R1 gegen H2, Panigale, S1000RR und RC213V-S

R1 gegen H2, Panigale, S1000RR und RC213V-S

Die Krone von Mailand für die R1

H2, Panigale, S1000RR und die neue R1 machen sich die Vorherrschaft aus. Honda tritt außer Konkurrenz mit einer MotoGP-Replica an.

Welche ist die Königin der 200PS-Liga?

Dafür, dass Supersport im Verkauf mörder schwächelt, spielen die Hersteller aber groß auf. Ducati bringt die 1299er Panigale, Kawasaki die aufgeladene Ninja H2, BMW die weiterentwickelte S1000RR und Yamaha die neue R1. Suzuki und Honda halten sich zurück. Zwar erregt die in Mailand präsentierte RC213V-S, also die straßenzulassungsfähige MotoGP-Replica des Überflügels, viel Aufsehen, aber erstens ist die Maschine noch ein Prototyp und zweitens wird das soviel Marie kosten, dass nur wenige Betuchte in den Genuss kommen werden, sie zu bewegen. Nicht billig, aber noch im Rahmen des Vorstellbaren ist Kawasakis neuer Publikumsmagnet: Ninja H2. Die über 300 PS starke Rennversion wird zwar um die 50.000,- Euro kosten, aber die zulassungsfähige, 200PS starke H2 ist um rund 29.000,- Euro ein "Schnäppchen" (in Deutschland kostet die H2 rund 25.000,- Euro). Dass mich die H2 seit Mailand nicht mehr ganz so fest vom Hocker reißt, liegt am relativ langen Radstand von 1.455 mm und dem Gewicht von 238 kg. Damit ist eines klar: Auf der Rennstrecke hat die H2 gegen echte Supersportler, die mit 200PS und 200kg antreten, keine Chance. Keine Frage, man wird durch das Hochdrehen der Verdichtungsleistung des Kompressors auch die Straßen-H2 locker auf 250 PS bringen, aber am Racetrack wird das gegen die S1000RR und die neue R1 nichts bringen. Dass Ducati der in aller Welt zutiefst bewunderten Panigale jetzt 100 Kubik mehr einfüllt und den Hubraum auf knapp 1.300 Kubik erhöht (205 PS), finde ich herrlich, erwarte allerdings nicht das ganz große Wunder. Schon bei der 1199 spürte man als feinfühliger Fahrer, wie viel die Elektronik arbeiten musste, um den gewaltigen Punch des V2 einigermaßen auf den Asphalt zu bringen. Ich denke, in der Superbike-WM bzw. der entsprechenden Nachfolge-Serie werden 2016 V2s mit 1300 Kubik zugelassen sein. Die für mich entscheidende Frage ist, ob Ducati das spektakuläre, rahmenlose Chassis von Haus aus so auslegen und abstimmen kann, dass man die WM wieder wie früher dominiert, als man mit einem Gitterrohrgeflecht aus Stahl alles niederriss und fürchterlich degradierte. Das Match auf den Amateur-Rennstrecken dieser Welt werden sich 2015 meiner Meinung nach die BMW S1000RR und die Yamaha R1 ausmachen. Für die neue BMW spricht, dass sie "nur" eine Weiterentwicklung des bisherigen, dominierenden Supersportlers ist und einfach noch besser, stärker und schneller geworden ist. Racer, die auf die komplett neue R1 setzen, werden da mehr Zeit brauchen, um die perfekte Abstimmung zu finden. Für mich persönlich ist Yamahas neue Rennmaschine jedenfalls die Königin der 200PS-Liga. Ich war über Jahrzehnte ein echter Japan-Freak (begonnen hat es Anfang der 70er, als mein großer Held Jarno Saarinen auf Yamaha es allen besorgte) und packe es eigentlich nicht, dass Suzuki und Honda nicht hart zurückschlagen. Yamaha hat sich lange Zeit gelassen, aber jetzt ist die R1, in der viel Technologie aus der M1 steckt, kein leeres Versprechen, sondern eine echte Kampfansage. Dessen bin mir ganz sicher. Japan is back. R1 rulez!

Die 1000er Superbikes 2015

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Bericht vom 05.11.2014 | 24.581 Aufrufe

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