McGregor's top 5 Motorrad Neuheiten 2021

Beim Motorrad kommt es auf Authentizität an!

Noch sind ein paar Neuheiten ausständig, aber wir nähern uns dem Ende der Flut an Neumodellen. 2021 sind viele heiße Eisen dabei, doch die folgenden 5 Bikes stechen für mich heraus. Warum? Darum!

Die Zeiten von wirklich schlechten Motorrädern sind längst vorbei. Zumindest die renommierten, namhaften Hersteller schaffen es, so ziemlich alle Modelle gut fahrbar und qualitativ hochwertig hinzubekommen. Wenn aber alle Motorräder ein hohes Niveau an Fahrbarkeit haben, wird es auch schwerer nur mit Handling und Fahrverhalten auf sich aufmerksam zu machen. Es braucht ein anderes Alleinstellungsmerkmal. Für mich ist das: Authentizität. Ich bin ein Fan von Marken und Modellen, welche ihre Vision des Motorrads haben und diese ohne Kompromisse umsetzen. Das bringt uns nicht nur außergewöhnliche Motorräder, sondern steuert auch gegen den drohenden Einheitsbrei am Motorrad-Markt. Diese 5 Modelle gehen alle ihren eigenen Weg, sind authentisch, doch erreichen diese Authentizität auf komplett unterschiedliche Art und Weise.

Royal Enfield Himalayan 2021 - Das ECHTE Adventure-Bike

Die Royal Enfield Himalayan pfeift auf den Leistungs- und Austattungswahn der anderen Reiseenduros, und genau das spricht mich an. Der Markt ist voller mächtiger Motorräder mit Leistung ohne Ende und jeder erdenklichen Elektronik mit an Bord. Das ist häufig zwar toll und beeindruckend, aber irgendwie setzen fast alle Hersteller nur mehr auf diese Reise-Bomber. Nur wenige Modelle, wie zum Beispiel die Yamaha Tenere 700 oder eben die Himalayan, gehen gegen diesen Trend. Deshalb ist die Royal Enfield auch ein Highlight für mich. Sie hat alles was es für die Weltreise braucht, aber eben nicht mehr. Wobei 2021 kommt sie sogar mit Turn-by-Turn-Navigation, also hält auch hier langsam die Elektronik Einzug. 24 PS sind zwar für uns leistungsverwöhnte Europäer etwas mager, aber in der Realität kann man mit der Himalayan vermutlich abenteuerlichere Strecken fahren, als auf so mancher großer Reiseenduro. Und um das Gesamtpaket abzurunden, kommt die Himalayan auch noch zu einem schier unschlagbaren Preis. Mit knapp unter 5000 € kostet sie weniger als ein Drittel der meisten Adventure-Bikes. Richtig leiwand!

Honda CMX1100 Rebel 2021 - DER Japan-Cruiser

Honda Rebels wurden schon immer belächelt. Vor allem Fahrer von bollernden Amerikanern mit fettem V2 weigerten sich oft, die Rebel als "echten Cruiser" anzuerkennen. Doch während die einen sich darüber lustig machen, kaufen die anderen kräftig ein. 2020 reihte sich die Honda CMX500 Rebel unter die meistverkauften Modelle. Der "Fake-Cruiser" Honda Rebel trifft also doch den Geschmack von vielen Leuten. Auch meinen! Honda hat die Cruiser-Ergonomie übernommen und typisch japanische Qualitäten eingearbeitet. Klar fehlt das fette V2-Donnern, aber gleichzeitig fehlt auch die mittelmäßige Verlässlichkeit oder das störrische Einlenkverhalten vieler amerikanischer Cruiser. Die Rebel ist einer der, wenn nicht sogar DER zugänglichste Cruiser am Markt. Spielerisch lässt sie sich bewegen, mühelos geht sie ums Eck und für einen Cruiser kann sie sogar sehr sportlich bewegt werden. Schafft es Honda diese Qualitäten auch der neuen Rebel mit dem 1100er Motor einzupflanzen, wird die CMX1100 ein super Motorrad. Ein top Cruiser, nur halt kein amerikanischer. Und das ist auch gut so!

Aprilia RS 660 2021 - Konkurrenzlos in der Mittelklasse

Lange gab es bei Aprilia ein großes Loch im Portfolio. Am einen Ende standen die kleinen Sportler RS 50/125 und am anderen Ende die mächtigen RSV4-Boliden. Heuer schließt sich mit der RS 660 endlich die Lücke. Vauli hat die RS 660 schon getestet und er meint, dass sie ein sehr eigenwilliges, besonderes Gefährt ist. Sitzposition, Elektronik und Ergonomie sind so gewählt, dass die RS 660 durchaus ein akzeptables Alltagsgerät sein kann. Gleichzeitig ist aber der Motor typisch Aprilia, ein Hochgenuss für die Ohren und am besten bei sportlicher Gangart. Gekoppelt mit dem ausgezeichneten Handling, was selbst MotoGP-Fahrer in helle Begeisterung versetzen soll, hat es Aprilia geschafft ein richtig authentisches Gerät zu bauen, welches sowohl in die Lücke im Modell-Portfolio, als auch zur Marke Aprilia passt. Sehr authentisch, und damit sehr leiwand!

KTM 890 Adventure R - Form follows function!

Ach herrje, wie oft habe ich folgende Aussage schon gehört: "Fahren tun sie ja leiwand, aber die Optik geht gar nicht!" Das Design von KTMs wird schon lange diskutiert. Ist auch in Ordnung so, das Auge fährt schließlich mit und Geschmäcker sind verschieden. Was mir aber gefällt ist, dass KTM trotz zahlreicher negativer Kommentare zum Design den eingeschlagenen Weg durchzieht. Die tiefgezogenen Tanks, damals das erste Mal zu sehen bei der 790 Adventure, sorgten für einen Aufschrei in der Community. Diese "trächtige Kuh" sei ja nicht anzusehen, meinten viele. Aber die Tanks verlagern den Schwerpunkt nach unten und verbessern so das Fahrverhalten in allen Situationen. KTM wollte dieses sinnvolle Feature anscheinend nicht aufgeben und hat den Tank, obwohl weitere gehässige Kommentare zu erwarten waren, auf der 890 Adventure-Reihe unverändert gelassen. Bei meinem Test der KTM 890 Adventure in Griechenland konnte ich dann feststellen, dass das Handling durch den niedrigen Schwerpunkt wirklich genial leichtgängig und vertrauensschöpfend ist. KTM ist gegen die Meinung der Mehrheit gegangen, ist der eigenen Vision gefolgt und hat so schlussendlich ein besseres Motorrad herausgebracht. Vor allem die 890 Adventure R ist "Ready to Race" - eine waschechte und authentische KTM.

Triumph Trident 660 - Mit Authentizität zur neuen Benchmark

Poky hat die neue Triumph Trident 660 bereits in die Finger bekommen und auf Teneriffa getestet. Sein Fazit: Die Trident ist die neue Benchmark in der Mitteklasse der Naked-Bikes. Wie Triumph das geschafft hat, hat wieder etwas mit dem Folgen der eigenen Linie zu tun. Anstatt eine Kopie der Verkaufsschlager dieser Klasse, wie der Yamaha MT-07, zu machen, hat Triumph sein Erfolgsrezept von anderen Motorrädern in die nackte Mittelklasse importiert. Ein bombastischer Dreizylinder und so üppige Elektronik sind höchst unüblich für dieses Segment, jedoch typisch für Triumph. Trotz des tollen Motors, der Ausstattung und der schicken Optik hat es Triumph auch noch geschafft, den Preis auf einem niedrigen Niveau zu halten. So ist es wenig überraschend, dass Poky die Trident als neue Klassenkönigin sieht. Mich freut es, dass das Triumph-Rezept auch in der Klasse funktioniert, für frischen Wind sorgt und den bis dato dominierenden Japanerinnen etwas einheizt.

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Bericht vom 21.02.2021 | 14.698 Aufrufe

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