Miguel Oliveira gewinnt Heim-GP in Portimao 2020

Emotionaler letzter GP

Es war ein Rennen, auf das sich Fans und Fahrer gefreut haben. Der Autodromo Internacional do Algarve ist bekannt für sein spektakuläres Layout und ein nicht weniger spektakuläres Finish der Saison 2020 haben uns die MotoGP Piloten diesen Sontag geboten.

Lokalmatador Oliveira unantastbar

Bereits im Qualifying zeigt Miguel Oliveira auf seiner Tech3 KTM, dass er in einer anderen Liga spielt, als seine Kollegen. Als Portugiese war er mit der Strecke vertraut und spielte seinen Heimvorteil perfekt aus. Mit einem fehlerfreien Start-Ziel-Sieg fuhr er der Konkurrenz ab Runde 1 entspannt davon und war für das Duo hinter ihm (Miller und Morbidelli) uneinholbar. Wir wollen uns nicht vorstellen, was es für eine Party gegeben hätte, wären portugiesische Fans an der Strecke gewesen...

Harte Duelle in den Top 10

Mit solch einem Vorsprung kam kein anderer Fahrer in Versuchung, Oliveira den ersten Platz streitig zu machen und auch direkt hinter ihm ging es zwischen Jack Miller und Franco Morbidelli das Rennen über ruhig zu. Erst in der letzten Runde startete Miller den und schnappte Morbidelli nur wenige Kurven vor der Zielflagge den zweiten Platz weg. Deutlich spannender war das Rennen zwischen Platz 4 und Platz 10! Über die gesamte Renndistanz waren die Espargaro Brüder, Nakagami, Dovizioso, Bradl und Zarco knapp beisammen, was in zahlreichen Überholmanövern endete. Doch glücklicherweise durften wir hier echten Profis zusehen, die ein sauberes Rennen fuhren. Allgemein konnte man trotz den gefährlich hügeligen Layouts von Portimao glücklicherweise nur wenige Stürze verzeichnen - da sieht man was für ein Tolles Rezept eine spaßige Strecke und guter Asphalt sind!

Weltmeister Joan Mir mit großen Problemen

Enttäuschung beim frisch gebackenen Weltmeister! Schon im Qualifying hatte der Suzuki Pilot mit Elektronikproblemen an seiner GSX-RR zu kämpfen, was ihm nur Platz 20 verschaffte. Das bedeutete nicht nur sein schlechtestes Qualifying der Saison 2020, sondern auch einen harten Kampf durch das Feld am Rennsonntag. Nach einer ersten guten Aufholjagd kommt es jedoch zu einem Zusammenstoß mit Pecco Bagnaia, aufgrund dessen Bagnaia das Rennen wegen Schmerzen in der Schulter beenden muss. Nur kurz später treten erneute Elektronikprobleme bei Mir auf und er stellt die Suzuki nach nur wenigen Runden in der Box ab.

"Ich konnte heute nicht viele Runden drehen, aber die, die ich fahren bin, habe ich wirklich genossen! Ich möchte mich bei Pecco entschuldigen, weil er von der Berührung die wir hatten, schlimmer davon gekommen ist, also tut es mir leid für ihn. Nach dem Kontakt fing ich an, einige Probleme mit der Elektronikseite zu haben und es war unmöglich für mich, das Rennen zu beenden. Wir werden das Problem sicher finden und für die Zukunft daran arbeiten. Es ist schade, dass ich heute kein gutes Ergebnis erzielen konnte, denn ich wollte auf einem Hoch enden, aber natürlich bin ich immer noch so glücklich, den Titel gewonnen zu haben und heute Abend mit dem Team und mit Alex, dem Tabellendritten, feiern zu können."

Rennen der großen Verabschiedungen

Nicht nur das Ende der Saison 2020, sondern auch die letzten Rennrunden mancher Fahrer machten uns emotional. Vorne weg natürlich Desmo-Dovi, der sich eine Auszeit gönnt und ab nächstem Jahr nicht mehr in der MotoGP antreten wird. Auch Cal Crutchlow werden wir voraussichtlich nicht mehr am Starterfeld sehen, denn er wechselt zu Yamaha, um dort die Tätigkeit des Testfahrers aufzunehmen. Im Crutchlow-Stil wurden nach dem Rennen als Verabschiedung selbstverständlich mehrere Sektflaschen in der Honda-Box geköpft.

Manche Fahrer mussten sich auch von ihrem Team trennen, obwohl sie nächstes Jahr noch antreten. Danilo Petrucci wechselt vom Ducati Werksteam zu Red Bull KTM Tech3, Pol Espargaro wird neben Marc Marquez neuer Repsol Honda Fahrer, während der kleine Marquez-Bruder Alex in das LCR-Honda Team wechselt.

Wird die MotoGP Saison 2021 auch so spannend?

9 verschiedene Sieger und ein offener WM-Kampf bis zum vorletzten Rennen. Solch eine spannende MotoGP Saison haben wir schon lange nicht mehr gesehen, was bestimmt auch an der Abwesenheit von Marc Marquez lag. Deshalb stellt sich jetzt schon die Frage, ob der Spanier kommende Saison zurückkehrt und in welcher Verfassung er nach einem Jahr MotoGP-Pause ist. Kann er das Feld wieder aufmischen, oder sind die bisherigen Rookies inzwischen eine Gefahr geworden? Wir blicken gespannt in die nächste Saison!

Bericht vom 23.11.2020 | 2.239 Aufrufe

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