Mittelklasse Naked Bike Vergleich 2021 - Yamaha MT-09

Die Stärken des Dreizylinders werden 2021 weiter ausgebaut!

Wie schlägt sich der japanische Dreizylinder im ultimativen 1000PS Mittelklasse Naked-Bike-Vergleich? Die Zutaten für das 2021er Update stimmen: Mehr Leistung, mehr Ausstattung, mehr Elektronik, weniger Gewicht. Wirft man einen Blick auf die Eckdaten der jüngsten MT-09, mitsamt ihrer überkompletten serienmäßigen Ausstattung, klingt das Wort "Mittelklasse" schon fast etwas abwertend. Insgesamt hat sich hier in den letzten Jahren sehr viel bei den Herstellern getan. Was bis vor kurzem nur den feinsten Superbikes und Power-Nakeds vorbehalten war, gibt es jetzt auch für ein breites Publikum leistbar in der mittleren Naked Bike Liga. Doch wie verhält sich die MT-09 im Vergleich mit den direkten Mitbewerbern auf der Landstraße - 1000PS hat für Euch getestet!

Yamaha MT-09 2021 mit auffällig überarbeiteter Optik - zurecht?

Wirft man einen Blick in die Kommentare der 1000PS Community, so ist die Optik der Yamaha immer wieder in der Kritik. Das Design der Frontpartie ist radikal und polarisiert. Doch ein Bike mit diesen Vorzügen, welche die Yamaha zweifelsohne mitbringt, darf gerne auffallen. 2021 haben sich die japanischen Ingenieure richtig ins Zeug gelegt und im Zuge des Euro 5 Updates 889 statt 847 Kubikzentimeter in den CP3 Motor gefüllt. Daraus resultieren 119 statt 115 PS. Auch das früher anliegende Drehmoment macht sich sehr positiv bemerkbar. Mitsamt der neuen Getriebeabstufung, dem sagenhaft funktionierenden Quickshifter, dem verringerten Gesamtgewicht sowie auch dem spürbar verbesserten Fahrwerk ergibt sich ein potentes Paket, welches ein unglaublich hohes Maß an Fahrspaß im Sattel bietet.

Erfreulich kurze Aufpreisliste bei der Yamaha MT-09 2021

In Sachen Elektronik hat Yamaha ebenfalls stark aufgerüstet und liefert serienmäßig nahezu eine Vollausstattung. Neben dem neu implementierten Ride-by-Wire hat auch eine top aktuelle 6-Achsen IMU Einzug gehalten. Es stehen nun 4 Fahrmodi zur Verfügung. Sowohl die Wheelie-Control als auch die Slide- und Traktions-Kontrolle sind gänzlich abschaltbar, was bei versierten Fahrern dem Fahrspaß zu gute kommt. Auch beim ABS lässt sich die Schräglagenabhängigkeit deaktivieren, was für Trackday-Fahrer von Nutzen sein kann. Nach diesem Test darf auch mit Blick auf die Konkurrenz festgehalten werden, dass alle Systeme unauffällig und auf wirklich gutem Niveau funktionieren bzw. regeln. Als Highlight hat sich dabei der Quickshifter inkl. Blipper präsentiert, zusammen mit dem in der KTM 890 Duke (dort aufpreispflichtig), der beste im Test. Einziger Wermutstropfen ist, neben dem etwas klein geratenem TFT Display, der fehlende Tempomat. Dieser bleibt ausschließlich der SP-Variante vorbehalten.

Fahrwerk der neuen MT-09 ein Meilenstein

Das frisch überarbeitete Fahrwerk an der MT-09 darf ohne Umschweife als Meilenstein bezeichnet werden. Das Federbein war bisher, speziell bei sportlicher Fahrweise, ein limitierender Faktor. Vom unterdämpften Charakter des Vorgängers ist nun glücklicherweise nichts mehr zu spüren. Immer noch komfortabel aber dabei angenehm ruhig und satt liegt sie auf der Straße, vom schaukeligen Fahrgefühl der alten, hat sich die MT-09 2021 komplett verabschiedet. Vorspannung und Zugstufendämpfung kann am Heck nach wie vor anpasst werden. An der Front kommt ebenfalls eine neue, 39 mm kürzere, Upside-Down-Gabel von Kayaba zum Einsatz. Sie ist voll einstellbar und hat sich, wie auch das Federbein, in unserem Test sehr gut geschlagen.

Zusammen mit dem neu konstruierten Alu-Druckguss-Rahmen, welcher leichter und gleichzeitig steifer wurde, ergibt sich ein spielerisches, quirliges Handling, das sich perfekt für die sportliche Fahrt auf der Landstraße eignet. Die Kawasaki Z900 oder auch die Aprilia Tuono 660, welche wir ebenfalls im Testfeld mit dabei hatten, sind hier deutlich mehr auf Stabilität getrimmt. Die KTM 890 Duke liegt zusammen mit der MT-09 am anderen Ende. Das spannende ist hierbei, das es Yamaha geschafft hat, diese überragende Handlichkeit trotz entspannter und tief integrierter Sitzposition zu bieten. Mit nachgewogenen 191,5 Kilogramm vollgetankt liegt sie übrigens im Mittelfeld unseres Vergleichs.

Yamaha MT-09 2021 im Verbrauchs-Check, wie durstig ist der Dreizylinder?

Aprilia Tuono 660, Kawasaki Z900, KTM 890 Duke, Honda CB650R, Triumph Street Triple R und Yamaha MT-09: Das war unserer Naked Bike Lineup im Test. Mit allen Motorrädern absolvierten wir die idente Verbrauchsrunde um einen vergleichbaren Wert zu ermitteln. Das Ergebnis: Der Dreizylinder genehmigt sich 5,8 Liter auf 100 Kilometer, die Yamaha liegt somit im Mittelfeld. Etwas sparsamer unterwegs ist man mit der 890 Duke (5,5l) und der CB650 R (5,4l).

Yamaha MT-09 bekommt 20 Punkte im 1000PS Test! Ranking: Platz 2

Jeder unserer sechs Redakteure durfte im Test vier Punkte zur Bewertung vergeben - 24 Punkte waren somit möglich. Mit 20 Punkten platziert sich die Yamaha auf Platz 2 unseres Mittelklasse Naked Bike Rankings 2021. Warum hat es nicht für den Sieg gereicht? Die KTM 890 Duke gibt sich, bei ähnlich performanten Fahrqualitäten, noch etwas intuitiver im Handling und vermittelt mehr Leichtigkeit im Satte. Wer bei all dem Fahrspaß aber ein Quäntchen mehr Komfort sucht und die Yamaha typische Verarbeitungsqualität schätzt, liegt mit der MT-09 genau richtig. Es war ein enorm knappes Rennen zwischen den beiden. Der Testbericht zur erstplatzierten KTM folgt in Kürze auf 1000PS.

Fazit: Yamaha MT-09

Die Zutaten für das 2021er Update stimmen: Mehr Leistung, mehr Ausstattung, mehr Elektronik, weniger Gewicht. Wirft man einen Blick auf die Eckdaten der jüngsten MT-09, mitsamt ihrer überkompletten serienmäßigen Ausstattung, klingt "Mittelklasse Naked Bike" schon fast etwas abwertend. Die japanischen Ingenieure haben genau dort nachgebessert, wo es notwendig war. Das schaukelige Fahrwerk gehört nun der Vergangenheit an und auch die Lastwechselreaktionen hat man dem überarbeitet Dreizylinder Aggregate ausgetrieben. Die zusätzliche Leistung gepaart mit etwas mehr Druck im mittleren Drehzahlbereich vermittelt ein souveränes Fahrgefühl. An der MT-09 gibt es viel Ausstattung und enormen Fahrspaß zu einem sehr attraktiven Preis. Wer mit der Optik klar kommt kann bedenkenlos zugreifen.


  • keine Lastwechselreaktionen mehr
  • noch mehr Druck aus der Mitte
  • überkomplettes Elektronik-Paket
  • toll funktionierender Quickshifter
  • komfortabel integrierte Sitzposition
  • gelungenes Fahrwerk
  • quirliges Handling
  • enormer Fahrspaß
  • polarisierende Optik
  • klein geratenes TFT Display
  • etwas indirektes Vorderrad-Gefühl
  • Tempomat nur in SP Variante erhältlich

Bericht vom 07.05.2021 | 9.497 Aufrufe

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