MotoGP Frankreich 2024 - Martin souverän, Marquez Platz 2!

War´s das mit Pecco Bagnaias Weltmeistertitel?

Die Franzosen sind erfrischend MotoGP-verrückt, fast 300.000 Fans pilgerten zum Rennen in Le Mans. Da war es wohl Würde und Recht, dass das komplette Staraufgebot wieder eine Show der Extraklasse bot! Jorge Martin war erneut souverän, Marc Marquez stürmte von Platz 13 auf Platz 2 - war´s das mit dem dritten Weltmeistertitel von Pecco Bagnaia?

Man muss auch beim MotoGP-Rennen im französischen Le Mans allen Protagonisten ihre Hauptrollen zugestehen - einer alleine könnte niemals ein solches Spektakel veranstalten! Dennoch gibt es wie in seinen alten und besten Tagen einen Fahrer, der neben Jorge Martin vom Pramac-Ducati Kundenteam, dem späteren Sieger sowohl vom Samstags-Sprint als auch vom Hauptrennen am Sonntag, brillieren kann: Marc Marquez auf der Vorjahres-Ducati von Gresini. Immerhin startete er beide Rennen nur vom 13. Platz, wurde am Ende aber jeweils Zweiter!

Marc Marquez auf Ducati: Debakel im Qualifying, Sensation im Rennen!

Zwar geht dieser herausragenden Leistung ein ziemliches Debakel im Qualifying voraus, weshalb Marc Marquez eben von Startplatz 13 ins Rennen geht, wie er dann aber durchs Feld pflügt ist schon eine Klasse für sich. Man kann den erfahrenen Spanier lieben oder hassen, man kann aber nicht leugnen, dass er erneut die Würze in einem ohnehin spannenden MotoGP WM-Lauf war. Im Samstags-Sprint, der bekanntlich über die halbe Distanz geht und somit auch die halben Punkte liefert, ist es ein Start-Ziel-Sieg für Jorge Martin, während Marquez von Startplatz 13 aus das Feld erst einmal aufrollen muss, um am Ende Zweiter zu werden. Gar nicht mal schlecht schneiden auch die beiden Werks-Aprilias ab, mit Maverick Vinales auf 3 und Aleix Espargaro auf Platz 5 schiebt sich nur Enea Bastianini mit seiner Werks-Ducati auf Rang 4 dazwischen. Die beste KTM ist im Übrigen das vielversprechende Ausnahmetalent Pedro Acosta auf der Tech3-Gasgas.

Bei der MotoGP in Frankreich führt Pecco Bagnaia - vorerst zumindest

Doppelt so viel Spannung, weil das Rennen nun mal doppelt so lange dauert, liefert der Lauf am Sonntag. Anders als im Sprint kann sich allerdings der von Platz 2 gestartete Francesco Bagnaia mit seiner Werks-Ducati durchsetzen und übernimmt vor Jorge Martin und Aleix Espargaro die Führung - vorerst zumindest. Marc Marquez soll jedoch auch im Sonntags-Rennen eine entscheidende Rolle spielen, kommt bereits in der ersten Runde um fünf Plätze bis auf Rang 8 nach vorne. Etwas Freud und viel Leid gibt es aus österreichischer Sicht. Während nämlich der bis dahin beste KTM-Pilot Pedro Acosta auf Rang 5 bereits in Runde 4 auf seiner Gasgas aus dem Rennen stürzt, arbeitet sich Brad Binder vom letzten Startplatz aus bereits bis auf den 10. Platz nach vorne.

Fabio Quartararo stürzt leider, Jorge Martin übernimmt die Führung!

Zur Mitte des 27 Runden langen Thrillers liegt Bagnaia immer noch vor Martin und einem richtig gut performenden Fabio di Giannantonio auf der grellgelben VR46-Ducati. Zwischen Marc Marquez und dem Podium liegt aktuell nur noch Maverick Vinales, dahinter reihen sich Enea Bastianini und der Lokal-Matador Fabio Quartararo ein, der aus seiner Yamaha ganz offensichtlich alles herausholt, was geht. Nach einer Longlap-Strafe für Bastanini erbt Quartararo sogar den 6. Platz, bevor er leider in Runde 18 über das Vorderrad aus dem Rennen stürzt. Da hätte sich das heimische Publikum natürlich über eine Zielankunft gefreut, allerdings werden die Zuschauer ab sieben Runden vor Schluss durch einen spannenden Kampf um die Führung entschädigt. Martin attackiert Bagnaia immer wieder und wie so oft freut sich, wenn zwei sich streiten, der Dritte - und der Vierte. Denn der nunmehr drittplatzierte Marc Marquez als auch Vinales kommen dem Führungsduo immer näher. In Runde 21 ist es so weit, Martin übernimmt die Führung, ab vier Runden vor Schluss kristallisiert sich ein Dreikampf zwischen Martin, Bagnaia und Marquez um den Sieg heraus.

Bagnaia wird am Ende von Marc Marquez überrumpelt, Martin siegt souverän

Wer die drei Protagonisten kennt, weiß, dass ein Jorge Martin in der Regel noch ein Schäuferl zulegen kann, ein Pecco Bagnaia nicht aufgibt und ein Marc Marquez sich mit unmöglich scheinenden Manövern nach vorne kämpft. So sollte es auch kommen, während sich nämlich Bagnaia in der letzten Runde noch ein Herz nimmt, den Führenden Martin anzugreifen, wird er selbst von Marquez überrumpelt und kann nicht mehr zurückschlagen. Mit einem bombastischen Endspurt kann sich Enea Bastianini noh den vierten Platz vor Maverick Vinales holen, Sechster wird Fabio di Ginannantonio vor Franco Morbidelli auf der zweiten Pramac-Ducati. Brad Binder wird mit seiner KTM respektabler Achter, die Top 10 komplettieren Aleix Espargaro und Marc Marquez´ Bruder Alex auf der zweiten Gresini-Ducati. Hinter Raul Fernandez auf der Trackhouse-Aprilia wird der Franzose Johann Zarco bester Honda-Pilot, Augusto Fernandez auf Gasgas, Takaaki Nakagami mit der LCR-Honda und Alex Rins mit der zweiten Yamaha als 15. holen die letzten WM-Punkte. Luca Marini kommt mit seiner Werks-Honda als letzter Fahrer ins Ziel.

Martin setzt sich in der WM-Wertung zwar ab, es bleibt aber spannend!

Jorge Martin baut mit diesem Sieg seine WM-Führung somit auf stolze 129 Punkte aus, Bagnaia liegt als Zweiter bereits 38 Punkte hinter dem Spanier. Dritter ist durch seinen zweiten Platz im Rennen nun Marc Marquez gleichauf mit Enea Bastianini, jeweils lediglich zwei Punkte hinter Bagnaia. Fünfter und erster Nicht-Ducati-Fahrer im WM-Klassement ist Maverick Vinales auf seiner Aprilia, der Rookie Pedro Acosta auf Platz 6 liegt sogar vor seinem KTM-Markenkollegen Brad Binder auf Rang 7. Es folgen Aleix Espargaro auf Aprilia und die beiden VR46 Ducati-Piloten Fabio di Ginannantonio und Marco Bezzecchi.

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Bericht vom 13.05.2024 | 3.859 Aufrufe

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