Suzuki B-King – legendäre Motorräder!

Test und Gebrauchtberatung für die Suzuki GSX 1300 B-King

Wenn man bedenkt, dass Suzuki derzeit in seiner Modellpalette ziemlich fantasielos scheint, ist es kaum zu glauben, dass die Japaner 2001 die Motorradwelt aufhorchen ließen, als sie ein nacktes Concept-Bike präsentierten, das von einem aufgeladenen Hayabusa-Motor angetrieben wurde. Und das Beste daran war, dass Suzuki versprach, dieses Ding tatsächlich zu bauen! Und das alles fast 15 Jahre bevor Kawasaki die kompressorgeladene H2-Modellreihe enthüllte. Aber sie taten es wirklich, doch als 2008 schließlich die Suzuki B-King kam, war die Enttäuschung dennoch groß…

Das Problem, wenn man die erwartungsvollen Fans fast sieben Jahre lang warten lässt, ist, dass es nach einer so langen Zeit besser gewesen wäre, die B-King auch wirklich so zu bauen, wie angekündigt. Das Problem war, dass die B-King zwar ein gewaltiges Naked Bike mit Hayabusa-Motor war, aber Suzuki ließ eine sehr wichtige Komponente weg - den Kompressor! Dazu kam, dass einige der Naked Bike-Konkurrentinnen in der Zwischenzeit in Bezug auf ihr Styling mächtig zugelegt hatten, wodurch die Suzuki auch noch etwas langweilig aussah.

Der Suzuki B-King fehlte der angekündigte Kompressor!

Die B-King war groß, schwer und mit den schlimmsten Auspuff-Endtöpfen unter der Sitzbank ausgestattet, die je ein Motorrad zierten. Sie hatte zwar mit 185 PS richtig viel Schmalz, aber das war wohl nicht das, wonach die Käufer sich sehnten. Wie Kawasaki später mit der H2 bewies, verkauft sich coole Technik, und ein Kompressor wäre das Sahnehäubchen auf dem Kuchen der B-King gewesen, das möglicherweise die Brieftaschen geöffnet hätte. Da jedoch der Kompressor fehlte, sah das Publikum die B-King eher wie einen Vorschlaghammer in Form eines Naked Bikes an, das wegen der fehlenden Verkleidung auch noch unpraktisch war. Außerdem gar nicht mal so cool, da das Styling veraltet und ein bisschen zu klobig war. Daher war das Interesse sehr begrenzt, und vier Jahre später wurde die B-King auch schon wieder aus der Suzuki-Modellpalette genommen, was ihr den nicht beneidenswerten Status eines Motorrads verlieh, das danach tatsächlich länger gehänselt wurde, als es auf dem Markt war. Aber damit begann die Popularität der B-Kings typischerweise zu wachsen.

Aktuell bietet die Suzuki B-King einen Haufen Leistung für wenig Geld

Mit den niedrigeren Preisen begannen die Fahrer die B-King aber als das zu sehen, was sie war. Ja, das Aussehen war ein wenig seltsam, aber es war immer noch ein enorm leistungsstarkes Naked Bike und ein bisschen Tuning und Zubehör hier und da machten die B-King ohnehin optisch ansprechender. Als komfortabler Cruiser war die Suzuki ausgezeichnet geeignet, und ein zusätzlicher Sozius machte für die Leistung des Vierzylinders überhaupt keinen Unterschied. Auch wenn die B-King heute von der aktuellen Generation der Super Naked Bikes überholt wird, ist sie ein Motorrad, das immer noch echtes Interesse weckt. Der Motor ist nach wie vor ein Prachtexemplar eines Kraftprotzes, und obwohl es sich um ein großes und schweres altes Biest in den Kurven handelt, ist dieses Gewicht wie bei der Hayabusa eigentlich beruhigend, da es die B-King schön stabil hält. Bei einem Preis ab rund 7000 Euro erhält man einen Haufen Leistung für eigentlich wenig Geld, und als Power-Naked Bike-Cruiser ist die B-King tatsächlich sehr gut gelungen. Rückblickend ist es einfach traurig, dass Suzuki nicht den Mut hatte, den Kompressor einzubauen.

Worauf muss man bei der Suzuki B-King achten?

Der mächtige Hayabusa-Motor, für den schon das Superbike schwer und stabil ausgelegt wurde, kann auch das Naked Bike-Chassis der B-King nichts anhaben - deshalb kann man mit Zuversicht kaufen. Mechanische Probleme mit der B-King sind sehr selten, und solange das Getriebe rund läuft, gilt die einzige Sorge um den Motor, dass sich das Auslassventil festfressen kann oder dass ein Sensor ausfällt (das passiert ziemlich häufig, es ist ein C46-Fehlercode). Am besten nutzt man die Probefahrt für eine schnelle Etappe auf der Straße und checkt dabei die Warnleuchten am Armaturenbrett, bei der Rückfahrt konzentriert man sich stattdessen auf das Fahrwerk.

Das hohe Gewicht der B-King geht auf die Mechanik

Die B-King ist nämlich ein ziemlicher Brocken und ähnlich wie bei der Hayabusa werden auch bei ihr die mechanischen Tekle stark beansprucht. Prüfen Sie immer die Dicke der vorderen Bremsscheiben, da diese sich schnell abnutzen können, Auch Kette und Ritzel haben ein hartes Leben und das gleiche gilt für Lager, im Speziellen Lenkkopflagern und Hinterradlager, die nach Aussage der Besitzer ziemlich stark leiden. Untersuchen Sie die Aufhängung/Federelemente auf Undichtigkeiten und prüfen Sie, wie viel Profil auf den Reifen noch vorhanden ist. Wenn alles in Ordnung ist, machen Sie sich Sorgen um den Besitzer...

Manche brauchen eben auch bei 185 PS noch Tuning!

Nahezu jedes Problem am Motor der B-King kann auf (unnötiges) Tununing zurückgeführt werden. Einige begnügten sich nicht mit "nur" 185 PS und gingen deshalb den Weg zum Tuner mit unterschiedlichem Erfolg. Die schweren Original-Auspuffkrümmer zu entsorgen ist allerdings in jedem Fall eine großartige Idee, da das Handling des Motorrads verbessert wird, indem ein Batzen Gewicht am Heck entfernt wird, aber die neue Anlage sollte danach unbedingt auf dem Prüfstand optimiert werden. Ein ECU-Update wird nicht nur den Benzindurst einer B-Kings verbessern, sondern bringt auch einen besseren Durchzug - nicht, dass es genau daran gefehlt hätte!

Gab es Updates an der Suzuki B-King?

Die B-King wurde abgesehen von unterschiedlichen Farbe nie aktualisiert, also muss man beim Kauf nicht zwangsweise auf das Baujahr achten.

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Ist eine Suzuki GSX 1300 B-King (2008-2012) wertstabil?

Was den Verkauf angeht, hat die B-King eine ziemliche Achterbahnfahrt hinter sich, im Moment scheinen sich die Preise stabilisiert zu haben, nachdem sie wie ein Stein gefallen waren und in späteren Jahren, nachdem sie aus der Produktion genommen wurde, wieder gestiegen sind. Derzeit bekommt man eine B-King in gutem Zustand noch für akzeptable Preise. Wirkliche Schönheiten sind teurer, man sollte auf alle Fälle auf die Kilometerleistung achten – auch wenn der Motor extrem robust ist. B-Kings sind mittlerweile beliebt, dabei aber nicht so selten, wie man glaubt. Denn Suzuki hat eine ganze Menge von ihnen hergestellt und es ist (noch) relativ einfach, ein Exemplar zu finden.

Über Jon Urry:

Als begeisterter Motorradfahrer und Weltenbummler, der seit 2001 schon für Motorradmagazine in acht Ländern gearbeitet hat und jährlich über 30.000 Kilometer im Sattel verbringt, behauptet Jon von sich selbst zumindest seit 2003 jedes Modell von jedem (namhaften) Hersteller gefahren zu sein, das er kennt. 1000PS ist es gelungen ihm eine Reihe an Gebraucht-Berichten abzuluchsen, sodass ihr, von unserer Crew auf Deutsch übersetzt und da oder dort erweitert, in den Genuss seiner einzigartigen Erfahrungen kommt.

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Autor

Bericht vom 10.04.2020 | 38.508 Aufrufe

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