KTM RC 390 Erlkönig für 2020 gesichtet

Neue Bilder des Einzylinder Supersportlers

Vorgestellt auf der EICMA 2013 wurde sie zunächst entwickelt im Hinblick auf die wachsenden Märkte in Asien und Südamerika, doch auch hier in Europa wird sie für KTM immer wichtiger: Die RC390. Unser Erlkönig Spion hat uns nun neue Bilder zukommen lassen.

Nun wird Ende 2020 ihre Nachfolgerin enthüllt, aller Verzögerungen durch die Corona-Krise zum Trotz. Daran lässt sich bereits ablesen wie wichtig die neue kleine Einzylinder-Baureihe für KTM weltweit ist um in Asien Premium-Kunden zu binden (in Asien gelten bereits Motorräder ab 250 ccm als Big Bikes) und in Europa und teilweise auch Nordamerika junge Kunden an die Marke zu binden.

Überarbeitung der gesamten 390er Baureihe

Zu diesem Zweck entwickeln die Österreicher eine neue Modellfamilie in der Einsteigerklasse, die nach und nach vorgestellt wird und in Teilen auf dem aktuellen 390er-Modellen basiert und in Teilen neu konstruiert wird. Nach der Ende 2019 vorgestellten 390 Adventure, die zum Großteil auf dem Rahmen der aktuellen 390 Duke basiert, folgt Ende 2020 die Vorstellung des Einsteiger-Sportbikes RC390. Auch sie basiert weitestgehend auf dem Rahmen der noch aktuellen 390 Duke, doch nahezu alle weiteren Spezifikationen werden stark überarbeitet oder gleich komplett neu entwickelt.

Markantes Front Design der KTM RC 390 2020

So fallen an den von uns erwischten Prototypen vor allem das komplett neue, nun wesentlich gefälligere Styling ins Auge. Markantestes Merkmal wird die völlig neu gestaltete Front, die nun glatter gestaltet wird. Besonders auffällig ist dabei vor allem die Integration des KTM-typisch geformten LED-Tagfahrlichtes. Dieses ist am äußeren Rand der Verkleidung positioniert und geht in den oberhalb sitzenden Blinker über. Beides sitzt außerhalb des eigentlichen Hauptscheinwerfers, der weiterhin Abblend- und Fernlicht beinhaltet, nun allerdings in einer Voll-LED-Einheit zusammengefasst. Die Lampeneinheiten sind gemeinsam von einer Plexiglasscheibe überzogen, die nahtlos in die Frontscheibe übergeht und dadurch bei diesem Prototypen den Eindruck einer voll verglasten Front erzeugt. Ob diese Lösung so in Serie geht oder ob einzelne Teile der Frontverkleidung zusätzlich noch lackiert werden (wie bei einem weiteren gesichteten Prototypen geschehen) ist derzeit noch nicht ganz klar, sehr wohl klar ist jedoch dass dieses Design, noch mehr als schon das aktuelle Modell, auf vorwiegend junge Kundschaft abzielt.

Ergonomie wurde auf der RC 390 neu geformt

Die Verkleidung selbst erscheint weitaus voluminöser als im aktuellen Modell, was vor allem dem Windschutz zugutekommen wird. Damit scheinen die Mattighofener der gewachsenen Bedeutung der kleinen RC für den europäischen Markt Rechnung zu tragen und den anderen Anforderungen, die dieser mit sich bringt. So sind in Europa und Nordamerika beispielsweise die Kunden durchschnittlich größer als im asiatischen, ehemaligen Kernmarkt der 390er-Reihe, was sowohl in der Entwicklung der Aerodynamik (beispielsweise beim Windschutz), als auch der Ergonomie Herausforderungen mit sich bringt. Diese wird auch beeinflusst durch den komplett neuen Heckrahmen, der im Laufe des Entwicklungsprozesses noch stark verändert hat und nun Platz schafft für eine wesentlich tiefer positionierte Sitzmulde. Zusammen mit neu positionierten Fußrasten und einem neu geformten Lenker dürfte dies in mehr Langstreckenkomfort für verschiedene Fahrergrößen resultieren, ähnliches gilt auch für den Soziussitzplatz.

Bewährter Motor und neue Bremsanlage kommen zum Einsatz

Technische Änderungen umfassen unter anderem eine neue Bremsanlage, die nun wesentlich leistungsfähiger sein dürfte. Kaum zulegen hingehen wird der Motor: Der bewährte 373ccm große Einzylindermotor, der jedoch im Hinblick auf die schärferen EU5-Emissions- und Geräuschvorschriften angepasst wurde, kommt weiterhin zum Einsatz. Neben einem leicht veränderten Zylinderkopf wird hier vor allem die Krümmerführung modifiziert, welche in einer neuen Abgasanlage mit großem Vorschalldämpfer mündet. Die Leistung von 44 PS und das Drehmoment von 35 Nm bleiben in dieser Motorenspezifikation, die so auch schon in der 390 Adventure verbaut wird, unangetastet.

Weitere KTM Neuheiten 2021

Dieser Antrieb wird auch in der neuen 390 Duke zum Einsatz kommen, die Ende 2021 vorgestellt werden wird und bei der die Änderungen weitaus tiefer gehen werden. Anders als die RC390 erhält die Duke nämlich auch einen komplett neuen Hauptrahmen und bildet so die Basis für die danach folgenden neuen kleinen Einzylindermodelle der Österreicher, wie z. B. die neue 125 Duke, die wohl Ende 2022 an den Start gehen wird und künftig deutlich eigenständiger daherkommen wird. Parallel dazu wird dann auch die KTM 490er-reihe vorgestellt, eine neue Modellfamilie auf Basis des abgewandelten 790er-Reihentwins.

So gerüstet hat KTM alle Zutaten um sowohl in Europa als auch in Asien um im Kampf um Marktanteile bei den Einstiegsbikes munter mitzumischen.

Bericht vom 04.08.2020 | 14.791 Aufrufe

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