Sportliche Tourer im Vergleich - XR vs SD GT vs Versys

Komfortabel und schnell - 3 Bikes im Reisevergleich

Drei schnelle aber komfortable Motorräder im Vergleich in den Alpen: KTM 1290 Super Duke GT, BMW S 1000 XR und Kawasaki Versys 1000 SE zeigen was sie in der Praxis können. Drei Tage lang, mit Sozius, sind wir auf der Suche nach der Antwort: Welche sammelt sowohl bei Fahrkomfort und Speed die meisten Punkte. Die Teststrecken: Stilfser Joch, Slivretta und Co.

KTM verspricht für die SuperDuke GT galaktische Performance und Komfort. Kawasaki preist die Versys 1000 auf der Website mit maximalen Fahrspaß an. Für BMW ist die S 1000 XR eine Kampfansage an Kurven und Kilometer. Die Versprechen der Hersteller für diese drei Motorräder sind zwar recht unterschiedlich aber am Ende dann doch wieder ähnlich. Die drei Motorräder sind sehr sportliche Reisemotorräder oder sehr komfortable Sportmotorräder. Je nachdem auf welchem Motorrad man vorher unterwegs war, betrachtet man diese Bikes eben etwas anders.

Highbike Testcenter beim Hotel Jägerhof in Zams

Für diesen Test fahren wir die Motorräder in einer uns sehr bekannten Umgebung. Denn als Basis dient das Highbike Testcenter. Nach dem Umzug nach Zams ist es zwar etwas kleiner geworden aber immer noch ist die Auswahl großartig. Für uns sind die Testbedingungen perfekt. Direkt neben dem Testcenter befindet sich das Hotel Jägerhof und so haben wir eine komfortable Basis für unsere 3 Tagestouren.

Unsere Testrouten ausgehend vom Highbike Testcenter

Als Teststrecken wählen wir diverse Routen ausgehend hier von Zams. Leider müssen wir mit den Tageskilometern etwas haushalten. Pro Tag benötigen wir 3-4 Stunden für Foto- und Videoaufnahmen. Doch trotzdem werden wir uns (Fahrer plus Sozius) ein umfassendes Bild von den Fahrzeugen machen können. Hier die Tourvariante von Tag 1 mit Stilfser Joch und Ofenpass. Am zweiten Tag haben wir eine andere Variante dieser Tour geplant. Hier fahren wir am anderen Reschensee Ufer, bauen die netten Kehren bei Nauders ein und wählen die Variante über den Tunnel bei Livigno. Für den dritten Tag fahren wir eine ausgedehnte Runde über die Silvretta Hochalpenstraße und 3 Vorarlberger Seitentäler.

Wir berichten täglich live auf Facebook.com/1000PS von den aktuellen Erfahrungen mit dem Fahrzeug. Nach der Tour gibt es dann das große Vergleichstest Video auf unsrem 1000PS YouTube Kanal. Zwischendurch unterhalten wir euch mit aktuellen Stories auf Instagram.com/nastynils_official.

Kawasaki Versys 1000 SE

Die Kawasaki Versys 1000 kann mittlerweile eine echte Modellgeschichte aufwarten und im 1000PS Marktplatz finden sich bereits viele Angebote in einer breiten Preisklasse. Also Versys 1000 der ersten Generation wird man ab ca 6.000 - 7.000 Euro bzw. CHF in der Schweiz fündig. Junge Gebrauchte der aktuellsten Generation mit dem großartigen elektronischen Fahrwerk kriegt man in Österreich ab 15.000 Euro. In Deutschland gibt es die Maschine wegen der tieferen Steuern ab 14.000 in der Schweiz ist man ab 17.000 CHF dabei.

Kawasaki Versys 1000 SE Ausstattung

Die Versys wird von einem 4-Zylinder Reihenmotorrad angetrieben. Das Aggregat darf als Heimspiel von Kawasaki angesehen werden. Die Japaner haben viel Erfahrung mit diesem Aggregat und wissen wie man große Vierzylinder baut. Es bietet 1043 ccm Hubraum und 120PS. Klarerweise ist der moderne Reisesportler mit allen aktuellen Elektronikfeatures ausgestattet. Dabei spricht Kawasaki von einer Kawasaki Cornering Management Funktion. Denn nicht nur ABS und Traktionskontrolle stehen dem Piloten zur Verfügung sondern eben auch das elektronische Fahrwerk. Je nach aktueller Anforderung werden Bremskraft oder Drehmoment sowie die Dämpfung am Fahrwerk angepasst. Ein Quickshifter ist ebenso mit am Start wie ein Tempomat und eine Smartphone Connectivity.

KTM 1290 Super Duke GT

Die Super Duke GT hat schon alleine durch die aggressive Schwester das wohl sportlichste und aggressivste Image unter den 3 Motorrädern. Das aktuelle Modell liefert 175PS und 141 Nm Drehmoment. Die Ausstattung der Maschine ist großartig. Heizgriffe, schräglagenabhängige Traktionskontrolle und Kurven ABS sind mit an Bord. Ebenso mit dabei ist ein Kurven LED Licht und ein Reifendruck Kontrollsystem. Der große V2 hat mittlerweile auch einen gut funktionierenden Quickshifter installiert. Modelle aus dem Jahr 2016 findet man in Österreich im 1000PS Marktplatz ab ca. 12.000 Euro, in Deutschland ab ca. 10.000 Euro in der Schweiz ab ca. 12.000 CHF. Das aktuelle Modell ist in der Schweiz ab ca. 20.000 CHF zu kriegen in Österreich ab ca. 20.000 Euro und in Deutschland ab 17.000 Euro.

Hier tagesaktuelle Preise zur KTM 1290 Super Duke GT. Die Maschine erregt durch die aggressiven technischen Daten und die polarisierende Front immer viel Aufsehen. Doch keine Sorge. Die 175PS vom dicken V2 sind in der aktuellen Version sehr angenehm zu dosieren. Wer will kann mit dem Motorrad auch langsame Passagen präzise und komfortabel absolvieren. Das Feuerwerk im hohen Geschwindigkeitsbereich ist jedoch ungeschlagen. Hier die Testeindrücke zur Super Duke GT von unseren 1000PS Redakteuren.

BMW S 1000 XR 2020

Die S1000XR von BMW ist ein besonders beliebter Vertreter der Crossover Bikes. Das Motorrad hat sich blendend verkauft und kommt bei der 1000PS Community gut an. Die ersten Modelljahre waren für einige Piloten jedoch zu laut und die Vibrationen am Lenker nervten. Wer damit Leben kann ist mit den mittlerweile günstigen Modellen der ersten Modelljahre gut bedient. Die Maschine wurde jedoch für 2020 kräftig überarbeitet und steht quasi neu im Schauraum der Händler. Zum Einsatz kommt ein neuer Motor und die Maschine hat sich nochmal deutlich verbessert. 2015er und 2016er Modelle gibt es in Deutschland ab 9.000 Euro, das aktuelle Modelle findet man in Deutschland ab 20.000 im Markt. In Österreich ist man ab 11.000 Euro am Start, aktuelle Modelle mit guter Ausstattung gibt es ab 22.000 Euro. Ähnlich sieht die Preissituation in der Schweiz aus. Im BMW Konfigurator ist man in Österreich locker auf über 24.000 Euro. Es geht aber noch exklusiver - wenn man die Schmiederäder oder das Carbonpaket mit auswählt. Ein direkter Preisvergleich mit den anderen beiden Modellen ist somit immer schwer. Denn selbst der Schaltassistent ist aufpreispflichtig. Die S1000XR ist im Modelljahr 2020 eine richtig gut gemachte und schnelle Reisemaschine. Sie kann schnell fahren, bedrängt Dich aber nicht und lässt Dich auch problemlos gemütlich dahingleiten.

Hier ein tagesaktueller Preisvergleich mit aktuellen Angeboten zur BMW S 1000 XR. Hier alle Testberichte von unserer 1000PS Redaktion zur S1000XR.

Passende Gebrauchte und neue Motorräder

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KTM 1290 Super Duke GT Erfahrungen

Der Test mit der Super Duke GT wurde besonders intensiv. Der Start fand bei regennasser Fahrbahn statt, am Stilfser Joch hatte es 5 Grad und dann war auch noch der Tunnel bei Livigno gesperrt - ein breiter Umweg musste gefahren werden. Doch am Ende stiegen wir glücklich und zufrieden aus dem Sattel der Super Duke GT. 360 km und 6 h lang war die Tour. Dabei präsentierte sich die Super Duke GT einerseits als sportliches Motorrad fühlte sich am Ende aber auch komfortabel und geschmeidig an. Doch lasst uns über die einzelnen Streckenabschnitte sprechen.

Die KTM 1290 Super Duke GT am Stilfser Joch

Am Stilfserjoch offenbarte die SuperDuke GT eine leichte Schwäche. Bei sehr tiefen Geschwindigkeiten hat sie dann doch noch eine etwas raue Seele in ihrem fetten Aggregat. Bei Drehzahlen unter 3000 U/min verliert man etwas das Vertrauen in die Präzision des Motors. Hier legt man dann gerne noch zusätzlich die Finger an die Kupplung. Auf der anderen Seite ist die Elastizität des Motors aus den Kehren ein Traum. Somit sind kaum Schaltvorgänge nötig. Somit bleibt die Entscheidung zwischen V2 oder R4 weiterhin eine Glaubensfrage.

Mit 175PS im Regen - Guter Job vom Pirelli Angel GT 2

Wir fuhren einen kleinen Teil der Tour auch auf regennasser Strecke. Dabei begnügten wir uns beim Mapping mit dem "Street" Mode und wählten das Fahrwerkssetup "Comfort" aus. Das Rain-Setting war gar nicht nötig, denn schon so ließ sich die Maschine wunderbar harmonisch steuern und wir kamen mit den 175PS sicher ans Ziel. Auf unserer Maschine waren Pirelli Angel GT 2 montiert. Diese waren zum Start der Tour bei Regen ebenso zuverlässig wie bei 20 Grad und griffigen Asphalt. Am Stilfser Joch hielten wir für einen Fotostopp bei 5 Grad leider etwas zu lange an. Danach fühlten sich die Reifen etwas hölzern an. Doch schon nach 5 Kehren stellte sich wieder ein sicheres Gefühl ein. Ein sehr empfehlenswerter Reifen für diese Maschine!

Die KTM 1290 Super Duke GT am Berninapass

Wirklich zauberhaft waren die abwechslungsreichen Radien am Berninapass. Das elektronische Fahrwerk war klarerweise auf 2-Personen Betrieb eingestellt. Damit lag die Maschine neutral in den Radien und fuhr präzise durch die Kehren. Den Pass selbst bin ich ewig schon nicht mehr gefahren. Die unbekannten Kurven meisterte die Maschine grandios. Hochwertige Bremsen in Kombination mit einer ausgereiften Geometrie und einem guten Fahrwerk ergeben einfach ein tolles Fahrgefühl. Das alles wird kombiniert mit einem potenten und universellen Motor. Der Quickshifter kommt natürlich immer noch nicht an das Niveau eines japanischen Vierzylinders ran, bietet aber aus meiner Sicht keinen Raum für Kritik. Wer auf V2 steht der möchte bestimmt auch etwas Feedback spüren und schaltet zwar schnell aber eben nicht ganz frei von mechanischen rauem Gefühl. Ebenso präsentierte sich der Motor. In einem sehr breiten Bereich ist dieses Aggregat wunderbar zahm und bestialisch stark zugleich. Die Elektronik macht es möglich und KTM hat mittlerweile sehr viel Entwicklungsarbeit in das Aggregat gesteckt. Doch an die ultrageschmeidige Perfektion der 4-Zylinder kommt er im Drehzahlkeller nicht ran. Trotzdem überwiegt bei einer langen und ausgiebigen Testtour das positive Gefühl. Die Maschine bietet irre viel Spaß und ein erstaunlich hohes Maß an Komfort. Damit wird das Versprechen von KTM für dieses Produkt mehr als erfüllt.

Die BMW S 1000 XR Tour

Kurzfristig änderten wir dann doch noch unsere Pläne und fuhren dann auch mit der BMW S 1000 XR in Richtung Süden. Hier der Tourverlauf. In diesen Tagen macht uns nicht nur das Wetter die Tourplanung etwas herausfordernder als sonst. Auch einige Streckensperrungen schränken die Auswahl etwas ein. Am Testtag war zum Beispiel die alte Brennerbundesstraße teilweise gesperrt, der Tunnel bei Livigno aber auch der Umbrailpass. Trotzdem fuhren wir eine abwechslungsreiche Runde über 310km. Hier die Testeindrücke von der BMW direkt LIVE nach der Tour.

BMW S 1000 XR 2020 - Tolle Navigation in der Connected Ride App

Nicht nur die Entwicklung der Motorräder schreitet voran. Auch die Entwicklung der begleitenden Handy-Apps macht tolle Schritte. Schön zu sehen ist das bei der BMW Connected Ride App. Diese wird mit jedem Update besser und ist nun schon eine richtig gute Alternative für ein montiertes Navi. Die Routenplanung am Handy geht leicht von der Hand. Via Bluetooth Verbindung werden die Befehle gut ablesbar im Display angezeigt. Präsentiert wird zwar keine Karte aber logische und praxistaugliche Kommandos mit Pfeilen und Texten. Bei unserer Tour kamen wir damit wunderbar zurecht. Doch das Handy sollte dabei an einer externen Stromquelle hängen. BMW bietet aktuell leider noch keinen USB Stecker an. Dazu benötigt man Adapter wie diesen hier. Ich selbst lade das Handy einfach auf einer mitgeführten Powerbank im Tankrucksack. Für meinen Geschmack fühlt sich nicht nur die App sondern die gesamte Bedienung vom Fahrzeug sehr benutzerfreundlich und praxistauglich an. Jene Dinge die man schnell zur Hand braucht haben einen eigenen Schalter (Heizgriffe, Riding Modi, Fahrwerkssetup) und die restlichen Details kann man in den Tiefen des Bordmenüs anpassen.

BMW S 1000 XR - Erfahrungen im Sattel

Doch die praxistaugliches Lösungen findet man auch an der guten alten Hardware. Das Windschild zum Beispiel ist einfach mit einer Hand in 2 Positionen einstellbar. Der Wind- und Wetterschutz ist für ein Motorrad in dieser Klasse richtig gut. Die Sitzposition ist insgesamt angenehm. Der Lenker, die Hebeln und eben alle Knöpfe fühlen sich richtig platziert an. Auf der über 300km langen Testtour schmerzte dann jedoch der enge Kniewinkel. Eine höhere Sitzbank wird hier jedoch bestimmt Milderung verschaffen.

BMW S 1000 XR - Das Fahrwerk im Test

Der erste Eindruck vom Fahrwerk war positiv. Sehr schnell erkennt es den Beladungszustand richtig und das Fahrzeug bot auch im 2-Personen Betrieb eine gute Balance. Der Wechsel vom sportlichen zum komfortablen Setup (Road / Dynamic) klappte flink und wirkt sich auch spürbar auf das Fahrverhalten aus. Die ganz große Brillanz bietet das Fahrwerk jedoch nicht. Die Hardware-Komponenten dürften nicht in der gleichen Preisklasse wie der Rest vom Motorrad spielen. Stöße werden relativ grob an die Lenkerenden und die Sitzbank weitergegeben, ein echt komfortables Setup kriegt man mit der S1000XR nicht hin. Für einen Großteil der Kunden wird die gebotene Leistung jedoch Ausreichend sein. Anspruchsvolle oder sensible Piloten müssten jedoch investieren.

BMW S 1000 XR - Ein traumhafter Motor

Ein rundum positives Bild präsentiert jedoch der Motor. Das Aggregat basiert zwar auf dem Supersport-Aggregat der RR wurde aber natürlich detailverliebt und praxistauglich zu einem richtig guten Sporttourer-Aggregat weiterentwickelt. Daher wirkt es auch stimmig und fühlt sich geschmeidig an. Das Ansprechverhalten lässt sich praxistauglich anpassen und die Drehfreudigkeit vom Aggregat bietet viel Fahrspaß. Klar hat der Motor nicht den dicken Hammer im Drehzahlkeller wie die SuperDuke GT. Trotzdem gefiel mir der Motor der BMW im Test noch besser. Im Drehzahlkeller lässt er sich einfach und präzise dosieren und das Fahren in sehr engen Kehren geht leicht von der Hand. Die Beschleunigung auf den Geraden am Timmelsjoch oder am Jaufenpass war immer noch sportlich genug. Wer hier auf mehr Punch aus den Kehren steht muss eben zum Zweizylinder greifen - doch wirklich lahm ist der Motor natürlich auch nicht im Drehzahlkeller. Die 165 PS sorgen dann auf der anderen Seite für ein souveränes Fahrverhalten auf der Autobahn und den schnelleren Passagen. Power schüttelt die BMW locker aus den Ärmeln. Dabei sank zum Glück das Vibrationsniveau und auch das Geräuschniveau. Die Vorgängermodelle war da ja leide etwas aufdringlich unterwegs. Am Ende wird aber dann vermutlich der Geschmack entscheiden. Der 4-Zylinder der BMW oder ein V2 von der KTM oder der Multistrada - die Klischees der Befürworter und Kritiker werden auch im Jahr 2020 immer noch bedient. Wenn auch nicht mehr ganz so intensiv wie früher.

Der Bericht wird von 1.- 4. September täglich mit den Fahreindrücken vom Test in den Alpen erweitert.

Kawasaki Versys 1000 SE Erfahrungen

Für die Kawasaki Versys 1000 SE hatten wir diese Tour vorbereitet und hatten diesmal auch richtig Glück mit dem Wetter. Morgens war auf der Silvretta zwar noch frisch, doch im Montafon erforschten wir die Seitentäler bei angenehmen 20 Grad und Sonnenschein. Nach der Rückkehr starteten wir hier einen Livestream auf Facebook mit ersten Eindrücken zur Versys.

Riesiger Leistungsnachteil bei der Versys?

Zu Beginn der Tour macht man sich erstmals Gedanken über die Leistung. Jetzt wo man in dieser Klasse offenbar unter 160PS schon brustschwach unterwegs ist, wirken 120PS geradezu kümmerlich. Doch während der Tour kommen diese Wünsche nach mehr Leistung einfach nie auf. Das liegt vermutlich daran, dass der Motor mit einem kräftigen Hubraum (1040ccm) sowie einem tollen Ansprechverhalten gesegnet ist. In Kombination mit einer praxistauglichen Übersetzung ergibt das einen satten Durchzug aus den Kehren. Auf der anderen Seiten erfreut man sich am Nachmittag über den hohen Sitz- und Fahrkomfort der Maschine. Die Versys ist ein echter Kilometerfresser und wird Tourenfreunde glücklich machen. Sie ist zum Fahren gemacht und punktgenau richtig dimensioniert.

Hoher Fahrkomfort bei der Kawasaki Versys 1000 SE

Die Versys bot den im Vergleich besten Windschutz und höchsten Sitzkomfort. Beim Windschutz haben die Kawasaki Leute eventuell schon etwas übers Ziel hinausgseschossen. Es ist hinter der hohen Scheibe geradezu Windstill und perfekt frei von Turbulenzen. Bei hohen Temperaturen könnte das etwas unangenehm werden. Auch der Sitzkomfort passt zum Kilometerfresser. Sowohl als Fahrer als auch als Beifahrer war man komfortabel unterwegs. Zu guter Letzt ist das starke Fahrwerk ein kongenialer Partner für die lange Reise. Es bietet sehr detailverliebte Einstellungsmöglichkeiten. Es macht Sinn sich die Kawasaki App zu installieren und sich in das System einzuarbeiten. Die Federelemente sprechen sensibel auf die Anpassungen an. Der Sozius lässt sich so geradezu wegzaubern. Die Maschine bietet auch mit hoher Zuladung ein harmonisches und neutrales Fahrverhalten.

Im Vergleich mit der moderner wirkenden BMW verliert die Versys weniger beim Motor als beim Bedienkonzept und bei der App. Die hohe Motorleistung der SuperDuke und der XR benötigt man für bewusste Adrenalinschübe und Lambo-Duelle auf der Autobahn. Auf der Tour reicht Hubraum und ein tolle Motorabstimmung.

BMW S 1000 XR, KTM 1290 SuperDuke GT und Kawasaki Versys 1000 SE im Vergleich

Somit sind die 3 Motorräder dann glücklicherweise unterschiedlich genug um klare Empfehlungen auszusprechen. Je stärker der Fokus auf Reisekomfort liegt umso eher punktet die Versys. Adrenalinjunkies und Freunde von höchstem Speed greifen zur SuperDuke GT. Die BMW S 1000 XR positioniert sich als goldene Mitte die das breite Spektrum sehr gut abdeckt. Große Piloten finden den angenehmsten Kniewinkel an der SuperDuke GT vor. Wobei man bei einer Sitzprobe auf die Platzverhältnisse beim Tank achten sollte. Mein Sozius fühlte sich beim Test im Sattel der Versys am wohlsten. Alle Fahreindrücke, viele Aufnahmen vom Test bringen wir im Laufe des Oktobers auf unserem YouTube Kanal online. Bis dann!

Fazit: BMW S 1000 XR

Die BMW S 1000 XR bietet ein angenehmes Tourenmotorrad auf der Basis eines Supersportlers. Klingt nach einem Kompromiss - fährt aber wie eine punktgenau getroffene Entwicklung. Das Motorrad ist praxistauglich und ausgereift. Wind- und Wetterschutz sind sehr gut, die Integration vom Handy ist weltklasse und der Motor macht einfach immer Freude. Das Fahrwerk passt sich zwar gut auf den Beladungszustand an, feinfühlig und wirklich komfortabel wird es jedoch nie. Der Sitzkomfort ist gut, doch der Kniewinkel wird bei langen Touren etwas spitz. Trotzdem: Ein großartiges Motorrad mit dem man gerne sportlich aber auch sehr weit fährt.


  • tolle Verbindung und Intagration vom Handy ins Fahrzeug - inklusive guter Navi-Software
  • toller drehfreudiger Vierzylindermotor mit einem breit nutzbaren Drehzahlband
  • Angenehme Motorabstimmung
  • Riding Modi verändern Ansprechverhalten praxistauglich
  • gut ausbalanciertes Fahrzeug - auch mit Sozius - dank elektronischem Fahrwerk mit automatischer Erkennung von Beladungszustand
  • gute Bremsen
  • Guter Wind und Wetterschutz
  • mit einer Hand einstellbares Windschild
  • guter Quickshifter
  • viel Auswahl bei
  • Kniewinkel auf langen Touren für große Leute etwas eng
  • Fahrwerk dämpft nicht feinfühlig genug - kein wirklich komfortables Setup möglich⁠

Fazit: KTM 1290 Super Duke GT

Wenn Du mit 175 PS und 141 Nm bei regennasser Fahrbahn eine Tour startest dann brauchst Du viel Vertrauen in das Fahrzeug. Wenn dann noch der Sohn als Sozius mit dabei ist, darf das Motorrad keine halbe Sache sein. Genauso erging es mir bei der KTM 1290 Super Duke GT 2020. Sie präsentierte sich ausgereift, praxistauglich und sauschnell aber auch zugänglich und zuverlässig. Die vielfältigen Setup-Möglichkeiten verwandeln die Maschine in ein Sportmotorrad oder in ein komfortables Tourenbike. Eine faszinierende Fahrmaschine!


  • Tolles elektronisches Fahrwerk mit einem breiten und praxistauglichen Einstellbereich
  • Ausdauernde und hochwertige Bremsen
  • Komfortable Sitzposition für den Piloten (Testpilot 185cm)
  • Tolle Ausstattung
  • Für einen V2 funktioniert der Quickshifter sehr gut, im Vergleich mit 4-Zylindern wirkt er trotzdem etwas grob
  • guter Fahrkomfort für Sozius
  • Kräftiger Motor mit einem breit nutzbarem Drehzahlband
  • gute Fahrzeugelektronik macht das PS Monster angenehm fahrbar
  • Bei tiefen Drehzahlen ist der Motor etwas ruppig, dahingleiten bei ca 80 km/h erfordert 5. Gang
  • Mittelmäßiger Spritzschutz für Sozius
  • Sehr große Piloten scheuern mit den Knien den Tank auf und haben Probleme ihre Beine in den Tank zu integrieren

Fazit: Kawasaki Versys 1000 SE

Die Kawasaki Versys 1000 SE ist eine besonders gut gelungene Vertreterin einer Gattung die sich so schwer einsortieren lässt. Am Ende ist sie einfach ein sehr gutes und universelles Motorrad. Am Stammtisch wird sie mit 120PS kaum punkten. Doch in der Praxis sind alle Elemente vom Motorrad so gestaltet und dimensioniert, dass man mit ihr gerne und weit Motorrad fährt. Auf langen Touren hat sie ausreichend Leistung, bietet ein dynamisches Fahrverhalten und hohen Fahrkomfort. Im Vergleich zu den Mitbewerbern vermisst man die Leistung kaum. Schon eher müsste Kawasaki bei der Integration einer Navigatinos-App ins Display nachlegen.


  • Hoher Fahrkomfort für Fahrer und Beifahrer
  • Toller Wind- und Wetterschutz
  • Hochwertiges Fahrwerk lässt sich sehr präzise auf die Anforderungen anpassen
  • Gut dosierbarer und drehfreudiger Motor
  • Starker Durchzug vom Motor
  • Bei hohen Temperaturen ist das Serienwindschild zu üppig dimensioniert - auch in tiefster Stufe kriegt man kaum Fahrtwind ab
  • Display und Handy-App kann mit Konkurrenz nicht mithalten

Bericht vom 02.09.2020 | 19.930 Aufrufe

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