Honda NC750X Gebrauchtberatung: Stärken, Schwächen, Kauf
So gut ist der Allrounder gebraucht
Die Honda NC750X gilt als vernünftiger Dauerbrenner mit viel Alltagstalent, wenig Verbrauch und optionalem DCT. Doch wie gut ist sie gebraucht wirklich? Wir zeigen die Historie, typische Stärken und die Einschätzung von Honda-Experte Manfred Postrihac.
Historie der Honda NC750X
Die Honda NC750X erschien 2014 als Nachfolgerin der NC700X. Honda hielt dabei am bekannten Konzept fest: ein praxisorientierter Crossover mit aufrechter Sitzposition, langhubigem Zweizylinder, sehr niedrigem Verbrauch und dem markentypischen Stauraum an der Stelle des Tanks. Mit dem auf 745 Kubikzentimeter vergrößerten Motor bot die NC750X etwas mehr Leistung und Drehmoment als die Vorgängerin, blieb aber weiterhin klar auf Alltag, Pendeln und entspanntes Tourenfahren ausgelegt. Auch das optionale DCT-Doppelkupplungsgetriebe war von Beginn an ein wichtiges Merkmal der Baureihe.
2016 erhielt die NC750X ihre erste größere Überarbeitung. Honda spendierte ihr eine modernere Optik, LED-Lichttechnik, ein größeres Staufach, verbesserten Windschutz und ein überarbeitetes Cockpit. Auch das DCT wurde weiter verfeinert und bot mehr Möglichkeiten bei der Abstimmung. In den darauffolgenden Jahren blieb Honda der Linie treu und entwickelte das Modell nur in Details weiter. Die NC750X festigte dadurch ihren Ruf als unkomplizierter, sparsamer und sehr alltagstauglicher Allrounder.
Der nächste große Entwicklungsschritt folgte erst 2021. Die NC750X bekam mehr Leistung, weniger Gewicht, Ride-by-Wire, Fahrmodi und modernere Elektronik. Dazu kamen eine frischere Optik, eine niedrigere Sitzhöhe und nochmals mehr Nutzwert im Alltag. 2025 wurde das Modell erneut überarbeitet und mit neuem Design, TFT-Display, RoadSync-Konnektivität und Doppelscheibenbremse vorne modernisiert. Insgesamt zeigt die Historie der Honda NC750X keine radikalen Umbrüche, sondern eine sehr konsequente Weiterentwicklung eines von Anfang an stimmigen und erfolgreichen Konzepts.
Die Honda NC750X gebraucht kaufen
Am Gebrauchtmarkt ist die Honda NC750X in einer erfreulich guten Position. Weil das Modell über viele Jahre hinweg erfolgreich verkauft wurde, findet man heute aus praktisch jeder Generation eine solide Auswahl an Motorrädern. Auch bei den Getriebevarianten ist das Angebot breit: Sowohl DCT-Modelle als auch klassische Handschalter sind in ausreichender Zahl verfügbar. Die Preisgestaltung richtet sich dabei vor allem nach Baujahr, Laufleistung und montiertem Zubehör. Besonders gefragte Extras wie Koffersysteme, höhere Windschilde, Griffheizungen oder Sturzbügel können den Preis zusätzlich beeinflussen.
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Interview mit Experten der Motothek
Für die Expertise zu den wahren Problemen sprechen wir mit Manfred Postrihac, Inhaber der Motothek Ternitz. Hier wird nicht nur mit Fahrzeugen der Marke Honda und KTM gehandelt, der Betrieb gilt auch als Werkstatt des Vertrauens für so manchen 1000PS Mitarbeiter.
Für Postrihac ist die Honda NC750X eines jener Motorräder, die sich über Jahre hinweg klar behauptet haben. Gerade weil das Grundkonzept von Anfang an stimmig gewesen sei, habe Honda an dem Modell lange festgehalten. Die NC750X sei deshalb ein wichtiges Motorrad in der Honda-Palette geworden, auch weil sie über viele Jahre beinahe unverändert angeboten wurde.
Postrihac betont, dass die NC750X nie als besonders sportliches Motorrad gedacht war. Mit ihrer aufrechten Sitzposition, dem gut nutzbaren Drehmoment und dem insgesamt sehr zugänglichen Charakter sei sie vielmehr ein Motorrad, mit dem praktisch jeder zurechtkomme. Gerade Einsteiger, Wiedereinsteiger und Vielfahrer würden mit dem Konzept sehr gut zurechtkommen.
Während viele Kunden anfangs noch eher zum Schaltgetriebe gegriffen hätten, sei der DCT-Anteil im Lauf der Jahre klar gestiegen. Aus seiner Sicht passt das DCT gerade bei der NC750X besonders gut zum Gesamtcharakter des Motorrads. Probleme mit dem System kennt er aus der Praxis nicht. Selbst frühe DCT-Generationen seien bei diesem Modell unauffällig und zuverlässig. Wie robust die Technik sein kann, zeigt für ihn ein aktuelles Beispiel aus dem Werkstattalltag: Erst kürzlich stand bei ihm eine NC750X mit rund 120.000 Kilometern zum Pickerl, das Motorrad erhielt problemlos die Plakette. Für Postrihac ist das ein klarer Hinweis darauf, wie langlebig und solide diese Baureihe konstruiert ist.
Auch bei Wartung und Unterhalt sieht er die NC750X positiv. Die Serviceintervalle seien unauffällig, auch DCT-Modelle würden keinen dramatisch höheren Aufwand verursachen. Im Wesentlichen komme beim DCT nur ein zusätzlicher Ölfilter dazu. Nennenswerte typische Problemzonen sieht er bei der NC750X nicht. Auch als Gebrauchte hält er die NC750X für interessant. Weil das Modell lange gebaut und über Jahre hinweg gut verkauft wurde, sei das Angebot am Markt grundsätzlich ordentlich. Wer Wert auf modernere Abstimmung und Weiterentwicklungen beim DCT legt, sollte eher zu jüngeren Baujahren greifen. Wer mit dem einfachen, ursprünglichen Konzept zufrieden ist, könne aber ebenso gut zu einer älteren Maschine greifen. Entscheidend sei wie immer ein sauber dokumentierter Wartungszustand.
Beim Zubehör sieht Postrihac die NC750X klar als Reisemotorrad genutzt. Gepäcksysteme, höhere Windschilder, Griffheizungen oder Sturzbügel seien absolut typische und sinnvolle Ergänzungen. Auch wenn die Optik etwas Adventure-Flair vermittelt, werde die NC750X in der Praxis fast ausschließlich straßenorientiert bewegt. Der große Pluspunkt bleibe dabei ihr hoher Nutzwert im Alltag, nicht zuletzt durch das praktische Staufach. Genau diese eigenständige Mischung aus Alltagstauglichkeit, Reisetauglichkeit und optionalem DCT sei für ihn eine echte Honda-Spezialität, die so kaum ein anderer Hersteller in dieser Form aufgegriffen habe.
1000PS Reifenempfehlung:
Für die Honda NC750X passt der Metzeler Roadtec 01 SE besonders gut, wenn man den Spagat zwischen Alltag, Touring und gelegentlich sportlicher Gangart sucht. Als Sport-Touring-Reifen kombiniert er hohen Nassgrip und Laufleistung mit deutlich gesteigerter Agilität und Stabilität in Schräglage. Gerade auf langen Pendelstrecken oder Touren spielt er seine Stärken aus, bleibt aber gleichzeitig präzise und neutral im Handling – ideal für den vielseitigen Charakter der NC750X.
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Gerade bei gebrauchten Motorrädern lohnt sich der Griff zur hochwertigen Batterie: YUASA liefert mit seinen AGM- und Gel-Batterien wartungsfreie, auslaufsichere Kraftpakete "Made in Japan", die mit hoher Startkraft, Vibrationsfestigkeit und langer Lebensdauer überzeugen. Weniger Wartung, mehr Leistung - ideal für alle, die ihr Motorrad zuverlässig auf Touren bringen wollen. Hier findest du die richtige YUASA-Batterie für dein Bike.
Alternativen zur Honda NC750X
Suzuki V-Strom 650
Die Suzuki V-Strom 650 ist wohl die klassischste Alternative zur Honda NC750X. Sie setzt auf einen bewährten 645-Kubik-V2, bietet mehr Leistung als die Honda, bleibt dabei aber ebenfalls klar auf Alltag, Tour und unkompliziertes Fahren ausgerichtet. Mit 19-Zoll-Vorderrad, entspannter Ergonomie, gutem Windschutz und hoher Alltagstauglichkeit spricht sie dieselbe Zielgruppe an wie die NC750X, wirkt aber etwas traditioneller und ”motorradiger” als die Honda mit ihrem sehr eigenständigen Konzept. Für Käufer, die eine vernünftige, ausgereifte und langjährig bewährte Reise-Allrounderin suchen, ist die V-Strom 650 deshalb eine sehr naheliegende Alternative.
Kawasaki Versys 650
Die Kawasaki Versys 650 passt besonders gut für alle, denen die Honda NC750X zu nüchtern wirkt. Kawasaki kombiniert einen drehfreudigen Parallel-Twin mit aufrechter Sitzposition, langem Federweg und 17-Zoll-Rädern, legt das Motorrad aber klar straßenorientiert aus. Die Versys gilt seit Jahren als sehr stimmiger Crossover-Tourer mit ordentlichem Komfort, gutem Windschutz und solidem Technikpaket inklusive TFT-Cockpit, LED-Licht und Traktionskontrolle. Im Vergleich zur NC750X wirkt sie etwas lebendiger und fahraktiver, ohne ihren praktischen Tourencharakter zu verlieren.
Yamaha Tracer 7
Die Yamaha Tracer 7 ist die sportlichste der drei Alternativen. Ihr 690-Kubik-CP2-Zweizylinder steht für lebendige Leistungsentfaltung und einen deutlich emotionaleren Charakter, gleichzeitig bleibt die Tracer 7 ein voll alltagstauglicher Mittelklasse-Sporttourer mit komfortabler Ergonomie und moderner Ausstattung. Wer an der Honda NC750X vor allem Sitzposition, Tourentauglichkeit und Alltagseinsatz schätzt, sich aber einen temperamentvolleren Motor und ein dynamischeres Fahrgefühl wünscht, landet schnell bei der Yamaha. Sie ist weniger sachlich als die Honda, dafür spürbar fahraktiver.
Gebrauchtfazit Honda NC750X
Die Honda NC750X ist gebraucht vor allem deshalb so interessant, weil sie über viele Jahre ihrem Grundkonzept treu geblieben ist. Man bekommt kein kapriziöses Trend-Bike, sondern ein Motorrad, das von Anfang an auf Alltag, Haltbarkeit und einfache Bedienbarkeit ausgelegt war. Aus dem Werkstatt-Alltag ergibt sich dazu ein sehr klares Bild: Die NC750X gilt als unauffällig, robust und langlebig. Wenn selbst hohe Laufleistungen nicht automatisch ein Ausschlusskriterium sind und ein Exemplar mit 120.000 Kilometern noch ganz normal zur Begutachtung erscheint, spricht das für die Substanz des Modells.
Auch das DCT, das viele Interessenten anfangs vielleicht noch skeptisch betrachten, scheint laut Werkstatterfahrung kein Sorgenkind zu sein. Im Gegenteil: Gerade bei der NC750X passt das Doppelkupplungsgetriebe besonders gut zum Charakter des Motorrads und hat sich über die Jahre bewährt. Wer eine gebrauchte NC750X sucht, sollte sie deshalb weniger nach Emotion als nach Zustand kaufen. Wichtig sind ein sauber geführtes Serviceheft, nachvollziehbare Wartung und ein insgesamt gepflegter Eindruck. Das gilt für Schaltgetriebe-Modelle ebenso wie für DCT-Versionen.
Jüngere Baujahre bieten mehr Feinschliff bei Abstimmung, Fahrmodi und Ausstattung, ältere Modelle überzeugen dafür oft mit einem besonders attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis. Weil sich das Grundrezept über die Jahre kaum verändert hat, kann auch ein älteres Exemplar noch eine sehr vernünftige Wahl sein.
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Bericht vom 12.05.2026 | 18.241 Aufrufe