Yamaha M1 MotoGP 2016 Präsentation

Rossi und Lorenzo präsentieren das MotoGP-Bike Yamaha M1 2016

So erfolgreich die Saison 2015 für Yamaha mit dem MotoGP-Titel auch war, 2016 wird eine schwere Saison. Immerhin investierten andere Teams schon viel früher Zeit in die Tests der 2016er-Bikes - als sich die Yamaha-Piloten klarerweise noch voll und ganz auf den Titelkampf konzentrierten. Es wird spannender denn je, wie Yamaha mit der Einheitselektronik und den neuen Michelin-Reifen zurecht kommt!

"Geld macht glücklich, wenn man rechtzeitig drauf schaut, dass man´s hat, wenn man´s braucht" wusste schon Joki Kirschner anno 1988. 28 Jahre später nahmen sich nun die MotoGP-Verantwortlichen diesen weisen Spruch zu Herzen und kürzen die ausufernden Millionen-Budgets der Teams indem anstelle der teuren Elektronikpakete eine simplere Einheitslösung in den Rennmaschinen verbaut wird. Bei den ersten Testfahrten mit der Einheitselektronik von Magneti Marelli im November 2015 betrat man bei Yamaha wie bei allen anderen Herstellern ziemliches Neuland. Denn auch wenn das System von Magneti Marelli relativ simpel anmutet, ist es doch komplexer, als man bei Yamaha hoffte. Die Traktionskontrolle, das Anti-Wheelie-System und viele weitere Gimmicks funktionieren völlig anders, als die eigens entwickelte Elektronik - da muss erst mal heraus gefunden werden, wie bestimmte Änderungen die Fahrdynamikk beeinflußen.

Valentino Rossi, nicht umsonst als der große Altmeister bezeichnet, durfte nahezu die gesamte Entwicklung der MotoGP-Elektronik mitmachen und weiß daher, wie wichtig es ist, sich möglichst schnell an das neue System zu gewöhnen: "In den letzten Jahren hat sich besonders heraus kristallisiert, dass die Elektronik den entscheidenden Unterschied ausmachen kann. Mit der neuen Einheitselektronik herrschen zwar für alle die gleichen Voraussetzungen, aber es wird vor allem entscheidend sein, wie schnell wir damit zurecht kommen." Immerhin ist es ein offenes Geheimnis, dass die Elektronik einen großen Anteil an der Dominanz der finanzkräftigen MotoGP-Teams hatte.

Reifenpoker

Ganz neu werden die Karten auch aufgrund der erstmals wieder eingesatzten Michelin-Pneus. Die bisherigen Testfahrten waren für alle Piloten schwierig, wobei der Hinterreifen kaum Probleme bereitet, dafür der vordere Slick zu einer Reihe von Stürzen führte. Er schafft nicht das Vertrauen wie der Vorgänger von Bridgestone und lässt sich nicht so hart anbremsen wie dieser. "Das Gefühl für den Vorderreifen ist immer noch ein Problem", gibt Rossi zu Protokoll. "Es braucht wohl noch Zeit, bis wir die richtige Balance finden. Im letzten Jahr hat es mit Bridgestone sehr gut funktioniert, mit den Michelin kann man es offensichtlich aber nicht genauso machen."

Als Lösungsansatz bietet Yamaha seinen Piloten eine Änderung der Gewichtsverteilung an. Bei der um einen Kilo leichteren Maschine (nun 157 Kilo) wird das Heck schwerer, die Front etwas leichter. Möglich wird dies durch die Verschiebung des Tanks ins Heck - war er bei der Vorgängerin noch vor und unter dem Sitz positioniert, befindet er sich nun beim Sitz beginnend bis ins Heck der Yamaha M1.

Ob diese einfache Lösung das Problem aber ganz beheben kann, bleibt abzuwarten, schließlich sind die Veränderungen sehr komplex. "Die Unterschiede beginnen beim Anbremsen und am Kurveneingang, betreffen aber auch die Linienwahl und das Hinausbeschleunigen." meint Rossi. Als zusätzliche Herausforderung hat sich Michelin auch noch für eine andere Dimension der Räder entschieden. Statt bisher 16,5 Zoll messen sie nun 17 Zoll. Das Motorrad gewinnt dadurch zwar an Agilität, verliert aber an Stabilität - man ist also nicht so sicher unterwegs, falls ein Fehler passiert.

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Bericht vom 19.01.2016 | 6.323 Aufrufe

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