Lieber leiser in die Zukunft – als laut ins Out!

Neue Initiative fordert den Stop der Repressalien gegen Biker

Erst die Fahrverbote für "laute" Motorräder in Tirol, dann die NoVA-Erhöhung. Viele Motorradfahrer in Österreich sehen sich durch neue Regelungen in der Ausübung ihres Hobbys behindert. Damit diese negative Entwicklung nicht ungebremst fortsetzt, ruft der Zweiradhandel eine neue Initiative ins Leben.

Weniger Rechte - erhöhte Abgaben: Motorradfahrer haben es 2021 nicht leicht

Wir Motorradfahrer in Österreich hatten es auch schon einmal leichter im Leben, bzw. bei der Ausübung unseres liebsten Hobbys. Die fragwürdigen Fahrverbote für "laute" Motorräder in Tirol, wurden soeben neu beschlossen und ausgeweitet. Dazu kommt eine massive Erhöhung der Obergrenze der Normverbrauchsabgabe (NoVA), die wir im Vergleich zu unseren Freunden aus Deutschland und der Schweiz beim Erwerb eines Neumotorrads zusätzlich zur Mehrwertsteuer abführen müssen. Dabei zählt Österreich, was die Besteuerung von KFZ betrifft ohnehin zu den absoluten Spitzenreitern in Europa.

Statement des Zweiradhandels zur derzeitigen Situation

Bei einer eigens einberufenen Pressekonferenz mit Gastrednern Wolfgang Böck und Gregor Seberg sprach Kommerzialrat Ferdinand Fischer, Sprecher des 2Radhandels in Österreich zu den Fahrverboten in Tirol: "Trotz Gesprächen mit der Politik gibt es bis dato keine Einsicht darüber, dass die Einführung einer 95 dB-Grenze des Standgeräuschs ein völlig untaugliches Mittel zur Lärmreduzierung darstellt, weil das Standgeräusch keine Rückschlüsse auf das Fahrgeräusch zulässt. Trotzdem hält Tirol, insbesondere LH-Stellvertreterin Felipe, daran fest. Das ist für den 2Radhandel und die zehn Prozent der Österreicher, die ein 2Rad besitzen, eine nicht zu akzeptierende Maßnahme."

Und weiter zur NoVA-Erhöhung: "Das gleiche gilt für die erneute Erhöhung der NoVA unter dem Deckmantel des Umweltschutzes. Vollkommen unverständlich, verursacht doch das motorisierte 2Rad im Durchschnitt nur ca. die Hälfte des CO2-Ausstoßes eines Autos, braucht ein Viertel der Parkplätze und verursacht keine Staus.Deshalb sollte die Politik gerade aus Umweltgründen das 2Rad fördern und nicht behindern! Außerdem ist es nicht zu akzeptieren, dass Österreich europaweit nach Dänemark die zweithöchsten Steuern von den 2Rad-Kunden kassiert und im selben Atemzug den gleichen Menschen das Benutzen des teuer erworbenen 2Rades auf bestimmten Strecken verbietet.

Initiative „Lieber leiser in die Zukunft – als laut ins Out!“ mit Promi-Unterstützung

Da man aber weitergehen wollte, als das bloße Aufzeigen dieser Umstände anzusprechen und die Zweirad-Branche auch das Bedürfnis der Bevölkerung nach Reduzierung des Lärms in unserer Gesellschaft anerkennt, wurde die Kampagne Lieber leiser in die Zukunft als laut ins Out! ins Leben gerufen. Damit soll ein Beitrag zur Bewusstseinsänderung in der Motorradcommunity geleistet werden. Als prominente Unterstützer der Aktion haben sich u.a. Hans Knauß, Gustl Auinger, Wolfgang Böck, Gregor Seberg, Heinz Kinigardner und einige andere mehr bereit erklärt.

Die Veröffentlichung aufgezeichneter Videobotschaften an die Biker, mit der Message da und dort etwas vom Gas zu gehen, aber auch der Botschaft an die Politik, ihre Verbote zurückzunehmen startet am Sonntag den 21.3. um 18.00 Uhr mit dem Clip von Hans Knauß auf Facebook. Weitere Veröffentlichungen erfolgen dann Dienstag und Donnerstag ebenfalls jeweils um 20.00 Uhr.

Die Kampagne richtet sich auch an die Industire

Fischer machte klar, dass sich der Slogan zu guter Letzt auch an die Motorrrad-Hersteller richtet. Die Industrie solle beginnen, Motorräder mit geringerer Lautstärke zu bauen. Das betreffe nicht die Drehzahlbereiche, in denen die gesetzlichen Messungen stattfinden, dort sind die Bestimmungen zum Teil sogar zu weitgehend, gemeint seien die Drehzahlbereiche abseits der reglementierten Bereiche. Hier müsse eine freiwillige Beschränkung stattfinden, denn auch für die Hersteller gelte: Lieber leiser in die Zukunft als laut ins Out!

KommR Fischer schloss die Pressekonferenz mit den Worten: Alle Beteiligten, also Industrie, Motorradcommunity inklusive Motorradhandel und Politik, müssen ihren Beitrag leisten. Nur dann wird eine Branche, die inklusive der Wertschöpfung 0,89 Prozent zum österreichischen BIP beiträgt, die 41 000 Menschen Arbeit gibt und 850 000 2Rad-Besitzer mit 2Rädern versorgt und sie serviciert, eine Zukunft haben und Österreich eine umweltschonende Mobilitätsalternative.

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Bericht vom 19.03.2021 | 15.454 Aufrufe

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