Kawasaki Z1000 Test

Die Wiederauferstehung des Bösen. Die neue Z kennt keine Wärme, sondern nur das Feuer.

Kawasaki Z1000 Test

Das Böse bebt

Kawasaki Z1000

Geduckte Angriffshaltung, grimmiger Blick, bösartiges Gemüt.
Ein Motorrad kann auch im 21. Jahrhundert überhaupt nichts Freundliches haben.

Wenn man sich drei Jahrzehnte nach Erscheinen eines Motorrads noch dunkle Geschichten, düstere Legenden und phantasievolle Lügen darüber erzählt, dass es den jungen Zuhörern die Augen aufreißt, während die der älteren wässrig werden. Wenn Mad Max wieder einmal nur deshalb ins DVD Fach gelegt wird, weil man den Toecutter und seine Bikerbande sehen will, auf dass sie mit ihren Kawas diesmal siegreich seien. Wenn ein Motorrad dermaßen gewütet haben muss, dass allein das Aussprechen seines Namens kalte Schauer bei denen erzeugt, die Zeugen seiner Greueltaten waren. Die einen wollten nur mehr vergessen, doch für andere verging seit damals kein Tag, an dem sie nichts sehnlicher herbeiwünschten, als dass diese Ära zurückkehre, der alte Geist wieder auferstehe, den Himmel verdunkle und Schrecken über dieses Land bringe. Doch die Zeit ist gekommen. Z is back!

Wenn die neue Z1000 im Jahre 2010 aus den Schauräumen unserer heilvollen Händler auf die Erde kommt und dort, wo sie gewesen sein wird, verbrannte Erde hinterlassen wird, dann wird man sich nur vage an ihre Vorboten erinnern, deren Leiber zu schwach waren, um den Menschen die Prophezeiung der Ankunft des Bösen glaubwürdig darzubringen. Erst jetzt können wir verstehen. Die ersten Wiedergeburten der Z (es gibt kein Wort für das was sie ist) waren nur die Erzengel, welche die unfrohe Botschaft von der Ankunft des wirklich bösen vermeldeten. Just im Moment des Verstehens, wo uns die Augen geöffnet werden und wir bereit sind, zu erkennen, wird es dunkel.

Kawasaki Z1000

Z - Es gibt kein Wort für das was sie ist.


Der Motor läuft, es röchelt in der Tiefe. Wenn sich die Wolken zusammenziehen, erwacht das Tier zum Leben. Kurz die Ausfahrt runter, am Beschleunigungsstreifen ein Blick nach links, dann lässt man es von der Kette. Drag me to hell. Da ist eine Macht, die sich nicht erst sammeln muss, sondern im Inneren brodelt und ständig danach drängt, auszubrechen, um dich zu verschlingen. Während man brutal fortgezogen wird, entsteht ein Gebrüll und Geschrei, vor dem man am liebsten davonlaufen würde. Würde man im Normalfall auch, geht aber nicht, weil das bedeuten würde, dass man den Kampf Gut gegen Böse schon nach 200 Meter Geradeaus verloren hat. Deshalb musst du an dich glauben, an das Gute, und dir bewusst machen, dass der Dämon zwar 138 PS ist, aber nichts ist ohne dich. So ähnlich wie bei Fight Club. Die Waffe ist nicht in deiner Hand, sie ist in meiner.

Kawasaki Z1000

Kawasaki Z1000 Video

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Kawasaki Z1000

Die Waffe ist nicht in deiner Hand, sie ist in meiner.


Dieser Augenblick konzentrierter und innigster Meditation dreht die Lage um 180°. Es liegt plötzlich alles in meinen Händen. Das geschmeidige, 1043 Kubik große Reihenvierer Aggregat, das die 110 Nm aus brennenden Stollen weit unter der Erdkruste holt, 77 mm breit und 56 mm tief; der 190er Hinterhuf, die 41 mm Upside-Down-Gabel sowie die angesichts der monströs wirkenden Erscheinung federleichten 218 Kilogramm Lebendgewicht, einfach der ganze verdammte, brennende Stier. Nur über eines wird man nie Kontrolle haben, nämlich die orange glühende Instrumenteneinheit, die ein schnelles, exaktes Ablesen von Drehzahl und Geschwindigkeit unmöglich macht. Der Herr der Fliegen versucht seit Uhrzeiten, uns durch schönen Schein den Blick auf das Wesentliche zu verschleiern. Kawasaki Z1000

Hier gibts die 360 ° Ansicht der Z


Ist aber auch egal, denn auf den Strassen von Ronda ist man mit so einem Begleiter ohnehin zu jedem Zeitpunkt viel zu schnell. Wer von sich behauptet, ein leidenschaftlicher Straßenrennfahrer mit Hang zum verkehrstechnischen Anarchismus zu sein, der muss irgendwann von sich behaupten können, schon mal in Ronda gewesen zu sein. Nach 40 Kilometern Kurven in mittlerer Höchstgeschwindigkeit richtet man sich auf und beginnt, nachzudenken. Wer hier zu viele Fehler im Geiste auf- und verarbeiten muss, der sollte einen Gang zurückschalten. Lustig sein kann man woanders. Der Leitspruch lautet: Halbe Sicht, volles Programm. Das ist ernst gemeint. Auch die Z zeigt keinerlei Absichten, Witze machen zu wollen. Die 138 Pferde zerren an der Kette, die an einem kleinen Ritzel hängt. Kawasaki hat auf das Verhalten seiner Kunden reagiert. Demnach ließen viele Fahrer ihre Green Machine kürzer übersetzen, noch bevor zum ersten Mal vollgetankt wurde. Bei der neuen werden wohl nur mehr Stuntfahrer noch kürzer übersetzen.

Wheelies sind bei diesem Motorrad kein Zufallstreffer; wenn man treffen will, muss man einfach den Hahn spannen und die Kawa drückt ab. Peng. Könnte dem einen oder anderen zu schnell gehen, wie mir etwa. Ich hatte einfach zu viel Angst, dass der Schuss nach hinten los gehen könnte und habe es schließlich sein lassen. Außerdem mußte ich aufgrund eines nicht angekommenen Koffers, der klarerweise Lederrüstung und Rückenpanzer zum Inhalt hatte, auf sommerliches Textil aus der Kawa-Kleidungs-Kiste zurückgreifen, sowas macht vorsichtiger. Nur gut, daß ich den Hartschalen-Rucksack von Boblbe-e als Schildkröte verwenden konnte.


Halbe Sicht, volles Programm.


Kawasaki Z1000
Zielgenau arbeitet die Z auch im Winkelwerk. Sie watscht ihre Fahrer mit gewaltvoller Präzision durch die Wechselkurven, der eindrucksvolle 190er Hinterreifen stört dabei keineswegs. Die 41 mm Gabel, die ihre scharfe, kräftige Optik vor allem den seitlichen Blenden zu verdanken hat und das horizontal angeordnete Back-Link-Gasdruck-Zentralfederbein bewahren straff die Haltung, während man auf das für den Alltagsgebrauch kleine Bisschen Restkomfort nicht verzichten muss. Optisch mag die Z ein schwerer Brocken sein, dynamisch ist sie das genaue Gegenteil. Was beim Ritt auf der Kanonenkugel nur etwas stört, sind die Auspufftrichter, die einen beim Fußrastenballett immer wieder behindern. Um den Angreifer wieder zu stoppen, verlangt es nach etwas Handkraft. Ein entschlossener Griff und die radialen Vierkolben-Festsättel nehmen die beiden 300er Scheiben fest in die Zange, die hintere wirkt eher saft- und kraftlos. Was man bei einem Straßentest schon länger nicht mehr erwartet, war die Tatsache, dass die Motorräder nicht mit ABS ausgestattet waren, wird ab 2010 aber selbstverständlich optional erhältlich sein.
 

Durchs Winkelwerk gewatscht.


Kawasaki tat gut daran, die Z1000 von Grund auf neu zu erdenken und aufzubauen. Sie bekam eine dunkle Seele, deren Wurzeln in der (un)guten, alten Zeit liegen, wirkt durch die eigenständige Entwicklung echter und geschlossener. Kawa wurde sich selbst und den Wünschen seiner Kunden in hohem Maße gerecht. Insgesamt ein mutiges Produkt für mutige Fahrer.

Kawasaki Z1000

Weitere Bilder, Datren und Fakten zur Z1000 findet ihr auch hier.


Farben Kawasaki Z1000 2010

Kawasaki Z1000

Technische Daten Kawasaki Z1000 2010

Motortyp Flüssigkeitsgekühlter Viertakt-Reihenvierzylinder
Hubraum 1,043 cm³
Bohrung x Hub 77.0 x 56.0 mm
Verdichtungsverhältnis 11.8:1
Ventil-/Einlasssystem DOHC, 16 Ventile
Kraftstoffzufuhr/Vergaser Kraftstoffeinspritzung: ø38 mm x 4 (Keihin) mit ovalen Sekundärdrosselklappen
Leistung 138 PS
Drehmoment 110 Nm
Reifen, vorn 120/70ZR17M/C (58W)
Reifen, hinten 190/50ZR17M/C (73W)
Radaufhängung, vorn 41 mm Upside-Down Gabel, stufenloser Druckstufen- und Zugstufenverstellung sowie einstellbarer Federvorspannung
Radaufhängung, hinten horizontal angeordnetes Back-Link-Gasdruck-Zentralfederbein, stufenlose Zugstufen- und Federvorspannung
Bremse vorn Doppelscheibenbremse Ø 300 mm semischwimmend, Petal-Design, radial montierte Vierkolben-Festsättel
Bremse hinten Scheibenbremse Ø 250 mm, Petal-Design, Einkolbenfestsattel
Abmessungen (LxBxH) 2.095 mm x 805 mm x 1.085 mm
Radstand 1.440 mm
Bodenfreiheit 140 mm
Sitzhöhe 815 mm
Tankinhalt 15 Liter
Preis Ö € 12.999.- /+  € 800 .- ABS

 
Interessante Links:

 

Text: kot
Fotos: Kawasaki

Fazit: Kawasaki Z1000

Kawasaki tat gut daran, die Z1000 von Grund auf neu zu erdenken und aufzubauen. Sie bekam eine dunkle Seele, deren Wurzeln in der (un)guten, alten Zeit liegen, wirkt durch die eigenständige Entwicklung echter und geschlossener. Kawa wurde sich selbst und den Wünschen seiner Kunden in hohem Maße gerecht. Insgesamt ein mutiges Produkt für mutige Fahrer.


  • Relativ viel Leistung
  • kräftige Optik
  • viel Komfort
  • optimales Fahrwerk
  • akzeptabler Preis.
  • Unkontrollierbare Intrumenteneinheit
  • teilweise Handkraft vorhanden.

Bericht vom 10.12.2009 | 102.025 Aufrufe

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