Rallye Dakar 2018 - Yamaha übernimmt die Führung!

Rallye Dakar 2018 - Yamaha übernimmt die Führung!

Van Beveren vorne, Quintanilla, Benavides, Walkner knapp dahinter

Nachdem der Führende Sam Sunderland nach einem Sturz wegen arger Rückenschmerzen aufgeben musste, übernimmt nach seinem fulminanten Sieg der 4. Etappe Adrien Van Beveren auf Yamaha die Führung! Dicht gefolgt von Pablo Quintanilla auf Husqvarna und Kevin Benavides auf Honda. Aber auch unser Österreich-Aushängeschild Matthias Walkner liegt auf seiner KTM nur etwas mehr als fünf Minuten hinter dem Führenden. Es lebe die Markenvielfalt!

Es war wohl das perfekte Pflaster, oder besser der perfekte Sand für die Yamaha-Piloten, die auf der vierten Etappe gleich beide vorderen Plätze reservierten. Nach einem Massenstart und einem Hochgeschwindigkeits-Rennen entlang des Meeres wurde die Etappe später ein kraftraubender Ritt durch riesige Dünenfelder, womit Adrien van Beveren und Xavier Soultrait (beide aus Frankreich) offenbar noch am besten zurecht kamen.

KTM-Pilot Sam Sunderland stürzt und muss aufgeben

Der bis dahin die Gesamtwertung anführende Brite Sam Sunderland auf KTM musste leider wegen starker Rückenschmerzen nach einem Sturz aufgeben. Über Rang drei durfte sich Matthias Walkner freuen, der mit einer weiteren konstanten Leistung ohne große Fehler überzeugte. In der Gesamtwertung ist Walkner nach Sunderlands Ausfall nun die Speerspitze von KTM.

Matthias Walkner auf KTM arbeitet sich nach vorne

Matthias Walkner im Ziel: "Endlich vorbei! Das war heute ein extrem harter Tag. Wir sind am Strand im Motocross-Stil gestartet. Immer 15 zusammen. Das schaut sicher lässig aus, aber da haben wir auch schon mit Händen und Füßen gekämpft. Jeder ist um sein Leben gefahren, um eine halbwegs gute Position zu kriegen. Im Grunde will keiner die Führungsarbeit und damit die Navigation machen, aber jeder will die zweite, dritte oder vierte Position gleich hinter dem Führenden. Ich habe mir zuerst die zweite Position geschnappt, habe mich dann aber ein bisschen verfahren. Im Laufe der Etappe war ich dann in einer guten Gruppe und es lief auch gut, bis wir zu einem extrem langen Dünenabschnitt kamen. Da hatten alle richtig was zu tun. So weiche Dünen habe ich noch nie erlebt! Mein Motorrad hat sich in einer kleinen Grube eingegraben, ich bin fast nicht mehr rausgekommen. Die Warnlichter für Öldruck und Wassertemperatur haben nicht mehr zu leuchten aufgehört. Es war echt am Limit!

MIt der Wut im Bauch fährt Walkner eigentlich viel zu schnell

Als ich mich dann wieder an die Gruppe herangekämpft hatte, ist der 'Worst Case' passiert: Der Erste der Gruppe ist weiter gefahren, als wir laut Roadbook eigentlich hätten fahren sollen. Also sind 20 Mann kreuz und quer gefahren, um nach der richtigen Spur zu suchen. Im Endeffekt hat's dann aber eh gepasst, ich habe dadurch zwar eine gute viertel Stunde verloren, mit der Wut im Bauch bin ich die letzten 100 Kilometer aber viel zu schnell gefahren, dass es im Ziel für den dritten Platz gereicht hat. Dennoch hoffe ich, dass ich nicht mehr allzu oft derart ans Limit gehen muss. Es war ein bisschen ein Chaoten-Tag, einer der Tage, die man lieber vermeiden würde. Heute hatten alle zu kämpfen."

Vier gewinnt!

In der Gesamtwertung gibt es nun die überaus spannende Situation, dass vier Fahrer auf vier unterschiedlichen Motorradfabrikaten auf den ersten vier Plätzen liegen. Aktuell ist Van Beveren (Yamaha) 1:55 Minuten vor Quintanilla (Husqvarna), 3:15 vor Benavides (Honda) und 5:23 vor Walkner (KTM). Heute gehen Autos und Motorräder bei der Rallye Dakar 2018 erstmals getrennte Wege. Insgesamt sind 770 Kilometer zu absolvieren, davon werden 264 Kilometer als Sonderprüfung gegen die Uhr gefahren. Die 5. Etappe führt von San Juan de Marcona nach Arequipa.

Bericht vom 10.01.2018 | 7.199 Aufrufe

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