Die Yamaha Tenere 700 im Reise-Enduro Vergleichs-Test 2020

Erfahrungen on- und off-road von 5 Testern

Die Tenere 700 schlug letztes Jahr massiv am Markt ein. Das heurige 1000PS TuneUp zeigt, was mit der kleinen Yamaha alles möglich ist, aber wie gut schlägt sie sich im direkten Vergleich zur bärenstarken und eine Klasse höher angesiedelten Konkurrenz am hart umkämpften Reise-Enduro Markt? Wir haben es im großen 1000PS Vergleichstest herausgefunden.

Ich möchte vorausschicken, dass wir alle fünf Motorräder des großen Reise-Endurotests schon in ausführlichen Einzeltests beleuchtet haben. An technischen Daten und Ausstattung interessierten Lesern seien diese Berichte ans Herz gelegt. In diesem Artikel sollen die Stärken und Schwächen der Modelle im direkten Vergleich mit kurzen und prägnanten Statements von 5 unterschiedlichen Fahrern umrissen werden.

Fazit Yamaha Tenere 700 TuneUp von Herbert Airbert Lindtner:

Bei der Yamaha Tenere freut man sich, sobald man von der Straße ins Offroad-Gelände einbiegt, denn dann kommt genau das Terrain für das sie mitunter gebaut ist. Die hohe Bodenfreiheit ist, je schwieriger das Gelände wird, ein immer größerer Vorteil. Das Fahrwerk arbeitet perfekt und auch reicht die Motorleistung im Offroad absolut aus. Fahrhilfen sucht man vergebens - bei der Tenere ist man selbst noch der Pilot.

Fazit Yamaha Tenere 700 TuneUp von Poky:

Unsere TuneUp-Tenere ist gewissermaßen ein Gaststarter bei unserem Reise-Enduro Vergleichs-Test. Eigentlich ist sie ja eine Klasse unter den Mitstreiterinnen angesiedelt. Wir wollten sie dennoch mitnehmen, um zu sehen, wie nahe sie nach unseren Optimierungsmaßnahmen an die anderen herankommt. Tatsächlich überzeugte die kleine Tenere nicht nur off-road, wo man das ja erwarten durfte, sondern auch onroad. Ausstattungsmäßig haben wir mit Quickshifter, und Öhlins-Fahrwerk, Bremspumpe, aber auch Sturzbügeln und Heizgriffen mächtig aufgerüstet. Einzig die Vorderradbremse und die (Offroad großartigen) langen Federwege verhindern eine noch sportlichere Straßen-Performance. Die Assistenz-Systeme, die die Konkurrenz eine Etage höher bietet, sind natürlich nicht an Board. Doch genau das bildet den Reiz der Tenere 700 - die simple Technik sorgt für breites Grinsen unterm Helm. Leiwand!

Fazit Yamaha Tenere 700 TuneUp von den Fahrwegenen:

Budget-Offroad-Monster, low cost, low electronics. Wo nix ist, wird nix hin. Leistung ausreichend, Optik geil. Nörgler gibts immer, mir taugts.

Vaulis Fazit zur Yamaha Tenere 700 TuneUp:

Ich nehme an, dass ohnehin schon alle anderen Tester zu Protokoll gaben, dass vermutlich niemand eine Tenere 700 kaufen wird, um sie dann um tausende zusätzliche Euro hochzurüsten. Zeigen, was geht lautet die Parole unseres TuneUps und das macht die Yamse eindeutig. Da ich das Luxusproblem habe, die Tenere 700 erstmals in unserer TuneUp-Version zu testen, kann ich nicht sagen, ob die Leistung ohne Martin Bauer-Tuning reicht oder das Öhlins-Fahrwerk so viel besser ist, als die Original-Federelemente. Den Charakter des Bikes kann ich aber sehr wohl beurteilen und der gefällt mir sehr gut: Die Abwesenheit von Elektronik-Features, abgesehen vom abschaltbaren ABS kehrt die Quintessenz des Motorradfahrens wieder hervor und das macht mitunter sehr viel Spaß. Eine MT-07 etwa, also das Naked Bike-Pendant zur Tenere 700 mit gleichem Motor macht mir ja auch ungemein Spaß! Da kann ich sogar sehr gut darüber hinweg sehen, dass die vordere Bremse auf der Straße etwas zahnlos wirkt, immerhin will die Tenere 700 vor allem im Gelände überzeugen. Und das tut sie tatsächlich relativ leicht mit einem berechenbaren Motor steht gepflegten Offroad-Abenteuern nicht allzu viel im Weg!

Fazit Yamaha Tenere 700 TuneUp von Wolf:

Wie war das früher, als es zu regnen begann und wir noch keinen Regen-Modus hatten? Oder vor der steilen Schotter-Auffahrt ohne Offroad-Programm? Stimmt: Wir sein einfach drauf losgefahren! Und genau das macht man mit der Yamaha Tenere 700, die reduziert aufs Wesentlichste auf Elektronik im Überfluss verzichtet, lediglich ABS an Bord hat. Das kannst du wegschalten, was bei flotteren bzw. steileren Gelände-Passagen auch ratsam ist. Eine Einfachheit, dich ich letztes Jahr auf einer ausgedehnten Balkan-Tour zu schätzen wusste, das TuneUp-Projekt von 1000PS machte das Motorrad erwachsener, aber natürlich auch teurer. Und zeigt, was möglich ist, wenngleich man in Praxis kaum sämtliche Features verbauen würde. Für Solo-Fahrer ist die Yamaha auf alle Fälle eine Reiseenduro, die alles kann und Offroad noch ein bisserl mehr als die meisten…

Fazit: Yamaha Tenere 700

Gegenüber der sportlichen Einzylinder-Konkurrenz aus dem Hause KTM oder Husqvarna, die man sich ja erst mit Windschild, größerem Tank etc. selbst reisetauglich machen muss, bietet der Twin ein Mehr an Laufruhe und damit bessere Langstreckentauglichkeit, gegenüber den meisten Zweizylinder-Mitstreitern, KTM’s 790 Adventure mal ausgenommen, ein Mehr an Offroad-Tauglichkeit. Auf jeden Fall ist die Tenere 700 eine echte Bereicherung für das Reiseenduro-Segment geworden, hat sich das Warten also gelohnt.


  • spielerisches Handling
  • toller Motor
  • saubere Verarbeitung
  • voll einstellbares Fahrwerk
  • geringes Gewicht
  • ABS abschaltbar
  • fairer Preis
  • wenig Elektronik für Straßenfahrten
  • Sitzbank könnte auf langen Strecken unbequem werden

Bericht vom 10.08.2020 | 21.554 Aufrufe

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