Weinstraßen Tour

Während das Gros der Motorradfahrer wohl schon ans Einwintern des geliebten Eisens denkt, genießen kälteresistente Eisentreiber, hart gesottene Naturfanatiker und Romantikjunkies den Herbst an der südsteirischen Weinstraße. Rund 20 Kilometer Straße die trotz ihrer Kürze aber dank der mit Wein begrünten Sturzräume, wohl zu einer der schönsten Strecken Österreichs gehören.
 
Mehrere Gemeinden im Bezirk Leibnitz liegen direkt an der südsteirischen Weinstraße. Ehrenhausen, Berghausen, Sulztal, Spielfeld, Straß, Ratsch, Gamlitz, Glanz, Eichberg-Trautenburg, Schlossberg, Langegg und Leutschach. Jeder Ort hat seinen eigenen Reiz, seinen individuellen Charme. In welcher Gemeinde man die Weinstraßentour beginnt spielt nur eine Nebenrolle die meisten Touristen wählen Gamlitz als Ausgangspunkt ihrer Erkundungstour vermutlich allein deshalb, weil dieser Ort am Bekanntesten ist.

 

An den Wochenenden kann die Weinstraße schon einmal zum Parkplatz mutieren, der gleichzeitig Wanderweg ist. Unter der Woche gehört die Gegend dafür den Einheimischen und ist dann besonders urig. Das Weinstraßenfest in Gamlitz wird gefeiert mit Volksmusik, Maroni und Sturm.
 
Von Gamlitz hinaus ziehen sich die ersten Kilometer der Weinstraße kurvig über die Hügel der steirischen Toskana. Mit dem Knie am Boden zu spielen ist dennoch nicht anzuraten. Zum einen laufen immer wieder, schon leicht illuminierte Touristen kunterbunt auf der Straße herum, des weiteren gefällt die Weinstraße ab Oktober auch dem Laub und der Feuchtigkeit, weswegen die sich dort gerne gemeinsam niederlassen. Und zu guter Letzt sieht man genau nichts von der herrlichen Landschaft, vertieft man sich aufs Bockschauen mit den Weinbergschnecken!

 

Die wunderschön geschwungenen Kurven der Weinstraße haben so ihre Tücken. Bitumen, Kuppen und immer wieder tauchen WeinWanderWackler auf, die mitunter die ganze Straße brauchen.

 

Meist ergibt es sich von allein, dass man ob des Ausblicks gerne einmal stehen bleibt. Wenn es der Ausblick auf die Landschaft nicht vermag, der steirische Wein und die Aussicht auf eine Bretteljause wirkt oft Wunder. Jetzt im Herbst werden bei vielen Buschenschänken Maroni oder Kastanien gebraten. Dazu trinkt man gerne Sturm oder ein Glas Weißwein.
 

Das reizvollste an diesem Geheimtipp-Buschenschank war nicht wie üblich der Sturm, sondern die von mir mitgebrachte Sozia. Früher war es üblich, sich eine Jause oder etwas zum Naschen in den Buschenschank mitzunehmen. Heute ist das kaum mehr gestattet, außer... Ich habe noch zwei Sekunden gewartet und sie hat mich geküsst.

Darf ich ein Foto machen? frag ich den Maronibrater. Sicha. Gibst es holt nocha in die Zeitung! antwortet er freundlich und lacht frech. Ja, so ähnlich werd ich das machen - ist halt nur keine Zeitung aus Papier. Wäre ich noch zwei Sekunden ruhig stehen geblieben, hätte er mich vermutlich geküsst, vor Freude.

 

   

Die Weingegend der Südsteiermark liegt so nah an Slowenien, dass sich die beiden Staaten sogar eine Straße teilen die nördliche Straßenhälfte liegt in Österreich, die Südliche in Slowenien. 
So ist es verständlich, dass sich auch das Vokabular ein wenig durchmischt, und slowenische Worte und Grammatik Einzug im südsteirischen Dialekt halten. So kann man sich den Begriff Klapotetz herleiten oder sich an der eigenen Grammatik ergötzen, was für Kurzweil sorgen kann: Wem g´hert die gölbe Moped in die Einfahrt? - I!

   
Die BMW im Rückspiegel, am Weg in die Weinberge. Wenn Frau Socia einmal ihr Fahrrad nicht auf die Rasten legen kann, schießt sie mitunter geniale Fotos. Aus dem slowenischen klopotec lässt sich der Name des Wahrzeichens der südsteirischen Weinstraße herleiten der Klapotetz. Durch den Wind angetrieben, erzeugt er ein klopfendes Geräusch, das die Vögel aus den Weingärten vertreiben soll
   

Gastbetriebe, die den Motorradfahrern besonders freundlich gesinnt sein mögen, gibt es in der Gegend um die Klapotetz zu Hauf. Man denke nur an die Route 69 oder den weit über das Grenzland bekannten Sulmwirt in Wagna. Immer wieder finden im Gebiet rund um Leibnitz Motorradtreffen statt, die auch auf www.1000ps.at immer wieder angekündigt werden. In der Hochsaison, also an den Wochenenden im Herbst, ist eine rechtzeitige Zimmerreservierung anzuraten.
 

(Foto rechts) Während Tourismusbetriebe in Italien gerne mit dem Meerblick werben, kann es, wenn man sich nicht rechtzeitig sum eine passende Unterkunft kümmert, passieren, dass einem der Bauer den Blick über die Hügel den man von der Scheune aus hat, anpreist.
 

Weitere Informationen: http://www.rebenland.at 
http://www.steirisches-weinland.at 
http://www.suedsteirisches-weinland.at 
http://www.steiermark.com/de 

 

 


 

 

 

 Fotos: Socia und derGlu

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Bericht vom 25.10.2005 | 16.014 Aufrufe

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