Elektronik und Fahrhilfen der BMW HP4 Race

Elektronik und Fahrhilfen der BMW HP4 Race

Die unglaublichen Einstellmöglichkeiten der HP4 Race

Rennsport für jedermann und -frau mit 80.000 Euro. Dafür bekommt man neben Carbon-Rahmen und -Felgen und 215 PS bei nur 171 kg jede Menge hochmoderner Elektronik auf Superbike-Niveau.

Bereits bei straßenzugelassenen Supersportlern vom Schlage einer RR sind elektronische Assistenzsysteme wie etwa die Dynamische Traktionskontrolle DTC angesichts von rund 200 PS Leistung kaum mehr wegzudenken. Erst recht gilt dies für reinrassige Rennmotorräder wie die neue BMW HP4 RACE, die mit einem umfangreichen Paket elektronischer Regel- und Assistenzsysteme auf höchstem Niveau sowie einer eigens für die Belange des Rennbetriebs entwickelten Bordelektrik ausgestattet ist. Letztere wurde gegenüber dem Serienmotorrad RR auf das für den Rennbetrieb absolut Notwendige reduziert. Zusammen mit einer leichten Lithium-Ionen-Batterie von 5 Ah Kapazität konnte auch an dieser Stelle Gewicht eingespart werden.

Armaturen aus der Superbike-WM

Die Lenkerarmaturen der neuen HP4 RACE entsprechen jenen, wie sie auch im harten Rennbetrieb in der Superbike-WM zum Einsatz kommen. Wer schon mal ein World-Superbike oder einen MotoGP-Prototypen aus der Nähe gesehen hat, der kennt die runden, robusten Knöpfe an den Lenkerenden. Auf der rechten Seite befinden sich bei der HP4 Race der als Taster ausgelegte Killschalter (rot), der Fahrmodischalter (blau) sowie der Pit-Lane-Limiter / Startknopf (schwarz). Links findet sich der blaue Button zur Auswahl der Dynamischen Traktionskontrolle DTC und der Engine Brake (EBR; einstellbare Motorbremswirkung). Über einen roten beziehungsweise grünen Button lassen sich DTC respektive EBR dem Fahrerwunsch entsprechend einstellen. Über einen ebenfalls links angebrachten gelben Knopf lässt sich das Menü durchblättern.

Ein Wahnsinn! BMW präsentiert auf der EICMA 2016 eine S1000RR aus Vollcarbon! Basierend auf dem Supersportler kommt sie mit obligatorischem Zubehör wie Akrapovic und Rennslicks. Auf der Rennstrecke ein furchteinflößender Gegner! Der Name: BMW HP4 RACE

HP4 Race Elektronik: Dynamische Traktionskontrolle DTC, Engine Brake EBR und Wheelie Control.

Um die momentan maximal mögliche Beschleunigung zu ermöglichen, verfügt die neue HP4 RACE über eine Dynamische Traktionskontrolle DTC mit einem Einstellbereich von -7 bis +7. Sie bezieht ihre Informationen aus einer Sensorbox. Über verschiedene Fahrmodi (Wet, Intermediate, Dry1, Dry2) erlaubt sie nicht nur die Anpassung der Traktion am Hinterrad beispielsweise an trockene oder feuchte Streckenbedingungen mit hohem oder geringem Gripniveau. Vielmehr bietet sie – wie auch die Wheelie Control – die Möglichkeit, ihr Eingreifen gangselektiv abzustimmen, zum Beispiel mit regelndem Eingriff für die Gänge 1, 2 und 3, sowie ohne jegliches Eingreifen in den Fahrstufen 4, 5 und 6. Die Regelung geschieht dabei über Zündcuts und verschieden starke Zylinderausblendmuster je nach Schlupf.

Traktionskontrolle pro Gang einstellbar

Für jeden Fahrmodus ist der maximal zulässige Schlupf über Geschwindigkeit und Schräglage abgespeichert. Eine weitere wesentliche Voraussetzung für Rundenzeiten auf Topniveau stellt die ebenfalls von -7 bis +7 einstellbare Engine Brake EBR zur individuellen Einstellung der Motorbremswirkung dar. Während der Dynamischen Traktionskontrolle fahrdynamisch betrachtet eine Unterstützungsfunktion für den Fahrer beim Beschleunigen zukommt, bietet die ebenfalls gangselektiv abstimmbare EBR Unterstützung bei Verzögerungsvorgängen – etwa beim Bremsen oder auch nur durch das Schließen des Gasdrehgriffs.

Die neue HP4 RACE erlaubt es, das am Hinterrad wirkende Motorbremsmoment (Schleppmoment) je nach Fahrerwunsch und Streckenbeschaffenheit so zu wählen, dass noch bessere Verzögerungs- beziehungsweise Bremsmanöver möglich werden. Mit der ebenfalls gangselektiv und in 5 Regelstufen einstellbaren Wheelie Control wird das vehemente und für den Fahrer nur schwer zu beherrschende Aufsteigen des Vorderrads beim Beschleunigen unterbunden. Hieraus ergeben sich insbesondere Vorteile beim Beschleunigen in den unteren Gängen 1 bis 3 gerade auch beim Start.

HP4 Race Launch Control

Die neue HP4 RACE bietet mit der Launch Control ein Assistenzsystem für optimale Rennstarts. Sobald der erste Gang eingelegt wird, ist die Launch Control aktiv. Aus technischer Sicht begrenzt die Launch Control das Drehmoment des Motors genau so, dass beim Anfahren im ersten Gang das maximal übertragbare Antriebsmoment am Hinterrad anliegt. Schaltet der Fahrer in den zweiten Gang, wird das Drehmoment des Motors der Übersetzungsänderung entsprechend korrigiert, sodass auch in dieser Phase weiterhin das maximal übertragbare Antriebsmoment am Hinterrad ansteht.

Pit-Lane-Limiter

Wer bei Rennen keine Zeitstrafe wegen zu hoher Geschwindigkeit in der Boxengasse riskieren will, der braucht den Pit-Lane-Limiter. Der Pit-Lane-Limiter ist im ersten Gang einsatzbereit und für die Aktivierung muss lediglich der Startknopf (schwarz) gedrückt werden. Einmal aktiviert, kann der Fahrer den Gasdrehgriff maximal aufdrehen, doch der Motor wird mittels Zündunterbrechung auf die zuvor programmierte Drehzahl begrenzt und die sich daraus ergebende Geschwindigkeit damit nicht überschritten. Wird eine kürzere oder längere Sekundärübersetzung montiert, kann der Fahrer die für z. B. 60 km/h notwendige Motordrehzahl entsprechend anheben oder senken.

Dashboard für Profis

Auch das 2D Dashboard folgt der konsequenten rennsportlichen Auslegung der neuen HP4 RACE. Für den Aufenthalt an der Box beziehungsweise für die Warmlaufphase verfügt es über eine so genannte Mechaniker-Seite. Hier werden Werte wie beispielsweise Öl- und Benzindruck sowie Öl- und Kühlwassertemperatur angezeigt. Diese Mechaniker-Seite ist nur im Leerlauf verfügbar. Wird der erste Gang eingelegt, wechselt das Display automatisch zur Fahrer-Seite. Neben der Anzeige von Drehzahl, gewähltem Fahrmodus, Einstellungen für DTC und EBR lassen sich über das Display vielfältige Informationen abrufen, wie zum Beispiel:

Fahrer-Seite:

  • Rundenzeit (Laptime)
  • Rundenzeit Delta (Laptime Gap)
  • Beste Rundenzeit
  • DTC Einstellung
  • EBR Einstellung
  • Map Einstellung
  • Wassertemperatur (tw – temperature water)

Mechaniker-Seite:

  • Bremsdruck vorne (bf – brake front; wenn Sensor verbaut)
  • Bremsdruck hinten (br – brake rear; wenn Sensor verbaut)
  • Federwege vorne (sf – suspension front; wenn Sensor verbaut)
  • Federwege hinten (sr – suspension rear; wenn Sensor verbaut)
  • Spannung (Ub)
  • Gesamt km
  • Gasgriffstellung (tpd – throttle position demand)
  • Drosselklappe (tp – throttle position)
  • Vorderrad Geschwindigkeit (vf – velocity front)
  • Hinterrad Geschwindigkeit (vr – velocity rear)
  • Schräglage (la – lean angle)
  • Wassertemperatur (tw – temperature water)

Bericht vom 21.04.2017 | 18.955 Aufrufe

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