Yamaha XT660Z Ténéré (2008-2016) Gebrauchtberatung

Kompakte Enduro fürs große Abenteuer

Benannt nach einem besonders tückischen Abschnitt der Rallye Dakar, haben Yamahas Ténéré-Modelle den Ruf, besonders robust zu sein, um das härteste Motorradrennen der Welt zu bestreiten und zu gewinnen. Im Fall der XT660Z Ténéré ist dieser Ruf wohlbegründet.

Wenn ihr auf der Suche nach einem unkomplizierten Motorrad seid, mit dem ihr die Welt umrunden könnt, ist dies wahrscheinlich eure beste Option. Die XT660Z Ténéré ist frei von komplizierter und umständlicher Elektronik, knallhart und praktisch unkaputtbar - ein wahrer Globetrotter. Aber auch wenn ihr nur ein Bike für den Arbeitsweg und gelegentliche Ausflüge ins Grüne am Wochenende sucht, ist die XT660Z Ténéré eine hervorragende Wahl. Außerdem sieht sie verdammt cool aus und ist sowohl in der Anschaffung als auch im Unterhalt günstig - was kann man daran nicht mögen?

Wie viel kostet eine gebrauchte Yamaha Tenere 660?

Die Yamaha Tenere 660 ist auf unseren Straßen ein leider recht seltener Anblick - dementsprechend trist sieht es am Gebrauchtmarkt aus. Ob gerade ein Exemplar in deiner Nähe verfügbar ist, siehst du hier: Gebrauchte Yamaha XT660Z Tenere kaufen.

Yamaha XT660Z Tenere Motor und Verbrauch

Mit nur 48 PS und 58 Nm ist die Ténéré nicht das schnellste Motorrad der Welt, aber das muss sie auch nicht sein. Mit einer guten Gasannahme und einer recht temperamentvollen Beschleunigung schreitet die Ténéré fröhlich voran und kann auf der Autobahn problemlos Geschwindigkeiten von über 100 km/h erreichen. Nun, das Motorrad mag entspannt sein, aber der Fahrer ist vielleicht nicht ganz so entspannt, denn wenn man sie erst einmal zum Laufen gebracht hat, neigt der Einzylinder dazu, ziemlich stark zu vibrieren. Zwischen 100 und 120 Kilometer pro Stunde ist das Motorrad viel glücklicher, also haltet sie in diesem Bereich, anstatt sie voll auszudrehen, denn es fehlt ein sechster "Overdrive"-Gang. Bei langsamen Geschwindigkeiten macht der Single perfekt Sinn und ist ideal, um durch die Stadt zu düsen oder durchs Grüne zu stapfen, da man nicht so viel Leistung braucht und er sogar recht genügsam ist, wenn man ihn vernünftig fährt.

Zuverlässigkeit der Tenere 660

Der Einzylinder der Ténéré ist so einfach, wie er nur sein kann. Er hat zwar Benzineinspritzung, Vierventilkopf und Wasserkühlung, aber nur eine obenliegende Nockenwelle. Wenn es um Weltentdecker geht, ist das eigentlich eine sehr gute Nachricht, denn seine Einfachheit bedeutet, dass es praktisch unmöglich ist, ihn kaputt zu kriegen. Und wenn ihr es doch schafft, stehen die Chancen gut, dass ein lokaler Mechaniker die Yamaha reparieren kann! Es gibt nur sehr wenige mechanische Probleme, da der Einzylinder gründlich erprobt ist (er ist sowohl in den Yamaha R- und X-XT660-Modellen als auch in der Derbi Mulhacen und der Aprilia Pegaso verbaut).

Wenn er sich also nicht anhört wie ein Sack Schrauben, was bedeutet, dass er vielleicht zu wenig Öl hatte und einen größeren Schaden erlitten hat (er fasst nur 2,9 Liter, ist aber nicht dafür bekannt, dass er Öl verbrennt), könnt ihr ihn mit Sicherheit kaufen. Das Getriebe ist ebenfalls solide, allerdings berichten Besitzer, dass die Ténéré (und eigentlich alle XT-Modelle von Yamaha) gerne die Gummis der Schwingendämpfer auffrisst, was ein wenig seltsam ist. Der Austausch kostet nicht viel, aber man sollte aufpassen, denn wenn sie zu sehr abgenutzt sind, können sie die Radnabe beschädigen. Einige Besitzer empfehlen, sie mit einem alten Gummischlauch etwas auszufüllen, um ihre Lebensdauer zu verlängern.

Die Sitzhöhe als Herausforderung für kleine Piloten

Die Ténéré ist als geländetaugliches Motorrad konzipiert und hat ein 21-Zoll-Vorderrad, um grobstollige Reifen unterzubringen, sowie ein eigenes Design des Stahlrohrrahmens mit langen Federwegen. Auf der Straße kann dies zu einem etwas schwammigen Gefühl der Frontpartie führen, was aber zu erwarten ist. Doch es ist nicht das, was die meisten Besitzer bemängeln: Die hohe Sitzhöhe. Mit 865 mm ist das Aufsteigen auf die Ténéré eine ziemliche Herausforderung, besonders wenn man kurze Beine hat. Aber wenn man einmal auf dem Motorrad sitzt, wird man mit einer komfortablen Sitzposition belohnt. Die Ténéré bringt trocken 183 kg auf die Waage und lässt sich bei niedrigen Geschwindigkeiten recht einfach manövrieren, aber auch hier kann die Sitzhöhe ihr hässliches Gesicht zeigen, wenn man mal einen festen Stand braucht. Einige Besitzer beschweren sich über die zu weiche Gabel, aber da sie nicht einstellbar ist, muss man sich damit abfinden, während die Vorspannung des Federbeins erhöht werden kann, um den Sozius oder das Gepäck zu berücksichtigen. Achtet beim Gebrauchtkauf auf verrostete Speichen und verbeulte Felgen sowie auf Rost am Rahmen im Bereich der Schweißnähte.

Yamaha XT660Z Ténéré (2008-2016) Bremsen

Obwohl die 298 mm Doppelscheiben nur von Zweikolben-Gleitbremssätteln gegriffen werden, bieten sie mehr als genug Bremskraft, um mit dem dünnen Vorderreifen fertig zu werden. Wenn ihr auf grobstolligen Reifen fahrt, müsst ihr bei Nässe sehr vorsichtig sein, denn sie sind durchaus in der Lage, zu blockieren. Abgesehen von korrodierten Gleitern, die die Bremssättel daran hindern, sich frei zu bewegen, handelt es sich um ein einfaches und zuverlässiges Set-up, das billig und einfach zu warten ist.

Komfort auf Langstrecke

Solange ihr nicht darauf aus seid, euer Ziel in Rekordzeit zu erreichen, ist die Ténéré ein sehr guter Tourer, der euch an Orte bringen kann, die ihr mit einer "konventionellen" Tourenmaschine mit Straßenreifen nicht erreichen würdet. Und nicht nur das, sie ist auch leichter und zuverlässiger als größere Adventure-Bikes, falls ihr mit der Yamaha ins Gelände wollt. Die Sitzbank ist nicht die bequemste, weshalb viele Besitzer eine Gel-Option montieren. Trotzdem ist die Sitzposition angenehm und entspannt und die Verkleidung im Dakar-Stil ist tatsächlich sehr effektiv.

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Gewaltige Auswahl an Zubehör

In Bezug auf Fahrhilfen habt ihr im Grunde nichts außer einem LCD-Display, das allerdings gerne beschlägt. Also überprüft, ob alles in Ordnung ist. Das Gleiche gilt für den Kabelbaum, der dafür bekannt ist, ein paar Probleme zu haben. Zubehör, wie auch immer - die Welt liegt euch mit Koffersystemen, Komfortsitzen, Windschilden, Sturzbügel und so ziemlich allem, was sich ein Abenteuerfahrer wünschen könnte, zu Füßen. Yamaha verkaufte einen Akrapovic Slip-On-Auspuff, was cool ist, der Hauptständer ist aber wahrscheinlich nützlicher, um beim Schmieren der Kette zu helfen, sowie der Motorschutz für ernsthafte Offroad-Action, um die Unterseite des Motors zu schützen.

Yamaha XT660Z Ténéré (2008-2016) Gebrauchtfazit

Die XT660Z Ténéré ist ein echtes, Mittelklasse-Adventure-Bike der alten Schule. Sie ist nicht das technisch fortschrittlichste Motorrad, aber wenn es um Zuverlässigkeit und Robustheit geht, gibt es nur wenig bessere Maschinen, um die entlegensten Gebiete der Welt zu erkunden. Oder einfach nur, um damit zu pendeln. Ein großartiges Motorrad, das oft übersehen wird.

Über Jon Urry

Als begeisterter Motorradfahrer und Weltenbummler, der seit 2001 schon für Motorradmagazine in acht Ländern gearbeitet hat und jährlich über 30.000 Kilometer im Sattel verbringt, behauptet Jon von sich selbst zumindest seit 2003 jedes Modell von jedem (namhaften) Hersteller gefahren zu sein, das er kennt. 1000PS ist es gelungen ihm eine Reihe an Gebraucht-Berichten abzuluchsen, sodass ihr, von unserer Crew auf Deutsch übersetzt und da oder dort erweitert, in den Genuss seiner einzigartigen Erfahrungen kommt.

Autor

Bericht vom 19.06.2021 | 7.256 Aufrufe

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