Gulf Kawasuki

GSX-R 1100 Vierer im alten Z1000 Gehäuse und mit FZR 1000-Schwinge in blau-orange.
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Dragster-Bike für den legalen Sraßenkampf

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Wer wird schon gleich von einem Streetfighter reden, wenn er einem Kawa-Rahmen ein Gixxer-Triebwerk zumutet? Peter Birk aus Burglengenfeld im Süddeutschen hat sich schon öfters an die Kompilation von Motorradrahmen und Motoren begeben, wobei er da völlig frei von Konventionen die einen Japaner mit den anderen kombiniert. Ganz wie es ihm beliebt, ganz, wie seine handwerklichen Fähigkeiten es ihm gerade vorgaben. Schon sein Papa hat immer an Fahrzeugen rumgebastelt und restauriert. Der Apfel fällt ja bekanntlich nicht weit vom Stamm. Und Sohnemann Peter ist dazu noch akkurat rennversessen. Das gilt nicht nur für die Moto GP oder Superbike WM. Die vierrädrige WRC-Branche leistet da auch ganze Arbeit seiner Meinung nach, was talentiertes Ausleben von Geschwindigkeit anbelangt. Ein Krad widmete er sogar Colin Mc Rae, dem vor drei Jahren tödlich verunglückten World Racing Car-Star. Beschleunigungsrennen passen aber auch in Peters Konzept. Deshalb muss es ebenso schon mal eine ultralange Schwinge sein, die seine Kräder als extremes Beschleunigungstier auszeichnen.

Angefangen hat es mit diesem Gulf-farbenen Japan-Bastard, als mein Onkel seine Kawasaki-Werkstatt auflöste und dort seit Jahren ein alter Zett 1000-Rahmen plus Lacksatz herumlag. Ich musste nicht lange verhandeln, schon gingen diese Teile flott in meinen Besitz über. Da für mich gleich klar war, dass ich da nur ein druckvolles GSX-R 1100 Triebwerk einbauen will, schaute ich mich gleich nach einer kompletten GSX-R um.

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Die Schönheit der Beschleunigung.


Denn zu diesem Zeitpunkt wollte ich noch die Up-Side-Down-Gabel und Schwinge mit Zentralfederbein der Luftöligen einbauen. Doch meistens kommt es anderes als man denkt, denn es formte sich mit der Zeit ein immer genaueres Bild in meinem Kopf auf dem sah meine Zett extrem flach und enorm kompakt aus. Mir fiel auf, dass die GSX-R Gabel einfach zu lang war. Also die ZXR Up-Side-Down von Kawa nehmen, dann noch Gabelbrücken mit Reckung dranbauen - und schon ist die Kiste flacher. Aber nur wenig später fiel mir auf, dass die GSX-R 1100-Schwinge bezüglich der Länge auch noch längst nicht meinen Vorstellungen entsprach. So musste die einer Yamaha FZR 1000-Schwinge weichen, welche sich noch ein paar Modifikationen gefallen lassen musste. Der Bremssattel hatte beispielsweise innen am Schwingenarm zu sitzen.

Da ich mittlerweile immer konsequenter meinen im Kopf schwebenden Vorstellungen nachging, mussten es auch so extreme Parts wie Fischer-Räder, Spiegler 8-Kolben Bremssättel vorne, Keihin Flachschieber mit offenen Trichtern, ISR-Kupplungs- und Bremsarmaturen nebst Mikroschalter, Moko-Motordeckel, innenliegender Gasgriff und ein 1-Zoll Edelstahllenker werden. Die Vernunft musste weichen und lieber den gehobenen Ausstattungsmerkmalen - wenn auch kostenintensiv - den Vortritt lassen. Als diese Teile alle angebaut waren, sah das Bike schon annähernd so aus wie ich es mir vorgestellt hatte. Nur ein Auspuff seitlich störte dann wieder einmal meine im Kopf vorgegebene Linie ganz gewaltig.

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Änderung des Stoffwechsels


Also musste es ein Heckauspuff werden - der dann dementsprechend im Eigenbau ab den Krümmern und aus Edelstahl sehr zeitintensiv gefertigt wurde. Mein Vorbild war da ganz klar die Auspuffanlage a la Frank Röhlich von RF-Biketech aus Nürtlingen... Nach dem gelösten Auspuffproblem stand gleich das nächste Problem namens Sitzbank an. Da entschied ich mich nach langem Überlegen, einfach das ganze Ensemble aus Blech zu fertigen und komplett zu lackieren. Ein Sitzpolster ist was für Wolldeckenschläfer!! Außerdem hat meine Zett sowieso eine Sitzheizung, was wohl mehr an dem Heckauspuff plus Verbindungsrohr liegt...Nun noch den richtigen Lack, der natürlich nach meinem Geschmack Racing-Charakter vermitteln sollte - und dann noch wochenlanges Polieren. Gulf Kawasuki

Komfort und Eigensinn


Endlich nahm das ganze Hirngespinst die als Zielvorgabe bekannte Form an. Da die meisten Teile Eigenbau sind und natürlich bei so einem Umbau nie auf Anhieb das eine Teil zum anderen passt, dauerte die ganze Bauphase fast zwei Jahre - inklusive mancher schöpferischer Pausen, in denen ich wirklich mal der Qualität halber eine Auszeit brauchte. Doch letztendlich fand das Ganze die Vollendung in dieser nun vorgestellten Form. Schließlich gab es inzwischen auch schon wieder ganz neue Ideen für andere Konstellationen. Nicht versäumen möchte ich es aber, mich zu bedanken bei allen, die mir bei der Herstellung diverser Teile und Phantastereien behilflich waren und Verständnis - oder vielleicht war es ja auch nur Mitleid - mit einem von Hirngespinsten geplagten Motorradbauer hatten. Gulf Kawasuki
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Technische Daten Gulf Kawasuki

Erbauer: www.b-town-cycles.de / Peter Birk
Modell: Kawasaki Z 1000 A2, Bj. 78
Motor: GSX R 1100 mit poliertem Moko-Deckel, BTC-Motorhaltern aus V2A poliert für Z Rahmen
Ölkühler: BTC im polierten V2A Gehäuse
Vergaser: Keihin FCR 41
Luftfilter: Trichter
Auspuff: Devil Krümmer geändert mit BTC-Verbindungsrohr und Endtopf mit je 2 Ausgängen pro Seite, Lautstärke durch Mechanismus in den Endrohren verstellbar
Rahmen: Kawasaki Z 1000 A2 gecleant in Teilbereichen modifiziert
Schwinge: FZR 1000 modifiziert und poliert
Federbein: WP poliert, Feder lackiert
Gabelbrücke: BTC, sehr aufwendig und filigran mit Reckung, Lenkanschlag versenkt
Gabel: ZXR 750 mit WP-Federn
Räder: Fischer, vorne 3,5 x 17 hinten 7,0 x 17 mit geänderten Adaptern
Bereifung: vorne 120/60 17 hinten 210/50 17
Lenker: V-team Zoll mit innenliegendem Gasgriff
Bremsen: vorn Spiegler acht Kolben poliert mit Spiegler Gussscheiben, hinten Brembo-Sattel hinter Schwingenzug innenliegend mit BTC Halter
Fußrasten: Lukas modifiziert mit BTC Bremsflüssigkeitbehälter und Fußrasten in Löcheroptik V2A poliert
Tank: Z 1000 mit GSX R Tankdeckel
Höcker: Z 1000 umgearbeitet für Heckauspuff
Kotflügel: W&W Cycles mit BTC-Klemmung
Armaturen: ISR poliert mit geänderten Hebeln, Lenkergriffe in Löcheroptik BTC V2A poliert
Instrumente: WMD
Lackierung: Gulf-like in Hellbau Orange
Sonstiges: Ritzelabdeckung, Seitenständer, Lampenhalterung, Tachohalter BTC, Mikroschalter mit Eigenbau Kabelbaum, alle Schrauben VA konisch gedreht und poliert, BTC Sitzbank lackiert aus Stahlblech, alle Leitungen Krontec Stahlflex, Enuma-Kette

 

Interessante Links:

Text: S. Welte
Fotos: S. Welte

Autor
sabinewelte

SABINEWELTE

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Bericht vom 29.04.2010 | 10.059 Aufrufe

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