Freddie Spencer gibt beim Oldtimer GP Schwanenstadt 1000PS ein Interview

Fast Freddie Spencer über Racing, Highlights und Enttäuschungen

Beim Oldtimer GP in Schwanenstadt war heuer (2014) tatsächlich Fast Freddie Spencer am Start. Der unglaublich lockere und sympathische King of Speed erzählte von seinen Anfängen, seinen größten Momenten und dem Knickpunkt in seiner Karriere. Und ja: Fast Freddie fuhr neuen Streckenrekord am Hausruckring. Eh klar.

Interview mit Freddie Spencer

Beim unfassbar guten Oldtimer GP in Schwanenstadt (Berichte folgen) traf ich tatsächlich den großartigen Fast Freddie Spencer. Er war aber nicht nur zum Plaudern und Schmähführen da, sondern ließ es auch auf der Strecke krachen. Menschen, die noch nie in Schwanenstadt waren und jetzt vielleicht annehmen, dass das eine herkömmliche Gleichmäßigkeits-Veranstaltung sei, irren sich gewaltig. In Schwanenstadt wird - einer langen Tradition folgend - richtig Feuer gegeben. Trotz Strohballen, Zäunen und normalem Straßenasphalt. Die Motoren kreischen, die Zuschauer jubeln, die Helden schenken sich nichts. A priori hätte ich nicht angenommen, dass Freddie Spencer bei diesem Strecken-Layout mit den wildesten der Wilden vorne mitfahren würde, aber ich wurde eines besseren belehrt. Fast Freddie brannte alle her und sicherte sich den neuen Streckenrekord! War beeindruckend. Sehr beeindruckend. Das Beeindruckendste aber war für mich das Interview. Als Spencer, der dreimal Weltmeister wurde (2x 500 ccm, 1 x 250 ccm), den größten Moment seiner Racing-Karriere beschrieb, wurde ich richtig mitgerissen: "Der größte Moment fand nicht auf der Rennstrecke statt, sondern im Haus von Mister Honda. Es war der 7. September 1983. Ich hatte vier Tage vorher den ersten Weltmeistertitel für Honda in der Königsklasse fixiert. Mister Honda lud mich zu sich ein, nahm mich freundschaftlich an den Schultern und sagte: Danke! Diesen Moment werde ich nie vergessen. Gewinnen ist schön, aber wenn man mit dem Siegen nicht nur seine eigenen Träume verwirklichen kann, sondern auch die eines anderen, dann ist das etwas Wunderbares." Am Beginn seiner Karriere teilte er seine Siege mit seinem Vater. Als Kind trainierte er fünf Mal die Woche fünf Stunden. Bei jedem Wetter. Spencer: "Ich erinnere mich genau, dass mich die Mama in einen dicken Anorak steckte. Gefahren wurde immer. Auch wenn es in den Fingern irrsinnig kalt war." Richtig nahe gegangen ist mir dann auch, als Fast Freddie den bittersten Moment seiner Karriere schilderte: "1986 war ich noch besser in Form als 1985. Aber es war der Knickpunkt in meiner Karriere. Beim GP in Jerez hatte ich elf Sekunden Vorsprung auf die Verfolger und musste aufgeben. Weil ich plötzlich kein Gefühl und keine Kraft mehr in der rechten Hand hatte. Es war mir nicht mehr möglich, den Bremshebel zu ziehen. Und ich spürte, dass diese Unbefangenheit im Fahren wohl nie wieder zurückkommen würde." Spencer konnte dann zwar nach der Unterarm-Operation noch einige Achtungserfolge erzielen, aber seine Dominanz war verloren. Doch auch dazu findet er herzliche Worte: "Man kann das Leben nach den Erfolgen oder den Enttäuschungen beurteilen. Für mich zählt aber immer das Gute viel mehr. Ich konnte dreimal Weltmeister werden, und heute noch freuen sich viele Menschen, wenn sie mich sehen. Wie hier in Schwanenstadt. Das ist einfach wunderbar." Freddie Spencer forever!

Bericht vom 09.09.2014 | 12.862 Aufrufe

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