Kawasaki Z1000 SX Test

Kawasaki überarbeitet die Z1000 SX heftig für 2014.
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Kawasaki Z1000 SX – jetzt neu mit fescherem Hintern!

 

Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss – so auch bei der brandneuen Kawasaki Z1000 SX. Zwar ist bei dem sportlichen Tourer auch die Front bestens gelungen, wirklich verändert hat sie sich im Vergleich zur Vorgängerin aber nicht. Ganz anders das Heck, das mit dem neuen und endlich stimmigen Koffersystem viel hübscher aussieht. Der erste Test in der verregneten Heimat.

 
Fährt man bei 4 Grad Aussentemperatur im Regen und Nebel auf kurvigen Strassen mit schlechtem Asphalt Motorrad, kann man schon ins Grübeln kommen und mit dem Schicksal hadern: Warum passiert so etwas immer mir?! Dann überkommt mich aber sofort meine positive und phlegmatische Art und ich sehe die unzähligen positiven Aspekte. Es könnte ja auch schneien – also eigentlich Glück gehabt. Und ich könnte mit blossen Händen fahren, stattdessen trage ich völlig durchnässte, perforierte Racing-Handschuhe – nochmals Glück gehabt. Und ich könnte ja auch auf einem viel unpassenderen Motorrad sitzen als auf der Kawasaki Z1000 SX, die mich so gut sie kann vor dem schlechten Wetter schützt und dabei auch noch angenehm kontrollierbar bleibt. Als Höhepunkt des Schönredens komme ich zu dem Schluss, dass ich die völlig überarbeitete Kawa ohnehin am besten bei solchen Zu- oder besser Missständen testen kann. Denn vom Grundcharakter her hat sich die Z1000 SX nicht wesentlich verändert und funktioniert nach wie vor tadellos. Kawasaki versucht mit ihr (ziemlich erfolgreich), ehemalige Supersport- und Superbike-Besitzer an Land zu ziehen, was sich vor allem daran zeigt, dass die Z1000 SX nicht fett und behäbig wie so mancher andere Tourer um die Ecken gewuchtet werden muss, sondern ziemlich wendig und spielerisch um jegliche Radien gezirkelt werden kann. http://www.motorrad-bilder.at/slideshows/291/009820/harley_davidson_breakout_2013_33.jpg

Kawasaki Z1000 SX Action Bildergalerie (47 Fotos) - hier klicken!

Das würde man eigentlich anhand des fetten 190er-Hinterreifens nicht erwarten, die ausgewogene Geometrie macht es aber möglich. Einen grossen Anteil an der guten Fahrbarkeit der Z1000 SX hat aber auch das gut abgestimmte Fahrwerk, die vordere 41-Millimeter Upside-Down-Gabel ist voll verstellbar, das hintere, vom Superbike ZX-10R adaptierte Federbein kann in Zugstufe und Federbasis justiert werden – letztere nun zur einfacheren Bedienung ganz bequem per Handrad. Damit kann man das neue Modell blitzschnell auf unterschiedliche Beladungszustände abstimmen, bei einem Sporttourer, der ernst genommen werden möchte, nicht ganz unerheblich. http://www.motorrad-bilder.at/slideshows/291/009820/harley_davidson_breakout_2013_53.jpg


Kawasaki Z1000 SX Details Bildergalerie (39 Fotos) - hier klicken!


Ein Bereich, in dem hingegen auch bisher alles perfekt war, ist der Motor. Die bisherigen 138 PS wirkten bei Gott niemals überfordert, Laufruhe und Sound waren über jeden Zweifel erhaben. Dennoch knöpften sich die Techniker auch das Triebwerk vor und kitzelten hauptsächlich per Feintuning der Elektronik noch ein paar PS und Newtonmeter aus dem potenten Reihen-Vierzylindermotor mit 1043 Kubik heraus. Damit kommt die Z1000 SX nun auf 142 PS bei 10.000 Touren und 111 Newtonmeter Drehmoment bei 7300 Umdrehungen. http://www.motorrad-bilder.at/slideshows/291/009820/harley_davidson_breakout_2013_8.jpg
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Die Ergonomie passt, das Fahrwerk ist voll verstellbar - hinten kann die Federvorspannung nun bequem per Handrad verstellt werden. Die Z1000 SX scheint eine der wenigen Maschinen zu sein, die mit einem Akrapovic-Endtopf nicht viel hübscher wird.
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Grün ist und bleibt die wichtigste Farbe bei einer Kawa, Schwarz für alle, die es dezent wollen. Das Grau wirkt bei passendem Licht eher wie gebürstetes Alu - und sieht somit besser aus als auf dem Foto.

30 km/h im Sechsten -  kein Problem.

An dem herrlich brachialen Antritt ändert sich somit nichts, die Z1000 SX katapultiert mich zwar nicht entscheidend schneller voran als die Vorgängerin, da lag aber auch nie ein Schwachpunkt. Wie es sich bei einer gründlichen Überarbeitung gehört, widmeten sich die Ingenieure stattdessen den Kritikpunkten der Endkunden und verlängerten die Übersetzung des sechsten Gangs. Im Fahrbetrieb bedeutet dies, dass man nach wie vor blitzschnell die ersten fünf Gänge durchschaltet, den sechsten Gang nun aber länger nutzen kann und bei Reisegeschwindigkeit mit einer etwas niedrigeren Drehzahl unterwegs ist – spart Nerven und Sprit. http://www.motorrad-bilder.at/slideshows/291/009820/harley_davidson_breakout_2013_15.jpg
Das typische Z1000-Phänomen, dass man durch die kurze Getriebeabstufung im sechsten Gang immer noch glaubt, erst im Dritten oder Vierten zu sein, bleibt dadurch aber erhalten. Leider haben es die Techniker verabsäumt, der neuen Z1000 SX eine Ganganzeige im Cockpit zu spendieren, das würde schneller und bequemer Gewissheit darüber bringen, dass der sechste Gang ohnehin schon eingelegt ist. Peter Huber, der österreichische Importeur höchstpersönlich bringt es aber auf den Punkt: „Eine Ganganzeige brauchst Du nicht, Du schaltest ohnehin sofort in den sechsten Gang und bleibst dann für die restliche Fahrt dort.“ Womit er nicht ganz unrecht hat, der Motor der Z1000 SX ist so durchzugsstark, dass er ohne irgendein Ruckeln, Murren oder Knurren bereits mit 30 km/h im sechsten Gang gefahren werden kann.

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Dennoch wäre die Integration einer Ganganzeige ein leichtes gewesen, immerhin musste das Display im Cockpit ohnehin erweitert werden. Grund dafür ist, dass die neue Z1000 SX nun viel mehr Elektronik beinhaltet: Zwei, einfach vom Lenker aus verstellbare Leistungsmodi (volle Leistung oder rund 25 Prozent weniger) und die Traktionskontrolle KTRC (Kawasaki Traction Control), die in drei Stufen verstellt oder ganz abgeschaltet werden kann. Sehr geschickt lässt Kawasaki dabei sowohl dem sportlichen Fahrer als auch dem Tourer viel Spielraum. http://www.motorrad-bilder.at/slideshows/291/009820/harley_davidson_breakout_2013_23.jpg
Während die Stufen 1 und 2 noch etwas freizügiger eingreifen und mehr Schlupf zulassen, regelt die Stufe 3 sehr restriktiv und gibt eine Menge Sicherheit auf nasser oder anderweitig rutschiger Fahrbahn. Elektronik-Verweigerer können im Übrigen aufatmen, das System lässt sich ganz abschalten.

Schliesslich wurde auch das ABS überarbeitet, die neue Steuereinheit soll durch einen zusätzlichen Flüssigkeitsdrucksensor eine bessere Kontrolle beim Bremsen erlauben und das Abheben des Hecks während des Bremsvorgangs verhindern – wovon ich mich allerdings nicht persönlich überzeugen konnte, auf meiner Testmaschine war kein ABS verbaut. Daher war es für mich auf den nassen und rutschigen Strassen besonders wichtig, dass die Z1000 SX auch ohne ABS gute Stopper besitzt. Die radial montierten Monobloc-Vierkolben-Bremszangen packen zwar gewaltig zu, können auf Wunsch allerdings auch sanft dosiert werden. Ebenso geben die Bridgestone S20-Reifen genügend Sicherheit auf solch waschelnassen Untergründen. Für Österreich wird es aber voraussichtlich ohnehin nur die ABS-Version geben, bei einem Sporttourer gewiss kein Fehler. http://www.motorrad-bilder.at/slideshows/291/009820/harley_davidson_breakout_2013_22.jpg

Die  Koffer sind schön und praktisch zugleich.

Dass die Z1000 SX nun auch wirklich als Tourer bezeichnet werden darf, liegt an einer wichtigen Verbesserung: Das Koffersystem ist völlig neu. Die bisherigen Givi-Koffer waren zwar alles andere als minderwertig oder mangelhaft, die aufgesetzte und damit so gar nicht passende Optik war aber eine ziemliche Niederlage. Die neuen Koffer (wieder von Givi) wurden hingegen eindeutig zur Modellplanung eingeladen, so herrlich integriert und stimmig präsentieren sie sich. Damit wird nicht nur ausgezeichnet die sportliche Linie und der bullige Charakter der Kawa erhalten sondern auch praktische Werte erfüllt. Die Koffer sind auf beiden Seiten gleich gross, bieten mit jeweils 28 Litern genug Stauraum für je einen Integralhelm und sind völlig wasserdicht (das weiss ich ganz genau!). Ausserdem schmiegen sie sich nun besser an die Kawa an, was die Gesamtbreite um stolze 7 Zentimeter reduziert. Wer aufgrund der Nähe zu den Auspuffendtöpfen eine zu starke Aufheizung der Koffer vermutet, sei an dieser Stelle beruhigt, die Koffer besitzen an den Unterseiten Hitzeschutzbleche. http://www.motorrad-bilder.at/slideshows/291/009820/harley_davidson_breakout_2013_22.jpg

FAZIT
Die Kawasaki Z1000 SX zeigt eindrucksvoll, dass es sich durchaus auszahlt, den (potentiellen) Kunden Gehör zu schenken. Es wurde nicht alles, dafür an den genau richtigen Stellen erneuert und verbessert, was aus der nicht ganz ausgegorenen Vorgängerin nun eine echte sportliche Touren-Kawa macht. Das optionale Koffersystem seiht nicht nur viel besser aus sondern bringt auch praktische Vorteile. Die dreifach einstellbare Tourenscheibe bleibt zwar mechanisch betätigt, ist dafür sehr einfach mit einem Hebel unter den Armaturen verstellbar und trägt damit wiederum zum angemessenen Gewicht bei. Und der Motor ist nach wie vor eine Wucht, kann sowohl untertourig herum genudelt, als auch (super-)sportlich getreten werden. Die vier Zusatz-PS wirken allerdings vorrangig im Hochglanz-Prospekt, auf die ohnehin hervorragende Performance des Triebwerks haben sie keinen spürbaren Einfluss. Einziger Kritikpunkt ist die fehlende Ganganzeige im Cockpit, allerdings besteht so wenigstens noch ein bisserl Verbesserungspotential für die nächste Z1000 SX.
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Text: Vauli
Fotos:
Kawasaki

Bericht vom 07.10.2013 | 77.114 Aufrufe

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