Marokko Tour

Auf der GS durch Marokko, ein Land mit vielen landschaftlichen Gegensätzen. Gesamtkilometer der Tour: 3843!
 

18.3.2006 Ankunft am Flughafen Malaga – Manfred wartet schon und sammelt seine Schützlinge ein. Wir sind zu dritt: Jürgen aus Eisenstadt, Ernst aus Wien und ich. Mit Manfred fahren wir (zum letzten Mal auf 4 Rädern) ins ****Hotel Reina Cristina in Algeciras. Ein tolles Hotel fast direkt am Hafen.

   

19.3. Abfahrt 9:30 Uhr vom Hotel zur Fähre nach Ceuta. Die Grenzformalitäten ziehen sich dank der marokkanischen „Emsigkeit“ über eine Stunde hin, aber schließlich haben wir’s geschafft: um 12 Uhr marokkanischer Zeit (MEZ - 1) rollen unsere Motos über Tetouan – Chefchaouen – Ouezzane – Souk el Arba du Rharb – Kenitra – nach Rabat, der Hauptstadt Marokkos (378 km). Leider regnet es seit der Grenze, manchmal weniger aber meistens mehr, sodass unser „Wassergwand“ zum Einsatz kommt.

Bei einer Pause in Chefchaouen im Hotel Rif kommen wir zum ersten Mal in den Genuss eines frisch gepressten Orangensaftes. Das Hotel Bélère in Rabat hat keinen bewachten oder versperrten Parkplatz, darum dürfen wir die Motorräder auf dem Gehsteig direkt vor die Glaswand des Hotels parken, wo sie der Hotelportier immer im Auge hat – 24 Stunden lang.
 

 

Gegen Bares natürlich, versteht sich. Nach dem Abendessen vertreten Manfred, Jürgen und ich uns noch ein bissl die Beine – wir spazieren in die Medina, den alten Teil von Rabat, mit den vielen Verkaufsständen und Händlern. Noch ist alles sehr westlich angehaucht, die Gassen sind relativ sauber, hell und breit, die Einheimischen nicht aufdringlich.
 
 

20.3. Kaum haben wir aufgepackelt und die ersten Meter hinter uns gebracht, fängts schon wieder zu regnen an. Das kann ja heiter werden ! Trotzdem sind wir optimistisch und ziehen die Regenkombis nicht an. Kurze Besichtigungsfahrt durch Rabat – nicht besonders sehenswert. Auf der Strecke nach Casablanca gibt’s nur noch einige Spritzer von oben. Kurze Pause in Casablanca, wo’s ziemlich heftig und schwarz aus den Auspuffen der Uralt-LKWs raucht, Ernst hat sich verselbständigt, findet uns aber wieder. Nachteil: wir haben inzwischen getankt, er nicht. Was sich auf der Strecke nach Boulaouane (wir wollten weg von der Hauptstrasse) insofern bemerkbar macht, als Manfred Benzin aus seinem Tank spenden muss.

Es hat sich aber herausgestellt, dass eine 1200er GS auch ohne Benzin fahren kann (laut Tankanzeige war er mit 30 km im Minus). In dieser Gegend gibt’s nur vereinzelt Tankstellen, und die paar, die wir finden, haben kein unverbleites Super. Nach dem Ausflug ins Grüne biegen wir bei Skhour-des-Rehamna wieder auf die Hauptstrasse ein. Einige sehr windige und eher gerade Kilometer weiter checken wir im Hotel Atlas in Marrakech ein. Ein Hotel, das seinen 4 Sternen alle Ehre macht – samt einer Rezeptionistin, die wohl ihre Tage hat. Dafür entschädigt uns aber ein hervorragendes Buffet und die 405 km vergessen wir bei einem Flaschl Guerruane (marokkanischer Rotwein).

   
 

21.3. Der Tag beginnt spitzenmässig. Auf einer wunderbar kurvigen Strasse mit gutem Grip fahren wir über Asni und Ijoukak durch ein Tal bis zum Tizi n Test, ein Pass auf 2093 m Höhe. Bei einer Pause in einem kleinen Lokal verspricht uns der dortige Wirt, dass wir auf einer ganz gut fahrbaren Piste einen anderen Weg zurück nehmen können. Am Anfang hat das ja auch gestimmt. Erster Kontakt mit Schotterwegerln, die BMWs sind wie gebaut dafür In einem winzigen Ort namens Tafinegoult sagt uns ein Einheimischer, dass es noch ca. 80 km durchs Gelände geht bis wir wieder in Ijoukak seien – Manfred glaubt das nicht, aber er überlässt die Entscheidung uns, weil er die Strecke nicht kennt. Es kommt, wie es kommen musste. Wir fahren. Es sind 80 km – für die wir 5 Stunden brauchen !!!

Für die letzten 10 km allein schon eine gute Stunde. Grund: es liegt ein Pass dazwischen, und das Schmelzwasser hat den Weg in Schlamm verwandelt. Nur Manfred und Jürgen bleiben aufrecht, Ernst und ich gehen mehrmals zu Boden. Ich verwandle mich immer mehr in ein Erdferkel. Dunkel wird’s auch schon und ich bin nah dran, mein Eisen liegen zulassen und zu Fuß weiterzugehen. Aber Manfred baut mich wieder auf „grad noch bis zur nächsten Kurve“ und so erreichen wir schlussendlich das Lokal in Ijoukak, in dem wir schon zu Mittag waren. Völlig erschöpft trinken wir Kaffee und Minztee mit viel Zucker und dann bringen wir – ziemlich ferngesteuert - noch die restlichen 150 km bis Marrakech auf Asphalt hinter uns.

Im Hotel mustert die grimmige Rezeptionistin Jürgen ziemlich abschätzig – ganz sauber ist auch er nicht geblieben, aber bei meinem Anblick kann sogar sie sich eines Grinsens nicht erwehren. Ausnahmsweise bekommen wir noch etwas zu essen, es ist immerhin schon 21.30 Uhr – und dann wird Gwand geputzt. Mit einer Nagelbürste versuche ich, den Schlamm aus dem Goretex zu bekommen, eine Dreiviertelstunde lang – trotzdem ist das Ergebnis eher bescheiden. Totmüde falle ich ins Bett.
Tageskilometer: 351 km.

 
 

22.3. Bei einer Tankstelle in Marrakesch wollen wir unsere Mopeds vom Schlamm befreien. Gleich 4 Leute machen sich gleichzeitig in der Waschanlage an die Reinigung. Da wird gespritzt, schamponiert, gespült, poliert, „geföhnt“, dass es eine Freude ist ! So sauber war mein Moped schon lange nicht mehr ! Und das ganze für 40 Dirham (umgerechnet 4 €) pro Bike!! Dann schauen wir uns den berühmten Djemaa el Fna (den Platz der Geköpften, Hauptplatz in Marrakech) an, eine riesige Fläche mit Markstandln und angrenzendem Souk. Wir geniessen bei ca. 30 Grad etliche frisch gepresste Orangensäfte, bevor wir uns auf den Weg über Taddert (es gibt Tagines, das bedeutet Eintopf, die marokkanische Gulasch-Variante, zum Mittagessen) nach Ouarzazate machen. Gleich nach dem Pass Tizi n Tichka auf 2260 m zweigt ein Strasserl zur Kashba Telouet ab, die wir sehen wollen. Ganz nett, nur leider schon sehr verfallen. Wie immer sind wir sehr schnell von bettelnden Kindern umringt.

Wir ergreifen die Flucht: Manfred und Ernst über eine Piste, Jürgen und ich über das Strassl zurück auf die Hauptstrasse nach Quarzazate. Wir finden am Weg eine sehr nette Kashba, in der wir auf einer Terrasse mit freiem Rundumblick einen Kaffee genießen, während Ernst sein Moped auf der doch eher anspruchsvollen Piste (teilweise war der Weg nur ein Bachbett mit Geröll, ein Fluss mit ungewisser Tiefe war zu durchqueren …….) etwas beschädigt. Im Hotel Kenzi Aghor treffen wir uns wieder. Das Hotel schaut von außen super aus, die Lobby und das Restaurant samt super Essen, aber die Zimmer fallen etwas bescheidener aus.
Tageskilometer: 279 km.

   
 

24.3. Für heute steht die Weiterfahrt nach Zagora am Plan. Einen kurzen Abstecher zu den Cascades de Tizgui machen wir aber, sonst wäre die Strecke wohl zu fad …. Es war wieder Piste angesagt, aber mittlerweile hab sogar ich mich an die ruppige, schweißtreibende Fahrerei gewöhnt und obwohl Ernst in einer Kurve nach Bodenschätzen gräbt, macht uns der Weg keine größeren Probleme. Die Belohnung: ein breiteres Rinnsal von ca. 5m Höhe, das sich in einem kleinen Wasserbecken sammelt. Nur Jürgen und ich nehmen bei ca. 35 Grad die Anstrengung auf uns, bis ganz dorthin zu gehen. Die beiden anderen bleiben im Schatten der Mopeds sitzen. In Zagora checken wir im ****Palais Asmaa ein – ein Hotel aus 1000 und 1 Nacht. Und diesmal halten auch die Zimmer, was das Hotel von außen verspricht. Hier könnte man es länger aushalten. Leider bleiben wir nur für eine Nacht.
Tageskilometer: 197 km.

25.3. Von Zagora auf einer urlangweiligen, ziemlich schnurgeraden Strasse durch eine triste, aber auch faszinierende rot-grau-geröllige Landschaft über Tazzarine und Alnif nach Erfoud. Dort erwartet uns das schöne Bungalow-Hotel Bélère. Nach 320 km ist relaxen am Pool bei 35 Grad auch nicht grad unangenehm.

   
 

26.3. Für heute haben wir uns die 200 m hohen Dünen von Erg Chebbi und Merzouga, 65 km südöstlich von Erfoud zum Ziel gesetzt. Dieses Ziel haben wir auch ganz leicht erreicht, in den Sand hineingefahren sind wir allerdings dann doch nicht. Dafür sind unsere Maschinen doch ein bissl zu schwer. Ein sehr beharrlicher Guide will uns unbedingt eine 2stündige Jeep-Safari in die Dünen andrehen – um einen „Spottpreis“ von 1200 Dirhams. Wäre ja an und für sich nicht uninteressant, nur: bei fast 40 Grad im Schatten in Goretex-Kleidung ??? Wir schauen, dass wir weiter kommen. Die Rückfahrt gestaltet sich ungleich interessanter, als die Hinfahrt: wir nehmen die Piste. Da alles bretteleben ist, kein großes Problem. Wir gewöhnen uns auch fast an die Ausbruchsversuche unserer Mopeds bei den sandigen Teilen.

Um nicht ständig den Staub des Vordermanns zu schlucken, verteilen wir uns – und Ernst geht prompt verloren. So wie sein Koffer, der sich auf der Rüttelpiste wiederholt vom Träger verabschiedet, ohne dass Ernst etwas merkt. Gott sei Dank finde ich ihn zufällig, Manfred gurtet ihn auf sein Moped. Bei der wunderschönen Kashba Michelle legen wir eine Pause ein. Dort hat es gemessene +36 Grad im Schatten – Manfred schickt eine sms an Ernst – der ist schon im Hotel und merkt jetzt erst, dass er kofferlos ist. Wir holpern weiter und erreichen dann auch bald das Hotel. Laut Manfred waren es nur 25 km Piste – mir kam es vor wie mindestens 60 !
Tageskilometer: 148 km

   
 

27.3. Heute steht eigentlich nur eine sehr kurze Strecke auf dem Programm. Wir ziehen um von Erfoud nach Er-Rachidia in’s Hotel Kenzi Rissani (so là là, da einzige tolle Hotel wird erst eröffnet und deswegen noch nicht Buchungsfähig). Weil wir dort schon am Vormittag ankommen – es waren ja nur 150 km – wollen wir noch eine Umgebungs-Runde drehen und fahren Richtung Boudenib. Kurz davor biegen wir auf die Rückweg-Piste nach Gourrama ein. Mittlerweile schon fast „alte Hasen“ im Bezwingen von Schotter und Sand macht uns nur die Hitze zu schaffen. Und die Gruppe italienisch-spanischer Enduro- und Quad-Fahrer, die uns in eine Mörder-Staubwolke hüllen. In einem winzigen Ort abseits der Strasse machen wir Rast in einem typischen Einheimischen-Cafe. Unseren Durst stillen wir mit „marokkanischem Whiskey“ – ein Minztee, der zu allem und überall getrunken wird.

Manfred riskiert ein Teller mit gegrillten Fleischbröckerln – weil aber immer wieder rohes Fleisch durchschaut, verzichten Jürgen, Ernst und ich auf diesen Genuss. Beim Abendessen im Hotel bietet uns ein Azubi-Kellner unfreiwillig komische Unterhaltung. Die Suppenteller werden ohne viel Federlesens auf die angebröselten mit Butterresten verzierten Vorspeisenteller gestellt, für die 4 Suppen bringt er jeden Löffel einzeln und nur nach Reklamation. Auch die zusätzlichen Wassergläser erfordern einige Überredungsgabe unsererseits. Abschließend meint er „Sorry, I’m in training“.
Tageskilometer: 321 km

   
 

28.3. Nach ziemlich langweiligen geraden 140 km nach Tinerhir fahren wir in die Gorges du Todhra, eine enge Schlucht zwischen hoch aufragenden roten Felsen. Am Ende der Schlucht in Tamtattouchte „stranden“ wir in einer wunderschönen Kashba namens Baddou. Es gibt – oh Wunder – Tagines ! Mein Magen hat an diesem Tag ein bissl revoltiert – ein Underberg, den Ernst aus seiner Hosentasche hervorzaubert, ist meine Rettung. Trotzdem fahre ich den selben Weg zurück, während Manfred, Ernst und Jürgen sich auf die Piste nach Goulmina wagen. Und während ich mich am Pool auf die faule Haut lege, quälen sich die Männer durch unwegsames Gelände, wobei sich Ernst – neben weiteren Beschädigungen am Moped – auch eine blutige Nase holt.
Tageskilometer: 390 km.

   
 

29.3. Auf der Strecke von Er-Rachidia nach Fes überqueren wir den Hohen Atlas – es wird gleich merklich kühler. In einem Cafe quatscht uns ein deutscher Aussteiger, ein – wie er nicht müde wird zu betonen – Marketing-Experte – die Ohren voll. Wir haben’s plötzlich ziemlich eilig und fahren schnell weiter. Ab dem Col de Zad auf 2178 m ändert sie die Landschaft plötzlich. Wir biegen um eine Kurve – und befinden uns im Mühlviertel ! Nadel- und Laubbäume, saftiges Grün, weiß gestrichene Häuser mit roten Schindeldächern – ein eigenartiges Gefühl. Dass wir doch noch in Marokko sind, erfahren wir in einem kleinen Restaurant bei einer Tankstelle, wo wir unseren Hunger und Durst stillen wollen. Der Kellner bringt uns Körbe voll Brot und je ein Teller mit einem Eieromelette. Aber kein Besteck dazu. O-Ton Ernst: „Und jetzt tusch i eam ane“. Hat er nicht, dafür bekommen wir drei Messer und zwei Löffel. In Fes beziehen wir im Luxus-Hotel Menzeh Zalagh unsere Luxus-Zimmer. Nach dem Abendessen wagen uns Manfred, Jürgen und ich in den Souk von Fes. Ein Albtraum !

Die Standln machen schon zu, der Abfall sammelt sich in den engen, dunklen Gasseln. Die Marokkaner sind extrem lästig – bis zur Bedrohlichkeit. Forschen Schrittes durchqueren wir im Eiltempo den Souk, in der Hoffnung, irgendwo wieder herauszukommen, wo es ein Taxi gibt. Gott sei Dank gelingt es uns und wir landen nach einer Fahrt von ca. 15 Minuten (mit sicher etlichen Umwege) wieder im Hotel. Der Fahrpreis ist ein Spott: 20 Dirham, inkl. Nachtzuschlag. Apropos Nacht: das Hotel ist doch nicht der bloße Luxus: es ist leider aus ungedämmten Beton und deswegen extrem hellhörig, so extrem, dass ich zum ersten Mal meine Ohrstöpsel brauche – Schade. Tageskilometer: 358 km

 

30.3. Mit Assiz einem Bekannten von Manfred, einem einheimischen Führer, der perfekt deutsch spricht, bummeln wir den ganzen Tag durch den – jetzt hellen – Souk von Fes. Es ist ein Wahnsinn, wie viel Plunder und Schrott auf den 1,8 x 1,3 km2 verkauft wird. Wir sammeln Souvenirs und Mitbringsel, natürlich nicht ohne zu feilschen, ein unabdingbares „Muss“. Es ist unglaublich, welche Phantasiepreise oft verlangt werden. So kauft Jürgen z.B. einen schönen Berberdolch bei einem kleinen Standl, denselben sieht er in einer Touristenfalle, wohin die Stadtführer ihre Schäflein führen, um das vierfache ! Die Bedingungen, unter denen die Menschen hier arbeiten, sind katastrophal, die Bezahlung ebenso. Die menschliche Arbeitskraft ist auf jeden Fall nichts wert – Assiz verlangt für die Führung insgesamt 150 Dirhams (€ 15,- für uns alle !) Durch die ungewohnte Fortbewegungsart sind wir am Abend ziemlich erschöpft, trotzdem schaffen wir es, bis 22 Uhr aufzubleiben.

   
 

31.3. Wir fahren schon sehr zeitig (7 Uhr) ab, da wir die Fähre in Ceuta um 17.30 Uhr (europ. Zeit) – sprich: 15:30 Uhr marokkanische Zeit - erreichen müssen. In Europa ist ja schon Sommerzeit. Kurze Pause im Hotel Rif in Chefchaouen. Dort haben wir unseren ersten Orangensaft getrunken, heute trinken wir den letzten. Auf den letzten 70 km kommt es zu zwei Fast-Katastrophen: ich überhole ein Auto, das hinter einem Wohnmobil fährt. Auf gleicher Höhe schert es plötzlich nach links aus und drängt mich ins Kiesbett ab – Gott sei Dank nichts passiert. Kurz danach rennt ein Bursche mit einem Ast fuchtelnd auf die Strasse. Ich komm grad noch vorbei, doch Ernst hätte ihn fast niedergefahren. Nicht auszudenken, welche Probleme wir bekommen hätten. An der Grenze ist fast nichts los – wir kommen sehr schnell durch und erreichen dadurch sogar die frühere Fähre um 14:30. Gerade noch, aber immerhin. In Algeciras fahren wir wieder zum Hotel Reina Christina, wo unsere Reise begann.

Christian ist mit dem LKW und unserem zurückgelassenen Gepäck schon da und wir verteilen unsere Schmutzwäscheberge wieder auf mehrere Gepäcksstücke. Das Abendessen ist eindeutig wieder europäisch – ich hab selten jemanden so futtern gesehen, wie Jürgen, der sich die während des ganzen Marokko-Aufenthaltes immer ziemlich vornehm zurückgehalten hat.

Eine solche Völlerei schreit nach einem Verdauungstrunk. Wir versammeln uns auf der kleinen Zimmerterrasse von Jürgen und vernichten seinen Flachmann-Inhalt (ich hab gar nicht gewusst, dass der Rossbacher so gut schmeckt !) Wir lassen unseren Abenteuer-Urlaub noch mal Revue passieren und kommen zum Schluss:
ES WAR EINFACH TOLL, ANSTRENGEND ABER TOLL !!

Tageskilometer: 335 km.

 

1.4. Gemütlich fahren wir mit unseren Motorrädern die letzten 150 km zum Flughafen Malaga.
Der LKW mit unserem Gepäck soll dort auf uns warten, wir ziehen uns um und dann ab nach Hause. So war’s halt geplant. Leider bleibt der LKW im Stau stecken und so macht sich bei mir eine gewisse Nervosität breit, als er 20 Minuten vor Abflug immer noch nicht da ist. Ich hab leider auch meinen Rucksack mit Flugtickets, Pass etc im Auto. Er kommt 10 Minuten später. Ich reiß’ mir mein Goretex vom Leib, spring in’s Normalgwand, rase mit meinem Gepäck zur Kontrolle – einchecken ist nicht mehr – muss es halt als Handgepäck durchgehen. Leider bleiben dadurch mein Berberdolch und auch mein Letherman hängen. Egal – Hauptsache, Flieger erreicht. Der startet, sobald ich angeschnallt bin. So knapp war’s noch nie.

Flug Malaga – Palma d. Mallorca – umsteigen in den Flieger nach München – umsteigen in die S-Bahn – umsteigen in den Zug nach Innsbruck. Um 22 Uhr war ich daheim. Und jetzt brauch’ ich erst mal Urlaub.

Gesamtkilometer: 3843

 

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Bericht vom 30.05.2006 | 8.625 Aufrufe

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