Suzuki Inazuma 250 (2013 - 2016): Test & Gebrauchtberatung

Budget Bike im Gebrauchtcheck

Die Inazuma wurde mit einem ganz bestimmten Ziel entwickelt: ein preiswertes Motorrad zu sein. Doch wie schlagen sich Gebrauchte und worauf muss man beim Kauf achten? Hier die Antwort.

Im Sinne des Geldsparens muss man ihr die Tatsache verzeihen, dass sie in China und nicht in Japan gebaut wurde. Denn wenn man einen äußerst günstigen Preis haben will, muss man die Vorteile billiger fernöstlicher Herstellungsverfahren nutzen. Aber ist das eine schlechte Sache? Das hängt davon ab, was man will, denn alles in allem bietet die Inazuma ein recht anständiges Gesamtpaket.

Charmant und günstig - die Suzuki Inazuma 250

Geht man mit der richtigen Einstellung an die Inazuma heran, entpuppt sie sich als charmantes A2-Motorrad mit, das ideal für das Stadtleben ist. Ok, der Name ist ein bisschen seltsam (und ein bisschen ironisch, da er auf Japanisch "Blitz" bedeutet), aber der Parallel-Twin ist ziemlich geschmeidig, hat eine moderate Menge an Druck im mittleren Drehzahlbereich und eine schöne, leichte Gangschaltung und Kupplungsbetätigung - was alles ist, was ein Pendler sich wünschen kann. Obwohl man (irgendwann) bei der angegebenen Höchstgeschwindigkeit von ca. 135 km/h stehen bleibt, ist das kein Grund zur Sorge, denn Besitzer freuen sich eher über niedrige Verbrauchswerte als über eine rasante Beschleunigung. Hinzu kommen eine bequeme Sitzposition, leichtes Handling, Anzeigen, die sogar einen Gangindikator enthalten und ein weich gefedertes Fahrwerk.

Obwohl die Inazuma aufgrund ihres günstigen Preises über kein ABS verfügt, was bei einem Bike, das sich an Fahranfänger und Stadtpendler richtet, etwas schade ist, kann man an diesem schnörkellosen Pendler kaum etwas aussetzen, wenn man sich die Betriebskosten und das Preisschild ansieht.

Probleme einer gebrauchten Inazuma 250

Das Inazuma ist ein preisgünstiges Motorrad und als solches muss man die Erwartungen in Bezug auf die Verarbeitungsqualität etwas zurückschrauben. Sie mag erst um die sieben Jahre alt sein, aber aufgrund der Qualität einiger Befestigungen neigt sie dazu, ihr Alter ziemlich stark zu zeigen. Vor allem, wenn es sich um ein Pendler-Motorrad handelt, das den ganzen Winter über benutzt wurde. Besitzer berichten, dass der Auspuff ziemlich rostanfällig ist. Verwendet dies also als Anhaltspunkt für den Zustand, den ihr vom Rest des Motorrads erwarten können, und seid sehr vorsichtig mit festgefressenen Bremssätteln.

Einige wenige Besitzer hatten Probleme mit der Elektrik der Inazuma, aber diese sind eher selten und die Fehler sind erstaunlich selten. Wenn das Exemplar mit Heizgriffen ausgestattet ist, solltet ihr vorsichtig sein, da diese die Lichtmaschine und/oder den Regler überlasten können. Höhere Windschilde, Topcases und der optionale zusätzliche Mittelständer sind allesamt großartige Ergänzungen, aber stellt sicher, dass sie fachmännisch montiert sind und die Bedienelemente des Motorrads nicht beeinträchtigen.

Mit welchem Zustand muss man beim Kauf rechnen?

Inazuma Besitzer lassen sich im Allgemeinen in eines der drei Lager einordnen. Fahrschulen nutzen sie oft, da sie günstig in der Anschaffung und im Unterhalb ist, wenig wiegt und die Teile nicht die Welt kosten. Auch Pendler sind von dem Motorrad angetan, da es sehr sparsam im Verbrauch ist, ebenso wie Fahranfänger, die einen preisbewussten Einstieg auf zwei Rädern suchen. In allen drei Fällen ist die Wahrscheinlichkeit eines Sturzes hoch, vor allem bei einem ehemaligen Fahrschulmotorrad. Nachdem ihr also den allgemeinen Korrosionszustand und das Finish überprüft haben, solltet ihr nach Anzeichen für Sturzschäden suchen.

Günstige A2-Motorräder werden eher wieder in Form gebogen, als dass Teile ausgetauscht werden. Schaut euch also die Lenkerenden auf Kratzer an, die Lenker selbst auf Geradheit, die Enden der Hebel und auch die Fußrasten sowie die Brems- und Schalthebel. Das Problem beim Geradbiegen von Teilen ist, dass sie dabei im Allgemeinen geschwächt werden, was bei einem Teil, das ein Bremssystem steuert, keine gute Nachricht ist! Abgesehen davon ist ein Motorschutz leicht erhältlich und es lohnt sich, ihn anzubringen.

Wenn es um die Wartung geht, neigen viele Besitzer dazu, Öl und Filter selbst zu wechseln (dies sollte alle 5000 Kilometer erfolgen und ist sehr einfach), um Geld zu sparen, aber es ist die 10000-Kilometer-Ventilspielkontrolle, die übersprungen wird. Die Rechnung bei Händlern ist nicht sehr hoch und bei einem Motorrad, das stark beansprucht wird, ist dies ein Preis, der es wert ist, gezahlt zu werden. Denn der Motor selbst bei guter Pflege sehr solide. Ansonsten gilt es, die Lebensdauer von Verschleißteilen wie Reifen, Kette, Ritzel und Federung zu überprüfen.

Alternativen zur Suzuki Inazuma 250

Die Inazuma war nur drei kurze Jahre angeboten und daher gab es abgesehen von den Farben keine Aktualisierungen. Dennoch hat ihr Parallel-Twin in der V-Strom 250 und der GSX250R überlebt. Wenn euch die Idee einer Inazuma gefällt, ihr aber etwas mit einem anderen Design und etwas modernerem Design suchen, könnten diese Modelle verlockend sein.

Suzuki Inazuma 250 Preis

Egal wie hoch die Laufleistung ist und wie viele Besitzer schon auf einer Inazuma Platz nahmen: Der Gebrauchtpreis hat sich eingependelt. Heute bekommt man Modelle zwischen 2.000 und 3.000 Euro. Hier ein Überblick: Gebrauchte Suzuki Inazuma kaufen.

Über Jon Urry

Als begeisterter Motorradfahrer und Weltenbummler, der seit 2001 schon für Motorradmagazine in acht Ländern gearbeitet hat und jährlich über 30.000 Kilometer im Sattel verbringt, behauptet Jon von sich selbst zumindest seit 2003 jedes Modell von jedem (namhaften) Hersteller gefahren zu sein, das er kennt. 1000PS ist es gelungen ihm eine Reihe an Gebraucht-Berichten abzuluchsen, sodass ihr, von unserer Crew auf Deutsch übersetzt und da oder dort erweitert, in den Genuss seiner einzigartigen Erfahrungen kommt.

Autor

Bericht vom 01.11.2021 | 10.398 Aufrufe

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