Die Top 10 Motorräder mit dem höchsten Drehmoment

Motorräder mit richtig viel Schmalz!

Sind es bei den PS-stärksten Serienmotorrädern durch die Bank Superbikes, die ihre vielen Pferde für schnelle Rundenzeiten brauchen, so sind es bei den Motorrädern mit dem höchsten Drehmoment vorrangig dicke Cruiser, die mit ihrem abartigen Schmalz die vielen Kilos kompensieren wollen. Aber Moment mal - besitzen nicht auch Elektromotoren einen gewaltigen Schub…?

Platz 10 - Yamaha VMAX

Na gut, ich kann nicht lügen. Daher gebe ich gleich zu, dass ich die Top 10-Liste eigentlich bis zu den Top 20 mit Cruiser-Modellen von Harley-Davidson oder Indian fortsetzen hätte können, die knapp unter 170 Newtonmeter abdrücken. Die erwähne ich auch gerne noch auf den besseren Rängen, auf Platz 10 findet sich nun aber wehmütig die Yamaha VMAX mit ihren 167 Newtonmeter bei 6500 Umdrehungen ein. Dieses ultimative Drag Bike mit dem potenten V4-Motor wurde ja leider ohne Aufsehen ersatzlos aus dem Yamaha-Programm gestrichen. Mit seiner Leistung von 200 PS bei 9000 Umdrehungen hätte sie es im Übrigen vor wenigen Jahren auch noch in die Top 10 der stärksten Serienmotorräder geschafft. In die Liste der Top 10 Drehmoment-Monster hat sie sich also den Platz durchaus verdient.

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Platz 9 - Harley-Davidson CVO Tri Glide FLHTCUTGSE

Ich habe bereits bei der Yamaha VMAX erwähnt, dass es eine Menge an Harleys mit knapp unter 170 Newtonmeter Drehmoment gibt. Gewiss ist keines dieser Modelle langweilig, trotzdem wollte ich mit dem CVO Tri Glide ein wenig Abwechslung in die Riege der dicken Cruiser bringen. Immerhin sieht dieses Ding doch ganz anders aus als alle anderen - es steht nämlich auf drei Rädern! Gedacht ist es für all jene, die sich nach Jahrzehnten auf ihren fetten Harleys nicht mehr so recht zutrauen, diese 400+ Kilos sicher zu bewegen. Also praktischerweise zwei Räder ins Heck und fertig ist das Bike, mit dem man völlig unbeschwert das Gas aufreißen kann. Ach ja, der Vollständigkeit halber: Harleys CVO Tri Glide liefert 168 Newtonmeter bei 3500 Touren.

Platz 8 - Indian Roadmaster

Auch Indian erweitert zwar stetig sein Modellprogramm mit spannenden Bikes, konzentriert sich aber im Wesentlichen auf das Segment der Cruiser, die in großer Zahl den Thunderstroke 116-Motor mit 1890 Kubik Hubraum und dem gewaltigen Drehmoment von 168 Newtonmeter bei lediglich 2800 Touren nutzen. Das wären die Indian Chieftain, Springfield Dark Horse, Chieftain Elite, Vintage Dark Horse oder Chieftain Limited - um nur einige zu nennen. Nicht zu vergessen die riesigen und besonders schweren Roadmaster-Modelle, die an Luxus kaum zu übertreffen sind, dabei aber trotzdem sehr harmonisch bewegt werden können.

Platz 7 - Harley-Davidson CVO Limited FLHTKSE

Der Ball ist nach Indian wieder bei Harley-Davidson - wie bereits erwähnt, könnte man diese Top 10-Liste grundsätzlich dank dieser beiden Marken locker auf Top 20 ausweiten. Da will ich doch mal der edlen CVO-Linie von Harley die Ehre erweisen, denn bei diesen Modellen findet man feinstes Customizing - bereits ab Werk. Schon die aufwändigen Lackierungen weisen darauf hin, dass eine CVO besonders teuer ist, hinzu kommen unzählige feine Teile, die den Besitzerstolz noch weiter steigern. Sogar beim Triebwerk wird nicht auf die Massenware der restlichen Modelle vertraut, sondern der Hubraum auf 1923 Kubik erweitert, was wiederum in einem Drehmoment von 169 Newtonmeter bei nur 3500 Umdrehungen gipfelt.

Platz 6 - Honda Goldwing

Abgesehen von der Außenseiterin Yamaha VMAX finden sich bisher unter den Drehmoment-Monstern ausschließlich fette V2-Triebwerke, die bekanntlich besonders viel Schmalz auslassen. Auf Platz 6 ist es nun aber Zeit für etwas ganz anderes - die Honda Goldwing vertraut auf einen einzigartigen Sechszylinder-Boxermotor mit 1833 Kubik Hubraum! Die Leistung von 126 PS bei 5500 Touren wirft uns nicht unbedingt vom Hocker, das gewaltige Drehmoment von 170 Newtonmeter bei 4500 Touren dafür umso mehr - vor allem, weil es so unfassbar souverän und harmonisch aus den sechs Zylindern abgerufen werden kann. Daran können auch die gewaltigen 390 Kilo Gewicht nichts ändern.

Platz 5 - Indian Challenger Limited

Für Unwissende ist die Indian Challenger nur eine weitere Variante eines dicken Cruisers, für Kenner leitet dieser Bagger hingegen vor allem von der Designsprache her eine neue Ära bei Indian ein. Eher kantig statt rund an der Frontverkleidung vertraut die Challenger auch beim Motor auf einen unüblich etwas kleineren, aber trotzdem kräftigeren V2-Motor (122 PS) mit 1768 Kubik Hubraum namens Power Plus. Nomen est Omen, belohnt wird man mit 178 Newtonmeter Drehmoment bei 3800 Touren, die man im Übrigen durch einen regelrechten Tritt in den Allerwertesten beim Gasaufreißen auskosten kann.

Platz 4 - BMW K 1600

Als völlig anderes Motorenkonzept kann ich Euch den Sechszylinder der BMW K 1600-Modelle nach der Honda Goldwing ja nicht mehr verkaufen, allerdings ist der Murl in der BMW als Reihen-Sechser doch wieder anders aufgebaut. Mit 1649 Kubik Hubraum zwar kleiner, mit 160 PS allerdings viel stärker als die Honda, schlägt das Bayern-Triebwerk auch beim Drehmoment gnadenlos zu: 180 Newtonmeter bei 5250 Umdrehungen. Zuschlagen klingt aber auch bei der K 1600 zu sehr nach brachialer Gewalt, es ist eher ein geschmeidiger und ebenso kraftvoller Antritt, der seinesgleichen sucht. Die Beschleunigung ist trotz hoher Gewichte der K 1600-Modelle beeindruckend, die hochkant am Topcase aufgestellte 2 Euro-Münze, die trotz Gasgeben im Stand nicht umfällt, ist legendär.

Platz 3 - Zero SR/F und SR/S

Da sind sie nun, die so kryptisch im ersten Absatz erwähnten Elektro-Motorräder. Dass ein Elektromotor nämlich enorm viel Punch bereits ab der ersten Umdrehung liefert, ist unumstritten und ein großer Vorteil beim Beschleunigen. Da ist es eher schon ein Problem, dass das Hinterrad gar nicht so viel Schmalz verträgt und die Elektronik behutsam aber spürbar eingreifen muss. So werden die abartigen 190 Newtonmeter der nackten Zero SR/F und ihrer verkleideten Schwester SR/S im Zaum gehalten und sorgen für einen immer noch vehementen Vortrieb. Es geht aber auch bei den Elektro-Motorrädern noch mehr…

Platz 2 - Energica Eva Ribelle

Grundsätzlich ist es natürlich egal, ob ein Elektro-Motorrad 190 oder 215 Newtonmeter abdrückt - es ist ohnehin beides zu viel. Dennoch beeindruckt ein Wert über 200 Newtonmeter vor allem am Stammtisch noch mehr und macht dem sportlichen Anspruch der Marke Energica alle Ehre - immerhin tragen die Italiener nun schon mehrere Jahre die MotoE-Klasse im Rahmen der MotoGP-Veranstaltungen aus. Damit ist zwar bald Schluss (Ducati übernimmt), die Eva Ribelle und ihre vollverkleidete Schwester Ego+ beweisen aber, dass der Elektromotor im Motorrad aufgrund seiner enormen Antrittsstärke durchaus Zukunft hat.

Platz 1 - Triumph Rocket 3

Keine Sorge, der oberste Podestplatz bei den drehmomentstärksten Top 10-Motorrädern bleibt nach zwei Elektro-Bikes in der Hand der Verbrenner. Die Triumph Rocket 3 ist und bleibt die Alleinherrscherin der Drehmoment-Krone - mit 221 Newtonmeter bei 4000 Touren macht ihr kein anderes Serienmotorrad den ersten Platz streitig. Die Rocket 3 erreicht auch in Sachen Hubraum Superlative, in nur drei Zylinder füllen die Briten knapp 2,5 Liter ein - mehr geht wirklich nicht. Interessant dabei ist, dass die aktuelle Rocket 3 trotz dieses unglaublich hohen Drehmoments erstaunlich einfach und fast schon unaufgeregt zu fahren ist. Ein Vergleich mit der alten Rocket III hat mir gezeigt, dass das Ur-Modell mit ebenfalls 221 Newtonmetern weitaus brachialer und ungestümer ans Werk ging. Und irgendwie hat das auch seinen ganz besonderen Reiz.

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Bericht vom 28.12.2021 | 48.814 Aufrufe

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