen Roller-Fans und hebt sich in dieser Kategorie durch seine ausgeprägte Sportlichkeit ab.

Horvaths Meinung zum Honda Forza 750:

Wer einen Performance-Roller sucht, ist mit dem Forza 750 sehr gut beraten. Denn sein perfekt funktionierendes DCT-Getriebe bringt ihm eine Sportlichkeit, die weitere Maxi-Scooter nicht bieten können. Das Zusammenspiel aus Motor, Getriebe und Chassis funktioniert sogar so gut, dass man hin und wieder einen Forza 750 am Bikertreff oder der Hausstrecke trifft. Wer also einen klassischen Großroller ohne jegliche Offroad-Fähigkeiten sucht, kann sich das Geld auf den X-ADV sparen und stattdessen in Zubehör, wie z.B. ein Topcase, investieren.

Vaulis Meinung zum Honda X-ADV:

Der X-ADV ist theoretisch ganz nahe am Forza 750 dran - und doch so anders. Schon alleine die extravagante, einzigartige, in manchen Bereichen rustikalere Optik verdeutlicht, dass dieses Crossover-Konzept nochmals die Latte in Sachen Individualität höher legt. Da ist auch plötzlich das vergleichsweise kleine Staufach unter der Sitzbank schnell verziehen - der/die X-ADV muss sich ja nicht zwangsläufig mit (langweiligen) Luxus-Rollern messen! Dieser völlig eigenständige Offroad-Touch ist aber nicht einmal Show, der X-ADV kann 154 Millimeter Federweg vorne und 150 Millimeter hinten tatsächlich ins Gelände und hat dafür sogar einen eigenen Fahrmodus. Dass man für den X-ADV auch am meisten bezahlen muss, liegt aber nicht nur daran, dass er so einzigartig ist und die Honda-Auspreiser daher verlangen können, was sie wollen, sondern auch daran, dass er über die hochwertigsten Komponenten verfügt. Der X-ADV eignet sich daher für erstaunlich viele Fahrer - jene, die einen sportlichen Roller wollen, jene, die sehr gemütlich Reisen möchten und jene, denen alle anderen Roller und Motorräder zu normal sind. Vor allem muss man aber die nötige Kohle haben!

Horvaths Meinung zum Honda X-ADV:

Ein wahrer Roller-Allrounder und auch eines meiner Guilty Pleasures. Denn der Honda X-ADV könnte auf einen Streich die gesamte Motorradgarage ersetzen - so vielseitig ist er. Ergonomie und Sitzposition erinnern an ein wahres Adventure Bike, wodurch auch stehendes Fahren auf Schotterpassagen entspannt möglich ist. Durch seine Optik sticht er jedoch aus der Masse der Reiseenduros hervor, denn solch ein mutiges Bike bietet sonst kein Hersteller an. Deshalb freut es umso mehr, dass sich eine Fangemeinde gefunden hat, die den X-ADV noch weiter am Leben hält.

Vaulis Meinung zur Honda NC750X DCT:

Rein optisch könnte schon die Frage auftauchen: Wieso vergleicht ihr zwei Roller mit einem Motorrad? Nun, die NC750X DCT verdeutlicht, wie wandelbar die NC-Plattform von Honda ist, denn Chassis, Motor und Getriebe sind grundsätzlich identisch! Und obwohl das Fahrwerk mit der altgedienten 41er-Telegabel eigentlich das einfachste ist, macht die NC750X dennoch den fahraktivsten Eindruck auf mich. Sie ist nun mal in Sachen Sitzposition trotz der ohnehin bequemen, aufrechten Ergonomie DAS Motorrad unter den dreien und lässt sich daher am sportlichsten umlegen. Das genialste an der NC750X DCT ist neben dem Doppelkupplungsgetriebe (es gibt sie als einzige von den dreien auch mit herkömmlichem Schaltgetriebe) das Staufach vor dem Fahrer, das sie eigentlich genauso praktisch macht, wie die beiden Roller-Geschwister. Damit erlaubt die NC750X DCT eigentlich am besten das, was ich anfangs schon erwähnt habe: Mit möglichst wenig Aufwand einfach nur die geile Fahrerei genießen!

Horvaths Meinung zur Honda NC750X DCT:

Leider wird die Honda NC750X gerne als langweiliges und biederes Motorrad abgestempelt. Auch wenn sie im 1000PS-Hof nie das attraktivste Motorrad war, war sie doch eines der beliebtesten Bikes, wenn es um schnelle Erledigungen geht. Aufsteigen, losfahren, wohl fühlen. Hier spielt ihr der niedrige Schwerpunkt in die Karten, der sie super wendig und einfach zu kontrollieren macht. Natürlich darf das Staufach unter dem Fake-Tank nicht vergessen werden. Praktischer geht Motorradfahren kaum!

Fazit: Honda X-ADV

Honda traut sich - und trifft voll ins Schwarze. Der X-ADV ist ein ausgeklügeltes, praktisches und erstaunlich präzises Crossover-Zweirad. Mit dem G-Mode des Doppelkupplungsgetriebes DCT wird die Offroad-Tauglichkeit noch stärker unterstrichen. Die wahre Spielwiese des X-ADV ist aber die Landstraße, da funktioniert er ausgezeichnet und präsentiert eine geniale Mischung aus Sportlichkeit und einem Komfort, den man sonst nur von großen Tourern und eben Rollern kennt. Viele wissen nicht, was sie mit diesem "Ding" anfangen sollen, wer den X-ADV aber einmal gefahren ist, wird merken, was er taugt.


  • Motor mit ausreichend Kraft
  • sehr gute Bremsen
  • komfortable Sitzposition
  • DCT Doppelkupplung mit G-Mode
  • Traktionskontrolle
  • verstellbarer Windschild
  • LED-Licht
  • coole Optik
  • Smart Key
  • 12V Steckdose
  • hoher Preis
  • Staufach reicht nur für einen Integralhelm
  • Trittbretter etwas schmal
  • Kettenantrieb für Roller-/Adventurebetrieb wartungsintensiv
  • extrovertiertes Auftreten ist nicht jedermanns Sache

Fazit: Honda NC750X DCT

Man möchte die NC750X allzu schnell als emotionsloses, langweiliges Alltagsgerät abstempeln. Doch während sie tatsächlich ein ausgezeichnetes, sparsames und durch den extra Stauraum ausgesprochen praktisches Bike für die tägliche Fahrt zur Arbeit ist, kann sie sehr wohl auch das Herz schneller schlagen lassen. Der niedrige Schwerpunkt verleiht ihr ein top Handling und im Sportmodus kann man dieses auch ausnutzen. Wider Erwarten bereitet die NC750X auch im Winkelwerk mächtig Freude. Selbst der Klang bei sportlicher Gangart kann sich hören lassen und klingt nach einem deutlich größeren Motorrad. Das DCT passt perfekt zur NC750X und ist in allen Fahrsituationen eine Bereicherung. Wer mit 59 PS auskommt und ein Motorrad für alle Fälle sucht, der ist bei der NC goldrichtig.


  • sehr handlich
  • günstig
  • niedriger Verbrauch
  • top Handling dank niedrigem Schwerpunkt
  • 23 Liter Stauraum anstelle des Tanks
  • Doppelkupplungsgetriebe DCT
  • einstellbare Fahrmodi
  • akzeptable Bremsen
  • Windschild nicht verstellbar
  • nur Einzelscheibenbremse vorne

Fazit: Honda Forza 750

Der aktuell stärkste Motorroller macht nicht nur Spaß in der Stadt, sondern auch beim sportlichen Fahren auf der Landstraßentour. Der Honda Forza 750 ist agil, stabil, alltagstauglich, komfortabel und bietet einen guten Wind- und Wetterschutz. Er hat zwar im Vergleich zu anderen Maxi-Scootern weniger Stauraum unter dem Sitz, ein Integralhelm passt aber allemal rein. Optional kann der Scooter durch ein Topcase, Heizgriffe, eine Topcase-Rückenlehne für den Sozius uvm. aufgepeppt werden.


  • kräftiger, agiler Motor
  • guter Sound
  • bequeme Sitzposition
  • stabiles Fahrwerk
  • gute Bremsen
  • TFT-Farbdisplay
  • moderne Elektronik an Bord
  • sehr gut arbeitendes DCT-Getriebe
  • kein Tempomat
  • Connectivity nur für Android
  • Windschild nicht einstellbar
  • vergleichsweise kleines Staufach unter dem Sitz

Bericht vom 09.10.2021 | 4.382 Aufrufe

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