Pokys Top 5 Motorrad Neuheiten 2022 auf der EICMA 2021

Das waren die Highlights des Messerundgangs!

Bei den zahllosen leiwanden Motorrad Neuheiten auf der diesjährigen EICMA fiel es mir alles andere als leicht, mich auf eine würdige Top 5 Liste zu beschränken, aber hier ist sie.

Der feuchte Traum aller A2-Superbiker: CFMOTO SR Vision Concept C21 - Platz 5

"Man wird ja wohl noch träumen dürfen!", dachten sich wohl die Designer des neuesten Prototypen von CFMOTO, die ansonsten eher im Naked Bike-Bereich und bei den Reiseenduros tätig sind. Am Fahrwerk wurde jedenfalls nicht gespart, so prangt eine schweden-goldene Upside-Down-Gabel von Öhlins unter der extrem sportlich gezeichneten Verkleidung. Diese ist zwei-färbig lackiert und geizt nicht mit neon-orangen und Carbon-Elementen. Für eine überdimensionierte Verzögerung sorgen stattliche Brembo-Anker vorne wie hinten, die Doppelscheiben vorne sind gar mit einer Carbon-Abdeckung versehen, hier liegt MotoGP-Spirit in der Luft. Überdimensioniert ist die Bremserei, da im Chassis aus Chromolybdän ein 450 Kubik Zweizylinder-Motor stecken wird, der leistungsmäßig mit Sicherheit in der A2-Liga spielt.

Auch die herrliche Einarmschwinge, die eine exklusiven 6-Speichen-Felge hält, macht ordentlich was her, wird es aber eher nicht in die Serienversion schaffen. Größere Hoffnungen mache ich mir da schon beim Auspuffsystem. Die zweiflutige Underseat-Anlage mit kurzen Schalldämpfern von SC Project erinnert an Highend-Superbikes - geil! Das gesamte Heck baut schmal und zierlich - es fragt sich nur wie hier einigermaßen sinnvoll ein Kennzeichen montiert werden soll, ohne die Optik zu (zer)stören. Wie auch immer, wenn dieser Prototyp auch nur annähernd so in Serie geht, werden die Schlangen vor den Verkaufslokalen elends lang sein.

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Moto Guzzi V100 Mandello 2022 - Sporttourer de Luxe - Platz 4

Ein großer Motor - also einer mit über 1000 Kubik - fehlte in der Euro 5 Ära bislang. Im Jubiläumsjahr der 1921 gegründeten Traditionsmarke ändert sich das nun. Die Moto Guzzi V100 Mandello kommt als würdiger Sporttourer mit einer angemessen Motorisierung daher. Die Rede ist von einem 1042 Kubikzentimeter großen Zweizylinder, längs eingebaut - eh klar, und wassergekühlt - weniger klar, der 115 PS und 105 Nm bei nur 3.500 U/Min leisten soll. Gemeinsam mit einem wartungsarmen Kardanantrieb und den eigens entwickelten geschwindigkeitsabhängig ausfahrbaren Windabweisern, sowie einem elektrisch verstellbaren Windschild, sollte die V100 ein formidables Reisemotorrad abgeben.

Weitere Premieren im Sporttourer: 6-Achsen IMU mit den damit verbundenen Helferlein, semi-aktives Fahrwerk und Quickshifter, die letzteren zwei sind nur in der Topversion Serie, das gilt auch für die Heizgriffe. Kaufen wird man dieses Motorrad aber ohnehin wegen anderer Attribute, wie etwa der göttliche Einarmschwinge. Im Juni 2022 sollten die ersten Exemplare die heimischen Straßen bereichern. Test folgt!

Lucky Explorer 9.5 - Die neue Premium-Reiseenduro aus Italien - Platz 3

Da war ein Gedränge am, oder genau genommen neben dem MV Agusta Stand. Die Italiener widmeten dem Lucky Explorer Projekt einen eigens abgetrennten Bereich. Zwischen einer Reihe alter Cagiva Elefant- Modelle (Amn. MV Agusta hält die Rechte an der Marke Cagiva) aus den 90ern, standen dann zwei Studien die Lucky Explorer 5.5 und 9.5 in coolem Offroad Design. Zwei waschechte Reiseenduros, wobei es mir die 9.5 noch etwas mehr als die A2-taugliche 5.5 angetan hat.

Daran ist nicht zuletzt die leiwande neu entwickelte Motorisierung schuld. Aus einem 931 Kubik großen 3-Zylinder sollen 123 PS und über 100 Nm Drehmoment mobilisiert werden. Damit bewegt man sich von der Performance her (und auch optisch ein wenig) auf Augenhöhe mit der Honda Africa Twin. Ein semi-aktives elektronisches Fahrwerk wird dabei ebenso mit an Board sein, wie ein 7 Zoll TFT Display mit FullHD-Auflösung. Eine waschechte Highend-Reiseenduro erwartet uns hier - fragt sich nur wann! Offen ist auch noch unter welchem (Firmen-)Namen das Lucky Explorer Konzept auf den Markt kommen wird.

Lucky Explorer Konzept - Publikumsmagnet EICMA 2021
Lucky Explorer Konzept - Publikumsmagnet EICMA 2021

Royal Enfield SG 650 Concept - Platz 2

Ein frei schwebender Leder-Sattel: Die Rückansicht ist für mich die Schokoladenseite des Royal Enfield SG650 Concepts. Doch auch seitlich betrachtet weiß der Cruiser zu gefallen, so wurde der glänzende Tank aus einem massiven Aluminiumblock CNC-gefräst, gleiches gilt für die ebenso wie die Scheibenräder mit integriertem ABS. Diese erinnern optisch an Harley-Davidsons Fat Boy und werden passend mit nicht-gelochten Bremsscheiben ergänzt.

Ob es in so einem Motorrad tatsächlich eine Upside-Down-Gabel sein muss, sei dahingestellt. Richtig gut passt hingegen der extrabreite Low-Rise-Lenker mit Aluminium-Schaltergruppen. Das Cockpit zeigt eine futuristische in Chrom gefasste Instrumenten-Doppeleinheit. Eher Retro geht es bei den Stereo-Federbeinen hinten zu. In Summe versteht Royal Enfield genau diese Verbindung zwischen Zukunft und Tradition, wie wenige andere Hersteller. Die beste Nachricht kommt zum Schluss: Angeblich kommt die Serienversion Ende 2022 auf den Markt!

Kawasaki Z900RS SE - 50 Jahre Z bringen ein würdiges Topmodell - Platz 1

Ich war selig - relativ wenige Besucher umschwärmten die neue Retro-Kawa, kein Wunder bei dem Feuerwerk, das Kawasaki auf der EICMA 2021 ablieferte. So konnte ich mir mein Messehighlight in Ruhe ganz genau ansehen. Wenige Motorräder verbinden modernes Fahrverhalten und klassische Optik so gut, wie Kawasakis Z900RS. Der großartige Vierzylindermotor beflügelte die Ambitionen flotter Klassikfans so sehr, dass der Ruf nach einer SE Version immer lauter wurde. Diesen hat Kawasaki mit der Z900RS SE für 2022 erfüllt. In einer unfassbar gut gelungenen schwarz-gelben Lackierung, die eine Hommage an die erste Z1 von 1972 darstellt, präsentiert sich das neue Topmodell der Reihe, wie aus dem Ei gepellt.

Um die fahrdynamischen Wünsche der Kundschaft zu befriedigen, setzt man hinten auf ein S46 Federbein aus dem Hause Öhlins, die jetzt golden eloxierte 41mm USD-Gabel hat man folglich neu abgestimmt. Auch bei den Bremsen wurde mit einer neuen Anlage von Brembo, einem größeren Hauptbremszylinder und Stahlflexleitungen in die Vollen gegriffen. All jenen, denen jetzt schon das Wasser im Mund zusammenläuft möchte ich raten schnell zu sein, denn die Sache hat einen Haken. Für Österreich sind z.B. nur 30 Stück vorgesehen, diese sollten dafür bereits zum Jahresanfang verfügbar sein.

Kawasaki Z900RS SE 2022
Kawasaki Z900RS SE 2022 - Klassische Optik trifft auf fahrdynamische Perfektion
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Bericht vom 04.12.2021 | 27.460 Aufrufe

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