Triumph TF 250-X – Der neue Star im Motocross?

Triumph betritt mit der TF 250-X das Motocross-Offroad Terrain

Die Motocross-Welt hat einen neuen Mitspieler: Triumph, bekannt für seine legendären Straßenmotorräder, betritt mit der TF 250-X nun das Offroad-Terrain mit einem Motocross-Bike! In diesem Testbericht wirft niemand geringer als die Offroad-Legende Busty Wolter einen genauen Blick auf die Performance, das Design und die technischen Highlights der Triumph TF 250-X.

Bekanntlich hat man nur eine Gelegenheit für den ersten Eindruck, der 1000 PS zur ersten offiziellen Testfahrt der neuen Triumph TF 250-X nach Florida auf der legendäre Motocross-Strecke Gatorback gewährt wurde. Doch nicht nur die Strecke bot Legenden-Status, sondern auch die versammelten Personen vor Ort. Denn Triumph hat sich bei ihrem Motocross Projekt nicht nur auf ihre erfahrenen Ingenieure verlassen, sondern für die Entwicklung der Maschine ein paar der größten Dirtbike-Helden wie Ricky Carmichael, Jeff Stanton, Clement Desalle, Ivan Tedesco und Ivan Cervantes gewonnen. Carmichael ist bekannt als der GOAT the greatest of all times im amerikanischen Moto- und Supercross. Die weltweiten Journalisten waren gespannt auf den Erstlingswurf der Traditionsschmiede in den Motocross-Markt.

Das Ziel bei der Entwicklung war klar gesteckt: man wollte direkt an der Spitze der Klasse einsteigen und ein Motorrad mit dem komplettesten Paket für ein breites Fahrerspektrum, vom Anfänger bis hin zum Weltmeister, und einer Top-Performance in allen Belangen auf den Markt bringen. Bei diesem Anspruch erkennt man bereits die Einstellung, die auch Spitzensportler an den Tag legen: man gibt sich nicht mit Kompromissen zufrieden und greift nach den Sternen.

Der Motor: der Triumph TF 250-X - kompakt, leicht und kräftig

Das Herzstück der TF 250-X ist zweifellos ihr leistungsstarker Motor. Der 250ccm Viertakt-Einzylinder-Motor mit Dellorto Benzineinspritzung und 5-Gang Getriebe liefert mit 48 PS eine beeindruckende Leistung. Der Motor ist sehr leicht und kompakt und soll mit einem Service-Intervall von 45 Stunden die Kosten für den Nutzer reduzieren. Gestartet wird er nur mit einem E-Starter und mit verschiedenen elektronischen Fahrhilfen, wie Quick Shift, das ein Schalten ohne Kuppeln ermöglicht, Auswahl zwischen zwei Mappings, einer Launch Control für optimale Starts und einer GET-Traktionskontrolle kann man sein Fahrerlebnis feintunen. Die von Haus aus aufgespielten Einstellungen dieser Fahrhilfen kann man mit dem für rund 250 Euro zusätzlich erhältlichen WLAN-Modul per Smartphone-App noch deutlich erweitern. Wenn wir schon beim Geld sind: Die neue Triumph TF 250-X bekommt man für den Listenpreis von 10.895 € in Deutschland und 11.195 € in Österreich. Die Motorräder sind ab Mai bei den Händlern erhältlich, bereits ab April sollen Testfahrten über die Händler ermöglicht werden.

Das Chassis: Leichtgewicht mit Top-Komponenten

Im handgeschweißten Alurahmen der TF 250-X arbeitet das bewährte Stahlfeder-Fahrwerk von KYB, das auf dem Motocross-Kurs zu Hause ist und mit dem man nichts falsch machen kann. Das Gesamtgewicht des Motorrades liegt fahrbereit, aber ohne die sieben Liter Tankfüllung, bei 104 kg, womit es das leichteste Bike der Klasse ist. Hochwertige Komponenten wie Brembo-Bremsen, Galfer-Bremsscheiben, ein leichter Edelstahl Auspuff, Gabelbrücken von Neken und ein Oversized-Lenker von Pro Taper mit odi Lock-On Griffen sorgen für eine erstklassige Ausstattung. Dazu kommen durchdachte Details: So werden mit dem Motorrad zwei Luftfilter-Deckel für den werkzeuglosen Filterwechsel ausgeliefert, einer mit Löchern für einen erhöhte Luftzufuhr und einer, der geschlossen ist, für feuchte Bedingungen. Auch ein Betriebsstundenzähler ist bereits serienmäßig verbaut. Die Räder sind mit DID Dirtstar Felgen und Pirelli Scorpion MX32 midsoft Reifen ebenfalls hochwertig ausgestattet.

Das Bodywork der Triumph TF 250-X: Smooth Operator

Triumph hat der TF 250-X nicht nur beeindruckende Technologie verpasst, sondern auch ein ansprechendes Design. Der markante schwarz-neongelbe Look und die dynamischen Linien der Kunststoffteile verleihen dem Bike einen modernen und aggressiven Look, der die Leistungsfähigkeit widerspiegelt. Bei der Entwicklung des Bodyworks wurde auf sanfte Übergänge für eine gute Bewegungsfreiheit sowie gute Kontaktflächen für den Fahrer geachtet.

Fahreindruck TF 250-X - gar nicht schlecht!

Mit der Triumph TF 250-X betritt der renommierte Motorradhersteller die Welt des Motocross mit einem Paukenschlag. Beim Golfen würde man von einem hole in one sprechen: direkt eingelocht, der erste Eindruck ist gelungen! Im Vorfeld bestand eine leichte Skepsis: wie gut kann so ein Motorrad, dass von null auf entwickelt wurde, funktionieren? Doch Triumph hat das Kunststück geschafft und aus dem Kalten heraus ein absolutes top Motorrad entwickelt, das mit Sicherheit zu den besten der Klasse zu zählen ist. Das Motorrad lässt nichts vermissen und kann in allen Bereichen überzeugen. Die neutrale Balance und das KYB-Fahrwerk geben einem viel Sicherheit und Vertrauen in allen Fahrsituation und man weiß immer genau, was im nächsten Moment passieren wird. Das Motorrad liegt auf schnellen Streckenabschnitten sehr stabil und lässt sich spielerisch leicht selbst in enge Kurven einlenken. Dazu kommt der sehr kräftige, aber einfach zu fahrende Motor. Seine lineare Leistungsentfaltung sorgt dafür, dass man jederzeit einen kräftigen Durchzug hat, das Motorrad aber dennoch gut beherrschbar ist. Egal, ob man sehr untertourig mit viel Drehmoment fährt, früh hoch schaltet oder die Gänge sehr lange ausdrehen lässt: es geht immer vorwärts. Es ist beeindruckend, wie hoch die Triumph drehen kann, ohne dass der Vortrieb abreißt. Auch die elektrischen Fahrhilfen tragen zu der guten Performance bei. Die Quick Shift-Funktion konnte überzeugen, die Schalt Vorgänge gehen damit noch schneller und dadurch, dass man die Kupplung nicht mehr betätigen muss, spart der Fahrer Muskelkraft. Auch der kräftige Motor sorgt dafür, dass man die Kupplung nicht mehr oft zur Unterstützung benötigt, was das Fahren ebenfalls vereinfacht. Im sanfterem Mapping spricht der Motor etwas weicher an und dreht nicht ganz so dynamisch hoch, wie im aggressiveren Standard-Mapping. Dabei hat man jedoch nicht das Gefühl, dass der Motor eingebremst oder langsam wird. Das sanftere Mapping könnte für den normalen Hobbyfahrer sogar die bessere Wahl sein, während das aggressive Mapping einen Vorteil für den ambitionierten Racer bietet. Die Traktionskontrolle hat im Standard-Setting für meinen Geschmack bei sehr rutschigen Stellen etwas zu stark eingegriffen, jedoch lässt sich mit der App die Stufe des Eingreifens in zehn Schritten einstellen. Damit kann dann jeder sein optimales Setting finden. Ich kann die Investitionen in das optionale WLAN-Modul empfehlen, um noch mehr Möglichkeiten der Einstellung für die elektrischen Fahr Hilfen zu gewinnen. Die Komponenten wie Bremsen und Kupplung haben sehr gut und bestens dosierbar funktioniert. Auch die Ergonomie des Motorrades konnte überzeugen. Sowohl ich als großgewachsener Fahrer als auch die kleineren Tester haben sich sehr gut auf der Maschine bewegen können.

Busty Wolter

BUSTY WOLTER

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Fazit: Triumph TF 250-X 2024

Die anderen Hersteller können sich warm anziehen, denn die TF 250-X ist von Beginn an ein Spitzenkandidat in der 250 ccm-Klasse, der die Erwartungen übertroffen hat. Der Triumph-Crosser bietet eine super Performance in allen Belangen, hat keine Macken oder Eigenarten und macht auch von der Verarbeitung einen sehr hochwertigen Eindruck. Triumph überzeugt auch bei der Ersatzteileversorgung mit interessanten Ansätzen. So zeigt einem der Teilefinder auf der Webseite nicht nur die Verfügbarkeit des benötigten Ersatzteils, sondern auch die nächsten Händler in der Umgebung, bei denen es das Teil tatsächlich auf Lager gibt. Das könnte zum Beispiel praktisch sein, wenn einem an einer Strecke etwas kaputt geht und man direkt schauen kann, ob man das Teil in der Nähe holen kann. Die Offroad-Sportpalette soll in naher Zukunft um ein 450 ccm MX-Bike sowie Sportenduros erweitert werden. Wir freuen uns bereits drauf!


  • gute Offroad-Performance in allen Lagen
  • hochwertige Verarbeitung
  • Balance und Fahrwerk geben viel Sicherheit und Vertrauen in allen Fahrsituationen
  • Traktionskontrolle greift bei rutschigen Stellen teils zu stark ein

Bericht vom 01.03.2024 | 11.147 Aufrufe