Einsteiger-Naked Bike Vergleich 2021 - Triumph Trident 660

Sollte die edle Britin eine Klasse höher rangieren?

Während sich die drei Japanerinnen unseres Quartetts in Sachen Ausstattung betont zurückhaltend geben, wurde der Triumph Trident 660 ein ordentliches Elektronik-Paket geschnürt. Damit schafft die Britin eine herrliche Kombination aus zwei Welten: Moderne Ingredienzien gepaart mit klassischer Optik. Wie schlägt sich die Teuerste im Quartett gegen das siegeshungrige Trio aus Japan?

Jeder Hersteller versucht in der Regel auf seine ganz spezielle Weise, die Kundschaft auf das eigene Produkt aufmerksam zu machen. In der Klasse der oberen Einsteiger-Bikes waren sich bis vor kurzem allerdings noch alle Hersteller einig, immerhin waren die drei Japaner weitestgehend unter sich: Überschaubare Ausstattung, dafür ein attraktiver Preis. Mit der Triumph Trident 660 fahren nun aber auch die Briten in dieses hart umkämpfte Segment und setzen bei zwar höherem Preis Akzente bei Ausstattung, Haptik und Optik. Wer beim Triebwerk der kleinen Trident sogar an eine abgespeckte Street Triple S denkt, liegt nicht völlig daneben. Der 660 Kubik große Reihen-Dreizylinder hat exakt den gleichen Hubraum und marschiert erstaunlich weit im Drehzahlband ähnlich agil wie die viel stärkere Streety. In Zahlen sind es bei der Trident 81 PS bei 10.250 Umdrehungen, also fast 14 PS mehr als die Schwächste in diesem Vergleichstest, die Kawasaki Z650 und immer noch rund 8 PS mehr als bei Suzuki SV 650 sowie Yamaha MT-07.

Nicht nur der Motor, auch Fahrwerk und Bremse der Triumph Trident 660 sind top

Und auch wenn ich persönlich ein riesiger Fan des erstaunlich kräftigen Yamaha CP2-Triebwerks bin, so muss ich doch zugeben, dass der Dreiender der Britin insgesamt an Souveränität in diesem Quartett nicht zu übertreffen ist. In genau dieser Tonart geht es bei Fahrwerk und Bremse weiter, da schaukelt sich trotz ähnlich karger Verstellmöglichkeiten wie bei der Konkurrenz am wenigsten auf und auch die vordere 41er-USD-SFF-Gabel (die einzige UpsideDown-Gabel im Quartett) macht den hochwertigsten Eindruck. Noch spürbarer ist der Abstand zur Konkurrenz bei der Bremse, die 310er-Doppelscheibenanlage packt so erfrischend zu, dass man sich diese Bremse sofort auf der ansonsten so herrlich sportlichen Yamaha, aber auch auf der quirligen Kawasaki und der klassischen Suzuki wünscht.

Der Quickshifter mit Blipper sollte auf der Trident 660 angekreuzt werden

Da kann auch das relativ hohe Gewicht von 193,5 Kilo (vollgetankt auf der unbestechlichen 1000PS-Waage gemessen!) nichts ändern, denn die Einbuße an Quirligkeit gegenüber Kawa und Yamse (die Suze wiegt sogar mehr als die Triumph) machen die bessere Bremse und die erwachsenere Ausstattung gewiss für viele Interessenten wett. Denn während bei den drei Japanerinnen gerade mal ein ABS verbaut ist, kommt bei der Trident 660 auch noch eine Traktionskontrolle und zwei auswählbare Fahrmodi dazu. Besonders erfreulich ist der Quickshifter samt Blipper(!), der sowohl das sportliche Feeling, als auch den Komfort ungemein erhöht. Zwar ist er nicht in Serie verbaut, kostet allerdings im Verhältnis zur Trident 660 so wenig Aufpreis, dass ich ihn auf alle Fälle dazu bestellen würde.

Die Triumph Trident 660 ist teurer als die Japaner - aber auch besser

Damit sind wir aber auch schon bei der, meiner Meinung nach einzigen Achillesferse der Triumph - dem Preis. Die Klasse der Einsteigerbikes, in diesem Fall auch jenes von mir obere Einsteigerklasse genannte Segment ist sehr preissensibel, da können ein paar hundert Euro schon durchaus eine Rolle spielen. Wenn es dann bis zu 1400 Euro (in Österreich) oder gar bis zu 1700 Schweizer Franken mehr gegenüber der Konkurrenz sind, könnten viele anfängliche Fans der Triumph Trident 660 der feschen Britin durchaus den Rücken zukehren. Allerdings kann sie wiederum mit ihrem einzigartigen Mix aus modernen und klassischen Stilelementen (wie etwa bei den Armaturen oder dem Scheinwerfer) ganz herrlich den Kopf verdrehen. Und wenn dann auch noch das Gesamtpackage alle Wünsche erfüllt, darf es doch wiederum etwas mehr kosten.

Horvaths Senf zur Triumph Trident 660:

Bereits bei unserer #1000PSgoesEspana Tour durfte ich die neue Triumph Trident auf spanischen Landstraßen erleben. Der positive Eindruck hat sich auch auf heimischen Gefilden bestätigt. Der Dreizylinder bietet einen herrlichen Punch über das gesamte Drehzahlband und versorgt den Piloten dabei mit traumhaftem Triple-Sound. Auch die eigentliche Achillesferse dieser Klasse - das Fahrwerk - überrascht und präsentiert sich als das sportlichste in unserem Vergleich. Ausstattung und Optik stellen ebenso zufrieden, wodurch die Trident zu einem wahrlich abgerundeten Paket und zum besten in dieser Klasse wird.

McGregors Senf zur Triumph Trident 660:

Die Triumph Trident 660 schlägt im Einsteiger-Naked-Segment ein wie eine Bombe. Sie ist ein Level über dem restlichen Starterfeld, sowohl was die Komponenten als auch den Preis angeht. Der leiwande Motor macht mit dem grandiosen (und optionalen) Quickshifter mächtig Spaß und mit dem straff abgestimmten Fahrwerk wird die Linie im Radius sauber gehalten. Hat man das notwendige Kleingeld für den britischen Dreizack, bekommt man ein hochwertiges Einsteiger-Motorrad mit dem Zeug zur agilen Kurvenräuberin.

Fazit: Triumph Trident 660

Gleich vorweg, die Trident 660 ist teurer als die angestammte japanische Konkurrenz, in Österreich oder der Schweiz sogar erheblich teurer. Das sollte aber nicht weiter stören, immerhin bekommt man mit der feschen Engländerin ein Motorrad, das mindestens eine halbe Klasse über den restlichen Einsteigerbikes liegt. Der Motor ist kräftig und durchzugsstark, die Bremse packt sportlich zu, das Fahrwerk ist stabil und die Ergonomie passt zu einem Naked Bike, das mit umfangreichem Elektronik-Paket (Fahrmodi und Traktionskontrolle in Serie) betont erwachsen wirken will. Der Stilmix aus modernen und klassischen Elementen wirkt zudem sehr stimmig und hochwertig.


  • kräftiges Dreizylinder-Triebwerk
  • stabiles Fahrwerk
  • gute Bremsen
  • mehr Elektronik als in dieser Klasse üblich
  • interessanter Stilmix bei der Optik
  • optionaler Quickshifter mit Blipper
  • teurer als die Konkurrenz
  • nicht die Leichteste

Bericht vom 11.06.2021 | 3.221 Aufrufe

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